Anleihen

Dollar-Stärke – kein Problem?

Vo Markus Fugmann

Die Fed hat ein neues Mantra: der starke Dollar, so lautet es, ist kein Problem. Das hat zuletzt einmal mehr der Präsident der Dallas-Fed, Richard Fisher, betont. So sagte er gegenüber Reuters:

„The more income and investment flows we get, the better it is for our companies big and small to go out and hire American workers. And it does help on the consumption side, if, for example, oil is denominated in dollars, it just helps us have cheaper goods.“

Ein starker Dollar sei also gut für den Arbeitsmarkt und lasse aufgrund der niedrigeren Ölpreise den Konsum in den USA anziehen. Das alles deckt sich jedoch nicht mit den jüngsten Zahlen: es zeigt sich immer mehr, dass die Amerikaner die geringeren Kosten für Öl und Benzin nicht in den Konsum investieren, sondern auf die hohe Kante legen.

Diese sehr optimistische, aber schlecht begründete Sichtweise hat nun der Präsident von Goldman Sachs, Gary Cohn, dezidiert zurück gewiesen. Man müsse den ökonomischen Realitäten ins Auge sehen, so Cohn. In einem Interview mit CNBC sagte er:

„The effects of the soaring dollar are just starting to be felt; for US exports, manufacturing, and jobs – it is not going to be positive.“

Und dann der Punch Cohns gegenüber Fisher:

„It is difficult to get a man to understand something, when his salary depends upon his not understanding it!“

Aber auch jenseits der USA ist der starke Dollar ein schweres Problem. Folgende Grafik zeigt die Fälligkeit und das Volumen der auf Dollar lautenden Anleihen in den emerging markets:

Emerging Markets Bonds
(Grafik von RBS Credit Strategy, BIS)

Bis 2018 wird der das Volumen auslaufender, in US-Dollar notierender Anleihen in den Schwellenländern kontinuierlich zunehmen – bis 2018 ein Anstieg von ca. 40% im Vergleich zu 2015. Und je höher der Dollar, umso schwerer die Last der Schulden. Der starke Dollar ist also ein Problem für die USA – und für den Rest der Welt!



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