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Dow auf Rekordhoch: Warum auch nicht, die US-Autoindustrie bricht ja lediglich dramatisch ein, was soll´s

Der Dow Jones steigt heute im Kassamarkt um 0,39% und kratzt an der 22.000er-Marke. Warum auch nicht, Rekorde um Rekorde im Index. Denn es läuft ja alles bestens, richtig? Aktien spiegeln ja schließlich...

FMW-Redaktion

Der Dow Jones steigt heute im Kassamarkt um 0,39% und kratzt an der 22.000er-Marke. Warum auch nicht, Rekorde um Rekorde im Index. Denn es läuft ja alles bestens, richtig? Aktien spiegeln ja schließlich die wirtschaftliche Lage im Land wieder, und wohl eher noch die Zukunftsaussichten, die immer schon möglichst von der Börse vorweg genommen werden. Aber da stimmt etwas nicht.

Erneut möchten wir darauf hinweisen, dass die (nicht besonders wichtige?) US-Autoindustrie schon längst im Abwärtsmodus ist. Das zeigen die heute veröffentlichten Verkaufszahlen der US-Herstellern für den Monat Juli noch deutlicher als bisher. Im Vergleich zum Juli 2016 sind die Verkäufe bei General Motors um satte 15% zurückgegangen auf jetzt 226.107 verkaufte Autos. Die Erwartungen lagen bei -8%. Hallo liebe Leute, wacht mal auf, möchte man da sagen! Von irgendwelchen Problemen am US-Häusermarkt wollte in den Jahren 2006 und 2007 auch zunächst kaum jemand etwas wissen!

Bei Ford gehen die Verkäufe binnen eines Jahres um 7,5% zurück (Erwartungen bei -5%). Schaut man nur auf die „normalen“ 0815-Autos (ohne SUV´s etc), gingen die Verkäufe sogar um 19,4% zurück.

FiatChrysler präsentiert Rückgänge von -10% und verkaufte nur noch 161.477 Autos statt vorher 180.389.

Die Japaner spielen in den USA auch eine große Rolle mit Werken und vielen verkauften Kleinwagen vor Ort. Nissan vermeldet aktuell für Juli einen Rückgang von 3,2% gegenüber Juli 2017. Von den anderen Herstellern liegen die Daten jetzt noch nicht vor.

Aber mit diesen Daten von vier Herstellern kann man sich schon ein sehr gutes Bild machen. Die Verkaufszahlen gehen kräftig zurück, und die Halden von produzierten, aber nicht verkauften Autos werden größer. Dieser folgende Chart zeigt den Verlauf des Dow seit Jahresanfang in Relation zu GM (schwarz) und Ford (blau). Die beiden laufen deutlich schwächer als der Index.

Obwohl große Konzerne wie diese Autohersteller zusammen mit den Zulieferern verdammt vielen Amerikanern Arbeit bieten, sind sie im Dow Jones Industrial gar nicht mehr berücksichtigt. Beeinflusst wird der Dow durch enthaltene Banken, Ölkonzerne und auch zum Beispiel Werte wie 3M oder Apple. Bisher ignoriert der Rest der US-Aktien anscheinend konsequent, dass da in der Autoindustrie etwas gewaltig schief läuft. Dabei sollten Aktienindizes doch eigentlich die Zukunft abbilden? Oder überspringen die Indizes etwa schon diese heranstürmende Krise, und bilden die nächste Hausse ab? Es ist wohl eher anzunehmen, dass die Indizes immer noch auf der großen Liquiditätswelle schwimmen.

GM berichtet heute von einen durchschnittlichen Verkaufspreis pro Auto von 36.000 Dollar, was sogar noch 1.000 Dollar über dem Vorjahreswert liegt. Das spräche eigentlich für eine robuste Nachfrage. Aber GM bietet Käufern Rabatte und sonstige Anreize, die 11,5% des Verkaufspreises ausmachen, womit dieser Wert fast am Allzeithoch liegt. Man habe sich jetzt aber entschlossen lieber die Produktion zu drosseln, anstatt mit noch mehr Rabatten zu locken, so GM.



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7 Kommentare

  1. Das muss diese unsichtbare Hand sein, von der immer alle reden!

  2. Miesmuschel Fugmann

    1. @Masud, nur zur Info, der Text ist nicht von mir, sondern der Redaktion..

  3. In der US-Autoindustrie läuft seit Jahrzehnten immer mal wieder gewaltig etwas schief. In letzter Zeit kommt das aber auch in Deutschland mal vor und die USA ist viel weniger von ihrer Autoindustrie abhängig, als wir das sind …

  4. Ich habe auch Mühe es zu begreifen aber leider haben sich die Börsen von der Wirtschaft abgekoppelt,massgebend sind die Notenbanken u.die Währungen.
    Der heutige Artikel von Jens Erhard, DAS SCHLECHTESTE WAS PASSIEREN KÖNNTE WÄRE EINE STARKE U-S KONJUNKTUR ?? bestätigt das.
    Sollte nicht eine gute Konjunktur,egal wo sie stattfindet gut sein für die Weltwirtschaftu.die Börsen ?

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