Anleihen

Dollar ungeliebt, Gold gesucht, Öl-Bullen enttäuscht

Die Positionierungen an den Future-Märkten - und warum das teilweise erklärt, was nach der Trump-Rede am Dinestag passiert ist!

FMW-Redaktion

Obwohl die Fed aller Wahrscheinlichkeit nach am 15.März die Zinsen anheben wird, ist der Dollar derzeit wenig beliebt bei den Spekulanten gemäß den neuesten CFTC-Daten. Demnach wurden die Dollar-Longpositionen weiter reduziert, sodass nun die achte Woche in Folge die Dollar-bullische Positionierung rückläufig ist – und das ist doch ungewöhnlich angesichts einer Fed, die zu weiteren Zinsanhebungen entschlossen scheint! Wie auch immer: die Dollar-Long-Positionierung ist nun so gering wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Und es sind vor allem die Rohstoffwährungen wie der australische, kanadische und neuseeländische Dollar, bei denen die Long-Positionierung zum US-Dollar weiter ausgebaut wurde – man wettet auf den großen Aufschwung bei den Rohstoffen, weil man an das Versprechen Trumps glaubt, massiv in die Infrastruktur zu investieren. Insgesamt ist die Long-Positionierung bei den Rohstoffwährungen gegenüber dem Dollar nun auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren! Wirklich ausgezahlt hat sich das bisher nicht: australischer, kanadischer und vor allem der neuseeländische Dollar haben zuletzt deutlich gegenüber dem US-Dollar verloren und damit diese Long-Positionen „unter Wasser“ rutschen lassen.

Gekauft wurde auch der Euro gegenüber dem US-Dollar, nur gegenüber dem schweizer Franken und dem mexikanische Peso hat die Dollar-Long-Positionierung zugenommen. Offensichtlich ist es so, dass weniger entscheidend ist, dass die Fed im März die Zinsen anhebt, sondern vielmehr, ob die Notenbank dann mit den Zinsanhebungen weiter macht – und daran scheint man zunehmend zu zweifeln!

Im Rohstoffbereich wurden erstmals seit drei Wochen wieder WTI-Long-Positionen leicht abgebaut – gut 17.000 Kontrakte auf nun 435.000 Kontrakte, wobei 9000 Short-Kontrakte auf nun 48.000 neu aufgebaut worden sind. Nach wie aber ist damit die Long-Positionierung extrem, fast bei 10:1. Insgesamt sind die Rohstoff-Wetten (anders als bei den Rohstoff-Währungen!) reduziert worden – Ausnahme sind die Edelmetalle, wo bei Gold 28.000 neue Long-Kontrakte auf nun 173.000 Kontrakte aufgebaut wurden, knapp 11.000 Short-Kontrakte wurden geschlossen auf nun knapp 52.000. Damit ist die Long-Quote bei Gold so hoch wie seit drei Monaten nicht mehr! Viel extremer ist die Lage jedoch bei Silber nach Eröffnung von 7000 neuen Long-Kontrakten auf nun 94.000, wogegen nur knapp 11.000 Short-Kontrakte offen sind. Damit ist die Netto-Long-Positionierung bei Silber vergleichbar mit den Niveaus bei WTI-Öl!

Bei den US-Aktienfutures wurden in der Summe Long-Positionen abgebaut und Short-Positionen aufgebaut im Vorfeld der Trump-Rede vor dem US-Kongress am Dienstag – hier zeigt sich, warum die Märkte dann am Mittwoch haussierten, trotz erneut fehlender Konkretheit des US-Präsidenten. Ebenfalls abgebaut wurden Short-Positionen auf US-Anleihen – auch hier hatte man also nicht wirklich ein glückliches Händchen, da im Gefolge der Rede Trumps die Aktienmärkte gestiegen und die US-Anleihemärkte gefallen waren!



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