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Donnerstag ist OPEC-Tag: Hoffnung auf Extra-Schub durch die Saudis

Der Ölpreis (WTI) ist Freitag über die 50 Dollar-Marke gesprungen und heute sogar kurz bis auf 51 Dollar gelaufen (aktuell 50,86 Dollar). Dieser Preisanstieg von 7 Dollar in nicht mal drei Wochen spiegelt die...

FMW-Redaktion

Der Ölpreis (WTI) ist Freitag über die 50 Dollar-Marke gesprungen und heute sogar kurz bis auf 51 Dollar gelaufen (aktuell 50,86 Dollar). Dieser Preisanstieg von 7 Dollar in nicht mal drei Wochen spiegelt die Hoffnung wieder, dass diese Woche am Donnerstag bei der offiziellen OPEC-Sitzung in Wien die Fördermengen-Kürzung um mindestens ein halbes Jahr verlängert wird. Verlängerungen von weniger als einem halben Jahr oder gar keine Verlängerung, das wäre wohl verheerend für den Ölpreis.

Da sind sich alle Beobachter einig: Eine Verlängerung bis mindestens Anfang 2018 ist im Markt eingepreist. Man wird also aller Wahrscheinlichkeit nach bis Anfang 2018 um weiterhin täglich 1,8 Millionen Barrels die Ölförderung kürzen. 1,2 Mio entfallen auf die OPEC und 0,6 Mio auf Nicht OPEC-Länder.

Aber diverse Vorzeichen zeigen schon seit geraumer Zeit, dass die bloße zeitliche Verlängerung nicht genug sein könnte. Wie man heute aus dem Iran hört, soll der Öl-Ausstoß bis Anfang 2018 um 8% erhöht werden. Auch gab es am Freitag mal wieder eine weitere Erhöhung bei der Zahl der aktiven Öl-Bohrstellen in den USA um weitere 8 auf 720. Das ist ein Anstieg von inzwischen 18 Wochen nacheinander!

Wir hatten in den letzten Wochen mehrfach darauf hingewiesen, dass wohl nur eine zusätzliche Ausweitung der Mengenkürzung dem Ölpreis einen weiteren Schub bringen könnte. Mögliches Szenario: Man verlängert die Zeit bis Anfang 2018, und die Kürzungsmenge bleibt bei 1,8 Mio pro Tag. Und ganz beiläufig erwähnen die Saudis (so unsere Hypothese), dass man in Eigenregie stärker kürzen kann oder wird als offiziell nötig. So ähnlich klang es nämlich schon bei der ersten Kürzungsvereinbarung am 30. November 2016.

Die These, dass die Saudis die Kürzungsmenge ausweiten, und das in Eigenregie, stützt aktuell der Chef-Energieanalyst von Nomura. Kürzungen von sogar mehr als 2 Millionen Barrels pro Tag seien denkbar, da die Saudis sich doch sehr unzufrieden zeigen würden mit der Geschwindigkeit der Ausbalancierung von Angebot und Nachfrage. Laut Nomura sei der bisherige Kürzungsdeal zu 90% eingehalten worden (eine sehr gute Quote bei dem Chaos-Club). Die Ausbalancierung könne laut Nomura noch 18 Monate dauern.

Also gilt von nun an: Die Messlatte liegt bei einer zeitlichen Verlängerung der Kürzungen von -1,8 Mio pro Tag bis Anfang 2018. Alles darunter wäre verheerend für den Ölpreis. Längere Kürzungen und vor allem eine Ausweitung der Menge, das wäre ein sehr gutes Signal für weiter steigende Ölpreise, um eine Differenz zu den steigenden Fördermengen der Fracker aufbauen zu können.

Der WTI-Ölpreis seit 13. April.



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