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Devisen

Donald Trump, die Jobs – und die üblen Miesmacher!

Die voll krasse Wahrheit über den ultracoolen Donald Trump und die megamäßigen Jobs, die er schafft!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Früher, es ist schon lange her, lange vor der Erfindung des Neu-Deutschen, da gab es den Begriff „Pfundskerl“ (also liebe Jugend: mal schnell das Wort googlen, das bringt voll die Checkung und dann schnell facebooken und liken!). Und der Trump Donald, das ist ein echter „Pfundskerl“! Spricht sogar mit Japanern von der Softbank, die dann krasse 50.000 neue Jobs in Aussicht stellen. Mega! Und die Geschichte in Indiana, wo der Trump 1000 Stellen gerettet hat, bevor die zu den listigen, jobklauenden Mexikanern abwandern – krasse Aktion! Donald, der Superbuddy!

Ok, das geht auf Kosten der Steuerzahler – mal schnell googlen, was Steuer bedeutet, ah, eine antiquierte Praxis der staatlichen Refinanzierung, eingetrieben von unschuldigen Bürgern ausserhalb des Finanzsektors vorwiegend zur Stützung desselben vor dem Kollaps, alternativlos. Aber hey, der Trump, der bringt die Jobs zurück und macht Amerika great again, Amerika first und so, voll geil.

Der Donald hat echt Eier in der Hose, vielleicht sogar zwei. Lehrt den respektlosen Chinesen wieder das Fürchten, was ja nicht schaden kann, die sind ja verdammt zahlreich und kaufen alles auf, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Schluss damit! Make Amerika Amerika again, gegen den Widerstand der Lügenpresse, haha.

Und der Donald ist auch verdammt fair, hat seine ganzen Aktien im Juni verkauft, hat doch sein Sprecher gesagt. Weil gestern hat Donald ja in diesem Tweet über Boeing mal eben 1,2 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet, war aber nur kurz, die Aktie ist dann wieder gestiegen und hat das fast alles wieder aufgeholt. Cooler Humor von Donald: Boeing soll Geld verdienen, aber nicht zu viel, voll schräg. Jetzt wo der Donald keine Boeing-Aktien mehr hat – aber vielleich hat seine Tochter ja gestern in den Rücksetzer gekauft, voll legal natürlich, is klar, beim Donald läuft alles sauber.

Hey, und der Donald hat auch den Dollar wieder great gemacht, der ist echt krass durch die Decke geschossen, weil Amerika jetzt wieder great ist, logisch.

Und was ist das Allerübelste? Presse und Wissenschaftler, die das alles überhaupt nicht raffen! Eben so einen Bericht gelesen, der sagt (oder schreibt), dass durch die Stärkes des Dollar echt viele Jobs wegfallen! Hä? Voll der Miesmacher. Total neidisch der Typ, völlig klar. Der Text stammt von Brad Setser – iggitt, möchten Sie vielleicht Brad Setser heissen?? Also ich nicht!

Jedenfalls sagt der Setser, dass durch die Aufwertung des Dollar von 4% seit dem glorreichen Sieg von Donald sich die Handelsbilanz der USA um 0,4% des BIP veschlechtern wird, weil wegen der Exporte und so, die durch den starken Dollar schwieriger werden. Hm. Und diese 0,4% des BIP entsprechen 75 Milliarden Dollar, sagt der Setser:

„The Commerce Department estimated that a billion dollar of (goods) exports supports about 5,300 (5,279) jobs in 2015.
To be conservative, let’s use that number for import competing and service jobs too. That works out to a very rough estimated loss of 390,000 jobs in export and import competing sectors from the stronger dollar (job losses that play out over time, as the exchange rate has an impact with a long lag).“

390.000 Jobs, die dann wegfallen werden? Holy fuck. Geht gar nicht. Hey Donald, verbiete doch einfach diese Miesmacher-Wissenschaftler, alles übelste Clinton-Sympathisanten mit ihrer Zahlendreherei. Braucht doch kein Mensch. Und wenn wirklich Jobs wegfallen, dann doch die von den illegalen Mexikanern, und die braucht sowieso auch keiner.

Wie war nochmal das komische Wort vom Anfang? „Pfundskerl?“. Schräg, wie die früher dahergelabert haben..

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    youngtrader

    7. Dezember 2016 12:48 at 12:48

    Herr Fugmann, ich drücke mich auch ziemlich oft aus mit Ironie, aber das was Sie täglich schreiben/im Video sagen übertrifft viele Künste ^^.
    Vielen Dank für Ihre Beiträge, lese/schaue Diese immer gerne.
    Weiter so !

  2. Avatar

    Goldener Oktober

    7. Dezember 2016 12:52 at 12:52

    Eh Alter, coole Nummer. Fugmann auf Lustig macht voll Laune!

  3. Avatar

    sascha

    7. Dezember 2016 13:01 at 13:01

    @Markus, das ist ja mal gekonnt :) , jetzt kann ich deine Lektüre auch endlich mal meinen Jungs (16 + 17 + Freundinnen) zum lesen geben, das verstehen die bestimmt. Die Fragen halt immer..ey paps..zockst wieder Börse :-).
    Danke Markus ..ich lach mich echt weg

  4. Avatar

    Oscar

    7. Dezember 2016 13:25 at 13:25

    Schon mal bei Armstrong Economics reingeschaut, sehr geehrter Herr Fugmann. Lohnenswert. Der starke Dollar hat ziemlich wenig mit Trump zu tun. Aber Hauptsache mal wieder draufgeschlagen. Sie sollten sich bei Spiegel, Focus oder Bild bewerben. Der mindset passt.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      7. Dezember 2016 14:17 at 14:17

      @Oscar, es zwingt Sie keiner dazu, diese Seite zu lesen! Gibt es etwa keine Pegida-affine Finanzseite, die Ihnen mehr liegen dürfte? Sie haben in der Vergangenheit schon manch einen Kommentar gebracht respektive Begrifflichkeiten gebraucht wie „Bio-Deutsche“, die angeblich unterwandert würden durch die Fremden etc. – alles sehr grenzwertig und hart am Rande dessen, was ich hier noch tolerieren kann!
      Wäre doch eine gute Idee für Sie, eine Marktlücke gewissermaßen, für Ihre rechtsnationalen Kollegen mal was zum Thema Finanzen beizutragen, oder?

      • Avatar

        KSchubert

        7. Dezember 2016 16:47 at 16:47

        So ist es, Herr Fugmann! Leider können einige User „unabhängig“ und „abseits des Mainstreams“ (also u. A. FMW) nicht mit „demokratisch“, „liberal“ oder einfach nur „kultivierten Meinungsaustausch“ in Übereinstimmung bringen.
        Mir fällt schon länger auf, dass FMW – leider! – auch viele „besorgte Bürger“ anzieht…
        Aber wie gesagt: Das liegt nicht an Ihnen und FMW, sondern an dem geschilderten geliebten Schwarz-Weiß-Schema.

        VG!

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          7. Dezember 2016 17:11 at 17:11

          @KSchubert, Sie sprechen mir aus der Seele! Ich und wir haben auf deutsch gesagt keinen Bock auf diese Strömungen, aber offenkundig werden diese Leute durch unsere kritische Haltung zu den Finanzmärkten davon angezogen..

          • Avatar

            Petkov

            7. Dezember 2016 18:41 at 18:41

            OK :-( Time will tell…

          • Avatar

            Michael

            7. Dezember 2016 23:52 at 23:52

            @Markus Fugmann
            Ich beneide Sie echt nicht um die Moderation dieser Seite. Aber dass sich diese „allwissenden“ Strömungen, die Werte wie liberal, demokratisch oder kultiviert (Dank an @KSchubert) mit Füßen treten, hier so frenetisch und konstant äußern, zeigt doch auch, dass Sie den Nerv der Zeit zu treffen scheinen.
            Weiter so, Sie linksliberales, kultiviertes Mainstreamsubjekt, das ständig an Muttis Rockzipfel hängt ;)

        • Avatar

          Gerd

          7. Dezember 2016 17:19 at 17:19

          Mit dem „kultivierten Meinungsaustausch“ sprechen sie mir auch aus der Seele.

          Ich denke da z.B. dran, wie vor zwei Tagen – nicht zum ersten Mal – auf Herrn Riße eingedroschen wurde.
          Gut, dass der nicht so dünnhäutig zu seien scheint.

      • Avatar

        Lars

        7. Dezember 2016 22:58 at 22:58

        Dass Sie eine derart substanzlose Fundamental“kritik“ auf Ihrer Seite noch immer tolerieren, kann ich nur bewundern.
        Ich hätte solche Strolche schon längst voll krass in die Blacklist geschoben.
        „Bei Spiegel, Focus oder Bild“… Wer diese drei Medien in einem Satz nennt, also in eine Schublade steckt, scheint nicht gerade differenziert oder feinsinnig denken zu können, sondern hängt anscheinend in einer fundamentalistisch indoktrinierten Denkweise fest. So jemand ist wahrlich kein Pfundskerl.

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    Wolfgang Koch

    7. Dezember 2016 13:35 at 13:35

    Ultrakrasser Text,Kollege Geldchecker.Ich hab voll Respekt vor dir,Mann!Ey Dragan Fugmann,was geht sonst noch in ultrakrasslockere Geldfinanzmarkt ab?Hab ich voll korrekt €urodrucker bei Amazon bestellt, ist immer noch nicht da.Scheiss Verdistreik bei Amazon.Kumpel von mir hat mich eh schon total genervt mit Altersvorsorge & so‘ nem spiessigen Scheiss.So ein Spaghettigangstarapper würd uns die Kohle weg minizinsieren.Und dann wär ich voll arm im Alter.Alder,das find ich voll gemein.Wo wohnt dem Parmaschwein?Geig ich dem meine Meinung&dann gibt’s Fresse voll,klar!Der Donald,das ist ja schon ein Gruftie,sieht auch so aus,hat aber coole Ideen.Dass der die Schlitzaugen auf die Bambusbäume jagen will,boah ey!Hab ich da was verpasst?Hat der Donny,der mit der scharfen Ossipussy(wenn ich da an unsere denke!,kann zensiert werden),etwa den Günther,der von dem Billigbier in sein Kompetenzteam aufgenommen?Schau’n mer mal,dann wer’n mer sehen!

  6. Avatar

    Gerd

    7. Dezember 2016 16:25 at 16:25

    Da wollen jetzt alle in „Jugendsprache“ daherreden und merken nicht, dass das meiste Ausdrücke sind, die schon vor 20 Jahren Straßendeutsch waren.
    Ob die Jugend heute auch noch so redet?
    Vielleicht.

    Und zum eigentlichen Thema:
    Ich würde diesen „Miesmacher-Wissenschaftler“ auf Deutschland verweisen. Auch oder gerade weil
    die D-Mark seinerzeit ständig aufgewertet hat, waren die deutschen Unternehmen gezwungen, immer wettbewerbsfähiger zu produzieren. Und das haben sie gemacht.
    Und trotzdem wurden per Saldo keine Arbeitsplätze abgebaut, sondern im Gegenteil, es wurden so viele Arbeitskräfte gebraucht, dass sogar noch Millionen von ausländischen Arbeitnehmern ins Land geholt wurden.

    Wohlgemerkt, ich rede von DM-Zeiten und nicht von 2015.

    • Avatar

      Wolfgang Koch

      7. Dezember 2016 17:32 at 17:32

      Da ist was dran Gerd.Ob die Jugend heute noch ähnlich redet,weiss ich nicht,so oft komme ich mit ihr nicht mehr zusammen.Mein 24jähriger Sohn berichtet mir jedoch,dass ein ähnlicher Slang gesprochen wird und er in einige Locations,wo vielleicht totally Youth angesagt ist,nicht mehr hingeht,vor allem auch wegen der Besucherzusammenstellung.Das ist etwas was mich eher beunruhigt.Ich bin schon länger der Auffassung,dass diese Missgeburtswährung €uro in seiner momentanen Form nicht mehr lange lebt.Seit Geburt liegt er im Brutkasten der Notenbanken.An ein eigenständiges Leben ist & war nicht zu denken.R.I.P €uro,2002-2017!

  7. Avatar

    sabine

    8. Dezember 2016 07:44 at 07:44

    Ich finde auch, daß FMW sehr gute Arbeit leistet, viel objektiver als in Focus, Speigel oder öffentlichrechtlich-GEZ. Aber bei manchem bin ich halt nicht einverstanden.
    Zum eigentlichen Thema: Ich sehe keinen Unterschied zu Obama, Bush und Clinton (und Griechenland 80er Jahre*).
    a) Denn „Obamas Stimulus-Paket hat bislang nur hunderttausende Staatsjobs geschaffen … eine typisch sozialistische Vorgangsweise. Die produzierende Wirtschaft verliert derweil täglich zehntausend Arbeitsplätze; depperte CO2-Gesetze (cap & trade, VW-Skandal etc.)“
    Und das staatl. Obamacare-Jobs kam dann dazu.
    http://www.politico.com/agenda/story/2016/07/what-is-the-effect-of-obamacare-economy-000164
    http://www.andreas-unterberger.at/2010/03/die-obama-dammerung/

    b) Bush genauso: „Auffällig ist auch, dass die Zahl der Beschäftigten beim Staat seit einigen Monaten stetig steigt, während Jobs in der Privatwirtschaft abgebaut werden. Seit Februar steht einem kumulierten Minus von 645.000 Beschäftigten im Privatsektor ein Plus von 128.000 neuen Staatsjobs gegenüber.“
    http://www.wallstreet-online.de/diskussion/500-beitraege/315854-1-500/die-charttechn-analyse-von-bear-markt-zu-bear-markt-nikkei-1990-nasdaq-2000

    c) * „In den achtziger Jahren ergatterten siebzig Prozent der Universitätsabsolventen einen Staatsjob in Griechenland“, „das ist seit 2010 vorbei…“ Tja.
    http://www.wiwo.de/politik/europa/griechenland-auf-die-kleinen-dinge-konzentrieren/6318984-2.html
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-06/griechenland-krise-interview

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Devisen

Türkische Lira: Abwertung nach Zinsanhebung – warum ist das passiert?

Redaktion

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am

Von

Lira-Geldscheine

Die türkische Lira verliert diese Woche wieder deutlich an Boden. Es ist ein Desaster für alle die hofften, dass eine drastische Zinsanhebung durch die türkische Zentralbank auch eine Wende für die türkische Lira einleiten würde. Denn die wertet seit Jahren dramatisch ab. Aber wie gesagt, letzte Woche Donnerstag erhöhte die Zentralbank den Leitzins drastisch, um 4,75 Prozentpunkte auf volle 15 Prozent, um die Inflation in der Türkei einzudämmen.

Türkische Lira reagierte auf drastische Zinsanhebung

Genau dieser Schritt auf 15 Prozent war am Devisenmarkt erwartet worden. Entsprechend war die türkische Lira in den Tagen vorher schon gestiegen, und auch kurz nach der Zinsanhebung stieg die Lira weiter an gegen US-Dollar und Euro. USDTRY fiel von 7,67 auf 7,51. Also, alles lief nach Plan? Nein, die Lira begann wieder abzuwerten, und zwar deutlich – jetzt notiert USDTRY bei 7,91. Diese Woche Montag berichteten wir bereits darüber, dass vermutlich Inländer in der Türkei zwischenzeitlich die gestiegene türkische Lira dafür genutzt hatten, um zu besseren Kursen weiter US-Dollar und Euro zu kaufen. Dass die türkische Lira die letzten Tage ein echtes Eigenleben führte, erkannte man an einer fallenden Lira bei gleichzeitig fallendem Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen). Wenn der US-Dollar fällt, hat eigentlich alles was gegen ihn gehandelt wird, eine gute Chance zu steigen – aber nicht so die Lira in den letzten Tagen!

Warum die Zinsanhebung dennoch verpuffte

Denn die große Unsicherheit gegenüber der türkischen Politik und der Beeinflussung der Zentralbankpolitik ist wohl weiterhin vorhanden, und drückt gegen die türkische Lira. Ein Aspekt kommt aber hinzu, der nicht so direkt ins Auge fällt. Zwar hatte die Zentralbank den Leitzins letzte Woche wie gesagt drastisch angehoben von 10,25 Prozent auf 15 Prozent. Aber wie es zum Beispiel ein türkischer Kolumnist gestern erwähnte, so war es doch keine richtige, eindeutige Zinsanhebung. Denn andere Zinssätze der Zentralbank seien bereits vorher deutlich höher gewesen, bei beinahe 15 Prozent. Mit dieser Zinsanhebung hat die Zentralbank also sozusagen nur für eine Glättung und Vereinheitlichung ihrer Zinsen gesorgt. Vorher versuchte die Zentralbank zum Beispiel bereits die Abwertung der Lira zu stoppen, in dem man bei Derivaten mit höheren Zinskosten versuchte Spekulanten aus dem Ausland die Liquidität zu beschneiden.

Was kann man tun?

Müsste die türkische Zentralbank nun also den Leitzins erneut kräftig anheben, um ihrem Willen zur Inflationseindämmung Nachdruck zu verleihen? Könnte dies die türkische Lira zum Aufwerten bringen? Wichtig wäre wohl ein längeres Festhalten an hohen Zinsniveaus. Und eine klare Sprachregelung von Zentralbank und Präsident Erdogan wären wichtig, in der nicht mehr von Zinsen die Rede ist, die möglichst stark sinken sollen. Hat man am Devisenmarkt den Verdacht, dass die Zinsen nur für einen relativ kurzen Zeitraum oben bleiben? Dann könnte dies die Annahme bestärken, dass die Inflation in der Türkei nicht gebremst wird, was wiederum die türkische Lira schwächt. Es geht um Verlässlichkeit. Der Devisenmarkt will eine konstante und klare Linie sehen – so darf man es annehmen.

Die jetzige Vereinheitlichung des Zinsniveaus durch die Anhebung des Leitzinses sorgt für mehr Transparenz – aber es fehlt womöglich noch eine zweite kräftige Zinsanhebung. Auch hat die türkische Bankenaufsicht angekündigt Mindestausleihungen an türkische Banken nicht mehr vorzugeben. Diese galten unter anderem als ein Grund für die umfangreiche Kreditvergabe in der Türkei. Es wirkt derzeit so, als tue sich einiges in Sachen Transparenz und Normalisierung. Es ist ein Anfang. Es braucht viel Verlässlichkeit, Konstanz, Vertrauen, und wohl auch ein Unterlassen von Äußerungen von Präsident Erdogan über niedrigere Zinsen. Dazu vielleicht noch ein erneuter kräftiger Zinsschritt nach oben, und dann ein Durchhalten auf diesem Niveau. Dann könnte die türkische Lira auch anfangen nachhaltig wieder aufzuwerten? Im Chart sehen wir den Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 13. November.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten Tagen

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Allgemein

Janet Yellen – wird sie den Dollar weiter abstürzen lassen?

Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Sind die USA auf den Spuren Japans?

Wolfgang Müller

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Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden kehrt wieder etwas Berechenbarkeit in die amerikanische Politik zurück. Auch erkennbar an den ersten Postenbesetzungen im neuen Kabinett. Der Vorschlag für die Nachfolge Steven Mnuchins schlug in den letzten Tagen wie eine kleine Bombe in der Finanzszene ein, schließlich möchte der neue Präsident eine „altbewährte“ Ökonomin mit dieser Schlüsselposition besetzen: die ehemalige Präsidentin der Federal Reserve, Janet Yellen. Was heißt das für die künftige Geld- und Fiskalpolitik  – und amit für den Dollar?

Die Karriere der Janet Yellen

Mit der ehemaligen Wirtschaftsprofessorin wird eine Person vom Fach den Posten des obersten Geldverwalters oder korrekter der Geldverwalterin in den USA antreten, was in anderen Ländern nicht generell der Fall ist. Janet Yellen kam neben ihrer Lehrtätigkeit schon früh in Kontakt mit der US-Notenbank, wo sie bereits ab 1975 Mitarbeiterin beim Board of Governors im System der Federal Reserve gewesen ist. Von 1994 bis 1997 war sie Mitglied im Vorstand der Federal Reserve, anschließend wurde sie Vorsitzende des Rates der Wirtschaftsberater von US-Präsident Bill Clinton. Also eine Funktion, wie sie jüngst Larry Kudlow in besonderer Art und Weise ausgefüllt hat.

Von 2004 bis 2010 war sie Präsidentin der Fed von San Francisco, ab dem Jahr 2009 stimmberechtigtes Mitglied im Federal Open Market Committee. Im Jahr 2010 wurde sie zur Stellvertreterin von Fed-Chef Ben Bernanke ernannt und ab 2013 gelangte sie als erste Frau an die Spitze der bedeutendsten Zentralbank der Welt. Diese Position verlor sie als Demokratin nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, der mit diesem Schritt einmal mehr von der bisherigen Tradition abwich. Ihr Nachfolger Jerome Powell ist bereits seit 2012 im Direktorium der Federal Reserve, somit dürften sich die neue Finanzministerin und der Fedchef sehr gut kennen. Janet Yellen ist mit dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften George A. Akerlof verheiratet – sie ist also privat und beruflich immer im Umfeld der Ökonomie.

Die „dovishe“ Janet Yellen

Für die Benennung der Wirtschaftsprofessorin als neue Finanzministerin hat der neue US-Präsident sicherlich mehrere Gründe: Zum einen gilt die Demokratin als sehr ausgleichend zwischen den Parteien, was nach Donald Trump sicherlich äußerst bedeutsam wird, und zum anderen wird sie eine Konnexion zwischen Politik und Notenbank gewährleisten, was in der jetzigen Verschuldungssituation sehr vonnöten ist. Die Regierung braucht den kurzen Draht zur Geldpolitik, eine Sonderstellung der Notenbank wäre in der kommenden Zeit sehr hinderlich. Die Märkte gehen von einer guten Weichenstellung aus, deshalb auch die erste positive Börsenreaktion. Die Tauben sind demnächst in den USA am Drücker – daher tendiert auch der Dollar wieder schwächer.

Des einen Freud, des anderen Leid

Was wird diese neue Konstellation Janet Yellen – Powell für geldpolitische Konsequenzen haben? Zunächst freut man sich an den Märkten, dass „der Kelch“ in Gestalt der linken Demokratin Elisabeth Warren an ihnen vorübergegangen ist. Deren während ihrer Kandidatur vorgetragenes Programm hätte die Wirtschaft und die Finanzmärkte eine Zeit in Wallung gebracht, denn ob Warren ihre Vorstellungen in die Tat hätte umsetzen können, steht auf einem anderen Blatt. Nach einer Corona-Schonfrist würden bald schon die Midterm Elections anstehen, die rasche Veränderungen im Kongress bringen können.

Wer sind die Profititeure, wer die Leittragenden?

Zunächst dürften die Finanzmärkte sich über eine weiterhin lockere Geldpolitik freuen, denn es sind zwei Tauben an den Schaltstellen, die über alles sinnieren werden, jedoch nicht über künftige Zinserhöhungen.

Bevor eine Massenimpfung eine echte Erleichterung am Arbeitsmarkt bringt – Stichwort: Maximum Employment – wird man vonseiten der Federal Reserve das Anleihekaufprogramm fortsetzen und retten, wo es zu retten gilt. Hinzu kommen wird der unbedingte Wille der Durchsetzung von Konjunkturprogrammen, speziell im Umweltbereich, einem zentralen Thema von Joe Biden, in dem er ganz besonders den neuen Wind nach Trump symbolisieren könnte. Was nichts anderes bedeutet, als weiter die Verschuldung nach oben zu treiben, auch unter Inkaufnahme einer ansteigenden Inflation. Sowohl Fed-Chef Powell als auch die mögliche neue Finanzministerin haben eine gewisse Flexibilität mit einer höheren Inflationsrate bekundet. Niedrige Zinsen, bei steigender Teuerungsrate – damit wird deutlich, wer dabei besonders leiden könnte: der Dollar!

Aber in der jetzigen Situation kommen einige frühere Bemerkungen von Janet Yellen ins Gedächtnis, wenn es um die Bewältigung einer Rezession geht. Bereits auf einer Konferenz im September 2016 brachte die damalige Notenbankchefin den Gedanke von neuen Instrumenten ins Spiel, die die Fed zur Bewältigung einer Wirtschaftsschrumpfung benötigen könnte: Ankauf von Firmenbonds und Aktien. Letzteres wiederholte sie in diesem Jahr bei einem Interview im April. Die USA auf den Spuren Japans, was für ein Gedanke! Diesen Gedanken hatte unser Autor bei FMW, Hannes Zipfel, in seinem bemerkenswerten Artikel vom 30.6.2020 schon ins Spiel gebracht („Aktienmarkt: Verlassen Sie sich auf die Fed“!)

Fazit

Noch ist es zu früh irgendwelche Schlussfolgerungen über ungelegte Eier anzustellen. Aber eines dürfte klar sein: Bei zwei Verfechtern einer lockeren Geldpolitik wird es von innen heraus keine große Änderung in der Fiskal- und Geldpolitik geben. Das Zusammenspiel zweier Vertreter einer taubenhaften Geldpolitik wird in der jetzigen Lage den monetären Impuls nicht ohne Not verringern.

Und von woher könnte eine solche Notsituation kommen? Eher nicht von einer opulent anspringenden Wirtschaft, die ohne Stütze auskommt, sondern eher von der Inflation, die nun schon ein Jahrzehnt wie tot erscheint. Aber in diesem Zeitraum haben die Notenbanken weltweit auch nicht sieben Billionen Dollar binnen eines Dreivierteljahres ins System geschleust.

Wird die dovishe Janet Yellen den Dollar weiter schwächen?

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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