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Mario Draghi aktuell: Das Inflationsziel fest anvisiert – 2018 bei 1,6%

Oft besprochen, allgemein bekannt: Laut EZB wirkt ihre Politik. Obwohl die Inflation eher fällt statt zu steigen, und derzeit sogar in die Deflation gerutscht ist, wird von Mario Draghi und seinen Experten

Redaktion

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FMW-Redaktion

Oft besprochen, allgemein bekannt: Laut EZB wirkt ihre Politik. Obwohl die Inflation eher fällt statt zu steigen, und derzeit sogar in die Deflation gerutscht ist, wird von Mario Draghi und seinen Experten gebetsmühlenartig wiederholt, dass ihre Politik funktioniere. Man müsse halt nur die Intensität der Maßnahmen immer weiter erhöhen, dann wirken sie irgendwann – so darf man all die Aussagen der EZB-Direktoren aus den letzten Monaten zusammenfassen.

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EZB-Chef Mario Draghi. Foto: EZB

Aktuell spricht Mario Draghi vor einem Ausschuss des EU-Parlaments, und nennt ganz konkret sein Inflationsziel für 2017 und 2018. Bis dahin soll die Inflation auf 1,6% steigen, so Draghi. Naja! Liest man Draghi´s heutige Aussagen, könnte man glauben in der Eurozone herrschten aktuell paradiesische Zustände, alles laufe wie am Schnürchen, die Maßnahmen der EZB wirken von A-Z usw usw usw. So, jetzt mal genug vom „bösen Mario Draghi-Bashing“. Damit Sie sehen, dass wir uns das alles nicht aus den Fingern saugen, lassen wir den Großmeister persönlich zu Wort kommen. Ein Original-Auszug aus seiner aktuellen Rede:


As regards economic developments, the recovery of the euro area economy gained momentum at the start of the year. It is expected to proceed at a moderate but steady pace, supported by solid domestic demand and the effective pass-through of our monetary policy measures to the real economy. Consumers are benefiting from still relatively low oil prices and improved employment prospects. Likewise, investment is edging up, supported by higher corporate profits and favourable financing conditions. Looking forwards, according to the June 2016 Eurosystem staff macroeconomic projections for the euro area, annual real GDP is expected to increase by 1.6% this year and by 1.7% in the next two years.

At the same time, inflation dynamics in the euro area remain rather subdued. The rate of headline inflation was slightly negative in May and is expected to hover at low levels over the coming months. While lower oil prices continue to act as a drag on the annual headline inflation, domestic price pressures, notably from wage growth, also remain muted, reflecting persistent economic slack. According to the Eurosystem staff projections, inflation should pick up towards the end of 2016. Thereafter, inflation is expected to increase further to 1.3% in 2017 and to 1.6% in 2018, as a strengthening economic recovery mobilises unused resources.

Since the start of our credit easing measures in June 2014, bank lending rates for firms and households have fallen by about 90 and 80 basis points respectively, reaching historical lows in April 2016. The growth rate of bank credit to euro area corporations turned positive in 2015. At the same time, other sources of external finance – the net issuance of debt securities and shares by non-financial corporations – have benefited from more favourable capital market conditions, improving corporate profits and increasing retained earnings.

The easing is especially felt by small and medium-sized companies (SMEs), which are heavily reliant on bank credit. In our recent Survey on the Access to Finance of Enterprises in the euro area, SMEs continued to report a further improvement in their access to credit and an increased willingness of banks to provide credit at lower interest rates. New bank credit to companies is increasingly being used to finance investment projects.

Overall, our measures have been instrumental in putting the recovery on a more solid footing and thereby securing the conditions for inflation to rise towards levels closer to 2% over a not-too-distant horizon. They have underpinned the revival in the consumption of durable goods which we have observed since 2014, and are finally showing through in a more robust pick-up in non-construction investment.

Without our policy stimulus, both growth and inflation would be significantly lower.


Unsere Meinung: Vielleicht steigt die Inflation in der Eurozone tatsächlich bis 2018 auf 1,6%. Aber wird die EZB dann wirklich etwas dazu beigetragen haben? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass die Inflationsrate  nicht eher im Zuge eines erholten Ölpreises wieder ansteigt? Dann wird die Frage sein: Wozu hat man (die EZB) von 2015-2018 die Bilanzsumme der EZB um lockere zusätzliche 1,5 oder vielleicht 2 Billionen Euro erhöht? Warum? Was hat das gebracht? Bisher sind die 60 Milliarden Euro pro Monat seit März 2015 gnadenlos verpufft, wenn man sich die Inflation anschaut, die nach 15 Monaten Geldschwemme im Minus ist.



Quelle: EZB

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    micromegas

    21. Juni 2016 17:37 at 17:37

    Wenn in Frankreich die Arbeitsmarktreformen durchgesetzt werden, haben wir Deflation in Europa 2018. Wenn in Europa noch mehr die Löhne gesenkt werden bzw. staknieren, dann wird es auch nix mehr der positiven Teurungsrate, wenn gleich die Geldmenge inflatoniert werden wird! Vieleicht meint ja Draghi nicht die Teurungsrate, sondern er meint die Geldmenge erhöht sich bis 2018 um 1,6%.

  2. Avatar

    N. Ritter

    21. Juni 2016 22:12 at 22:12

    Eine Zentralbank kann keine Inflation erzeugen, weil der Inflationsdruck aus dem Ungleichgewicht zwischen (größerer) Nachfrage und (nicht ausreichendem) Produktionspotential kommt – wenn dieser Druck vorhanden ist UND die Zentralbank das Ganze mit billigem Geld finanziert, gibt es Inflation. Wenn der Druck nicht da ist, weil das Produktionspotential mangels Nachfrage unterausgelastet ist, nützt die Geldsintflut allein auch nichts.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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