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Dow Jones Kurssturz: Gehen nun die Lichter aus?

Ein angeblicher Crash ist in aller Munde und das Ende der großen Rallye soll unmittelbar bevorstehen..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eine Analyse von Peter Seidel von tr8ersmind.de

Ein angeblicher Crash ist in aller Munde und das Ende der großen Rallye soll unmittelbar bevorstehen. Natürlich kann das jederzeit passieren, doch es gibt meiner Meinung nach völlig rationale Gründe für die jüngste Korrektur.
Handelskriege, Inflation, Leitzinserhöhungen: Alles Schlagwörter, die den Kleinanleger aufschrecken. Doch interessiert so etwas auch die großen Jungs bzw. das gesamte Marktgefüge? Fakt ist, dass ich dieses Phänomen Jahr für Jahr beobachte. Im Oktober testet der Markt im Regelfall den Beginn oder einen prägnanten Punkt der sommerlichen Marktphase zwischen Ende Mai und Oktober. Abhängig davon, ob der Kurs im Sommer gestiegen oder gefallen ist.

(Alle Charts durch anklicken vergrößern)

Was sagt uns das? Eigentlich kann ich innerhalb der Sommermonate die Füße hochlegen, sämtliche nervige Konsolidierungsphasen links liegen lassen und im Herbst weitermachen. Auch in anderen Basiswerten sehe ich diese Entwicklung immer häufiger. Doch warum passiert das? Zum einen möchte der Markt sicherlich testen, ob die sommerliche Entwicklung, also einer Phase niedriger Liquidität, wirklich aussagekräftig ist. Zum anderen stehen die Quartalszahlen an und damit auch die sogenannte Blackout Periode.

 


Bild: US Aktienmarkt Blackout Periode

Kurz gesagt: Im Monat vor Veröffentlichung der Quartalszahlen fällt eine gigantische Käuferschicht, nämlich die Unternehmen selbst, weg, da sie ihre Aktienrückkäufe massiv zurückfahren müssen. Eine wesentliche Säule der Rallye der vergangenen Jahre. Mehr dazu im Video. Deshalb wurde auch frühzeitig eine bearishe Trading Idee in meinem Follower Service veröffentlicht. Schauen Sie sich hier gern die umfangreichen Informationen dazu an: https://tr8ersmind.de/tr8ersmind-premium/

Dow Jones Kurssturz: Ungebremst in Richtung Süden?

Ich sehe momentan keinerlei Anzeichen eines Crashs. Korrektur? Selbstverständlich und längst überfällig. Doch darüber hinaus ist (noch) nicht viel passiert. Im Tages- und Wochenchart sieht der Kursverlauf dramatisch aus, doch weder verlief er ungebremst noch wurden riesige Gaps produziert.

 


Dow Korrektur ruhig und gesittet

Aufgeschlüsselt im H4 bis M15 Chart macht der Dow Jones eines deutlich: Alles lief in geordneten Bahnen ab und es ist keine Schande, wenn man sich nicht getraut hat zu shorten, denn der Kurs hätte, wie die unzähligen Mal zuvor, plötzlich wieder zurückgekauft werden können.

 


Dow interessante und unwichtige Kursbereiche
Innerhalb einer Korrektur hat der Kurs in Bereichen, die er bereits das vergangene Mal zügig verlassen wollte, nur zwei Optionen. Entweder schnell bearish oder schnell bullish verlassen. Dieses Mal hat sich der Markt für die bearishe Richtung entschieden. Reagiert der Kurs innerhalb einer Korrektur in diesem Bereich und in diesem Timeframe nicht bullish, dann braucht man sich hier auch nicht positionieren.

Nur eine temporäre Stabilisierung?

Derzeit definiere ich eine mutmaßliche Stabilisierungszone im H1 und H4 Chart. In beiden Fällen in Form einer Morning Star Umkehrformation. Zuerst im H1, anschließend auch im H4 Chart erfolgreich getestet. Die von mir ermittelten Kursziele reichen von einem Test der letzten Unterstützungen bei rund 25800 Punkten, über den zuletzt wieder durchbrochenen ehemaligen Verkaufsbereich bei ca. 26100 Punkten, bis hin zu neuen Hochs. Letztere müssen jedoch nicht unbedingt als Schlusskurs enden, sondern können auch Spikes darstellen. Mehr dazu im Analysevideo.


Dow Jones Kursziele Rallye

Eine ziemliche vermessene Erwartung? Kann schon sein, aber wenn ich die entsprechenden Signale sehe kann ich diese doch nicht ignorieren und blind shorten. Das macht keinen Sinn. So oder so: Wenn es zu einer Erholung kommt, dann wird das aller Wahrscheinlichkeit nach sehr holprig. Die einzelnen Segmente werden entweder Stück für Stück abgearbeitet oder der Kurs klettert einfach wieder bis rund 26300 Punkten hoch.

 


Dow Jones Barrieren Rallye

Im H1 Chart wurden meine Erwartungen visualisiert, sollte sich der Kurs bullish entfalten können. Wie man unschwer erkennen kann, stehen immer wieder wichtige Bereiche der Fibonacci Retracements sowie die EMA Bündel im Weg. Ein Auf und Ab ist meiner Meinung nach vorprogrammiert. Das wird nicht leicht. Die aktuelle Barriere entsteht augenscheinlich in Verbindung mit dem 34er H1 EMA und den 20er Fibonacci Retracements. Ein typischer Chaosbereich. Mich würde es nicht wundern, wenn die gestrigen Tagestiefs noch einmal getestet werden würden, bevor es in Richtung Norden geht.

Kurzfristige Trading Chance

Wunderschöne, bullish verlassene Trendkanäle im M15 Chart auf der einen, eine noch nicht getestete Evening Star Formation auf der anderen Seite. Aufgrund der momentan irrwitzigen Ausdehnung der Kursbereiche, können selbst Setups aus dem M15 Chart Spaß machen.

 


Dow nochmalige Korrektur

Ein erfolgreicher Retest der Evening Star Formation bei ca. 25530 Punkten könnte den erwarteten Abverkauf in Richtung der gestrigen Tiefs bzw. der bisherigen Wochentiefs verursachen. Rund um die 25100 Punktemarke wird es demnach sehr spannend. Das gehandelte Volumen ist, wie gestern, aktuell sehr gering, weshalb ich vor und mit Beginn der US Session mit erhöhter Volatilität rechne.

Der Autor im Video zur Lage beim Dow Jones:

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8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Sabine

    13. Oktober 2018 10:10 at 10:10

    Ein Superbeitrag. Besonders die Analysen, daß es nur vorsichtig nach unten geht, und das die Unternehmen vor allem die Aktientiger sind und Oktober zurückfahren!
    Ich finde nur, es fehlt der Dieselskandal und der Handelskrieg mit China. Die 2 sind auch wichtig für auf und ab.
    Hier ist mal ein richtig guter und extrem klarer Artikel zu dem Dieseltheater.
    Kommentar von S.Gruener im Forum vom Aerzteblatt.de
    Ich fahr (noch) Diesel und spar 25%, d.h. pro Jahr 1.000€! Bei einem Gehalt von 1.500€ ist das existenzwichtig.
    https://www.aerzteblatt.de/forum/120300/Am-Arbeitsplatz-sind-950-Mikrogramm-NOx-8-h-am-Tag-40-h-die-Woche-zugelassen

  2. Avatar

    Wahrsager

    13. Oktober 2018 11:15 at 11:15

    da kommt nichts… die werden das Ding noch mal richtig nach oben pushen.
    …whatever it takes

    • Avatar

      Sabine

      13. Oktober 2018 20:48 at 20:48

      Wir werden von Parlamentariern regiert, daß es einen graust.
      https://www.youtube.com/watch?v=a6uN9cXakbI
      Mal egal, wer was wie gesagt hat, daß die meisten bereits im WE sind, aber das ist alles ja so lächerlich. Immer wieder gut, daß es Querulanten gibt. Wie damals die Grünen und die Linke. Obwohl natürlich jeder von denen ganz anders tickt!

  3. Avatar

    Altbär

    13. Oktober 2018 17:47 at 17:47

    Ja ,ja es geht wie immer , nur eine kleine Korrektur u.dann wieder aufwärts.Ein Guru hat einmal gesagt, die Börsen steigen u.2 bis 3 pmal im Jahr gibts eine ,Korrektur „ UND WENN SICH NICHTS VERÄNDERT FUNDAMENTAL „geht es wieder aufwärts.
    ABER ES HAT SICH EINIGES VERÄNDERT! Und wenn der HerrSeidel selber sagt,dass viele Rückkäufe auf Kredit erfolgten, so müsste er merken ,dass dieses Spiel zu Ende geht.
    Das ist gleich wenn man Tiefzinswährungen in Hochzinswährungen tauscht, das Spiel funktioniert solange die Hochzinswährung steigt u.dann kommt die Retourkutsche. Das Gegenstück ,Schulden in starken Tiefzinswährungen geht solange bis die Hochzinswährung fällt. ( siehe Türkei u.s.w)
    Übrigens der Russel 2000 verliert seit ca, anfangs Sept. u.hat schon über 12 % verloren.
    Anleger oder Vermögensverwalter die vor einer Woche noch die US – Hochs feiern konnten, werden sich schon überlegen ob sie bei einem Wochenverlust von ca. 10% eher aussteigen oder weiterlaufen.
    Ich für mich wäre froh ,wenn es keinen Crash gäbe, den man meistens sowieso verpasst.
    Es wäre mal schön wenn es mindestens keine neun Hochs macht, u.man bei einer mehrmonatigen Quer- oder Abwärtsbewegung mit SELL The High ein bisschen Kohle machen könnte.Der Börsengott sollte ein wenig gerecht sein mit den Bären, hat er doch die Bullen jahrelang verwöhnt.
    Es würde mich noch interessieren warum Leute wie Seidel u. Co. auf die Idee kommen ,dass Börsen eigentlich immer nur steigen müssen?

  4. Avatar

    Emm wie Meikel

    14. Oktober 2018 10:38 at 10:38

    Ein richtig dicker Kurzsturz kommt überraschend. Zur jüngsten Korrektur sehe ich überall nur Warnungen und große Bedenken. Der perfekte Treibstoff, damit die Kurse wieder anziehen.

    Vor einem großen Sturm ist es sehr still. Düstere Prognosen von Experten in den großen Leitmedien schießen dann nicht wie Pilze aus dem Boden.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      14. Oktober 2018 11:24 at 11:24

      @ Emm wie Meikel. Dieser von Ihnen erwähnte Zusammenhang lässt mich auch schon seit Tagen nicht mehr los, auch wenn er nicht zur aktuellen Gemengelage passt. Es gibt kaum eine Tageszeitung in Deutschland, in der nicht vor einer starken Korrektur gewarnt wird, kaum eine Wirschaftssendung, wo nicht Strategien vorgestellt werden, wie man sein Depot absichern kann. Zudem die vielen „düsteren“ Berichte zum Lehman-Jubiläum. Obwohl ich fest von einem Ende dieses langen Aufschwungs ausgehe, mit einem Korrekturpotenzial von 50% +, denke ich bei jedem Bericht über das „wetterfeste“ Depot daran, vielleicht verschiebt sich das scheinbar „Logische“ wieder etwas in die Zukunft. In Anlehnung an den Kostolany-Spruch „An der Börse verdientes Geld ist Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.“
      Im jetzigen Fall für die Bären.
      Grüße Sie

      • Avatar

        Emm wie Meikel

        14. Oktober 2018 16:20 at 16:20

        Wir befinden uns in mitten einer der längsten Bullenmärkte der Geschichte, angefeuert von Aktienrückkäufen, umfassenden Interventionen durch Regierungen und Zentralbanken sowie einer beispiellosen Niedrigst- bis Nullzinsphase. Unternehmen, Regierungen und auch Privatleute haben sich hemmungslos mit Schulden vollgesogen. Die Preise für Wertpapiere, Immobilien und sonstige Anlagen sind auf luftige Höhen gestiegen. Der Geldhahn wird nun sehr langsam und mit Bedacht abgedreht, wobei die FED eine Vorreiterrolle einnimmt. In Folge dessen ist ein massiver Einbruch an den Märkten unvermeidbar (50% sind sogar sehr konservativ geschätzt). Das hierfür notwendige Sentiment sehe ich jedoch erst dann als gegeben, wenn fast keiner mehr mit einem solchen Einbruch rechnet.

        Einen schönen Sonntag

  5. Avatar

    Beobachter

    14. Oktober 2018 15:13 at 15:13

    Anscheinend habe ich andere Informationen, ich lese u.höre praktisch nur Schönredner die von tiefen KGV guter Wirtschaft u.glänzende Aussichten für Aktien sprechen, natürlich ausgenommen FMW ( Finanzmarkt-Weisheit )

    I

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Rüdiger Born: Nasdaq-Charttechnik im Detail

Rüdiger Born

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Auch heute bespreche ich das Aufwärts-Szenario für den Nasdaq. Im folgenden Video gehe ich bei der Charttechnik mal so richtig ins Detail.

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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