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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Donald Trump sendet zwiespältiges Signal an die Märkte

Trumsp Spagat: Die „unfairen“ Staaten mit Zöllen in die Knie zwingen – und gleichzeitig die Aktienmärkte pushen. Kann das funktionieren?

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Der US-Präsident ist schneller eingeknickt als erwartet. Die gestern bekannt gewordene Möglichkeit der Verschiebung der Zölle gegenüber der EU und im Automobilbereich gegenüber Deutschland, die sicher im Einverständnis von Donald Trump lanciert wurde, ist ein zweideutiges Signal, aber eher ein Signal der Schwäche. Ein Eingeständnis dafür, dass er vor den Märkten einknickt (meine x-fach geäußerte These: Kein Präsident regiert gegen die Interessen der Wall Street) und zwar zu dem Moment, als sich die Aktienkurse in Richtung der Dienstagstiefs bewegten.

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Wieder ein kleines Indiz dafür, dass die Aktienmärkte die Achillesferse des Präsidenten sind. Mit dieser von ihm sicher gesteuerten Aktion zeigt der Präsident wovor er sich besonders fürchtet – vor einem Absturz der Märkte inmitten des Wahlkampfes. Warum ruderte er gerade jetzt zurück, wo die Wirtschaft sich in einer „so ausgezeichneten Verfassung befindet“ und die chinesischen Zölle richtig Geld in die US-Kassen spülen?

 

Die Prioritäten des jetzigen Amtsinhabers

  • Das höchste Interesse Trumps liegt in seiner Wiederwahl 2020.
  • Dazu braucht er die Unterstützung seiner Stammwählerschaft, denen er gegenüber Stärke beweisen und seine Wahlversprechen einhalten muss.
  • Hierzu zählt auch seine Ideologie, „dass die USA wirtschaftlich durch andere Länder über den Tisch gezogen werden. Ausdruck dafür sei das große Handelsbilanzdefizit, welches er abbauen werde. Handelskriege seien leicht zu gewinnen“, mittels Zöllen und dem Druckmittel der Weltleitwährung US-Dollar.
  • In seinen Wahlversprechen befindet sich auch ein prosperierender Aktienmarkt (Dow 30 000), an dem ihn seine Wähler messen sollen.
  • Hier beginnt die Zwangslage, aus der er ohne externe Hilfe nicht mehr herauskommt. Ein paralleler Zollkrieg mit China und der EU führt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem Einbruch des Welthandels und damit zu einem Absturz der Aktienmärkte.
  • Donald Trumps nach außen vorgetragene Devise lautet: „America first“, aber in Wirklichkeit müsste es bis zum 3. November 2020 heißen „Trump first“! Für diese Annahme gibt es aus meiner Sicht unzählige verbale und nonverbale Hinweise.

Das ist also der Spagat, den der Präsident versucht und der in den nächsten Monaten für reichlich Volatilität sorgen sollte. Die „unfairen“ Staaten mit Zöllen in die Knie zwingen und gleichzeitig die Aktienmärkte pushen. Jedes Mal, wenn sich die Indizes in der Nähe ihrer Hochs befinden, spielt er den starken Dealmaker, aber bereits bei nur mittleren Einbrüchen wird er zurückhaltend mit Drohungen und vermittelt mit seinen Tweets Zuversicht und schürt den Funken Hoffnung in einer eigentlich nicht lösbaren Situation.

 

Mein Fazit

Die Akteure an der Wall Street glaub(t)en stets an die Möglichkeit einer Einigung, weil man davon ausgeht, dass man nicht so unvernünftig sein kann, die Konjunktur trotz zahlloser Mahnungen und Warnungen sehenden Auges nachhaltig zu schädigen. Bisher hat das Spiel „Drohen und Hoffnung aufrechterhalten“ aus der Sicht Trumps funktioniert.

Aber bei Umsetzung, nur der 25%-Zölle auf die 325 Milliarden Dollar Chinaexporte, wird der Schaden im Welthandelsgetriebe von Woche zu Woche immer größer werden und der Präsident könnte schlussendlich das bekommen, was er sich am wenigsten gewünscht hat – eine US-Rezession.

Die Fed war auch im Dezember erst kurz vor dem Eintritt in den Bärenmarkt (-20%) tätig geworden. Ob der ungeduldige Amtsinhaber bis dahin die Nerven behält?

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, um von eigenem Versagen abzulenken, aber darüber möchte ich jetzt noch keine Spekulationen abgeben..

 

The Donald

3 Kommentare

3 Comments

  1. Zinsangst

    16. Mai 2019 09:27 at 09:27

    Die Achillesferse der USA (Wallstreet) offenbart eine Fragilität der US-Wirtschaft, die Trump wohl nicht auf dem Radarschirm hatte. Sein Glaube an die auch ökonomische Überlegenheit der USA zeigt ein Stück weit seine Naivität. Die Chinesen haben die Schwachstelle erkannt und werden entsprechend Handeln (der größte Handels-Deal der Geschichte ist damit selbst Geschichte). Die von Trump jüngst initialisierten Zollanhebungen und zusätzlich die chinesischen Gegenzölle werden in Kombination mit der leicht restriktiven Zinspolitik der Fed schleichenden Schaden an der US-Konjunktur anrichten. Damit läuft die Zeit auf allen Ebenen gegen Trump. Es sei denn, er bekommt die Fed irgendwie auf seine Seite. Die Fed ist theoretisch sein mächtigster Trumpf, abgesehen von der im Artikel schon angeklungenen militärischen Ablenkung durch einen Krieg.

  2. Columbo

    16. Mai 2019 09:37 at 09:37

    Eine Art Garantie, daß die Märkte nicht einbrechen werden? Wenigstens bis zu den Wahlen.

  3. Wolfgang M.

    16. Mai 2019 09:56 at 09:56

    @Columbo. Guten Morgen nach Südtirol. Märkte crashen in der Regel nach Zinsanhebungen oder vor dem Auftreten einer Rezession. Ersteres wird Trump mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, bei Zweitem wird er scheitern, die Frage ist nur wann? Die eine Million-Dollar-Frage.
    Gruß

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Finanznews

Ohne Abverkauf kein Deal USA-China! Marktgeflüster (Video)

Die Märkte sind in einem Paradox gefangen: einen Deal kann es nur geben, wenn auch der Schmerz für die USA sehr groß ist, wenn die Wall Street abverkauft

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Ein substanzlos optimistischer Tweet von Donald Trump reicht am „magic risk free-Freitag“, um die Aktienmärktre nach oben zu bringen. Nach nichts sehnen sich die Aktienmärkte mehr als diesen angeblich immer wieder kurz vor dem Abschluß stehenden Deal zwischen den USA und China, der derzeit so weit wie noch nie entfernt ist! Und dabei sind die Märkte in einem Paradox gefangen: einen Deal kann es nur dann geben, wenn auch der Schmerz für die USA sehr groß ist, sprich wenn die Wall Street abverkauft – sonst hat Trump keinerlei Grund, seine harte Haltung gegenüber China aufzugeben (zumal die oppositionellen US-Demokraten Trumps harte Haltung teilen!). China aber wird Gespräche nur dann aufnehmen, wenn Trump bei Huawei einen Rückzieher macht..

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Indizes

Chinas Leidensfähigkeit im Handelsstreit – dafür gibt es Grenzen

Über die Schwachstellen der beiden Supermächte im Handelskrieg – im Fokus China

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Hatte Chinas Regierungschef Xi Jinping nicht erst jüngst sein Volk auf eine magere, entbehrungsreiche Periode hingewiesen? Die Ursachen dafür reichen schon etwas zurück und werden durch den Handelsstreit massiv verstärkt.

 

Chinas Achillesferse: der Arbeitsmarkt

Es ist wahrscheinlich die unzuverlässigste Wirtschaftszahl aus den entwickelten Staaten, Chinas Arbeitslosenstatistik. In den Jahren 2002 bis 2018 stieg diese Zahl nie über 4,3 Prozent und fiel nie unter 3,9 Prozent, einer Marke, die auch derzeit „offiziell“ Bestand hat. Trotz Finanzkrise 2008 und Chinas Wachstumsproblem 2015/2016.

Kann man diesem Wirtschaftsmärchen auch nur im Ansatz trauen? Daraus erschließt sich die große Sorge, die Chinas Regierung am meisten umtreibt, der Angst vor einen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. Ich habe in unserem freundlichen Streitgespräch zwischen Markus Fugmann und mir am letzen Mittwoch darauf hingewiesen, welch sozialer Sprengstoff hinter der Thematik steckt angesichts von weit über 100 Millionen Wanderarbeitern in China, die versorgt werden müssen. Dazu ein paar Argumente.

 

Chinas Zählweise der Arbeitslosigkeit

Ein Grund für die seltsamen Arbeitslosenzahlen liegt wohl in der Erfassung. Nach dem chinesischen Einwohnermeldesystem (Hukou) werden Stadtbewohner als Arbeiter registriert und die Landbevölkerung als Bauern. Damit werden die Hunderte Millionen Wanderarbeiter von der Statistik nicht richtig verbucht, wenn sie ihre Heimat verlassen, um in einer Fabrik zu arbeiten.

 

Chinas Sozialsysteme

Da man in China sehr geringe Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlt – in Peking sind es gerade mal 0,2% vom Salär, 0,8% zahlt der Arbeitgeber – melden sich viele Menschen nach einem Jobverlust nicht arbeitslos, weil es eben kaum etwas bringt. Aus anderen Statistiken (Volksuniversität Peking) ergeben sich bedenkliche Entwicklungen. Im ganzen Land sind die Jobangebote um 10 Prozent gesunken, während die Nachfrage um 8 Prozent gestiegen ist. Allein in Peking ist die Zahl der Arbeitssuchenden im letzten Quartal 2018 um 47 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen und dies war noch deutlich vor der weiteren Verschärfung der Zölle durch Donald Trump.

Zwar unterstützt der Staat seine Firmen und fordert zu Einstellungen auf, jedoch beträgt der Anteil der Privatfirmen bereits 85 Prozent. China steckt im größten Strukturwandel seit Jahrzehnten – dem Wandel von der Produktionsstätte für die Welt hin zu einem Hightech-Land mit Dienstleistungssektor.

 

Ein weiteres Problem – Industrieroboter

Auch in China schreitet die Automatisierung voran. Nach offiziellen chinesischen Angaben ist die Zahl der Industriearbeiter von 2012 bis 2017 um 60 Millionen zurückgegangen, den Ausgleich bildeten die Jobs im Dienstleistungsbereich. Aktuell sehr interessant auch die Absicht des Endfertigers von Apples iPones, Foxconn, 30 Prozent seiner Arbeiter durch Roboter zu ersetzen.

Aus all den angeführten Argumenten wird deutlich, warum Xi Jinping seine Landsleute auf härtere Zeiten eingeschworen hat, auch unabhängig vom Handelsstreit. Er vertraut auf die Leidensfähigkeit seiner Bürger, aber bei massiven Jobverlusten, ohne Auffangsystem, dürfte diese rasch an ihre Grenzen geraten. Die berüchtigten sozialen Unruhen. Auch wenn Xi Jinping auf Lebenszeit gewählt wurde, hat er keine Allmacht und eine Rezession würde ein soziales Problem ungeahnten Ausmaßes generieren.

 

Fazit

Es ist zweifelsohne ein Kampf der Giganten, der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Und derzeit ist nicht absehbar, wer ab welchem Punkt einlenken wird, um einen gesichtswahrenden Kompromiss zu erzielen.

Es gibt aber zwei Schwachstellen, die von keiner Regierung ignoriert werden kann. In den USA ist es der Aktienmarkt, über den ich schon mehrere Kommentare verfasst habe „Das Billionen-Dollar-Risiko…“ und für China das oben skizzierte Beschäftigungsproblem. Mal sehen, wen es härter trifft und wer eher einlenkt. Auf eines möchte ich aber fast schon wetten: Donald Trump wird bei einem Aktieneinbruch in der Größenordnung von 10 Prozent plus ganz schön kleinlaut werden. Nur vertrauen die Märkte bisher immer noch auf den wirtschaftlichen Status der Supermacht – bald tempi passati?

 

Von Kzw – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8937812

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Indizes

Aktienmärkte: Ab wann greift der „Trump-Put“?

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Gibt es einen „Trump-Put“, also eine Versicherung gegen fallende Kurse? Gestern wieder ein optimistischer Tweet von Trump – und schon erholten sich die US-Indizes. Faktisch – das bringt Jochen Stanzl gut auf den Punkt – geht das Geld aus Sektoren und Aktien heraus, die in Sachen Handelskrieg viel zu verlieren haben, und in Sektoren und Aktien hinein, die davon wenig betroffen zu sein scheinen. Linke Tasche, rechte Tasche..

Aber das 2.Quartal könnte negative Überraschungen bringen bei den Firmenergebnissen der US-Konzerne (auf Link im Tweet klicken):

Aber hören wir die klaren Aussagen von Stanzl:


By Steve Jurvetson from Menlo Park, USA – The Donald & Mark Wahlberg, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55327521

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