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Skepsis am Optionsmarkt Dollar legt zu: Zweifel an sinkenden Fed-Zinsen wachsen

Dollar legt zu: Zweifel an sinkenden Fed-Zinsen wachsen
Grafik: ChatGPT

Der US-Dollar legt zu, obwohl die Märkte nach den jüngsten Inflationszahlen inzwischen fest mit weiter sinkenden Zinsen der US-Notenbank Fed rechnen – und das sogar noch dreimal in diesem Jahr. Steigende Renditeerwartungen, robuste US-Konjunkturdaten und geopolitische Risiken stützen die US-Währung und stellen die aktuelle Zinssenkungs-Einpreisung zunehmend infrage.

Fed-Zinsen: Optionsmarkt zweifelt

Der Dollar gewinnt den zweiten Handelstag in Folge an Boden und ignoriert damit weitgehend die Markterwartung von rund drei Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr. Der Bloomberg Dollar Spot Index stieg um 0,1 %, obwohl der japanische Yen um etwa 0,4 % zulegte. Verluste anderer Währungen im Währungskorb hielten den Index insgesamt im Plus.

Laut einem Bloomberg-Bericht hat hat die kurzfristige Skepsis gegenüber dem Greenback am Optionsmarkt nachgelassen. Die sogenannten Front-End Risk Reversals – ein Indikator für die Absicherung gegen Wechselkursverluste – sind so wenig negativ wie seit fast einem Monat nicht mehr. Das deutet darauf hin, dass sich die bärische Positionierung gegen den US-Dollar abschwächt.

Geldmärkte preisen derzeit Zinssenkungen im Umfang von rund 64 Basispunkten bis Jahresende ein. Mehrere Strategen halten diese Erwartungen jedoch für überzogen. Drei Zinsschritte könnten angesichts der aktuellen Konjunktur- und Inflationsdaten nicht gerechtfertigt sein – ein Szenario, das Spielraum für eine Dollar-Erholung schafft.

Optionen deuten auf eine Fortsetzung der Dollar-Erholung hin

Zweifel an Zinssenkungen

„Die gestiegenen Erwartungen an sinkende Zinsen bei den Fed Funds wirken überdehnt und eröffnen Raum für eine kurzfristig USD-positive Neubewertung“, sagte Elias Haddad, Global Head of Markets Strategy bei Brown Brothers Harriman. Er verweist auf das weiterhin robuste Wirtschaftswachstum in den USA sowie auf eine Kerninflation, die oberhalb des Fed-Ziels von 2 % verharrt.

Da die US-Märkte am Montag geschlossen waren und bis zur Veröffentlichung des Fed-Protokolls sowie der PCE-Inflationsdaten am Freitag kaum relevante Termine anstehen, hatten Investoren Gelegenheit zur Positionsanpassung – ohne klaren makroökonomischen Impuls.

Hedgefonds reduzierten am Dienstag aktiv ihre Short-Positionen im Dollar, wie mit den Transaktionen vertraute Devisenhändler berichteten. Die Marktteilnehmer wollten sich demnach nicht weiter stark gegen die US-Währung positionieren.

Auch der stärker als erwartete US-Arbeitsmarktbericht für Januar schwächt das Argument zusätzlicher „Versicherungs-Zinssenkungen“ im Frühjahr. Analysten der Danske Bank um Chef-Devisenstrategen Jens Naervig Pedersen gehen weiterhin von Zinssenkungen im Juni und September aus. Anschließend erwarten sie eine stabile Zinsspanne von 3,00 % bis 3,25 % bis ins Jahr 2027.

Geopolitik im Fokus

Neben den Fed-Zinsen und Konjunkturdaten rücken geopolitische Risiken erneut in den Vordergrund. Eine weitere Runde von Atomverhandlungen zwischen den USA und Iran steht bevor. Gleichzeitig erklärte US-Präsident Donald Trump, er führe Gespräche mit Chinas Präsident Xi Jinping über mögliche zukünftige Waffenverkäufe an Taiwan.

Diese Entwicklungen erhöhen die Unsicherheit an den Finanzmärkten – ein Umfeld, in dem der US-Dollar traditionell als sicherer Hafen profitiert.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
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Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Angesichts einer relativ geringen amerikanischen Umlaufrendite… von um die 4 Prozent… ist es müßig über weitere Zinssenkungen zu diskutieren…. .

    Sie bekommen zum Beispiel für ne „US- Zehnjährige „…heute weniger als im Frühjahr 2001… als die US- Börsen schon deutlich am verlieren waren… .

    Was haben die Anleger damals für die US Indizes bezahlt und was heute….?

  2. Möglicherweise setzt man auch darauf, daß Kevin Warsh Fed-Chef Jerome Hayden Powell beerben wird, und dieser sich dann mit Finanzminister Scott Bessent für einen US-Dollar als Weltreservewährung ausspricht.

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