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Donald Trump – auch in der Energiefrage zurück im 20. Jahrhundert

In punkto Ökostrom sind die USA quasi ein Entwicklungsland. Donald Trump wird auch nachhelfen, dass es so bleibt..

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Das Motto der Regierungspolitik des US-Präsidenten Donald Trump „Make America great again“ ist derzeit zwangsläufig in aller Munde. Neben des Kampfes um die technologische und wirtschaftliche Vorherrschaft mit China, möchte er durch Zollabgaben die Unternehmen forcieren, Arbeitsplätze der „alten Industrie“ in die USA zurückzuverlangen – Beispiel Stahlverarbeitung.

Was aber fast ein bisschen untergeht, ist seine Einstellung zu den regenerativen Energien, man hat den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen heftig kritisiert, mit selten gesehener Einigkeit. Donald Trump schert das alles nicht, er verfolgt seine schon lange praktizierte Strategie, die da lautet: Möglichst viel von den Verträgen rückgängig machen, die Barrack Obama in seiner Amtszeit angestoßen hat.

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Donald Trump hasst erneuerbare Energien

Vor Kurzem twitterte der Präsident, wie sehr ihn die elf Windräder an der Küste von Aberdeen stören, die man von seinem Lieblingsgolfplatz in Schottland aus sehen kann. Er hatte schon früher eine Klage gegen die Aufstellung der „GROWIANE“ von Vattenfall verloren, vor dem besten Parcours der Welt, wie es Donald Trump in seiner Art auszudrücken pflegt.

 

Der altertümliche Energie-Mix der USA: Mit Donald Trump wird es nicht besser

Die aktuellen Zahlen des US-Energieministeriums zeigen, dass 17 Prozent seines Stroms aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse, gewonnen werden. Über 60 Prozent stammen aus Gas und Kohle und ein Fünftel von Atomkraftwerken. Zum Vergleich Deutschland: Hier lag der Anteil der erneuerbaren Energien 2018 bei mehr als 40 Prozent, nach neuesten Zahlen betrug der aus Wind-, Solar-, Biomasse- oder Wasserkraftwerken produzierte Strom im ersten Halbjahr 2019 schon 42 Prozent.

In punkto Ökostrom sind die USA quasi ein Entwicklungsland. Donald Trump wird auch nachhelfen, dass es so bleibt, denn er plant im kommenden Jahr nur noch 696 Millionen Dollar für die Forschung in diesem Bereich auszugeben – 70 Prozent weniger als bisher. Dazu wies er die Umweltbehörde EPA an, das Vorhaben in der Klimapolitik Barrack Obamas zu verwerfen, welches vorsah, dass bis zum Jahr 2030 in den USA die Kraftwerke ein Drittel weniger Abgase als im Jahr 2005 ausstoßen. Auch mit Hilfe von Windkraftanlagen.

Der Kampf um die Kohle und um Wählerstimmen

Donald Trump hat im Wahlkampf versprochen, den Bergbau in Bundesstaaten wie Kentucky und Ohio zu reaktivieren, um verlorengegangene Arbeitsplätze zurückzuholen. Dafür lässt er in Wahlveranstaltungen kein gutes Haar an den erneuerbaren Energien. Sie wären mit verantwortlich am Niedergang des Bergbaus, wieder einmal verschweigend, dass dabei die Frackingindustrie einen nicht unerheblichen Anteil hat und auch das billigere Erdgas. Dabei schürt Donald Trump auch Ängste vor einem Blackout, wie jüngst in New York aufgetreten, was aber zumeist nicht dem Windmangel, sondern den maroden Anlagen geschuldet ist.

Es geht bei Trump fast immer um Wählerstimmen und um sein großes Ziel: Wiederwahl 2020. Deshalb habe ich schon öfters die Behauptung aufgestellt, das der Handelsstreit mit China dann sofort „temporär“ an Bedeutung verlieren wird, wenn er zu einem Aktieneinbruch führt und Trumps Wiederwahl gefährdet wäre.

 

Fazit

Wie sehr diese Einstellung des US-Präsidenten schon manische Züge angenommen hat, zeigt seine Twitter-Behauptung gegenüber der Aufstellung von Windrädern – ungeachtet der berechtigten Kritik an deren Nachteilen -, dass das Surren der Rotoren Krebs verursache. Wieder so eine Behauptung von ihm, entgegen jeglicher Faktenlage. Zusammengefasst könnte man in punkto Wirtschafts- und Energiepolitik tatsächlich auf den Gedanken kommen, dass Donald Trump einen Traum verfolgt: „Back to the Eighties!“

Wachstum um jeden Preis. Was kümmern einen 73-Jährigen die Jahre nach 2050?

 

Donald Trump hält nichts von alternativen Energien

13 Kommentare

13 Comments

  1. Nurmalso

    16. Juli 2019 11:30 at 11:30

    Ich finde wo er recht hat, hat er recht. Die Windräder sind ein ökonomisches und okologisches Desaster… liebevoll auch Vogelschredder genannt. Wer diese Dinger vor der Haustür hat kann ein Lied davon singen.

    • Shong09

      16. Juli 2019 12:05 at 12:05

      Das mit dem Krebs ist genauso abwegig wie das Gegenteil. Es laufen Untersuchungen, und solange sollte man weder das eine noch das andere ausschließen.
      Das die WIndräder in der Nähe von Bebauungen nicht gesund sind, ist erwiesen. Dass die Mindestabstände in vielen Teilen Deutschlands erheblich reduziert wurden, um manchen Menschen näher auf die Pelle zu rücken ebenfalls. Solange es nicht das eigene Haus ist, stört es die Politiker eben nicht.
      Der (geschützte?) Urwald wird auch einfach mal eingeschlagen (Märchenwald oder so ähnlich nahe Frankfurt, über 200 Jahre alte Bäume, da kann man noch sehen, wie richtiger Wald aussieht)

    • Nunaberechtjetzt?

      16. Juli 2019 13:37 at 13:37

      @Nurmalso, die tatsächliche Zahl der durch Windräder getöteten Vögel liegt irgendwo zwischen 10.000 und 100.000 pro Jahr. Das entspricht einer Quote von ein bis fünf Vögeln pro Anlage und Jahr.

      Dennoch ist es erstaunlich, dass die über 18 Millionen Vögel, die jährlich in Deutschland an Glas und Glasscheiben sterben, kein öffentliches Thema sind. Auch zu den wesentlich massiveren Schäden durch Vogelschlag im Straßenverkehr und entlang von Bahn- und Hochspannungstrassen (in Deutschland jährlich in der Größenordnung zwischen 1,5 bis 2,8 Millionen), zur Bedrohung der Vogelwelt durch Agrargifte und Naturzerstörung, im Fischfang durch Stellnetze und Reusen (jährlich ertrinken in der Nord- und Ostsee insgesamt etwa 100.000 bis 200.000 Seevögel in Stellnetzen) gibt es keine Debatte. Auch nicht darüber, dass jedes Jahr in den Staaten rund um das Mittelmeer mindestens 25 Millionen Zugvögel der meist illegalen Jagd zum Opfer fallen. Über 8 Millionen Katzen in Deutschland töten viele Millionen Vögel.

      Warum wird die kleinere Bedrohung wahrgenommen und die andere nicht einmal diskutiert? Wer redet von einem Vogelsterben durch Windräder? Wer hat ein Interesse, dass die zentralen Ursachen des Artenschwundes, nämlich Klimawandel und Verlust von Naturlandschaften nicht zum Thema werden?

      Industriegelenkte Klimawandelleugner und die Agrochemie-Lobby haben es geschafft, dass die Debatte um das Vogelsterben bisher gezielt nur in der kleinen Nische der Windenergie geführt wurde. Von den Hauptursachen des Vogelsterbens, dem Insektensterben, ausgelöst durch die industrielle Landwirtschaft, durch Neonicotinoide und anderen Agrargiften wird so gezielt abgelenkt.

      • sabine

        16. Juli 2019 15:39 at 15:39

        Übrigens Zahlen zum Fenstertod:
        – Nabu sagt, es sterben jährlich 100 Mill./Jahr in Deutschland(Artikel ohne Dat.)
        https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/11932.html
        – Bund-rvso sagt 18 Millionen (ein Fünftel!) (Artikel von 2012)
        – Bundesministerium für Bildung und Forschung https://www.bmbf.de/de/die-unsichtbare-todesfalle-8791.html (Artikel von 2019)

        Zahlen zum Windradtod:
        – Wiki 1.000/Jahr in D. gemäß Nabu 2005
        – Bund-rvso 10.000-100.000/Jahr (Tolle Angabe!)
        – Studien zeigen in der Schweiz (2016), daß 20,6/WKA jährlich sterben. In Deutschland bei 20.000 Anlagen sind das aber über 400.000 Tiere jährlich. Und wir haben diesselben Anlagen! Und in der Schweiz hatte man die Anlagen in der Zugrichtung gebaut und so aufgestellt, daß sie von Vögeln leicht umrundet werden konnten. Aber Sichtverhältnisse usw. …
        https://www.nzz.ch/wissenschaft/biologie/windenergie-ld.131147

        Zahlen, Zahlen, Zahlen. Schade um den Serverstrom.
        Ich finde, daß es die Wälder und Felder zu Fabrikanlagen umgestaltet.
        Wir müssen Strom sparen, z.B. länger haltende Kühlschränke, Autos, Werkzeuge. Denn die Herstellung kostet die meiste Umwelt. Die Nutzung später kaum noch!

        • Nunaberechtjetzt?

          16. Juli 2019 17:25 at 17:25

          Die Zahlen aus der Schweiz sind reine Rechenspielereien: Pro Anlage errechneten Experten 976 theoretisch kollisionsgefährdete Vögel, von denen im Median 14,3 bis 20,7 verunfallten.
          Unabhängig davon steht den 200.000 bis 400.000 die Zahl von 200 bis 250 Millionen durch andere Todesursachen gegenüber. Das ist etwa 1%

          Mir ging es einfach nur darum, das vollkommen hirnrissige Argument eines „ökologischen und ökonomischen Desasters“ zu entkräften. Wenn dem Kommentatoren Windräder nicht gefallen oder er aus ideologischen Gründen dagegen ist, soll er das auch so sagen!
          Ob allerdings Atommeiler und qualmende Kohlekraftwerke so viel schöner und weniger „fabrikmäßig“ aussehen, wage ich zu bezweifeln. Und mal ganz ehrlich: Felder sind gleichförmige und nicht sehr attraktive Monokulturen, nach der Ernte zudem etwa 6 Monate pro Jahr kaum mehr als nackte Erde.

        • Nunaberechtjetzt?

          16. Juli 2019 17:30 at 17:30

          Korrektur: Das ist etwa 1‰ (nicht 1%)

  2. frank

    16. Juli 2019 12:31 at 12:31

    das tägliche Trump-Bashing auch bei fmw. Ein großer Unterschied im Umgang mit Erneuerbaren zu Deutschland und Europa ist, dass diese in den USA marktwirtschaftlich und nicht planwirtschaftlich organisiert werden. Das planwirtschaftliche System in Deutschland mit der Einspeisevergütung kann auf lange Sicht nicht überleben. EE werden nicht nach Bedarf und Nachfrage gebaut, sondern weil es dafür eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung gibt. Das führt zwangsläufig zu Fehlallokationen. Zudem zahlt die Allgemeinheit die Zeche und nur ein wenige profitieren. Die Strompreise in Deutschland steigen deshalb auch in ungeahnte Höhen. In den USA gibt es zwar auch Steuervergünstigungen, aber genau damit macht Trump jetzt Schluss und das auch völlig zurecht. Die EE müssen sich in den USA am Markt durchsetzen und das tun sie auch. PV oder Windräder können dort völlig ohne Förderung betrieben werden und das nur aufgrund des Marktdurcks. Im übrigen nehmen die EE in den USA rasant zu, weil es einfach marktgetrieben und gewinnorientiert abläuft und der CO2-Ausstoß geht zurück. Das gehört auch zur Wahrheit.

    • leftutti

      17. Juli 2019 00:43 at 00:43

      @frank, was genau verstehen Sie eigentlich unter dem Begriff „Bashing“? Genau genommen, bedeutet es doch „heftige, herabsetzende Kritik, öffentliche Beschimpfung“. So wie hier:
      https://www.n-tv.de/politik/Trump-wird-auf-Twitter-rassistisch-article21144553.html

      Doch dem Autor Wolfgang an dieser Stelle Trump-Bashing vorzuwerfen, weil er nachprüfbare Fakten auflistet, erscheint mir doch ein wenig übertrieben.

      Ihre eigene Argumentation basiert auf rein marktwirtschaftlichen Überlegungen. Und einer unterschwelligen Bewertung, dass rein marktwirtschaftliche Mechanismen alle Probleme automatisch lösen werden. Wie sie es bisher schon immer getan haben, was jeder am Zustand des Planeten Erde in ökologischer und sozialer Hinsicht nachvollziehen kann.

      Wie passt es aber dann ins große Konstrukt, dass Trump sehr planwirtschaftlich verbal und real mit einseitigen Kürzungen bzw. Förderungen in die großartige, freie amerikanische und globale Marktwirtschaft hineinpfuscht?

  3. Wolfgang M.

    16. Juli 2019 13:28 at 13:28

    Ich denke, ich bin hier missverstanden worden. Es geht doch nicht um die Windräder, ich habe doch auf berechtigte Kritik hingewiesen, sondern um Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen, mit der Rücknahme der Verpflichtung die CO2-Emissionen bis 2030 zu begrenzen. Der Hinweis, dass er auf Wahlkampfverhalten die Erneuerbaren verteufelt, (dass er Naturschutzgebiete für die Förderung fossiler Energien freigibt) hat doch nichts mit Trump-Bashing zu tun. Der Präsident sollte Vorbild sein. Ohne die USA sind Klimaziele nicht zu erreichen, außer man zweifelt den menschengemachten Temperaturanstieg an – soll es auch geben.
    Und habe ich etwa behauptet, dass das deutsche EEG Vorbild sein soll?

    • Walter A.

      16. Juli 2019 19:15 at 19:15

      Inzwischen zweifeln immer mehr Wissenschaftler am menschengemachten Temperaturanstieg. Neue Studien an der Turku Universität, Finland, sowie der Uni Kobe, Japan, belegen dass strahlungsbedingte Wolkenformationen, die von IPCC-Modellen nicht berücksichtigt werden, für globale Temperaturänderungen ausschlaggebend sind. https://www.zerohedge.com/news/2019-07-11/scientists-finland-japan-man-made-climate-change-doesnt-exist-practice

      • leftutti

        16. Juli 2019 21:24 at 21:24

        @Walter A.
        Ihnen ist schon klar, dass es sich bei den „immer mehr Wissenschaftlern“ um zwei Wissenschaftler aus Finnland (die mir übrigens persönlich bekannt sind) und ein ähnlich üppig besetztes Team an Wissenschaftlern aus Japan mit ein paar studentischen HiWis handelt?

      • leftutti

        17. Juli 2019 14:32 at 14:32

        Die erwähnte „wissenschaftliche“ Arbeit aus Finnland umfasst übrigens sensationelle 5 Seiten. Auf Seite 6 stehen dann die Quellenangaben, ganze sechs an der Zahl. Vier davon sind von den Autoren selbst, hinter letzten steht: To be published 😂

        Berücksichtigt wurden Daten aus einem Zeitraum von ganzen 20 Jahren, während die IPCC-Modelle sämtliche Wetteraufzeichnungen seit 1850 berücksichtigen, dazu noch die viel weiter zurückreichenden Daten zu Temperaturen und CO2 aus Eiskernbohrungen.

        Das erinnert in seiner Seriosität ein wenig an die kürzlich veröffentlichten Papiere des Hans-Werner Sinn zu CO2 und Akkus in E-Autos.

  4. Kritisch on fire

    16. Juli 2019 18:10 at 18:10

    Wie sang schon „Gröni“ vor geraumer Zeit? „Gebt den Kindern das Kommando!“ Nicht wortwörtlich und altersspezifisch zu sehen aber doch eine Textzeile mit Tiefgang. So lange uns geld-u. machtgeile Politiker regieren werden unsere Kinder die Zeche bezahlen. Diese sog. Volksvertreter (in Wahrheit vertreten sie nur ihre eigenen Interessen) werden den ganzen Planeten in eine Wüste verwandeln – nur sind sie dann bereits (Gott sei Dank)gestorben, wobei unseren Nachklommen dann deren Tod auch nichts mehr helfen wird. Ergo – „Gebt den Kinden das Kommando“. Ihr, wir, die Gesellschaft, zumindest in demokratischen Ländern, haben die Möglichkeit dazu!
    Liebe, wie immer kritische Grüße!

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Hongkong – Proteste eine Gefahr für Zukunft des Finanzzentrums?

Nicht nur wegen der Proteste in Hongkong scheint China Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben

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Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China und hat eigentlich noch bis 2047 als so genannte Sonderverwaltungszone garantierte Sonderrechte. Diese sind durch die schon lange währenden Demonstrationen in Gefahr. China braucht Hongkong wirtschaftlich und umgekehrt. Aber jetzt bahnt sich eine neue Entwicklung an.

 

Hongkong – Bedeutung für Chinas Wirtschaft

Hongkong ist auf China angewiesen und vice versa. Wie amtliche Statistiken ausweisen, steht das Reich der Mitte allein schon durch seine geografische Nähe für die Hälfte von Hongkongs Handel. Zugleich stammen gut ein Viertel aller Auslandsinvestitionen in Hongkong aus China plus das Kapital aus diversen Steueroasen. Auch logistisch ist Hongkong vom Festland abhängig, denn ein Viertel des elektrischen Stroms bezieht man von dort sowie den größten Teil des benötigten Trinkwassers. Etwa 20 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet Hongkong mit Tourismus und Einzelhandel. Dabei kommen 80 Prozent der Touristen aus China, die in Hongkong Luxusgüter einkaufen.

Für chinesische Unternehmen hat Hongkong auch eine enorme Bedeutung. Die riesige Metropole ist ein Brückenkopf zu den globalen Finanzmärkten und Drehscheibe für viele Auslandsinvestitionen, die über die ehemalige britische Kronkolonie getätigt werden. Unbestritten auch die Dominanz der dort ansässigen Börse. Globale Investoren haben über die Börse in Hongkong 2,6 Billionen US-Dollar in chinesische Unternehmensaktien investiert. Chinesische Unternehmen nutzen die Stadt, um ausländisches Kapital einzusammeln. Dies ist aber nicht in Stein gemeißelt, wie wir gleich sehen werden.

 

Hongkong kämpft gegen die Rezession

Tourismus und Finanzindustrie sind wichtige Größen für das Bruttoinlandsprodukt Hongkongs. Die andauernden Proteste hinterlassen aber mehr und mehr Spuren in der Konjunktur. Allein die Schließung des Hongkonger Flughafens dürfte zu einem Ausfall von fast 14 Tausend Tonnen Fracht im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar geführt haben, wie ortsansässige Fondsmanager verlautbarten. Damit verbunden auch zurückgehende Besucherzahlen, schwächere Einzelhandelsumsätze und geringere Hotelbuchungen.

Hongkongs Regierung hat deshalb ein Konjunkturpaket im Wert von rund 19 Milliarden Hongkong-Dollar (circa 2,3 Milliarden Euro) angekündigt, was aber nicht besonders groß erscheint, wenn man Hongkongs BIP in Höhe von 330 Milliarden Euro in Relation dazu stellt.

Dessen Wirtschaft schwächelt bereits seit Monaten. Im zweiten Quartal des Jahres musste schon ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent vermeldet werden. Im laufenden Quartal dürfte es nicht besser laufen, sodass eine technische Rezession zu erwarten ist. 2018 war das Bruttoinlandsprodukt noch um drei Prozent gewachsen.

 

Chinas Zukunftspläne – Shenzen, die neue Finanzmetropole?

Auch wenn sich die Regierung in Peking dem Druck der Demonstrationen in Hongkong nicht beugen wird, so scheint man bereits Pläne für eine Ablösung der Stadt als dominantes Finanzzentrum zu haben.

Hongkongs Rolle als Finanzplatz könnte an Bedeutung verlieren.

Darauf deutet ein am Sonntag veröffentlichter Plan Pekings hin, in dem eine weitere Öffnung der Wirtschaft von Shenzhen bekanntgegeben wurde – eine riesige Stadt unweit zur Grenze von Hongkong. Die Stadt solle bis 2025 „eine der führenden Städte der Welt im Hinblick auf wirtschaftliche Stärke und die Qualität der Entwicklung“ werden und bis zur Mitte des Jahrhunderts eine der Top-Metropolen der Welt.

Chinesische Medien sprachen davon, dass Shenzhen besser werden solle als Hongkong und es die einzige Chance für das abtrünnige Hongkong sei, sich vollständig in China zu integrieren. Auch wenn dieses als Drohkulisse zu verstehen ist, als Warnung an die einstige britische Kolonie, den erworbenen Wohlstand nicht zu riskieren, scheint sich hier eine weitere Entwicklung in Gang zu setzen.

 

Fazit

Es wird aus vielen Aktionen deutlich. China möchte sich als Weltmacht etablieren, praktisch in einer neuen bipolaren Welt in Konkurrenz zum Westen auf technologischen und militärischen Gebieten. Gewissermaßen der „Nukleus“ für den laufenden und noch lange währenden Handelsstreit zwischen den USA und China. Seien es die Entwicklungen um Huawei und Co oder jetzt in Hongkong, man scheint auf eine Art Ost-West-Aufteilung neuer Prägung zuzusteuern. Mittendrin Deutschland, welches als Exportnation große Wirtschaftsbeziehungen sowohl mit den USA als auch mit China unterhält. Ob dies in Zukunft ohne Friktionen weiter möglich sein wird?

 

Hongkong war bislang der Hub für China zu den globalen Finanzmärkten

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Crack-Up-Boom und die Zentralbanken

Das Geldschöpfungsprivileg erlaubt den Zentralbanken die Inflation nach Belieben zu erhöhen – und das dürfte noch einmal einen Crack-Up-Boom auslösen

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Das Geldschöpfungsprivileg erlaubt den Zentralbanken die Inflation nach Belieben zu erhöhen – und das dürfte noch einmal einen Crack-Up-Boom auslösen!

 

Eine Frage des politischen Willens, nicht nur der Zentralbanken

In jüngster Zeit wird kontrovers über die Möglichkeiten der Zentralbanken diskutiert, die globale Wirtschaft in Gang zu halten und eine deflationäre Abwärtsspirale á la Japan in Folge der hohen Schulden auf globaler Ebene zu verhindern. Für mich persönlich ist die Potenz der Zentralbanken klar: sie können, wenn sie wollen.
Es ist nur eine politische Frage, wann und in welchem Umfang ein sogenannter Crack-up-Boom in der Wirtschaft von den Zentralbanken erzeugt und die Inflation angeheizt wird. Das Timing in dieser Frage ist direkt gekoppelt an den Eintritt einer das System destabilisierenden Weltrezession.

Diese Situation war in Japan seit dem Platzen der dortigen Immobilienblase Ende der Achtzigerjahre nie gegeben. Japan ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft mit starkem Fokus auf den Export. Die Staatsverschuldung liegt zwar bei 238 Prozent des BIP, davon sind aber nur 50 Prozent gemessen am BIP Auslandsschulden. Die nationale Bruttoersparnis liegt bei 25 Prozent und mit mehr als 1,3 Billionen US$ verfügt das Land über die zweitgrößten Devisenreserven der Welt (nach China und vor der Schweiz).

Trotz inverser Alterspyramide und Fachkräftemangel hat Japan stets vom Wachstum der Weltwirtschaft profitiert. Jetzt jedoch haben wir es mit einer Schuldenkrise historischen Ausmaßes auf globaler Ebene zu tun. Die letzte Wachstumslokomotive USA ist gerade dabei, ihre letzten schuldenfinanzierten Kohlen zu verbrennen. Eine Situation, die die Zentralbanken zwingt, auch ihr ultimatives Waffenarsenal einzusetzen.

Die Ultimative Bazooka der Zentralbanken: der Crack-up-Boom

Die ultimative Bazooka ist dabei der sinnbildliche Abwurf von Gratisgeld mit den Helikoptern der Zentralbanken. Eine weitere Option ist das sogenannte Schwundgeld, das das Sparen verunmöglicht und die Geldumlaufgeschwindigkeit massiv erhöht (siehe dazu meinen Artikel von gestern: „Negativzinsen – Schwundgeld für Überschuldete“). Unter der Prämisse, dass reale Zinssteigerungen wegen der globalen Überschuldung nicht mehr möglich sind, ist die Kombination dieser beiden genannten Maßnahmen die nukleare Option der Zentralbanken zur Überwindung des Japansyndroms.

 

Der Crack-Up-Boom

Wie nahe wir uns an einem solchen Szenario befinden, bei dem die Weltwirtschaft einen künstlichen Mega-Push erhält, zeigen die jüngsten Aussagen von Mario Draghi: Am 20. August zitierte die Financial Times aktuelle Überlegungen des amtierenden EZB-Präsidenten, den Wirtschaftssubjekten ohne Umweg über die Banken direkt frischgedrucktes (digitales) Geld in die sprichwörtliche Hand zu geben – für Konsum und Investitionen.
Das bisherige Zögern solche Maßnahmen in die Tat umzusetzen, ist dabei kein Ausdruck mangelnder Potenz der Zentralbanken, sondern deren Wissen um die Nebenwirkungen.

Übersetzt bedeutet Crack-Up-Boom nämlich sinngemäß Katastrophen-Aufschwung. Dieser rein künstliche Zyklus entfaltet in seinem Verlauf neben einer wirtschaftlichen Scheinblüte mit hohen nominellen Wachstumsraten und explodierenden Vermögenspreisen eben auch eine enorme zerstörerische Wirkung auf die Geldwertstabilität. Der Crack-Up-Boom stellt unweigerlich die Endphase eines übergeordneten Wirtschaftszyklus in einem Fiatgeld-System dar.

Wenn der politische Druck groß genug wird, schrecken die verantwortlichen „Währungshüter“ auch vor dieser nuklearen Option nicht zurück.

 

Empirische Belege für den Crack-up-Boom gibt es genug

Empirische Belege für diese politische Kausalität gibt es in der Geschichte des Geldes reichlich: von Weimar über Simbabwe, Venezuela und Argentinien bis hin zur jüngst erfolgten Entmündigung der Zentralbank in der Türkei. Ausnahmslos wurde dabei von Zentralbanken auf politischen Druck hin, gewollt oder ungewollt, der Geldwert massiv herabgesetzt.

Nochmals: dass es bislang zum Beispiel in Japan und Europa disinflationäre Tendenzen mit wirtschaftlicher Stagnation gibt, liegt nur an der Zurückhaltung der Zentralbanken in Bezug auf ihr atomares Waffenarsenal. Man könnte sagen, dass bis jetzt noch auf ein sensibles Gleichgewicht zwischen Aufrechterhaltung der Schuldentragfähigkeit von Banken, Unternehmen, Staaten und Verbrauchern auf der einen Seite sowie der Inflation auf der anderen Seite Rücksicht genommen wurde.

Die Hauptüberlegung für diese Rücksicht war dabei immer, das Vertrauen in das ungedeckte Geldsystem und die Reputation der „Währungshüter“ nicht unnötig zu zerstören. Doch wie sagte der Dichter Wilhelm Busch so schön: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Mario Draghi und seine Nachfolgerin Christine Lagarde (eine Befürworterin des Schwundgeldes) scheinen genau an diesem Punkt angekommen zu sein.

 

Fazit: Die Zentralbanken und der absehbare Crack-Up-Boom

Noch haben die Zentralbanken gar nicht angefangen, ihre schärfsten Waffen einzusetzen – aus Angst vor den Folgen. Bislang wurden nur Löcher bei de facto bankrotten Banken und Regierungen gestopft und die Weltwirtschaft halbwegs stabilisiert. Von einem Crack-Up-Boom ist in der Realwirtschaft noch nichts zu spüren (mit Ausnahme der Vermögenspreise). Die Betonung liegt auf „noch“ und der Druck im Kessel steigt.

 

Die Zentralbanken sind auf dem Weg, einen Crack-up-Boom zu erzeugen

Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Banken – Jahresprognosen am Beispiel der Zins- und Aktienmärkte

Wenn man Kapital schlagen möchte aus der Umdeutung der Jahresprognosen der Banken..

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Zugegeben, es gelingt es klingt ein bisschen ketzerisch, wenn man Kapital schlagen möchte aus der Umdeutung der Jahresprognosen der Banken. Aber, wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist es oftmals von Vorteil gewesen, sich als „Contrarian“ zu betätigen, wenn die Vorhersagen der Institute ein zu einheitliches Bild vermitteln.

Die Entwicklung der Bondmärkte und die Prognose der Banken

Welcher Analyst hatte es denn ernsthaft in Erwägung gezogen, dass die Bondmärkte ein weiteres Mal die Aktienmärkte outperformen? Genau das war in den nun fast acht Monaten des Jahres der Fall, zumindest wenn man die ganz langen Laufzeiten betrachtet: Bei den 30-Jährigen gab es bis vor Wochenfrist Gewinne von 27 Prozent (Bund) beziehungsweise 15 Prozent (US-Treasury).

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Betrachtet man nun die Jahresprognosen von 21 Banken, die diese zum Beginn des Jahres abgegeben haben, so kann man erstaunt feststellen:

  • Die durchschnittliche Schätzung der Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe lag bei 3,26 Prozent, alles ziemlich eng beisammen, die tiefste Schätzung lautete 2,50 Prozent, die höchste 3,80.
  • Im Bereich der deutschen Anleihen gingen die Analysten von einem Durchschnittszins bei der 10-Jährigen von 0,85 Prozent aus.
  • Gold 1281 Dollar, Euro/$ 1,19
  • Und wo liegen die langfristigen Zinssätze aktuell? USA 1,57 Prozent (10-Jahresbereich), Deutschland minus 0,68 Prozent

Klar sind erst knapp acht Monate des Jahres vergangen – und es könnte theoretisch noch den großen Sprung für die Renditen geben. Aber was hätte dies dann für Konsequenzen für die Aktienmärkte? Wahrscheinlich einen ziemlichen Crash und dann wären die anderen Vorhersagen der Banken im Hinblick auf die Aktienmärkte obsolet.

 

Die Lehren aus sehr konsensualen Marktmeinungen der Banken

Zur Erinnerung: Wie lautete die gemittelte Prognose von Banken und Analysten für den Endstand des Dax  2018? – 14008, tatsächlich waren es 10588, knapp daneben, wie in den meisten Jahren zuvor.

Für das Jahr 2017: Prognose 11629, Endstand 12917.

Oftmals wird nur eine durchschnittliche Jahresperformance der Vergangenheit aufaddiert. Damit ist man als Analyst ein bisschen auf der sicheren Seite. Man orientiert sich an den Kollegen, befindet sich bei einer Fehlprognose in illustrer Gesellschaft und man liegt auch mathematisch in günstigem Territorium – „reversion to the mean “ eben.

Wenn sich die Chefvolkswirte von Großinstituten in der Bewertung von Zinsen und Konjunktur zu nahe sind, kann man davon ausgehen, dass mit ziemlicher Sicherheit ihre Firmen als Kapitalanleger eben in dieser Projektion investiert sind.

Dann bedarf es nur kleiner abweichender Ereignisse – praktisch der Flügelschlag eines Schmetterlings in Asien, der einen Hurrikan in den USA verursacht – , um eine Lawine an Umschichtungen auszulösen. Im Prinzip eine weitere Form der Börsenweisheit: „Die Mehrheit bekommt selten recht.“

 

Fazit

Wie sagte schon Johann Wolfgang von Goethe vor gut 200 Jahren: „Ich finde immer mehr, daß man es mit der Minorität, die stets die gescheidtere ist, halten muß.“ Vermutlich gilt das noch heute und ganz speziell für die Kapitalmärkte.

Wie lautete die Jahresprognose für den Dax-Endstand 2019?

Wetten, dass…..!

 

Die Banken liegen in ihren Jahresprognosen zuverlässig daneben

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