Indizes

Donald Trump sendet zwiespältiges Signal an die Märkte

Der US-Präsident ist schneller eingeknickt als erwartet. Die gestern bekannt gewordene Möglichkeit der Verschiebung der Zölle gegenüber der EU und im Automobilbereich gegenüber Deutschland, die sicher im Einverständnis von Donald Trump lanciert wurde, ist ein zweideutiges Signal, aber eher ein Signal der Schwäche. Ein Eingeständnis dafür, dass er vor den Märkten einknickt (meine x-fach geäußerte These: Kein Präsident regiert gegen die Interessen der Wall Street) und zwar zu dem Moment, als sich die Aktienkurse in Richtung der Dienstagstiefs bewegten.

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Wieder ein kleines Indiz dafür, dass die Aktienmärkte die Achillesferse des Präsidenten sind. Mit dieser von ihm sicher gesteuerten Aktion zeigt der Präsident wovor er sich besonders fürchtet – vor einem Absturz der Märkte inmitten des Wahlkampfes. Warum ruderte er gerade jetzt zurück, wo die Wirtschaft sich in einer „so ausgezeichneten Verfassung befindet“ und die chinesischen Zölle richtig Geld in die US-Kassen spülen?

 

Die Prioritäten des jetzigen Amtsinhabers

  • Das höchste Interesse Trumps liegt in seiner Wiederwahl 2020.
  • Dazu braucht er die Unterstützung seiner Stammwählerschaft, denen er gegenüber Stärke beweisen und seine Wahlversprechen einhalten muss.
  • Hierzu zählt auch seine Ideologie, „dass die USA wirtschaftlich durch andere Länder über den Tisch gezogen werden. Ausdruck dafür sei das große Handelsbilanzdefizit, welches er abbauen werde. Handelskriege seien leicht zu gewinnen“, mittels Zöllen und dem Druckmittel der Weltleitwährung US-Dollar.
  • In seinen Wahlversprechen befindet sich auch ein prosperierender Aktienmarkt (Dow 30 000), an dem ihn seine Wähler messen sollen.
  • Hier beginnt die Zwangslage, aus der er ohne externe Hilfe nicht mehr herauskommt. Ein paralleler Zollkrieg mit China und der EU führt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem Einbruch des Welthandels und damit zu einem Absturz der Aktienmärkte.
  • Donald Trumps nach außen vorgetragene Devise lautet: „America first“, aber in Wirklichkeit müsste es bis zum 3. November 2020 heißen „Trump first“! Für diese Annahme gibt es aus meiner Sicht unzählige verbale und nonverbale Hinweise.

Das ist also der Spagat, den der Präsident versucht und der in den nächsten Monaten für reichlich Volatilität sorgen sollte. Die „unfairen“ Staaten mit Zöllen in die Knie zwingen und gleichzeitig die Aktienmärkte pushen. Jedes Mal, wenn sich die Indizes in der Nähe ihrer Hochs befinden, spielt er den starken Dealmaker, aber bereits bei nur mittleren Einbrüchen wird er zurückhaltend mit Drohungen und vermittelt mit seinen Tweets Zuversicht und schürt den Funken Hoffnung in einer eigentlich nicht lösbaren Situation.

 

Mein Fazit

Die Akteure an der Wall Street glaub(t)en stets an die Möglichkeit einer Einigung, weil man davon ausgeht, dass man nicht so unvernünftig sein kann, die Konjunktur trotz zahlloser Mahnungen und Warnungen sehenden Auges nachhaltig zu schädigen. Bisher hat das Spiel „Drohen und Hoffnung aufrechterhalten“ aus der Sicht Trumps funktioniert.

Aber bei Umsetzung, nur der 25%-Zölle auf die 325 Milliarden Dollar Chinaexporte, wird der Schaden im Welthandelsgetriebe von Woche zu Woche immer größer werden und der Präsident könnte schlussendlich das bekommen, was er sich am wenigsten gewünscht hat – eine US-Rezession.

Die Fed war auch im Dezember erst kurz vor dem Eintritt in den Bärenmarkt (-20%) tätig geworden. Ob der ungeduldige Amtsinhaber bis dahin die Nerven behält?

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, um von eigenem Versagen abzulenken, aber darüber möchte ich jetzt noch keine Spekulationen abgeben..

 

The Donald



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3 Kommentare

  1. Die Achillesferse der USA (Wallstreet) offenbart eine Fragilität der US-Wirtschaft, die Trump wohl nicht auf dem Radarschirm hatte. Sein Glaube an die auch ökonomische Überlegenheit der USA zeigt ein Stück weit seine Naivität. Die Chinesen haben die Schwachstelle erkannt und werden entsprechend Handeln (der größte Handels-Deal der Geschichte ist damit selbst Geschichte). Die von Trump jüngst initialisierten Zollanhebungen und zusätzlich die chinesischen Gegenzölle werden in Kombination mit der leicht restriktiven Zinspolitik der Fed schleichenden Schaden an der US-Konjunktur anrichten. Damit läuft die Zeit auf allen Ebenen gegen Trump. Es sei denn, er bekommt die Fed irgendwie auf seine Seite. Die Fed ist theoretisch sein mächtigster Trumpf, abgesehen von der im Artikel schon angeklungenen militärischen Ablenkung durch einen Krieg.

  2. Eine Art Garantie, daß die Märkte nicht einbrechen werden? Wenigstens bis zu den Wahlen.

  3. @Columbo. Guten Morgen nach Südtirol. Märkte crashen in der Regel nach Zinsanhebungen oder vor dem Auftreten einer Rezession. Ersteres wird Trump mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, bei Zweitem wird er scheitern, die Frage ist nur wann? Die eine Million-Dollar-Frage.
    Gruß

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