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Europa

Draghi schmeiß den Drucker an? Inflation in Spanien rauscht Richtung Null-Linie

Claudio Kummerfeld

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Kann Mario Draghi schon mal im Keller der EZB in Frankfurt die Drucker anschmeißen um schwacher Inflation entgegenzuwirken? Ja, ist schon klar. Neues Geld wird natürlich per Knopfdruck geschaffen. Aber es klingt so nun mal viel schöner von einem Drucker zu sprechen. Mario Draghi kündigte erst vor wenigen Tagen an, dass die EZB wieder neue Anleihekäufe starten könne, falls es nötig werden sollte.

Heute um 14 Uhr veröffentlicht das Statistische Bundesamt die deutschen Verbraucherpreise (Inflation) für Juni. Erwartet wird ein Niveau wie im Vormonat bei 1,4%. Kommt die Zahl schwächer rein? Aktuell schauen wir mal auf Spanien. Dort hat die staatliche Statistikbehörde heute früh bereits ihre Juni-Daten für die Verbraucherpreise veröffentlicht. Und siehe da: Die Rate hat sich mal eben halbiert von 0,8% im Mai auf 0,4% im Juni! Im April waren es noch 1,5%. Der offizielle Chart zeigt, wie sehr die Teuerungsrate in Spanien derzeit Richtung Null-Linie rauscht. Der monatliche Vergleich von Mai auf Juni liegt sogar mit 0,1% im Minus!

Man bedenke: Mit 46 Millionen Einwohnern ist Spanien eines der bevölkerungsstarken Mitgliedsländer in der Eurozone, sozusagen ein Schwergewicht. Somit beeinflusst man mit so einem desaströsen Absturz auch deutlich den Gesamtschnitt für die Eurozone. Man darf also um so mehr auf die heutigen Zahlen aus Deutschland gespannt sein, und vor allem, wo Eurostat am morgigen Freitag den Gesamtschnitt für die Eurozone vermeldet! Fallen die Daten schlechter aus als gedacht, sollte das den Euro natürlich schwächen.

Spanien Inflationsrate Juni

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Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Tino Gruchmann

    27. Juni 2019 14:00 at 14:00

    Und das obwohl Wohnen immer teurer wird, vielleicht sollte man die Gewichtung ändern

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Fünfter Monat Deflation – Osteuropa koppelt sich ab

Claudio Kummerfeld

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Taschenrechner und Münzen

Die Verbraucherpreise in der Eurozone für Dezember wurden soeben endgültig bestätigt mit -0,3 Prozent. Damit hängt man nun den fünften Monat in Folge in der Deflation. Die Energiepreise fallen weniger stark mit „nur noch“ -6,9 Prozent im Jahresvergleich nach -8,3 Prozent im November. Die Preissteigerung bei Lebensmitteln fiel mit +1,3 Prozent geringer aus als in den Vormonaten mit +1,9 Prozent. Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa ganz klar nicht in der Deflation hängst, sondern ganz klar positive Preisentwicklungen hinlegt. Dadurch ist der Schnitt für die gesamte EU bei +0,3 Prozent. Gut sichtbar ist der Unterschied zwischen West- und Osteuropa in der ersten Grafik.

Verbraucherpreise je nach Ländern im Detail

Grafik zeigt Dezember-Verbraucherpreise im Detail

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Europa

ZEW Index etwas besser als erwartet – Exporterwartungen verbessert

Redaktion

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Jeden Monat wird der ZEW Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Januar) ist mit +61,8 Punkten etwas besser ausgefallen als erwartet (Prognose war +60,0; Vormonat war +55,0).

Die Einschätzung der aktuellen Lage aber liegt bei -66,4 (Prognose war -68,5; Vormonat war -66,5) – damit sehen wir weiterhin eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage.

Laut ZEW sind es vor allem die verbesserten Exporterwartungen, die den Index nach oben gezogen haben!

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Europa

Autozulassungen in EU: Dezember-Zahlen glänzen, vor allem in Deutschland – warum wohl…

Claudio Kummerfeld

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Autos auf Parkplatz

Was für ein Schritt nach vorne. Wie der europäische Automobilverband ACEA heute früh meldet, haben die Autozulassungen im Dezember einen kräftigen Satz nach oben gemacht mit 1.031.070 PkW. Im November waren es noch 897.692 gewesen. Im Jahresvergleich zu Dezember 2019 ist es nur noch ein Minus von 3,3 Prozent! Und dieser Vergleich zum Vorjahr ist wohl der Entscheidende bei den Autozulassungen. Damit scheint die Krise optisch überwunden zu sein, nachdem der Autoabsatz in den letzten Monaten dank Corona brutal zusammengebrochen war.

Gesenkte Mehrwertsteuer half Deutschland im Dezember bei den Autozulassungen

Vor allem die Autozulassungen in Deutschland stechen positiv hervor. Von Dezember 2019 zu Dezember 2020 sehen wir sogar einen Zuwachs von 9,9 Prozent, von 283.380 auf 311.394 PkW. Gerade für Deutschland ist die Lösung dieses Rätsels sehr einfach. Im Dezember galt noch letztmalig die reduzierte Mehrwertsteuer. Gerade Käufer von hochpreisigen Produkten konnten somit nochmal auf den letzten Drücker nette Summen bei der Mehrwertsteuer sparen. Und so haben wohl zahlreiche Kunden ihre für 2021 geplanten Autokäufe noch schnell in den Dezember 2020 vorgezogen, und haben die Absatzzahlen nach oben gedrückt. Vermutlich dürften in Deutschland dann die Zahlen in den ersten Monaten 2021 mau ausfallen, weil diese Käufer dann fehlen?

Italien und Frankreich haben mangels Sondereffekten im Dezember nicht so geglänzt wie Deutschland. Hier waren die Autozulassungen im Jahresvergleich rückläufig mit -14,9 Prozent und -11,8 Prozent. Schauen wir mal auf den Gesamtjahresvergleich von 2019 auf 2020. Da lag die Gesamt-EU mit 23,7 Prozent im Minus. Deutschland lag bei -19,1 Prozent, Italien bei -27,9 Prozent, und Frankreich bei -25,5 Prozent.

Grafik zeigt Autozulassungen in der EU im Dezember 2020 und Gesamtjahr

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