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Dollar-Schwäche: die Fed hat eine neue (riskante) Strategie

Die Fed will sich einmischen und die Politik zu Maßnahmen zwingen. Auch sonst soll alles anders werden..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Dollar wird seit gestern Abend ziemlich heftig abverkauft – so steigt etwa Euro-Dollar in Richtung 1,13, Dollar-Yen fällt fast auf die psychologsch sehr bedeutsame 100er-Marke. Was ist da los? Mit einem Wort: die amerikanische Notenbank scheint an einem Strategie-Wechsel zu arbeiten, der große Auswirkungen auf die Märkte haben dürfte.

Wie sieht dieser Strategie-Wechsel aus? Das hat gestern der Chef der San Francisco-Fed, John Williams, verlauten lassen. Demnach scheint die Notenbank ihren Fokus nicht mehr wirklich auf Zinsanhebungen zu richten, vielmehr den Versuch zu starten, die Geldpolitik für die reale Wirtschaft effektiver zu machen. So solle die Geldpolitik der Notenbank direkt auf das Wirtschaftswachstum ausgerichtet sein, so Williams gestern. Dazu sollten etwa durch die Regierung Programme aufgelegt werden, die automatisch „getriggerd“ werden bei einem ökonomischen Abschwung. Gleichzeitig schlägt Williams vor, die Ausgaben für Ausbildung und Wissenschaft deutlich zu erhöhen (sprich dafür noch mehr Schulden aufzunehmen!). Dabei könne man dann auch eine höhere Inflation in Kauf nehmen, weshalb sich die Fed höhere Inflationsziele setzen solle. Zu überlegen sei auch, so Williams, von bestimmten Zielen für die Iflation abzurücken und als neue zentrale Größe vielmehr das BIP als Maßstab einzuführen.

Die Aussagen von Williams markieren dabei eine Art „Zeitenwende“ der Notenbank-Politik: man hat erkannt, dass man weitgegend an der Realwirtschaft vorbei agiert hat bislang. Aufgrund der Niedrigzinsen hätten die Notenbanken, so Williams, nun kaum mehr Möglichkeiten, auf Wirtschafts-Abschwünge zu reagieren („There is simply not enough room for central banks to cut interest rates in response to an economic downturn when both natural rates and inflation are very low“).

Williams deuetete darüber hinaus an, dass Steuersätze und Regierungsausgaben an die Arbeitslosenquote gekoppelt werden sollten. Allerdings ist die Arbeitslosenquote, das sollte man angesichts eines solchen Vorschlags bedenken, kein wirklich guter Indikator für den Zustand der US-Wirtschaft, weil ca. ein Drittel der arbeitsfähigen Amerikaner die Suche nach Jobs aufgegeben haben (sichtbar in der immer niedrigeren participation rate) und daher in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr erscheinen.

Faktisch ist das zudem eine Wende hin zur politischen Einflußnahme der Fed: durch gesetzte Mechanismen soll die Regierung zu bestimmten Verhaltensweisen gewzungen werden, etwa Konjunkturprogramme aufzulegen. Damit mischt sich die Fed aktiv in bislang rein politische Bereiche ein – und das zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Wahlkampf zunehmend Fahrt aufnimmt.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Zinsangst

    16. August 2016 12:25 at 12:25

    Es kommt wie es kommen musste: Zinswende war gestern, jetzt folgt QE 4ever. Alles Long, außer US.

  2. Avatar

    Christoph

    16. August 2016 13:28 at 13:28

    Wenn das Keynes noch miterleben hätte dürfen…

  3. Avatar

    Rittmeister Wronski

    17. August 2016 07:30 at 07:30

    Nichts wird vorläufig passieren, ich darf erinnern:
    Der Euro war schon 0,78 cent wert und man suggerierte uns, die Welt geht unter.
    Der Euro lag schon bei 1,38 – und wieder ist nichts geschehen – die Welt drehte sich weiter und die Sonne geht noch immer im Osten auf, das Gras wächst weiterhin.

    Also, Ohren und Augen auf, entwas ansparen und wenn möglich, kleine Goldmünzen
    vom Kaiserreich kaufen. Noch besser ist es, wenn vorhanden, was für die Familie zu tun….(Omis Garten zu bearbeiten, im Hühnerstall Motorrad fahren, das hebt die Stimmung – und bei einer jungen Mutti den Hormonspiegel anheben…)

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    Hans

    17. August 2016 14:08 at 14:08

    Der Dollar ist seit Jahrzehnten überbewertet, was dazu geführt hat, daß sich die Amis immer weiter verschuldet haben. Deutschland hingegen hat mit dem Euro eine viel zu schwache Währung, damit hat es Deutschland leicht zu exportieren.

  5. Avatar

    Michael

    17. August 2016 18:23 at 18:23

    Ohne, dass ich was gegen den Dollar hätte, er schien seit langer Zeit um mindestens 20% überbewertet. Andere Währungen sehen deutlich unterbewertet aus. Was die Devisenfritzen veranstalten scheint politikgetrieben zu sein. Das freut die Wirtschaft eher nicht.

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Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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