Der US-Dollar könnte im Februar eine Rallye hinlegen und damit einen Teil seiner Verluste zum Jahresstart 2026 ausgleichen. Nach Einschätzung von Jayati Bharadwaj, Devisenstrategin bei TD Securities, dürfte die US-Währung dabei von einer saisonal oft besonders robusten Phase für US-Konjunkturdaten profitieren. Dennoch bleibt die Expertin skeptisch und rät sogar zu einer Wette gegen den Greenback und setzt stattdessen auf den Euro.
US-Dollar im Aufwind
Ein Bloomberg-Index, der die Stärke des Greenbacks misst, verzeichnete gerade den größten zweitägigen Anstieg seit April. Auslöser war unter anderem ein überraschend robustes Ergebnis aus dem US-Industriesektor. Diese Daten halfen dem Dollar, sich von seinem Vier-Jahrestief zu lösen, das er im vergangenen Monat erreicht hatte, als er rund 1,3 % verlor.
Bharadwaj rechnet nun mit einem Anstieg von etwa 2 % im Februar – ein Szenario, das klar gegen den bearishen Markttrend der vergangenen Wochen laufen würde.
„Wenn sich das saisonale Muster fortsetzt und US-Konjunkturdaten erneut positiv überraschen, könnte der Dollar einen spürbaren Aufwärtsimpuls bekommen“, erklärte sie.

Saisonale Stärke stützt den Greenback
Der Dollar startete schwach ins neue Jahr und setzte damit den Trend aus 2025 fort, als er insgesamt rund 8 % nachgab. Politische Unsicherheiten in den USA haben die Märkte zusätzlich belastet.
Besonders die Maßnahmen der Trump-Regierung sorgten für Unruhe: Dazu zählen Drohungen mit neuen Zöllen gegen europäische Verbündete im Zuge seiner ambitionierten Pläne rund um Grönland sowie der zunehmende Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve. Auch Aussagen des Präsidenten, er sei mit einem schwächeren Dollar durchaus zufrieden, verstärkten die Nervosität – obwohl Finanzminister Scott Bessent später versuchte, diese Aussagen zu relativieren.
Trotzdem glaubt Bharadwaj, dass sich die negativen Faktoren langfristig wieder durchsetzen werden. Ihrer Einschätzung nach ist die aktuelle Dollar-Stärke eher eine Gelegenheit für Investoren, sich strategisch gegen die US-Währung zu positionieren.
Sie rät ihren Kunden, mögliche Aufwärtsbewegungen zu nutzen, um auf fallende Kurse zu setzen – zugunsten von Euro, australischem Dollar, britischem Pfund und schwedischer Krone.
Euro-Dollar-Prognose: Kursziel 1,22 Dollar
Besonders optimistisch zeigt sich Bharadwaj für den Euro. Sie erwartet, dass die Gemeinschaftswährung im dritten Quartal auf 1,22 USD steigen könnte – der höchste Stand seit 2021. Aktuell notiert der Euro bei etwa 1,18 USD.
„Das ist ein einfacher Trade, weil die Gründe für einen Dollar-Ausverkauf deutlich zahlreicher sind als die Argumente für eine nachhaltige Dollar-Rallye“, betonte sie.
Jede kurzfristige Korrektur nach oben oder eine Bereinigung der Marktpositionierung sei daher ein günstiger Moment, um erneut größere Dollar-Short-Positionen aufzubauen.
FMW/Bloomberg
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Es gibt auch einen Dollarzyklus. Der sagt für 2026 Stärke voraus.
Ich habe mich mit diesem Zyklus noch nicht beschäftigt, aber falls der Dollar dieses Jahr entgegen aller Erwartung Stärke zeigt, werde ich das mal tun.