Devisen

Donald Trump, die Jobs – und die üblen Miesmacher!

Von Markus Fugmann

Früher, es ist schon lange her, lange vor der Erfindung des Neu-Deutschen, da gab es den Begriff „Pfundskerl“ (also liebe Jugend: mal schnell das Wort googlen, das bringt voll die Checkung und dann schnell facebooken und liken!). Und der Trump Donald, das ist ein echter „Pfundskerl“! Spricht sogar mit Japanern von der Softbank, die dann krasse 50.000 neue Jobs in Aussicht stellen. Mega! Und die Geschichte in Indiana, wo der Trump 1000 Stellen gerettet hat, bevor die zu den listigen, jobklauenden Mexikanern abwandern – krasse Aktion! Donald, der Superbuddy!

Ok, das geht auf Kosten der Steuerzahler – mal schnell googlen, was Steuer bedeutet, ah, eine antiquierte Praxis der staatlichen Refinanzierung, eingetrieben von unschuldigen Bürgern ausserhalb des Finanzsektors vorwiegend zur Stützung desselben vor dem Kollaps, alternativlos. Aber hey, der Trump, der bringt die Jobs zurück und macht Amerika great again, Amerika first und so, voll geil.

Der Donald hat echt Eier in der Hose, vielleicht sogar zwei. Lehrt den respektlosen Chinesen wieder das Fürchten, was ja nicht schaden kann, die sind ja verdammt zahlreich und kaufen alles auf, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Schluss damit! Make Amerika Amerika again, gegen den Widerstand der Lügenpresse, haha.

Und der Donald ist auch verdammt fair, hat seine ganzen Aktien im Juni verkauft, hat doch sein Sprecher gesagt. Weil gestern hat Donald ja in diesem Tweet über Boeing mal eben 1,2 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet, war aber nur kurz, die Aktie ist dann wieder gestiegen und hat das fast alles wieder aufgeholt. Cooler Humor von Donald: Boeing soll Geld verdienen, aber nicht zu viel, voll schräg. Jetzt wo der Donald keine Boeing-Aktien mehr hat – aber vielleich hat seine Tochter ja gestern in den Rücksetzer gekauft, voll legal natürlich, is klar, beim Donald läuft alles sauber.

Hey, und der Donald hat auch den Dollar wieder great gemacht, der ist echt krass durch die Decke geschossen, weil Amerika jetzt wieder great ist, logisch.

Und was ist das Allerübelste? Presse und Wissenschaftler, die das alles überhaupt nicht raffen! Eben so einen Bericht gelesen, der sagt (oder schreibt), dass durch die Stärkes des Dollar echt viele Jobs wegfallen! Hä? Voll der Miesmacher. Total neidisch der Typ, völlig klar. Der Text stammt von Brad Setser – iggitt, möchten Sie vielleicht Brad Setser heissen?? Also ich nicht!

Jedenfalls sagt der Setser, dass durch die Aufwertung des Dollar von 4% seit dem glorreichen Sieg von Donald sich die Handelsbilanz der USA um 0,4% des BIP veschlechtern wird, weil wegen der Exporte und so, die durch den starken Dollar schwieriger werden. Hm. Und diese 0,4% des BIP entsprechen 75 Milliarden Dollar, sagt der Setser:

„The Commerce Department estimated that a billion dollar of (goods) exports supports about 5,300 (5,279) jobs in 2015.
To be conservative, let’s use that number for import competing and service jobs too. That works out to a very rough estimated loss of 390,000 jobs in export and import competing sectors from the stronger dollar (job losses that play out over time, as the exchange rate has an impact with a long lag).“

390.000 Jobs, die dann wegfallen werden? Holy fuck. Geht gar nicht. Hey Donald, verbiete doch einfach diese Miesmacher-Wissenschaftler, alles übelste Clinton-Sympathisanten mit ihrer Zahlendreherei. Braucht doch kein Mensch. Und wenn wirklich Jobs wegfallen, dann doch die von den illegalen Mexikanern, und die braucht sowieso auch keiner.

Wie war nochmal das komische Wort vom Anfang? „Pfundskerl?“. Schräg, wie die früher dahergelabert haben..



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15 Kommentare

  1. Herr Fugmann, ich drücke mich auch ziemlich oft aus mit Ironie, aber das was Sie täglich schreiben/im Video sagen übertrifft viele Künste ^^.
    Vielen Dank für Ihre Beiträge, lese/schaue Diese immer gerne.
    Weiter so !

  2. Eh Alter, coole Nummer. Fugmann auf Lustig macht voll Laune!

  3. @Markus, das ist ja mal gekonnt :) , jetzt kann ich deine Lektüre auch endlich mal meinen Jungs (16 + 17 + Freundinnen) zum lesen geben, das verstehen die bestimmt. Die Fragen halt immer..ey paps..zockst wieder Börse :-).
    Danke Markus ..ich lach mich echt weg

  4. Schon mal bei Armstrong Economics reingeschaut, sehr geehrter Herr Fugmann. Lohnenswert. Der starke Dollar hat ziemlich wenig mit Trump zu tun. Aber Hauptsache mal wieder draufgeschlagen. Sie sollten sich bei Spiegel, Focus oder Bild bewerben. Der mindset passt.

    1. @Oscar, es zwingt Sie keiner dazu, diese Seite zu lesen! Gibt es etwa keine Pegida-affine Finanzseite, die Ihnen mehr liegen dürfte? Sie haben in der Vergangenheit schon manch einen Kommentar gebracht respektive Begrifflichkeiten gebraucht wie „Bio-Deutsche“, die angeblich unterwandert würden durch die Fremden etc. – alles sehr grenzwertig und hart am Rande dessen, was ich hier noch tolerieren kann!
      Wäre doch eine gute Idee für Sie, eine Marktlücke gewissermaßen, für Ihre rechtsnationalen Kollegen mal was zum Thema Finanzen beizutragen, oder?

      1. So ist es, Herr Fugmann! Leider können einige User „unabhängig“ und „abseits des Mainstreams“ (also u. A. FMW) nicht mit „demokratisch“, „liberal“ oder einfach nur „kultivierten Meinungsaustausch“ in Übereinstimmung bringen.
        Mir fällt schon länger auf, dass FMW – leider! – auch viele „besorgte Bürger“ anzieht…
        Aber wie gesagt: Das liegt nicht an Ihnen und FMW, sondern an dem geschilderten geliebten Schwarz-Weiß-Schema.

        VG!

        1. @KSchubert, Sie sprechen mir aus der Seele! Ich und wir haben auf deutsch gesagt keinen Bock auf diese Strömungen, aber offenkundig werden diese Leute durch unsere kritische Haltung zu den Finanzmärkten davon angezogen..

          1. OK :-( Time will tell…

          2. @Markus Fugmann
            Ich beneide Sie echt nicht um die Moderation dieser Seite. Aber dass sich diese „allwissenden“ Strömungen, die Werte wie liberal, demokratisch oder kultiviert (Dank an @KSchubert) mit Füßen treten, hier so frenetisch und konstant äußern, zeigt doch auch, dass Sie den Nerv der Zeit zu treffen scheinen.
            Weiter so, Sie linksliberales, kultiviertes Mainstreamsubjekt, das ständig an Muttis Rockzipfel hängt ;)

        2. Mit dem „kultivierten Meinungsaustausch“ sprechen sie mir auch aus der Seele.

          Ich denke da z.B. dran, wie vor zwei Tagen – nicht zum ersten Mal – auf Herrn Riße eingedroschen wurde.
          Gut, dass der nicht so dünnhäutig zu seien scheint.

      2. Dass Sie eine derart substanzlose Fundamental“kritik“ auf Ihrer Seite noch immer tolerieren, kann ich nur bewundern.
        Ich hätte solche Strolche schon längst voll krass in die Blacklist geschoben.
        „Bei Spiegel, Focus oder Bild“… Wer diese drei Medien in einem Satz nennt, also in eine Schublade steckt, scheint nicht gerade differenziert oder feinsinnig denken zu können, sondern hängt anscheinend in einer fundamentalistisch indoktrinierten Denkweise fest. So jemand ist wahrlich kein Pfundskerl.

  5. Ultrakrasser Text,Kollege Geldchecker.Ich hab voll Respekt vor dir,Mann!Ey Dragan Fugmann,was geht sonst noch in ultrakrasslockere Geldfinanzmarkt ab?Hab ich voll korrekt €urodrucker bei Amazon bestellt, ist immer noch nicht da.Scheiss Verdistreik bei Amazon.Kumpel von mir hat mich eh schon total genervt mit Altersvorsorge & so‘ nem spiessigen Scheiss.So ein Spaghettigangstarapper würd uns die Kohle weg minizinsieren.Und dann wär ich voll arm im Alter.Alder,das find ich voll gemein.Wo wohnt dem Parmaschwein?Geig ich dem meine Meinung&dann gibt’s Fresse voll,klar!Der Donald,das ist ja schon ein Gruftie,sieht auch so aus,hat aber coole Ideen.Dass der die Schlitzaugen auf die Bambusbäume jagen will,boah ey!Hab ich da was verpasst?Hat der Donny,der mit der scharfen Ossipussy(wenn ich da an unsere denke!,kann zensiert werden),etwa den Günther,der von dem Billigbier in sein Kompetenzteam aufgenommen?Schau’n mer mal,dann wer’n mer sehen!

  6. Da wollen jetzt alle in „Jugendsprache“ daherreden und merken nicht, dass das meiste Ausdrücke sind, die schon vor 20 Jahren Straßendeutsch waren.
    Ob die Jugend heute auch noch so redet?
    Vielleicht.

    Und zum eigentlichen Thema:
    Ich würde diesen „Miesmacher-Wissenschaftler“ auf Deutschland verweisen. Auch oder gerade weil
    die D-Mark seinerzeit ständig aufgewertet hat, waren die deutschen Unternehmen gezwungen, immer wettbewerbsfähiger zu produzieren. Und das haben sie gemacht.
    Und trotzdem wurden per Saldo keine Arbeitsplätze abgebaut, sondern im Gegenteil, es wurden so viele Arbeitskräfte gebraucht, dass sogar noch Millionen von ausländischen Arbeitnehmern ins Land geholt wurden.

    Wohlgemerkt, ich rede von DM-Zeiten und nicht von 2015.

    1. Da ist was dran Gerd.Ob die Jugend heute noch ähnlich redet,weiss ich nicht,so oft komme ich mit ihr nicht mehr zusammen.Mein 24jähriger Sohn berichtet mir jedoch,dass ein ähnlicher Slang gesprochen wird und er in einige Locations,wo vielleicht totally Youth angesagt ist,nicht mehr hingeht,vor allem auch wegen der Besucherzusammenstellung.Das ist etwas was mich eher beunruhigt.Ich bin schon länger der Auffassung,dass diese Missgeburtswährung €uro in seiner momentanen Form nicht mehr lange lebt.Seit Geburt liegt er im Brutkasten der Notenbanken.An ein eigenständiges Leben ist & war nicht zu denken.R.I.P €uro,2002-2017!

  7. Ich finde auch, daß FMW sehr gute Arbeit leistet, viel objektiver als in Focus, Speigel oder öffentlichrechtlich-GEZ. Aber bei manchem bin ich halt nicht einverstanden.
    Zum eigentlichen Thema: Ich sehe keinen Unterschied zu Obama, Bush und Clinton (und Griechenland 80er Jahre*).
    a) Denn „Obamas Stimulus-Paket hat bislang nur hunderttausende Staatsjobs geschaffen … eine typisch sozialistische Vorgangsweise. Die produzierende Wirtschaft verliert derweil täglich zehntausend Arbeitsplätze; depperte CO2-Gesetze (cap & trade, VW-Skandal etc.)“
    Und das staatl. Obamacare-Jobs kam dann dazu.
    http://www.politico.com/agenda/story/2016/07/what-is-the-effect-of-obamacare-economy-000164
    http://www.andreas-unterberger.at/2010/03/die-obama-dammerung/

    b) Bush genauso: „Auffällig ist auch, dass die Zahl der Beschäftigten beim Staat seit einigen Monaten stetig steigt, während Jobs in der Privatwirtschaft abgebaut werden. Seit Februar steht einem kumulierten Minus von 645.000 Beschäftigten im Privatsektor ein Plus von 128.000 neuen Staatsjobs gegenüber.“
    http://www.wallstreet-online.de/diskussion/500-beitraege/315854-1-500/die-charttechn-analyse-von-bear-markt-zu-bear-markt-nikkei-1990-nasdaq-2000

    c) * „In den achtziger Jahren ergatterten siebzig Prozent der Universitätsabsolventen einen Staatsjob in Griechenland“, „das ist seit 2010 vorbei…“ Tja.
    http://www.wiwo.de/politik/europa/griechenland-auf-die-kleinen-dinge-konzentrieren/6318984-2.html
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-06/griechenland-krise-interview

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