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Donald Trump heute in Minessota: Drohung an IBM, Ford und andere

Donald Trump ist heute in Minessota aufgetreten am letzten Tag vor der US-Präsdidentschaftswahl – und damit in einem Bundesstaat der USA, der wie prädestiniert scheint für Trump zu stimmen..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Donald Trump ist heute in Minessota aufgetreten am letzten Tag vor der US-Präsdidentschaftswahl – und damit in einem Bundesstaat der USA, der wie prädestiniert scheint für Trump zu stimmen. Der Grund: der Bundesstaat im nördliche Mittleren Westen der USA (an der Grenze zu Kanada) war stark betroffen von einem industriellen Niedergang, seine Bevölkerung ist zu 80% weiß – und stimmen die Prognosen, dürfte der Anteil von Afroamerikanern und Hispanics von derzeit insgesamt 10% auf 20% im Jahr 2030 steigen. Also eine abstiegsbedrohte weiße Bevölkerungsmehrheit, bei der Trump auf offene Ohren treffen dürfte mit seiner Parole „Make Amerika great again“.

Und Trump sagte heute das, was seine Anhänger in Minessota von ihm erhofften: dass er den wirtschaftlichen Niedergang stoppen werde, und vor allem, dass er jene Firmen bestrafen werde, die Jobs ins Ausland verlagern. Im Fokus von Trump vor allem: Ford und IBM!

So hat etwa Ford in seinem Werk in der Hauptstadt des Bundeststaates, in Saint Paul, 794 Mitarbeiter entlassen und deren Stellen ins überseeische Ausland verlagert. IBM hat in Minessota 500 Mitarbeiter entlassen und deren Jobs nach Übersee verlagert, vor allem nach Indien. Ähnlich die in Deutschland weniger bekannten Firmen Moneygram (408 Mitarbeiter entlassen und deren Jobs ins überseeische Ausland verlagert), Smead Manufacturing (592 Mitarbeiter in Hastings entlassen und deren Jobs nach Mexiko verlagert) und Greatbatch, das 200 Jobs aus Plymouth ebenfalls nach Mexiko verlagert hat. Insgesamt hat Minessota prozentual zur Bevölkerung von allen US-Bundesstaaten die viertmeisten Jobs verloren seit der Finanzkrise.

2007 noch hatte Minessota das zweithöchste Pro-Kopf-Einkommen der USA – seitdem aber geht es rapide bergab. Während aber die Wall Street wieder glänzend dasteht, sitzen vor allem in den ehemaligen Industrieregionen des Mittleren Westens die Verlierer der Finanzkrise, die Verlierer der Globalisierung.

Nun sagte heute Trump in Minessota: Firmen, die wie IBM oder Ford Jobs ins Ausland verlagern, würden mit einer Sondersteuer von 35% belegt. Diese Steuer würde wohl vor allem dann anfallen, wenn die Firmen ihre im Ausland gefertigten Produkte wieder in die USA einführen, darf man vermuten.

Man kann sich vorstellen, dass solche Töne von international agierenden US-Firmen nicht gerne gehört werden – während vor allem die weiße Bevölkerung, die von Job-Verlusten betroffen oder bedroht ist, derartige Aussagen bejubelt. Es sind diese Amerikaner, die sich von einem Wahlsieg Trumps vieles erhoffen, während aus ihrer Sicht die Dinge unter Clinton weiter laufen würde wie in den letzten Jahren – als aus ihrer Sicht stetiger Abstieg. Daher ist es auch kein Zufall, dass der Enthusiamsmus der Trump-Anhänger in den USA insgesamt deutlich größer ist als der der Anhänger Clintons!

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Donald Trump. Foto: Gage Skidmore/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Was aber würde das konkret bedeuten, wenn Firmen wie Ford und IBM, die Stellen ins Ausland verlagern, eine Steuer von 35% zahlen müssten? Faktisch würden diese Firmen auf dem Weltmarkt ein Problem bekommen, weil sie nicht auf ökonomische Entwicklungen reagieren könnten. Da die Löhne in den USA selbst im Niedriglohn-Sektor noch deutlich höher sind als etwa in Mexiko, müssten sie die Preise erhöhen – oder auf Margen verzichten, was ihre Konkurrenzfähigkeit veschlechtern würde. Und: wer als US-Firma ein neue Niederlassung plant, würde sich wohl überlegen, diese Niederlassung gleich im Ausland zu errichten – wovon die Menschen in Minessota dann auch nicht viel hätten.

Es ist also leicht, solche Maßnahmen anzukündigen – sie in der Realität durchzusetzen aber sicher schon schwieriger, die Folgen solcher faktisch protektionistischer Maßnahmen wären nicht absehbar. Trump, sollte er US-Präsident werden, plant ein gigantisches Expierment am lebenden Organismus – Ausgang völlig ungewiss!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    GN

    7. November 2016 16:17 at 16:17

    …..mir ist ein solches „Expierment am lebenden Organismus“ aber deutlich lieber, als dieses alternative Weitermachen Zugunsten einer hochkorruppten Oligarchie, wie sie von dieser hochfragwürdigen Cliton vertreten wird….

    Hier ein sejr lesenswerter Artikel von dem von mir sehr geschätzten Paul Craig Roberts (ehm. stellvertretender Finanzminister unter R. Regan)…

    http://n8waechter.info/2016/10/paul-craig-roberts-demokratieversagen-wie-die-oligarchen-planen-die-wahl-zu-stehlen/

  2. Avatar

    frank.trg

    7. November 2016 18:06 at 18:06

    Das sind drastische fast schon sozialistische Töne. Aber ist es denn wirklich besser wenn das System so weitermacht wie bisher. Die neoliberale Politik der letzten 30 Jahre hat doch dazu geführt dass Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern und eine Dumpingspirale in Gang gesetzt haben. Massenarbeitslosigkeit ist die Folge. Klar wären die 35% Steuer eine hohe Belastung, aber was ist die Alternative dazu?

    Und wieso immer betont wird dass Trump „weiße“ Wähler anspricht ist mir nicht klar. Was will man damit suggerieren? haben diese kein Recht sich über Arbeitslosigkeit zu beklagen nur weil sie weiß sind? Und sind sich die Journaisten bewusst dass sie selbst weiß sind? Der Jobverlust trifft nicht nur Weiße.

    • Avatar

      Michael

      7. November 2016 22:17 at 22:17

      @ GN und frank.trg:
      „Die neoliberale Politik der letzten 30 Jahre hat doch dazu geführt dass Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern und eine Dumpingspirale in Gang gesetzt haben. Massenarbeitslosigkeit ist die Folge…
      Was genau soll neoliberale Politik eigentlich bedeuten (um „neo“ zu sein, muss es ja zuvor schon mal liberale Politik in Amerika gegeben haben) und was hat das mit Massenarbeitslosigkeit zu tun?
      Ein paar Hundert Jobs hier, ein paar Hundert da, was interessiert das ein Land mit „Vollbeschäftigung“ und max. 5% Arbeitslosenqote?
      Dreamland vermeldet seit 5 Jahren jeden Monat etwa 200.000 bis 400.000 neue Arbeitsplätze. JEDEN MONAT

      • Avatar

        maitdjai

        8. November 2016 06:04 at 06:04

        @ Michael:
        So, was denn für Jobs?! Von denen braucht man mindestens 2, um davon leben zu können. In „Real“ sind das alles nur plakative „Verdummungszahlen“. Wenn man genau nachschaut, verlieren die ihren Glanz ganz schnell.

        Wird in der „BRD“ ja auch zum „neuen“ Modell.
        Nur noch mit dem Unterschied, dass DIE, die noch einigermaßen verdienen, die Arbeitgebersubventionierung mit Aufstockung durch die Jobcenter bezahlen müssen. Durch Steuern und Sozialabgaben. Und auch nur Die, die in das marode System einzahlen „müssen“! Dieser Zustand wird auch nicht angetastet! Das würde ja zu „Schweizer Verhältnissen“ führen (!), die genau dieser „nicht zahlende“ Teil partout nicht haben will.

        Die immer wieder angeführte „Gute Bildung“ schützt in den USA und auch bei uns nicht vor der Situation mehrere Jobs annehmen zu müssen.
        Für die gilt nämlich „Generation Praktikum“, bzw. „Leiharbeit“.

        Nach dem Motto „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan“. Wobei der Begriff „Mohr“ hier eine schöne Analogie zur der zunehmenden verschleierten Versklavung der Arbeitnehmerschaft ist.
        In Indien oder Bangladesch etc. funktioniert das wunderbar.

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