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Dow Jones: Drama oder Komödie?

Von Michael Leist

Störrisch wie ein Esel vor der Schwelle zum Paradiese scheint der Dow Jones die 18-Tausender Marke nicht nachhaltig überchschreiten zu wollen. Ob dies bereits die ersten Züge einer sich ausweitenden Spekulation auf die sich anbahnende Zinswende der FED ist, bleibt abzuwarten. Aus charttechnischer Sicht jedoch zeigt der US-Leitindex bereits deutliche Bremsspuren (siehe Abbildung). Ein Drama in vier Akten könnte man meinen:

Der erste Akt: Von Februar bis September 2014 engt sich der Kanal des 5-welligen Aufwärtstrends ein, was als Zeichen für eine bevorstehende Trendwende gedeutet werden kann (dies geht mit einer seitwärts gerichteter Konsolidierung im DAX einher).

Der zweite Akt: Anfang Oktober bricht der Wert des Dow Jones um 7 % ein, dennoch wird am Ende des selben Monats ein neues Allzeithoch notiert. Die nachfolgende Rallye endet erst bei der runden Marke von 18.000 Punkten (die Gier vieler scheint über die Warnungen weniger gesiegt zu haben.) Doch der Kurs bricht erneut auf das ursprüngliche September-Niveau ein. Eine fünfwellige Oszillation des Dow zwischen 18.100 und 17.070 lässt die Anleger, die auf einen Window-Effekt zwischen den Jahren gehofft hatten, im Regen stehen.

Der dritte Akt: Nun wird der Spannungsbogen vollendet. Was vorher nur Spekulation war, wird mit der beginnenden Berichtssaison in nackte Zahlen gegossen, während die verantwortlichen Akteure (hauptsächlich innerhalb der FED) sich gegenseitig widersprechen. Das Drama scheint in eine Komödie zu kippen. Auch dieses Motiv des Dow Jones ist bereits aus dem „zweiten Akt“ bekannt. Eine aufwärts gerichtete ABC Welle wird durch eine fünfwellige Korrekturwelle vollendet – wäre der Aufwärtstrend intakt, so müsste es genau andersherum sein. Wie auch immer, zusätzliche Brisanz entsteht nur noch durch eine deutliche negative Divergenz zwischen dem MACD Indikator und dem Dow Jones Index. Aus dramaturgischen Gesichtspunkten hätte man diesen „Akt“ auch weglassen können, jedoch wollen wir das Schauspiel nicht voreilig bewerten, bevor wie nicht auch den letzten Akt gesehen haben.

Vorläufiges Fazit: Da wir bereits das Motiv aus dreiwelliger Aufwärtsbewegung und fünfwelliger Korrektur verinnerlicht haben, sollte uns eine Fortsetzung nicht verwundern. Nur die angesprochene negative Divergenz scheint dem widersprechen zu wollen. Daher rechnen wir damit, dass sich nunmehr eine Variation aus dreiwelliger Abwärtsbewegung (Ziel 17070) und fünfwelliger Korrektur ergeben könnte. Ein Put mit einem Kock-out bei 18.400 würde somit eine Chance von 2,3 ergeben.

Dow Jones Drama oder Komödie



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