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Donald Trump – manchmal trifft er den Nagel auf den Kopf

Hannes Zipfel

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Nachdem gestern der Dollar gegenüber den wichtigsten Handelspartnerwährungen auf ein neues zyklisches Hoch gestiegen war und heute der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe erneut einbrach, konnte man die Uhr danach stellen, wann Donald Trump der Fed diese Fakten via Twitter verbal um die Ohren haut.

Donald Trump hat nicht ganz unrecht – die Fed muss sich bewegen

Donald Trump ahnt es schon und viele Ökonomen wissen es bereits: Die Fed ist „Behind the Curve“. Während Zentralbanken auf der ganzen Welt gegen den stattfindenden globalen Abschwung ankämpfen, möchte sich die US-Notenbank erst einmal die Datenlage weiter anschauen und schließt aktuell sowohl ein offizielles QE-Programm als auch weitere Zinssenkungen aus. Zum Begutachten neuer Konjunkturdaten in Form der ISM-Einkaufsmanagerindizes hat die Fed heute Gelegenheit. Was ihr dabei ins Auge stechen sollte, sind die zunehmenden Auswirkungen des globalen Abschwungs über den Welthandel auf die Exporte der USA (blaue Linie).

ISM Index - hat Donald Trump doch recht?

Die viel beschworene ökonomische Brandschutzmauer der US-Konjunktur – der US-Konsum – ist auch nur ein löchriger Gartenzaun. Joe Sixpack, der am Ende der Wertschöpfungskette steht, bekommt den Abschwung als Letzter mit. Es stellt sich die Frage, wie der Konsum als stark nachlaufender Indikator (siehe Deutschland), den positiven Dreh in die Konjunktur bringen soll, wenn die US-Verbraucher im Zuge der Fiskal-Sause in den letzten beiden Jahren in Rekordhöhe den Konsum der nächsten Jahre bereits auf Pump vorgezogen haben? Bis zur Präsidentschaftswahl wird es sehr wahrscheinlich keine neuen Steuerstimuli mehr geben. Die Trump-Administration hat seit den Zwischenwahlen vor einem Jahr keine Mehrheit mehr im Kongress. Konjunkturhilfen vorbei am Repräsentantenhaus zu beschließen, also das sogenannte Bypassing, ist nur sehr beschränkt möglich und selbst unter Trumps Beratern politisch höchst umstritten.

Wo soll also der nochmalige Konsumschub herkommen, der die wegbrechenden Erträge in der Industrie und zunehmend auch im Transportsektor und bei den Business-Dienstleistern ersetzten soll? Die Hoffnung auf einen Big-Deal zwischen China und den USA sollte man in Anbetracht der dahinterstehenden langfristigen machtstrategischen Interessen der USA und Chinas nicht allzu hoch hängen. Es ist eher wahrscheinlich, dass sich die Konsumaktivität im Zuge auch weiterhin zumindest stagnierender Aktienmärkte, rückläufiger Unternehmensgewinne und einer Verschlechterung am Arbeitsmarkt ebenfalls abschwächt.

Die Baustellen der Fed werden immer zahlreicher

Donald Trump hat völlig recht: Die ungewollte Dollar-Stärke zehrt bereits an den Gewinnen der US-Multinationals, bremst Investitionen und behindert die Rückverlagerung von Produktionskapazitäten in die USA. Außerdem leidet bereits der Zustrom an ausländischen Touristen in die Vereinigten Staaten:

Dollar Index und Earnings

Darüber hinaus muss sich die Fed auch noch mit Liquiditätsengpässen am US-Repomarkt herumschlagen. Der enorme Refinanzierungsbedarf der US-Administration im Zuge der 1,5 Billionen schweren Steuergeschenke droht die Aufnahmefähigkeit des Kapitalmarktes zu übersteigen.

Fazit

Ohne, dass die Fed Vollgas gibt und den Dollar gegenüber dem schwächelnden Euro und Yuan abwertet, wird die US-Wirtschaft genau das tun, was Donald Trump im Wahlkampf überhaupt nicht gebrauchen kann: in die Rezession abrutschen. Das Schlimmste, was die Fed jetzt tun kann, ist weiter so zu tun, als sei nichts gewesen, um anschließend in Panik zu geraten und Donald Trumps Forderungen doch noch zu erfüllen. Dann wäre der schöne Schein der politischen Unabhängigkeit erst recht dahin.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    1. Oktober 2019 19:40 at 19:40

    Die FED ist doch nicht unabhängig. Sie erhöhen die Zinsen, reduzieren die Geldmenge und versuchen so China unter Druck zu setzen. So manches Schwellenland ist ja bereits übern Jordan. Ob das bei China auch klappt werden wir sehen.

    Macht > Wirtschaft

    Zur Not nehmen die Amis halt eine Schrumpfung hin, wenn es dem Zweck dient

  2. Avatar

    Bondkenner 007

    1. Oktober 2019 21:56 at 21:56

    Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die Zinsdifferenz zu den Amis noch nie so klein war wie jetzt, aus welchen Gründen auch immer.Ich erinnere mich an die 80 er Jahre wo die Amis Bondrenditen von 13/14 %
    hatten u.der Dollarkurs sehr viel höher war als jetzt.
    Maximum Verschuldung u.Minimum Zinsen geht nicht.

    • Avatar

      frank

      2. Oktober 2019 10:25 at 10:25

      wieso geht das nicht? In Japan geht genau das schon seit ein paar Jahrzehnten und zwar verdammt gut.

  3. Avatar

    frank

    2. Oktober 2019 10:24 at 10:24

    Trump trifft den Nagel doch immer auf den Kopf. Mit jedem einzelnen Tweet. Genau deshalb wird er von Establishment gehasst und von seinen Anhängern gewählt und verehrt.

    • Avatar

      leftutti

      2. Oktober 2019 21:12 at 21:12

      @frank, genau so ist es. Deshalb auch folgendes aus Trumpis Tweets:
      Die aktuellen Vorwürfe gegen ihn sind ein „Staatsstreich“. Mittels dessen wollten die Demokraten den Bürgern „ihre Stimme“, „ihre Freiheiten“ und ihre „von Gott gegebenen Rechte“ wegnehmen.

      Wer dem größten Lügner der Geschichte etwas vorwirft und dubiose Machenschaften hinterleuchtet, nimmt den Bürgern ihre von Gott gegebenen Rechte weg. So geht Logik heute.

  4. Avatar

    Zimmermann

    2. Oktober 2019 13:43 at 13:43

    Eines ist sicher. Es wird keinen Big-deal mit China in den Gesprächen im Oktober geben. Wieso sollte China nun nachgeben, nachdem Trump sichtlich angeschossen ist?

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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