Der US-Dollar erlebt seit Tagen Auftrieb. Im Chart sehen wir den Dollar-Index: Seit Heiligabend sehen wir den Anstieg von 97,50 auf aktuell 98,96 Indexpunkte. Die EZB hat binnen eines Jahres ihre Zinsen halbiert. Die Federal Reserve hat für die USA die Zinsen zwar auch mehrmals gesenkt, aber in 2025 nur drei Mal, um insgesamt 75 Basispunkte auf eine Spanne von 3,50 % bis 3,75 %.
Dollar im Auftrieb – Fed-Zinsen sinken erst im Sommer?
Donald Trump wütet seit Monaten, die Fed solle doch endlich die Zinsen kräftig senken, damit die US-Konjunktur noch stärker angekurbelt wird. Aber die Fed hat nun mal neben dem Arbeitsmarkt immer den Blick auf der Inflation, die dann womöglich stark ansteigen würde. Trump versuchte zuletzt auch mit rechtlichen Mitteln, Fed-Chef Powell einzuschüchtern. Aber der bleibt unbeugsam.
Längere Zeit nicht weiter fallende US-Zinsen stärken den Dollar, weil US-Anlagen dann weiterhin relativ hohe Zinsen abwerfen, was Anlegergelder im Dollar-Raum hält. Das CME Fed Watch Tool zeigt die Wahrscheinlichkeiten für Zinsveränderungen bei der Federal Reserve an. Für den Entscheidungstermin am 28. Januar steht die Wahrscheinlichkeit aktuell bei 95 %, dass die Zinsen unverändert bleiben. Für den Folgetermin 18. März sind es 78 % und für den 29. April 65 %. Erst für den Juni-Termin sind es nur noch 35 % Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen, und 46 % bei einer 25 Basispunkte-Zinssenkung. Diese Aussicht gibt dem Dollar derzeit Auftrieb.
Fed-Williams
Der wichtige Fed-Notenbanker John Williams aus New York, der sich im Dezember vor der Zinssenkung klar für sinkende Zinsen aussprach, sagte diese Woche Dienstag erneut in klaren Worten, das aktuelle Niveau der Zinsen sei gut positioniert, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und die Inflation wieder auf das Ziel von 2 % zu bringen. Also eine Absage an sinkende Fed-Zinsen, was für den Dollar positiv zu werten ist.
Starke US-Konjunktur
Gestern wurde der New York Empire State Index für die Industrieproduktion im Bundesstaat New York stärker als erwartet gemeldet. Und die Erstanträge für Arbeitslosenhilfe in den USA wurden gestern ebenfalls besser als erwartet veröffentlicht. Auch der vorgestern zuletzt aktualisierte GDPNow-Indikator der Atlanta Fed zeigt an, dass die US-Konjunktur im letzten Quartal annualisiert um 5,3 % gewachsen ist. Ein kräftiger Auftrieb in der US-Konjunktur! Für den Dollar heißt auch das: Keine baldige Zinssenkung, weil eine starke Konjunktur auch Preisauftrieb bedeutet, der mit relativ hohen Zinsen beschränkt werden muss.
Der Dollar könnte – wenn sich die Absage an baldige Zinssenkungen auch in den Köpfen der Börsianer verfestigt – weiter ansteigen und damit verstärkt gegen Euro, Yen und Co drücken.
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Da nunmehr die US-Wirtschaft an Fahrt aufnimmt, wird der momentane Fokus der Fed-Zinspolitik auf dem Thema Inflation liegen.
kann mir mal jemand erklären bitte warum der Dollar schwach war (zum €) z.B. während er hoch bzw. besser verzinst war ?
und nun wird er stark weil die Zinsen nicht wie gewünscht sinken?