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Donald Trump – auch in der Energiefrage zurück im 20. Jahrhundert

In punkto Ökostrom sind die USA quasi ein Entwicklungsland. Donald Trump wird auch nachhelfen, dass es so bleibt..

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Das Motto der Regierungspolitik des US-Präsidenten Donald Trump „Make America great again“ ist derzeit zwangsläufig in aller Munde. Neben des Kampfes um die technologische und wirtschaftliche Vorherrschaft mit China, möchte er durch Zollabgaben die Unternehmen forcieren, Arbeitsplätze der „alten Industrie“ in die USA zurückzuverlangen – Beispiel Stahlverarbeitung.

Was aber fast ein bisschen untergeht, ist seine Einstellung zu den regenerativen Energien, man hat den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen heftig kritisiert, mit selten gesehener Einigkeit. Donald Trump schert das alles nicht, er verfolgt seine schon lange praktizierte Strategie, die da lautet: Möglichst viel von den Verträgen rückgängig machen, die Barrack Obama in seiner Amtszeit angestoßen hat.

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Donald Trump hasst erneuerbare Energien

Vor Kurzem twitterte der Präsident, wie sehr ihn die elf Windräder an der Küste von Aberdeen stören, die man von seinem Lieblingsgolfplatz in Schottland aus sehen kann. Er hatte schon früher eine Klage gegen die Aufstellung der „GROWIANE“ von Vattenfall verloren, vor dem besten Parcours der Welt, wie es Donald Trump in seiner Art auszudrücken pflegt.

 

Der altertümliche Energie-Mix der USA: Mit Donald Trump wird es nicht besser

Die aktuellen Zahlen des US-Energieministeriums zeigen, dass 17 Prozent seines Stroms aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse, gewonnen werden. Über 60 Prozent stammen aus Gas und Kohle und ein Fünftel von Atomkraftwerken. Zum Vergleich Deutschland: Hier lag der Anteil der erneuerbaren Energien 2018 bei mehr als 40 Prozent, nach neuesten Zahlen betrug der aus Wind-, Solar-, Biomasse- oder Wasserkraftwerken produzierte Strom im ersten Halbjahr 2019 schon 42 Prozent.

In punkto Ökostrom sind die USA quasi ein Entwicklungsland. Donald Trump wird auch nachhelfen, dass es so bleibt, denn er plant im kommenden Jahr nur noch 696 Millionen Dollar für die Forschung in diesem Bereich auszugeben – 70 Prozent weniger als bisher. Dazu wies er die Umweltbehörde EPA an, das Vorhaben in der Klimapolitik Barrack Obamas zu verwerfen, welches vorsah, dass bis zum Jahr 2030 in den USA die Kraftwerke ein Drittel weniger Abgase als im Jahr 2005 ausstoßen. Auch mit Hilfe von Windkraftanlagen.

Der Kampf um die Kohle und um Wählerstimmen

Donald Trump hat im Wahlkampf versprochen, den Bergbau in Bundesstaaten wie Kentucky und Ohio zu reaktivieren, um verlorengegangene Arbeitsplätze zurückzuholen. Dafür lässt er in Wahlveranstaltungen kein gutes Haar an den erneuerbaren Energien. Sie wären mit verantwortlich am Niedergang des Bergbaus, wieder einmal verschweigend, dass dabei die Frackingindustrie einen nicht unerheblichen Anteil hat und auch das billigere Erdgas. Dabei schürt Donald Trump auch Ängste vor einem Blackout, wie jüngst in New York aufgetreten, was aber zumeist nicht dem Windmangel, sondern den maroden Anlagen geschuldet ist.

Es geht bei Trump fast immer um Wählerstimmen und um sein großes Ziel: Wiederwahl 2020. Deshalb habe ich schon öfters die Behauptung aufgestellt, das der Handelsstreit mit China dann sofort „temporär“ an Bedeutung verlieren wird, wenn er zu einem Aktieneinbruch führt und Trumps Wiederwahl gefährdet wäre.

 

Fazit

Wie sehr diese Einstellung des US-Präsidenten schon manische Züge angenommen hat, zeigt seine Twitter-Behauptung gegenüber der Aufstellung von Windrädern – ungeachtet der berechtigten Kritik an deren Nachteilen -, dass das Surren der Rotoren Krebs verursache. Wieder so eine Behauptung von ihm, entgegen jeglicher Faktenlage. Zusammengefasst könnte man in punkto Wirtschafts- und Energiepolitik tatsächlich auf den Gedanken kommen, dass Donald Trump einen Traum verfolgt: „Back to the Eighties!“

Wachstum um jeden Preis. Was kümmern einen 73-Jährigen die Jahre nach 2050?

 

Donald Trump hält nichts von alternativen Energien

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Nurmalso

    16. Juli 2019 11:30 at 11:30

    Ich finde wo er recht hat, hat er recht. Die Windräder sind ein ökonomisches und okologisches Desaster… liebevoll auch Vogelschredder genannt. Wer diese Dinger vor der Haustür hat kann ein Lied davon singen.

    • Avatar

      Shong09

      16. Juli 2019 12:05 at 12:05

      Das mit dem Krebs ist genauso abwegig wie das Gegenteil. Es laufen Untersuchungen, und solange sollte man weder das eine noch das andere ausschließen.
      Das die WIndräder in der Nähe von Bebauungen nicht gesund sind, ist erwiesen. Dass die Mindestabstände in vielen Teilen Deutschlands erheblich reduziert wurden, um manchen Menschen näher auf die Pelle zu rücken ebenfalls. Solange es nicht das eigene Haus ist, stört es die Politiker eben nicht.
      Der (geschützte?) Urwald wird auch einfach mal eingeschlagen (Märchenwald oder so ähnlich nahe Frankfurt, über 200 Jahre alte Bäume, da kann man noch sehen, wie richtiger Wald aussieht)

    • Avatar

      Nunaberechtjetzt?

      16. Juli 2019 13:37 at 13:37

      @Nurmalso, die tatsächliche Zahl der durch Windräder getöteten Vögel liegt irgendwo zwischen 10.000 und 100.000 pro Jahr. Das entspricht einer Quote von ein bis fünf Vögeln pro Anlage und Jahr.

      Dennoch ist es erstaunlich, dass die über 18 Millionen Vögel, die jährlich in Deutschland an Glas und Glasscheiben sterben, kein öffentliches Thema sind. Auch zu den wesentlich massiveren Schäden durch Vogelschlag im Straßenverkehr und entlang von Bahn- und Hochspannungstrassen (in Deutschland jährlich in der Größenordnung zwischen 1,5 bis 2,8 Millionen), zur Bedrohung der Vogelwelt durch Agrargifte und Naturzerstörung, im Fischfang durch Stellnetze und Reusen (jährlich ertrinken in der Nord- und Ostsee insgesamt etwa 100.000 bis 200.000 Seevögel in Stellnetzen) gibt es keine Debatte. Auch nicht darüber, dass jedes Jahr in den Staaten rund um das Mittelmeer mindestens 25 Millionen Zugvögel der meist illegalen Jagd zum Opfer fallen. Über 8 Millionen Katzen in Deutschland töten viele Millionen Vögel.

      Warum wird die kleinere Bedrohung wahrgenommen und die andere nicht einmal diskutiert? Wer redet von einem Vogelsterben durch Windräder? Wer hat ein Interesse, dass die zentralen Ursachen des Artenschwundes, nämlich Klimawandel und Verlust von Naturlandschaften nicht zum Thema werden?

      Industriegelenkte Klimawandelleugner und die Agrochemie-Lobby haben es geschafft, dass die Debatte um das Vogelsterben bisher gezielt nur in der kleinen Nische der Windenergie geführt wurde. Von den Hauptursachen des Vogelsterbens, dem Insektensterben, ausgelöst durch die industrielle Landwirtschaft, durch Neonicotinoide und anderen Agrargiften wird so gezielt abgelenkt.

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        sabine

        16. Juli 2019 15:39 at 15:39

        Übrigens Zahlen zum Fenstertod:
        – Nabu sagt, es sterben jährlich 100 Mill./Jahr in Deutschland(Artikel ohne Dat.)
        https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/11932.html
        – Bund-rvso sagt 18 Millionen (ein Fünftel!) (Artikel von 2012)
        – Bundesministerium für Bildung und Forschung https://www.bmbf.de/de/die-unsichtbare-todesfalle-8791.html (Artikel von 2019)

        Zahlen zum Windradtod:
        – Wiki 1.000/Jahr in D. gemäß Nabu 2005
        – Bund-rvso 10.000-100.000/Jahr (Tolle Angabe!)
        – Studien zeigen in der Schweiz (2016), daß 20,6/WKA jährlich sterben. In Deutschland bei 20.000 Anlagen sind das aber über 400.000 Tiere jährlich. Und wir haben diesselben Anlagen! Und in der Schweiz hatte man die Anlagen in der Zugrichtung gebaut und so aufgestellt, daß sie von Vögeln leicht umrundet werden konnten. Aber Sichtverhältnisse usw. …
        https://www.nzz.ch/wissenschaft/biologie/windenergie-ld.131147

        Zahlen, Zahlen, Zahlen. Schade um den Serverstrom.
        Ich finde, daß es die Wälder und Felder zu Fabrikanlagen umgestaltet.
        Wir müssen Strom sparen, z.B. länger haltende Kühlschränke, Autos, Werkzeuge. Denn die Herstellung kostet die meiste Umwelt. Die Nutzung später kaum noch!

        • Avatar

          Nunaberechtjetzt?

          16. Juli 2019 17:25 at 17:25

          Die Zahlen aus der Schweiz sind reine Rechenspielereien: Pro Anlage errechneten Experten 976 theoretisch kollisionsgefährdete Vögel, von denen im Median 14,3 bis 20,7 verunfallten.
          Unabhängig davon steht den 200.000 bis 400.000 die Zahl von 200 bis 250 Millionen durch andere Todesursachen gegenüber. Das ist etwa 1%

          Mir ging es einfach nur darum, das vollkommen hirnrissige Argument eines „ökologischen und ökonomischen Desasters“ zu entkräften. Wenn dem Kommentatoren Windräder nicht gefallen oder er aus ideologischen Gründen dagegen ist, soll er das auch so sagen!
          Ob allerdings Atommeiler und qualmende Kohlekraftwerke so viel schöner und weniger „fabrikmäßig“ aussehen, wage ich zu bezweifeln. Und mal ganz ehrlich: Felder sind gleichförmige und nicht sehr attraktive Monokulturen, nach der Ernte zudem etwa 6 Monate pro Jahr kaum mehr als nackte Erde.

        • Avatar

          Nunaberechtjetzt?

          16. Juli 2019 17:30 at 17:30

          Korrektur: Das ist etwa 1‰ (nicht 1%)

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    frank

    16. Juli 2019 12:31 at 12:31

    das tägliche Trump-Bashing auch bei fmw. Ein großer Unterschied im Umgang mit Erneuerbaren zu Deutschland und Europa ist, dass diese in den USA marktwirtschaftlich und nicht planwirtschaftlich organisiert werden. Das planwirtschaftliche System in Deutschland mit der Einspeisevergütung kann auf lange Sicht nicht überleben. EE werden nicht nach Bedarf und Nachfrage gebaut, sondern weil es dafür eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung gibt. Das führt zwangsläufig zu Fehlallokationen. Zudem zahlt die Allgemeinheit die Zeche und nur ein wenige profitieren. Die Strompreise in Deutschland steigen deshalb auch in ungeahnte Höhen. In den USA gibt es zwar auch Steuervergünstigungen, aber genau damit macht Trump jetzt Schluss und das auch völlig zurecht. Die EE müssen sich in den USA am Markt durchsetzen und das tun sie auch. PV oder Windräder können dort völlig ohne Förderung betrieben werden und das nur aufgrund des Marktdurcks. Im übrigen nehmen die EE in den USA rasant zu, weil es einfach marktgetrieben und gewinnorientiert abläuft und der CO2-Ausstoß geht zurück. Das gehört auch zur Wahrheit.

    • Avatar

      leftutti

      17. Juli 2019 00:43 at 00:43

      @frank, was genau verstehen Sie eigentlich unter dem Begriff „Bashing“? Genau genommen, bedeutet es doch „heftige, herabsetzende Kritik, öffentliche Beschimpfung“. So wie hier:
      https://www.n-tv.de/politik/Trump-wird-auf-Twitter-rassistisch-article21144553.html

      Doch dem Autor Wolfgang an dieser Stelle Trump-Bashing vorzuwerfen, weil er nachprüfbare Fakten auflistet, erscheint mir doch ein wenig übertrieben.

      Ihre eigene Argumentation basiert auf rein marktwirtschaftlichen Überlegungen. Und einer unterschwelligen Bewertung, dass rein marktwirtschaftliche Mechanismen alle Probleme automatisch lösen werden. Wie sie es bisher schon immer getan haben, was jeder am Zustand des Planeten Erde in ökologischer und sozialer Hinsicht nachvollziehen kann.

      Wie passt es aber dann ins große Konstrukt, dass Trump sehr planwirtschaftlich verbal und real mit einseitigen Kürzungen bzw. Förderungen in die großartige, freie amerikanische und globale Marktwirtschaft hineinpfuscht?

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    16. Juli 2019 13:28 at 13:28

    Ich denke, ich bin hier missverstanden worden. Es geht doch nicht um die Windräder, ich habe doch auf berechtigte Kritik hingewiesen, sondern um Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen, mit der Rücknahme der Verpflichtung die CO2-Emissionen bis 2030 zu begrenzen. Der Hinweis, dass er auf Wahlkampfverhalten die Erneuerbaren verteufelt, (dass er Naturschutzgebiete für die Förderung fossiler Energien freigibt) hat doch nichts mit Trump-Bashing zu tun. Der Präsident sollte Vorbild sein. Ohne die USA sind Klimaziele nicht zu erreichen, außer man zweifelt den menschengemachten Temperaturanstieg an – soll es auch geben.
    Und habe ich etwa behauptet, dass das deutsche EEG Vorbild sein soll?

    • Avatar

      Walter A.

      16. Juli 2019 19:15 at 19:15

      Inzwischen zweifeln immer mehr Wissenschaftler am menschengemachten Temperaturanstieg. Neue Studien an der Turku Universität, Finland, sowie der Uni Kobe, Japan, belegen dass strahlungsbedingte Wolkenformationen, die von IPCC-Modellen nicht berücksichtigt werden, für globale Temperaturänderungen ausschlaggebend sind. https://www.zerohedge.com/news/2019-07-11/scientists-finland-japan-man-made-climate-change-doesnt-exist-practice

      • Avatar

        leftutti

        16. Juli 2019 21:24 at 21:24

        @Walter A.
        Ihnen ist schon klar, dass es sich bei den „immer mehr Wissenschaftlern“ um zwei Wissenschaftler aus Finnland (die mir übrigens persönlich bekannt sind) und ein ähnlich üppig besetztes Team an Wissenschaftlern aus Japan mit ein paar studentischen HiWis handelt?

      • Avatar

        leftutti

        17. Juli 2019 14:32 at 14:32

        Die erwähnte „wissenschaftliche“ Arbeit aus Finnland umfasst übrigens sensationelle 5 Seiten. Auf Seite 6 stehen dann die Quellenangaben, ganze sechs an der Zahl. Vier davon sind von den Autoren selbst, hinter letzten steht: To be published 😂

        Berücksichtigt wurden Daten aus einem Zeitraum von ganzen 20 Jahren, während die IPCC-Modelle sämtliche Wetteraufzeichnungen seit 1850 berücksichtigen, dazu noch die viel weiter zurückreichenden Daten zu Temperaturen und CO2 aus Eiskernbohrungen.

        Das erinnert in seiner Seriosität ein wenig an die kürzlich veröffentlichten Papiere des Hans-Werner Sinn zu CO2 und Akkus in E-Autos.

  4. Avatar

    Kritisch on fire

    16. Juli 2019 18:10 at 18:10

    Wie sang schon „Gröni“ vor geraumer Zeit? „Gebt den Kindern das Kommando!“ Nicht wortwörtlich und altersspezifisch zu sehen aber doch eine Textzeile mit Tiefgang. So lange uns geld-u. machtgeile Politiker regieren werden unsere Kinder die Zeche bezahlen. Diese sog. Volksvertreter (in Wahrheit vertreten sie nur ihre eigenen Interessen) werden den ganzen Planeten in eine Wüste verwandeln – nur sind sie dann bereits (Gott sei Dank)gestorben, wobei unseren Nachklommen dann deren Tod auch nichts mehr helfen wird. Ergo – „Gebt den Kinden das Kommando“. Ihr, wir, die Gesellschaft, zumindest in demokratischen Ländern, haben die Möglichkeit dazu!
    Liebe, wie immer kritische Grüße!

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Allgemein

US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

Redaktion

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am

Von

Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

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am

Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktienmärkte: Warten auf den Ausbruch! Videoausblick

Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute), mal herrscht Stimulus-Pessimismus..

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung, ohne aktuell klar erkennbare Richtung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute, nachdem Pelosi die Deadline dann doch nicht gestern enden lassen wollte), mal herrscht Stimulus-Pessimismus – es ist ein ständiges hin und her. Die Verhandlungen über den Stimulus dürften mindestens bis zum Wochenende weiter gehen, ergo die Aktienmärkte in der übergeordneten Seitwäersbewegung bleiben. Auffallend ist die Schwäche des Dollars bzw. die Stärke beim Euro, die Renditen für US-Staatsanleihen steigen derweil auf den höchsten Stand seit Juni. Obwohl die Aktienmärkte hoffnungsvoll sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Stimulus-Deal je näher die US-Wahl rückt..

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