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Dollar drückt gegen Emerging Markets, Italien-Rendite klettert immer weiter

Nachdem zumindest im Groben eine Einigung zwischen den USA und China vorliegen soll zur Beilegung des Handelskonflikts, wird hierdurch der US-Dollar gestärkt – das wirkt sich mehr als noch in den letzten Tagen sofort auf diejenigen Märkte aus, die schwach sind. Die Emerging Markets werden somit noch massiver vom US-Dollar bedrängt. Am Stärksten zeigt sich das aktuell am Beispiel Türkei. Obwohl die türkische Nationalbank erst letzte Woche sagte sie würde möglicherweise intervenieren (Devisen gegen die Lira verkaufen), steht die Lira heute noch tiefer als vor dieser Aussage. Ihr brutaler Absturz geht immer weiter.

Für einen Euro muss man aktuell 5,39 Lira zahlen. Für einen US-Dollar zahlt man jetzt 4,58 Lira. Gestern früh nach dem Wochenende, wo die Nachrichten zu USA und China bekanntgegeben wurden, bekamen beide Währungen gegen die Lira einen weiteren Push. Rot eingekreist ist der Handelsstart gestern früh. Und, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Notenbank in Ankara gekommen um wie angekündigt zu intervenieren? Ein plötzlicher Lira-Anstieg wäre dann jederzeit denkbar – vor allem, wenn die Nationalbank ihre Käufe auch öffentlich kund tut.

Türkische Lira

Argentinien

Der argentinische Peso bildet aktuell eine Ausnahme. Seitdem der IWF bestätigte, dass wohl bald große Milliardensummen nach Buenos Aires fließen, und seitdem die Zentralbank erklärte einen Kurs von bis zu 25 Peso für einen US-Dollar für akzeptabel zu halten, wertet der Peso nicht mehr weiter ab (aktuell 24,37).

Brasilien

Gegen den brasilianischen Real war der US-Dollar schon seit Monaten immer weiter angestiegen (von 3,25 im Februar auf gestern 3,73). Die Rendite auf die zehnjährige brasilianische Staatsanleihe ist jüngst immer weiter angestiegen (aktuell 10,42%). Durch den USA-China-Deal werden mutmaßlich brasilianische Exporte Richtung China rückläufig sein, wodurch sich die Wirtschaftskrise im Land weiter verschärften würde.

Brasilien

Italien

Italien hat nichts mit den Emerging Markets zu tun, aber man hat sich eine rechtspopulistische Regierung gewählt. Da beide Koalitionsparteien sich nicht auf einen der eigenen Kandidaten einigen konnten, hat man am Wochenende einen offenbar vorzeigbaren Juristen namens Giuseppe Conte präsentiert, der eher der Fünf Sterne-Bewegung nahe steht. Somit steht einer Regierungsübernahme sowie einer massiven Neuverschuldung Italiens nun nichts mehr im Weg – die Maastricht-Kriterien wird man wohl einfach ignorieren. Die Folgen zeigen sich immer mehr in der Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihe. Sie ist übers Wochenende weiter geklettert von 2,23% am Freitag Abend auf jetzt 2,36% (gestern sogar schon 2,41%).

Italien
© European Union , 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro



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