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Donald Trumps Spiel mit dem Feuer – Zölle auf 300 Milliarden Dollar Chinaexporte

Der Dealmaker persönlich hat den Boden für ein kurstechnisches Sommerloch bereitet..

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Er hat seine Unberechenbarkeit wieder einmal unter Beweis gestellt. Angesichts einer sich immer stärker abschwächenden Weltkonjunktur und wider die ökonomische Vernunft, hat US-Präsident per Twitter angekündigt, auf 300 Milliarden Dollar, Zölle in Höhe von 10 Prozent auf die restlichen 300 Milliarden Dollar an Chinaexporten zu erheben. Wahrscheinlich hat er sich so über die geringe Zinssenkung der Fed geärgert, die auch zu einer weiteren Stärkung des US-Dollars geführt hat, dass er die Verschlechterung der US-Exportbedingungen mit einer Erhöhung von Zöllen gegen den großen Gegner kompensieren will. China soll die Preiserhöhung übernehmen. Wenn er sich da nicht irrt.

 

Die ersten Reaktionen auf die Zölle

Die Wall Street reagierte umgehend auf die neuen Bedingungen mit einem Swing von 600 Punkten von einem großen Plus tief ins Minus. Auch wenn Donald Trump glaubt, dass die Chinesen die Zölle bezahlen, erwischte es die Einzelhändler in einer ersten Reaktion am stärksten. Von Kohlˋs über JCPenney bis Best Buy ging es 8 – 10 Prozent nach unten. Die Sonderabgabe muss den US-Verbraucher treffen, schließlich handelt es bei den betroffenen Einfuhren um Allerweltsprodukte.

Deutlich auch die Reaktionen bei den Baumaschinenherstellern Caterpillar und Deere. Die Abgaben von drei bis vier Prozent zeigen, dass die Investoren eine weitere Abschwächung der Weltwirtschaft einpreisen. Heftige Kursabgaben auch in den Bereichen Halbleiter, Chemie, Automobile und natürlich Apple.

Hier wird sich in Kürze zeigen, wie der Hauptfertiger China auf die erneute Eskalation im Handelsstreit reagiert.

 

Wer oder was könnte Trump jetzt umstimmen?

In der Beantwortung dieser Frage kann ich eigentlich keine neue Aspekte erkennen. Donald Trump wird bereits gestern vor seinem Pressestatement auch auf die Kursentwicklung von Dow Jones und Co geblickt haben, denn er wird auch weiterhin keine heftige Aktienmarktreaktion zulassen. Die Wall Street ist sein größter Regulierer.

Die zweite Benchmark für sein wirtschaftliches Handeln, die US-Konjunktur, ist in ihrer Reaktion natürlich weitaus träger und könnte auf kurze Sicht kein rasches Umdenken Trumps bewirken. Am ehesten wäre da an den US-Verbraucher zu denken, der erst kürzlich vor Vertrauen nur so strotzte. Eines war bei seiner spontanen Pressekonferenz gestern auf der grünen Wiese deutlich zu hören. Der US-Präsident betont bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit, wie stark die US-Wirtschaft in allen Belangen sei (wie noch nie in der US-Geschichte) und wie außergewöhnlich die Performance der Aktienmärkte – unter seiner Führung. Seine Dauerbegründung für jegliches Regierungshandeln, aber auch seine große Achillesferse.

 

Fazit

Trump eskaliert im Handelsstreit weiter, er sprach davon die Zölle weiter ausbauen zu können, oder sie wieder zurückzunehmen. Wie schnell so etwas möglich ist, haben wir bei den Mexiko-Zöllen schon gesehen. Die entscheidenden Fragen werden daher sein,

a) wie reagiert die Wall Street in der Folge und

b) wird das Verbrauchervertrauen Schaden nehmen, schließlich geht es bei den betroffenen Chinaprodukten um Alltagsgüter, die auch von vielen Trumpwählern gebraucht werden. Die US-Unternehmerverbände haben schon einmal heftig gegen die Absichten Trumps reagiert und ihm klar widersprochen. Die Zölle würden eindeutig auch die heimische Wirtschaft und den US-Konsumenten treffen, die große Stütze der Konjunktur.

Und was werden die Chinesen tun? Die Geheimwaffe „Seltene Erden“ aktivieren, Apple boykottieren oder Zugeständnisse machen? Der für die USA schlechteste Börsenmonat August dürfte von wilden Spekulationen geprägt sein, der Dealmaker persönlich hat den Boden für ein kurstechnisches Sommerloch bereitet.

 

Statt Händeschütteln giibt es jetzt neue Zölle gegen China

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Forexmonkey

    2. August 2019 10:03 at 10:03

    Warum unberechenbar?! The Donald hat es doch dermaßen oft wiederholt das hier nicht mehr von Unberechenbarkeit gesprochen werden kann. Im gegenteil, es war zu erwarten das es kommen wird.

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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Rüdiger Born: Aktuelle Chancen bei Dow und Nasdaq

Rüdiger Born

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Es tut sich was bei Dow Jones und Nasdaq. Im folgenden Video gehe ich darauf ein, welche Tradingchancen derzeit in diesen beiden Indizes bestehen. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Dax: Privatanleger verkaufen den Profis ihre Aktien!

Markus Fugmann

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Lange lief der Dax seitwärts, dann folgte am Montag ein impulsiver Abverkauf. Wie aber ist jetzt die Stimmung der Investoren hierzulande – herrscht Pessimismus nach dem Kursrückgang, oder sieht man nun die niedrigeren Kurse als Kaufchance?

In der wöchentlichen Umfrage der Deutschen Börse zeigt sich, dass vor allem die Profi-Investoren bullischer werden für den Dax: so sind nun 46% im Lager der Bullen, ein Anstieg zur Vorwoche von +11% und zugleich der höchste Stand an Optimismus seit Anfang März! Es sind vor allem jene, die zuvor an der Seitenlinie standen, die nun ins Camp der Bullen gewandert sind, denn die neutral Eingestellten verlieren bei den Profis -13% auf nun nur noch 16%, während das Lager der Bären sogar leicht zulegen kann auf nun 38% (+2% zur Vorwoche).

Bei den Privatinvestoren hingegen, die zuletzt deutlich optimistischer waren als die Profis, stellt sich die Lage andere dar: hier sind noch 38% bullisch (-2% zur Vorwoche), während die Pessimisten nun auf 39% kommen und +8% zur Vorwoche hinzugewinnen.

Man könnte also gewisserweise sagen: die Privatanleger verkaufen den zuvor an der Seitenlinie stehenden Profis ihre Aktien! Ähnlich sieht das auch Joachim Goldberg:

„Damit bleibt die Stimmungskluft zwischen institutionellen und privaten Anlegern zwar fast unverändert, aber die Panels haben fast in identischem Maße ihre Rollen und Positionen aus der Vorwoche getauscht. Man könnte auch sagen, dass die vormals optimistischen Privatanleger ihre Aktienbestände an die Institutionellen weitergereicht haben. Dies macht sich insbesondere in der Sentiment-Betrachtung auf Sicht von sechs Monaten bemerkbar. Hier zeigt sich, dass der relative Optimismus bei unserer Befragung in der vergangenen Woche für beide Gruppierungen noch etwa gleich hoch war.“

Was bedeutet das für den Dax?

Ist diese Stimmung nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für den Dax? Dazu Goldberg weiter:

„Nach dieser Lesart sind die Privatanleger zwar immer noch leicht optimistisch, aber der relativ deutliche Optimismus bei den institutionellen Investoren – er ist so hoch wie zuletzt Anfang März dieses Jahres – stellt für den DAX eine Belastung dar. Nicht nur, weil auf höherem Niveau (möglicherweise zwischen 13.050 und 13.100 Zählern) Abgaben aus Gewinnmitnahmen drohen. Im Falle erneuter Kursrückgänge fehlen naturgemäß durch die jüngsten Käufe Nachfrager, die dem DAX normalerweise eine Stütze wären. Auch könnte der zuletzt schwächelnde Euro ein Indiz dafür sein, dass überdies, wie bereits in den vergangenen Wochen geschehen, internationale Kapitalabflüsse auf den Aktienmärkten der Eurozone lasten.“

Ausführlicher dazu Goldberg auch hier im Video: nach unten sei der Dax „ungeschützt“, oben sei der „Deckel drauf“..

Die Profis werden optimistischer für den Dax - ein Kontraindikator?

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