Der US-Dollar ist seit Monaten massiv unter Druck. Die EZB hat ihre Zinsen zwar ein Jahr lang halbiert, weswegen eigentlich der Euro Schwäche zeigen sollte. Aber der Markt sieht es ganz klar: Die US-Notenbank Fed steht nun direkt vor dem Start eines Zinssenkunszyklus, der heute Abend beginnt, und womöglich bis ans Ende des nächsten Jahres reicht. Der Markt antizipiert sinkende Zinserträge für Anleger im Dollar-Raum, was Anlagen in den USA weniger attraktiv macht, und daher den Dollar schwächen könnte. Aktuell kommt die US-Währung bei einem Dreijahres-Tief an.
Dollar nähert sich vor Fed-Zinsentscheidung Dreijahres-Tief
Der Bloomberg Dollar Spot Index fiel zum dritten Mal in Folge um 0,1 %, da die Händler auf die Ankündigung der Zentralbank und weitere Hinweise zum Tempo der Zinssenkungen für den Rest des Jahres warten. Dazu berichtet Bloomberg News: Der Euro und der Yen trugen dazu bei, dass die wichtigsten Währungen gegenüber dem Greenback zulegten. Die Fed begann ihre zweitägige Sitzung am Dienstag vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Arbeitsmarktlage und des zunehmenden Drucks von Präsident Donald Trump, die Zinsen zu senken. Die zurückhaltende Rede von Fed-Chef Jerome Powell letzten Monat auf dem Symposium in Jackson Hole hat die Erwartungen hinsichtlich Zinssenkungen weiter angeheizt.
Markterwartungen – wie stark sinken die Zinsen?
„Es scheint, als würden die Märkte jeden Tag weitere Zinssenkungen der Fed einpreisen“, sagte John Doyle von Monex. „Insgesamt 75 Basispunkte bis zum Jahresende sind das neue Basisszenario.“ Das Beschäftigungswachstum in den USA kühlte sich im August deutlich ab, wobei die Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit 2021 stieg, was die Befürchtungen schürte, dass der Arbeitsmarkt vor einer deutlicheren Verschlechterung stehen könnte. Darüber hinaus zeigten die in der vergangenen Woche veröffentlichten Daten, dass das Beschäftigungswachstum in den USA im Jahr bis März weit weniger robust war als zuvor berichtet.
Swap-Händler haben eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt durch die Fed heute Abend vollständig eingepreist, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Senkung um einen halben Punkt sehr gering ist. Selbst die am Dienstag veröffentlichten, über den Erwartungen liegenden US-Einzelhandelsumsätze konnten diese Erwartungen nicht entkräften – obwohl sie darauf hindeuten, dass eine Zinssenkung wahrscheinlich nicht mehr als einen Viertelpunkt betragen wird. Die Marktteilnehmer werden auch den Dot Plot der Zentralbank beobachten, der zeigt, wie viel mehr Lockerung die politischen Entscheidungsträger für die kommenden Monate erwarten.
Wetten auf mehr Dollar-Schwäche
Hedgefonds haben am Dienstag ihre Optionsgeschäfte ausgeweitet und setzen darauf, dass der Dollar in den kommenden Monaten gegenüber einer Reihe von Währungen, darunter dem Euro, dem Yen und dem australischen Dollar, weiter an Wert verlieren wird. Dies berichten Devisenhändler, die mit den Transaktionen vertraut sind und anonym bleiben möchten, da sie nicht befugt sind, sich öffentlich zu äußern.
Der Euro stieg am Dienstag auf ein Vierjahreshoch, da die Europäische Zentralbank voraussichtlich keine weiteren Zinssenkungen vornehmen wird, wodurch sich die Differenz zwischen ihrem Leitzins und dem der Fed verringert. Unterdessen stieg der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar auf den höchsten Stand seit 2015.
FMW/Bloomberg
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