Folgen Sie uns

Allgemein

Donald Trump sollte mal diesen Immigranten aus Haiti kennenlernen

Die Äusserungen von Donald Trump über Haiti und afrikanische Länder (shithole“) könnte dazu führen, dass es zum „government shutdown“ kommt (bis Freitag Mitternacht Washington Uhrzeit muß eine Einigung gefunden werden), weil viele US-Demokraten derart entsetzt sind, dass sie ihre Zustimmung für eine temporäre Verlängerung der Schuldengrenze bzw. eine längerfristige Anhebung derselben aufgrund der Aussagen Trumps verweigern wollen..

Redaktion

Veröffentlicht

am

Hinweis der FMW-Redaktion: Die Äusserungen von Donald Trump über Haiti und afrikanische Länder (shithole“) könnte dazu führen, dass es zum „government shutdown“ kommt (bis Freitag Mitternacht Washington Uhrzeit muss eine Einigung gefunden werden), weil viele US-Demokraten derart entsetzt sind, dass sie ihre Zustimmung für eine temporäre Verlängerung der Schuldengrenze bzw. eine längerfristige Anhebung der US-Schuldenobergrenze verweigern wollen:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier eine sehr persönliche gehaltene, aber wie wir finden sehr lesenswerte Kolumne von Herbert Bauernebel in Sachen Haiti:

Er zögerte keine Sekunde.

“Ich muss los”, sagte der junge Mann plötzlich. “Was meinst du? Gehen? Wohin?”, antwortete ich leicht verwirrt.

Wir stehen am Flughafen in Port-au-Prince, Haiti, Mitte Januar 2010. Vier Tage davor hatte ein Erdstoß der Stärke 7.0 die Zweimillionen-Einwohnermetropole zerstört. In den Trümmerhalden rund um das Flugfeld verloren 230.000 Menschen ihr Leben.

Sie liegen noch halb verdeckt auf der Straße, in Massengräbern, verschüttet in vielstöckigen Gebäuden, die in Sekundenbruchteilen einstürzten wie Kartenhäuser.

Leon (Name geändert) ist 22 Jahre alt, er hat das Beben überlebt, als er im Computerladen, in dem er arbeitete, unter einen Holztisch hechtete und sich selbst aus dem Schutt des eingestürzten Gebäudes retten konnte. Er hatte für mich und meinen britischen Kollegen, James, die letzten Tag als Übersetzer gearbeitet, mit perfektem Englisch, bewundernswerter Hingabe und Professionalität.
Ein Entschluss in Sekundenbruchteilen

Dank ihm fühlten wir uns sicher, dank ihm, erhielten wir einen Einblick in das unglaubliche Leid nach dem Horrorbeben. Es war ihm nicht einmal anzumerken, dass seine Heimatstadt gerade in ein apokalyptisches “Killing Field” verwandelt worden war und viele seiner Familienmitglieder als vermisst galten.

Jetzt aber stehen wir am Rollfeld vor einer amerikanischen C-130-Transportmaschine, die für die Evakuierung von Erdbeben-Opfern gerade beladen wird. Die Destination: Ein Luftwaffen-Stützpunkt in Florida. Vor der Laderampe warten Haitianer geduldig auf den Einstieg in den riesigen Cargoraum.

Leon hat in Sekundenbruchteilen einen kaum vorstellbaren, spontanen Entschluss gefasst. Das Flugzeug, Florida. Die Chance, hier rauszukommen: Es würde sie so nie wieder geben.

“Ich muss da rein”, zeigte er auf den Flieger. Wir stehen fast wie festgefroren da, doch kapieren rasch: Todernst meint er es.

Es ist schon erstaunlich: Nur mit einem Rucksack am Rücken will er los, raus aus Haiti – schon davor das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, jetzt eine mit Verwendungsgestank überzogene Kraterlandschaft.
Er drückte uns die Hand – und ging los

Familie, Freunde, Heimat, sein ganzes Existenz bisher. Leon musste in wenigen Momenten beim Anblick des Flugzeuges alles abwägen, eine Entscheidung treffen – über eine dramatische Weggabelung in seinem Leben.

Beim Aufwachen noch hatte er keinerlei Ahnung, was dieser Tag bringen werde. Dass er im Bauch einer US-Militärmaschine nach Florida fliegen, in Amerika mit nichts als einem T-Shirt und Jeans am Leib vor einem Neubeginn stehen würde.

Es ist schwer begreifbar, vor allem wenn man im Wohlstand aufwächst: Die Verzweiflung, die Sehnsucht, die Courage von Flüchtlingen.

James und ich wissen, dass wir ihn nicht aufhalten können – und wollen.

Leon notiert auf einem Zettel unsere Handy-Nummern, damit er uns kontaktieren könne, sollte er doch abgewiesen werden.

Seine Hände zittern, als er die Ziffern zu Papier bringt.

Mir läuft die Gänsehaut auf, meine Augen werden feucht: Ich erlebe gerade den bewegendsten Moment meiner Journalistenlaufbahn.

Der junge Haitianer schüttelt noch kurz unsere Hände, dreht sich nach wenigen Schritten kurz um, den Daumen nach oben. Dann hält er mit entschlossenen Schritten auf die Menschenschlange zu.

Wir hörten dann nicht mehr von ihm.

Monate später kontaktiert er James und erzählt, dass er es geschafft hat und jetzt in Miami lebe. Er erlangte über die Jahre offenbar einen legalen Status, hat eine Freundin und arbeitet aus Logistikmanager für eine Autoverleihfirma.

Auf Facebook sehe ich Bilder eines erfolgreichen Lebens, zuletzt grinste er mit einer Wollmütze am Kopf vom Times Square. Und jedes mal denke ich an die dramatischen Momente vor acht Jahren in der Bebenhölle von Port-au-Prince.

Leon ist einer dieser Immigranten, die Donald Trump mal kennenlernen sollte, bevor dieser fassungslos ignorante Mann über “Sch…loch-Länder“ urteilt.
Von den Haitianern können sich viele was abschauen

Ich habe Haiti insgesamt dreimal besucht, stets anlässlich von Desastern (Beben, Cholera und Hurrikan). Klar, Haiti ist bitterarm und die Slums von Port-au-Prince keine Augenweide. Doch nirgends auf der Welt habe ich so herzliche Leute getroffen wie dort – trotz des harten Lebens.

Viele Amerikaner, inklusive dem Präsidenten, könnten sich einiges abschauen von diesen zähen, von unvorstellbaren Katastrophen geprüften Menschen – besonders solche, die sich schon als Patrioten sehen, wenn sie nach jeder Kalamität auf Facebook “God bless you” posten.

Nach dem Trumps “Sh…hole-Gate”-Eklat publizierte Leon ein dramatisches und professionell produziertes Video auf Facebook: “Präsident Trump, ich habe dieses Video zusammengestellt für meine Landsleute”, schrieb er: “Haiti ist kein Drecksloch, wir sind hart arbeitende Menschen, denen alle Chancen verwehrt bleiben”.

Das Posting hatte mich in mehrerer Hinsicht aufgewühlt: Die Bilder der Berge grotesk verrenkter und erstarrter Leichen, die wir vor den Massengräbern sahen, werde ich mein Leben lang nicht aus dem Kopf kriegen.

Wie aber auch die Erinnerungen an jenen Moment, als Leon mit einer blitzschnellen, spontanen Entscheidung die Chance auf ein neues Leben beim Schopf packte.

Und gleichzeitig verdreht es einem den Magen, wenn man an die widerlichen Bemerkungen im Oval Office denkt.

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street.

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    leser

    16. Januar 2018 18:05 at 18:05

    Statt Einzelbeispiele als Gegenargument zu verwenden und Political Correctnes zu bemühen, reicht es, einen Blick auf den Korruptionsindex (http://www.laenderdaten.de/indizes/cpi.aspx) zu werfen. Begleitend empfehle ich diese Lektüre, http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2018/01/es-gibt-viele-dreckslocher-auf-der-welt.html

    • Avatar

      leftutti

      16. Januar 2018 20:37 at 20:37

      @leser, in der empfohlenen Lektüre ist zu lesen: Als Obama das Wort „shit show“ für Libyen verwendete, haben aber die, die heute über Trump herfallen, sich nicht darüber aufgeregt und ihn einen Rassisten genannt.
      Tatsächlich war es doch so, dass er Cameron einen „beschissenen Auftritt, einen beschissenen Job, einen Saustall“ vorgeworfen hatte:
      http://www.epochtimes.de/politik/welt/obama-libyen-dank-cameron-und-sarkozy-eine-shit-show-a1313478.html
      Hier werden Tatsachen vollkommen verdreht, das kann bestenfalls als unseriöser und suggestiver Journalismus und Populismus in Reinkultur bezeichnet werden. Bei solchen Artikeln wird mir regelmäßig schlecht.

  2. Avatar

    Mad Siraps

    16. Januar 2018 18:28 at 18:28

    One Of A Million

  3. Avatar

    Michael

    16. Januar 2018 19:15 at 19:15

    Und was, lieber @leser, sagt die Wahrnehmung der Korruption bei der Führungselite, bei Amtsträgern und Politikern, also bei einem kleinen Prozent(Promille)satz der Gesamtbevölkerung über ein Land bzw. ein ganzes Volk aus? Richtig, gar nichts!
    Und wieso lenkt man jetzt andauernd von der unverschämten und beleidigenden Terminologie der Shithole countries ab, indem man die Korruption der herrschenden Elite, eines verschwindend geringen Anteils an der Gesamtbevölkerung, vorschiebt?
    Unabhängig davon können Sie vielleicht solche Äußerungen am Stammtisch unter Gleichgesinnten machen, aber nicht ein Präsident im amerikanischen Senat vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Und schon gar nicht in dem Bewusstsein, dass die eigene Politik, das eigene Land, die eigene Wirtschaft genau diese korrupten Machteliten schürt und fördert und dadurch in hohem Maße mitverantwortlich an den elenden und menschenunwürdigen Zuständen solcher Länder oder fast eines ganzen, rohstoffreichen Kontinentes mit enormen Gold- und Diamantenvorkommen ist.

    • Avatar

      leser

      16. Januar 2018 19:38 at 19:38

      Der Korruptionswahrnehmungsindex wird gemeinhin als Korruptionsindex bezeichnet, https://de.wikipedia.org/wiki/Korruptionswahrnehmungsindex. Ein Index, der die wirkliche Korruption misst, ist mir nicht bekannt; die Datenerhebung dürfte aus naheliegenden Gründen schwer möglich sein.

      Wenn man sich das untere Drittel der Länder im Index anschaut, dann ist m.E. der Zusammenhang mit der – zugegebenermaßen nicht diplomatentauglichen Bezeichnung – evident.

      Zu den Ursachen ist dem verlinkten Artikel einiges gesagt. Dort heiß es beispielsweise:

      „Libyen ist ein Drecksloch geworden, weil die NATO das Land in die Steinzeit gebombt hat, um auf Wunsch der Gutmenschen das Land zu „demokratisieren“ und einen „bösen Diktator“ zu entfernen.

      Sogar Obama hat nach dem Krieg gesagt, Libyen wäre eine „shit show“ und die europäischen Alliierten hätten darin versagt, das Land unter Kontrolle zu bringen.“

  4. Avatar

    rote_pille

    16. Januar 2018 22:32 at 22:32

    Oh mein Gott, wer diese Nachricht glaubt ist selbst schuld. So degeneriert sind nicht mal die Demokraten.

  5. Avatar

    Gerd

    16. Januar 2018 23:12 at 23:12

    Warum jetzt noch dieser Artikel?
    Und das, wo die Aussagen von „Leon“ m. E. vollkommen am Thema vorbei gehen.
    Liege ich falsch mit der Annahme, dass Trump sich mit seiner angeblichen Beschimpfung, ausschließlich auf die Staatengebilde, auf das Land bezog?
    Wieso sollte Trump dann mal bitteschön diesen Haitianer kennenlernen (der es übrigens vorzieht in Miami zu bleiben)? Oder hat Trump die Menschen als Faulenzer tituliert, die nicht „hart arbeiten“?

    Mich wundert zudem, dass FMW in Kauf nimmt, eine Unterlassungsklage an den Hals zu bekommen, wo doch in den anderen Publikationen stets „nur“ von „Dreckslöchern“ berichtet wird. Schlimmstenfalls mal in der einen oder anderen auch von Drecksloch-Ländern. Hier lese ich heute jedoch zum wiederholten Mal einen Ausdruck, der wahrlich beleidigend ist. Selbst wenn er nicht Buchstabe für Buchstabe ausgeschrieben wurde. Jemandem öffentlich nachzusagen, dass jener sowas behauptet hätte ist rufschädigend, wenn sich rausstellt, dass er es nicht tat.
    Ich unterstelle mal dem Mainstream, dass dort genüsslich der unsägliche Begriff verwendet worden wäre – falls die Übersetzung aus dem amerikanischen Sprachkontext das denn zulassen würde.

    • Avatar

      Michael

      17. Januar 2018 21:05 at 21:05

      @Gerd, wenn ich Ihre Aussage richtig interpretiere ( angebliche Beschimpfung ), hat Trump vermutlich gar nicht den Begriff „shithole countries“ verwendet. Man wiegelt ja inzwischen auch schon ab, er habe ja „nur“ shithouse countries gesagt. Also Scheißhausländer, was doch schon wesentlich besser, salonfähiger, staatsmännischer und deutlich weniger beleidigend klingt, als die ursprüngliche Beleidigung.

      Dass er sich allerdings lediglich auf das „Staatengebilde“, das Land (Regierung, Behörden, wirtschaftliche Machthaber, was auch immer) bezogen hat, damit liegen Sie tatsächlich vollkommen falsch und im Land der Träume, Märchen, Spekulation und Suggestion. Was liefert an folgender Aussage Anlass zu Interpretierungen: „Why are we having all these people from shithole [oder shithouse, Anm. des Kommentators] countries come here?“
      Warum sind all diese Menschen aus Sch…ländern zu uns gekommen, warum müssen die noch immer zu uns kommen, warum müssen wir die hier bei uns noch immer haben/dulden. Mir wären Immigranten aus Norwegen viel lieber.
      Hierin eine reine Kritik an den Regierungen und Mächtigen der jeweiligen Länder herauszulesen, fällt sehr schwer.

      Unterlassungsklage? Die FMW zitiert doch nur eine deutlich als solche gekennzeichnete Kolumne eines freien Journalisten, das sollte doch wohl noch erlaubt sein, bis man irgendwann von alternativer Seite die Pressefreiheit wieder abschafft.

      Ich frage mich daneben ohnehin, warum in greatest und biggest shithole country of the world Gespräche des Präsidenten mit Senatoren nicht offiziell dokumentiert werden, sodass solche wahnwitzigen Diskussionen überhaupt aufflammen können?! Sicher geht es dabei um die nationale Sicherheit ;)
      Oder könnte das stabile Genie nicht einfach eindeutige, klare und unmissverständliche Worte verwenden, die jede Diskussion von vornherein obsolet machen?

      Unabhängig davon, wenn jemand zu mir sagen würde, ich entstamme einem Scheißloch, Scheißhaus oder Drecksloch, würde ich in jeder dieser Interpretationen eine Beleidigung sehen und eine entsprechende Beleidigungsklage anstrengen, auch wenn mir am Ende eine Unterlassungsklage durch die üblichen Rechts- und Sinnverdreher drohen würde.

      • Avatar

        Lars

        18. Januar 2018 01:37 at 01:37

        @Michael, die Mühe hätten Sie sich sparen können, denn @Gerd hat vollkommen recht. Nach Rücksprache mit einem Dutzend akkreditierter, langjähriger und erfahrener Dolmetscher steht unmissverständlich fest, was Mr. Trump mit seinem staatsmännischen und schwer zu übersetzenden Satz eigentlich kommunizieren wollte. Nachfolgend die korrekte Übersetzung, gewisse Ausdrücke und Interpretationen der offiziellen Sprache aus dem Weißen Haus nenne ich nicht mein Eigen:
        Im Sinne und der Tradition seit Entstehung der großartigen amerikanischen Nation laden wir weiterhin Menschen andersartiger Abstammung und aus fremdartigen Kulturen ein, unser einmaliges Land mit ihrer Vielfalt, Kraft und Kreativität zu bereichern, wie wir es seit fast 250 Jahren kontinuierlich praktiziert haben.
        So, wie wir den amerikanischen Ureinwohnern nach anfänglichen Plänkeleien und kleineren Missverständnissen in fairen und ehrlichen Verträgen die einmalige Möglichkeit geboten haben, anfänglich als unbewohnbar geltende Wüstengebiete ihr Eigen zu nennen und bewirtschaften zu dürfen, vorausgesetzt der notwendigen Neutralisierung ihres ungehemmten Bevölkerungswachtums.
        So, wie wir einer Unzahl von primitiven Menschen aus dem westafrikanischen Kontinent die Möglichkeit geboten haben, über zahlreiche Generationen hinweg Arbeit zu finden und in gehobene Positionen des Chefgärtners, Chefkochs oder Chefbutlers aufzusteigen, vorausgesetzt der notwendigen Neutralisierung ihres ungehemmten Bevölkerungswachtums.
        Die Erfüllung des großen amerikanische Traums also, den sich viele wahre Amerikaner niemals erfüllen konnten.
        So, wie es in unserer großartigen Verfassung mit den 500 Zusatzartikeln theoretisch fast ausnahmslos geregelt ist.
        Leider muss ich mich als Philanthrop immer wieder bestürzt und entsetzt fragen, wie und warum korrupte Scheißhausregierungen in Zwergenstaaten wie Haiti, El Salvador und Afrika ;) über dunkle Mittelsmänner wieder und wieder verbrecherische und menschenfeindliche Allianzen mit den größten Scheiß- und Arschlöchern aus der Führungsebene unserer und anderer globaler Dreckskonzerne schmieden können.
        „Why are we having all these people from shithole countries come here?“
        Warum kommen die alle zu uns? Warum bekämpfen wir nicht die Ursachen im eigenen Land, die dazu führen?

  6. Avatar

    leftutti

    17. Januar 2018 18:29 at 18:29

    Für alle, die es noch nicht gesehen haben, hier ein cooles, amüsantes und ironisches Video zu den Entgleisungen des Genies:
    https://www.youtube.com/watch?v=XCz66YlNbPQ

  7. Avatar

    per

    18. Januar 2018 11:36 at 11:36

    Kein Wort über Bush und Clintons Stiftung zu Haiti und wie sie die Millionen selber einsteckten,wie sie die bezahlten Gelder von Menschen der Erde einfach klauten. Dieser Artikel ist gefakt bzw. garantiert von gewissen auserwählten gesetzt. Ekelhaft

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

weiterlesen

Allgemein

Free Lunch-Sozialismus in der Coronakrise auf dem Vormarsch

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Im Sozialismus der Moderne soll das Geld vom Himmel regnen

In den USA gibt es das Sprichwort, dass es keinen Free Lunch gibt. Sinngemäß übersetzt: Für alles muss irgendwie letztlich doch von irgendwem bezahlt werden. Wer ideologisch voll auf Sozialismus getrimmt ist, sieht das aber wohl grundsätzlich anders. Ökonomisch glauben zum Beispiel die Verfechter der Modern Money Theorie (MMT – hier dazu ein interessanter Text), dass man einfach als Staat unbegrenzt Geld druckt beziehungsweise immer weiter Schulden aufnimmt, und damit alle Probleme lösen kann. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die derzeitigen Staatenlenker und Notenbanker in Europa auch MMT-Verfechter sind?

Sozialismus: MMT und das Wunder-Märchenland

Wer eh schon an MMT als Wundermittel zur Lösung aller Probleme denkt, und dem Sozialismus zugeneigt ist, der kann auf folgende Idee kommen. Hey, die Europäische Zentralbank (EZB) kauft doch seit Jahren mit Billionen selbst gedruckter Euros die Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf. Und die Mitgliedsstaaten als Eigentümer der EZB könnten doch dafür sorgen, dass die EZB einfach als Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet. Man druck Geld, kauft die eigenen Schulden, und erlässt sich dann selbst die Schulden. Ein in sich geschlossener Kreislauf von Geld, das vom Himmel regnet und alle Probleme löst.

Was für ein Märchen-Wunderland. Aber halt. Wenn die EZB die Schulden der Länder erlässt, hat sie selbst ja Verluste in ihren Büchern. Und die Verluste würden buchhalterisch auf die Mitgliedsstaaten umgelegt, womit sie nach gerade erst erlassenen Schulden wieder neue Schulden hätten. Tja, eben doch kein Free Lunch? Außerdem können die Staaten der EZB dank ihrer Unabhängigkeit keine Anweisungen erteilen. Aber halt, war da nicht gerade erst was in Sachen EZB und Schuldenerlass?

EZB soll auf Rückzahlungen von Anleihen verzichten

Erst letzte Woche berichteten wir über die Forderung der in der italienischen Regierung sitzenden Fünf-Sterne-Bewegung Richtung EZB. Sie solle doch bitte gegenüber Italien auf die Rückzahlung der gehaltenen Anleihen verzichten, die im Zuge der Coronakrise aufgenommen wurden. Mal ehrlich: Selbst wenn die EZB das machen würde, müsste man das für alle Euro-Länder tun, und gleich danach wäre der Ruf laut nach Erlass aller gehaltenen Forderungen in den Büchern der EZB. Heute nun fordert Riccardo Fraccaro, ein Staatssekretär und enger Berater des italienischen Minsterpräsidenten Conte laut Berichten das selbe.

Auch er ist von der Fünf-Sterne-Bewegung. Die EZB könne so viel Geld drucken wie sie wolle. Die Geldpolitik müsse die expansive Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten in jeder möglichen Weise unterstützen, zum Beispiel per Schuldenerlass, oder über eine ewige Laufzeitverlängerung. Tja, Sozialismus pur, möchte man sagen. Erst Schulden machen, dann nicht zurückzahlen wollen. Woher das Geld kommt, dass es keinen Free Lunch gibt? Dass irgendwann bei maßlosem Gelddrucken Inflation und Hyperinflation anstehen, und dass man Schulden auch zurückzahlen muss – egal.

Der „plan“-mäßige Weg in den Sozialismus

Bernd Riexinger als Parteichef der Linken verkündet eine klare, ganz offene Forderung, die letztlich nichts anders ist als der direkte Weg in den Sozialismus. Das Wort Enteignung klingt natürlich verführerisch für alle Menschen, die kein Wohneigentum besitzen, sondern mieten. Wer würde sich nicht gerne vom „Joch“ des bösen Vermieters lösen, an den man jeden Monat einen beträchtlichen Teil seines Einkommens abführen muss? Dass der Vermieter für die Erstellung der Immobilie vielleicht einen Kredit aufgenommen hat, und dass laufende Kreditraten, Instandhaltungen, städtische Leitungsverlegungen an der Straße uvm sehr viel Geld kosten, das erwähnt Bernd Riexinger nicht.

Denn diese Kosten trägt der Vermieter, welche letztlich durch die monatlichen Mietzahlungen finanziert werden. Im Sozialismus sagt man sich wohl: Der böse Vermieter kassiert pro Monat 800 Euro Miete, und hat also auch 800 Euro Gewinn für sich selbst. Dass nach Kreditkosten, Instandhaltung, Müllabfuhr, Gärtner, Hausmeister uvm bei vielen Vermietern kaum oder nur wenig übrig bleibt, passt da natürlich nicht ins Bild. Dass Ersteller von Immobilien teuer erkaufte Grundstücke über höhere Wohnungsmieten refinanzieren müssen – egal. Für Bernd Riexinger ist es ganz einfach. Alles verstaatlichen, so scheint die Devise zu sein.

Am besten alle Wohnungen und auch alle Grundstücke in Staatseigentum überführen, dann hat man alle Probleme Wohnungsmarkt gelöst? Die tatsächliche und nachhaltige Lösung des Problems wäre es, dass Staat und vor allem private Vermieter die Zahl neuer Wohnungen so derart stark erhöhen, dass mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Dann fallen die Wohnungsmieten von ganz alleine – Angebot und Nachfrage! Berlin (man lebt eh auf Kosten der anderen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich) müsste deutlich mehr Bauland zur Verfügung stellen, und das möglichst günstig, mit möglichst wenig Bürokratie. Aber nein, man bestraft lieber die bestehenden Vermieter.

Vermieter enteignen, weil sie nicht so agieren wie gewünscht

Diese Woche trat beim Berliner Mietendeckel die zweite Stufe in Kraft. Daraufhin kündigten große Vermieter in Berlin an neue Investitionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt stoppen zu wollen. Die Lösung im Sozialismus lautet bei so etwas: Funktioniert unsere Maßnahme nicht wie gewünscht, setzen wir eben eine noch größere Maßnahme oben drauf. So fordert Bernd Riexinger daher eindeutig die Enteignung der Vermieter. Natürlich ist das verfassungsrechtlich ein noch weiterer Weg als der Mietendeckel.

Aber hey, der wurde ja auch bereits umgesetzt in Berlin. Der Staat soll es halt selbst richten. Selbst bei einer Enteignung (spielen wir das Szenario mal durch) müsste die Stadt Berlin die Wohnungseigentümer entschädigen. Dadurch würde die Verschuldung der Stadt Berlin deutlich ansteigen. Aber halt… wenn wir eh schon beim Thema EZB sind… die EZB könnte doch diese neuen Berliner Anleihen einfach aufkaufen, und auf ihre Rückzahlung verzichten? Wäre doch echt super? Ein Free Lunch im Märchenland des Sozialismus.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Dass sich die Wohnungskrise in Berlin durch den Mietendeckel eher noch verschärft hat, das darf man als Verfechter des Sozialismus natürlich sofort den bösen Vermietern anlasten? Denn die wollen bei sinkenden Mieteinnahmen und staatlichem Eingriff in die Vertragsfreiheit keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen? Welch ein Wunder, wer hätte damit rechnen können? Das ist ja gleich noch ein Argument für die Verstaatlichung der gesamten Wohnungsindustrie. Lassen wir einfach alles den Staat machen. Wohnungen bauen und vermieten, und das schön günstig. Aber warum macht die Stadt Berlin das nicht schon längst in großem Stil?

Niemand hindern sie daran. Man sieht, sie kann es nicht. Dabei regieren die Linken in Berlin doch, und sind nicht in einer Opposition, wo sie hilflose Zuschauer sind. Nein, man drangsaliert lieber die private Wohnungswirtschaft. Dabei könnte man parallel zu den Privaten durch ein massives Überangebot an neuen staatlich gebauten Wohnungen dafür sorgen, dass auch bei den privaten Vermietern durch freie Marktmechanismen die Mietforderungen sinken. Denn wie gesagt, wenn mehr Wohnungen als Wohnungsssuchende vorhanden sind, werden die Vermieter zwangsläufig ihre Mietforderungen senken.

weiterlesen

Allgemein

Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage