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Draghis Botschaft und die Fed

Redaktion

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FMW-Redaktion

Liest man Kommentare von Banken zu den Aussagen Mario Draghis auf der Pressekonferenz am letzten Donnerstag, kann man sich gelegentlich nur wundern: die EZB werde auf ihrer nächsten Sitzung die Einlgazinsen weiter absenken, das QE vermutlich weiter ausweiten etc. etc. All das ist gelinde gesagt ziemlich erstaunlich: denn Mario Draghi hat eine für einen Notenbanker sehr eindeutige Aussage gemacht: man müsse nun geduldig sein und warten, bis die von der EZB getroffenen Maßnahmen, die natürlich schon unglaublich gut wirken angeblich, richtig zur Entfaltung kämen.

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EZB-Präsident Mario Draghi mit eigentlich klarer Botschaft!
Foto: World Economic Forum / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Das alles beudeutet im Klartext: von der EZB kommt so schnell nichts mehr, wenn nicht die ökonomischen Daten der Eurozone vollends einbrechen. Es ist schon etwas seltsam, dass der Euro, der in einer ersten Reaktion auf knapp 1,14 schoß, seine Gewinne dann schnell abgegeben hatte und sogar in Richtung 1,12 gerutscht war.

Für die Fed, die bekanntlich am Mittwoch Abend ihre Entscheidung bekannt geben wird, bedeutet das, dass von Seiten der EZB nun kein Störfeuer mehr zu erwarten ist. Hätte Draghi in Aussicht gestellt, noch mehr zu tun, hätte das den Druck auf die Fed erhöht, noch weniger zu tun. Das ist also erst einma vom Tisch. Dennoch liegt die von den Fed Fund Futures eingepreiste Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank schon in dieser Woche die Zinsen anhebt, bei 0%.

Auch für die Juni-Sitzung preisen die Fed Fund Futures nur eine Wahrscheinlichkeit von 20% ein für den nächsten Zinsschritt – die Sitzung der Fed ist eine Woche vor der Brexit-Abstimmung. Etwas höher taxieren die Märkte den nächsten Zinsschritt für den Juli: immerhin auf 34%. Das umso mehr, wenn sich die Briten entscheiden sollten in der EU zu verbleiben und dann dieses Damoklesschwert von den Finanzmärkten abgezogen wäre. Dagegen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen bis Dezember 2016 einmal angehoben haben wird, bei immerhin 64%, glaubt man den Fed Fund Futures.

Diese eingepreisten Wahrscheinlichkeiten seien viel zu gering, hat kürzlich der ansonsten unter den dovishten Mitgliedern der Fed befindliche Eric Rosengren gesagt. Die Märkte haben das nicht einmal ignoriert. Man kuckt auf Janet Yellen und sagt sich: so schnell wird nichts passieren. Daher ist die Erwartung an die Fed-Sitzung in dieser Woche extrem gering: man erwartet nicht einmal einen kleinen Hinweis, wie es weiter gehen könnte mit der Zinspolitik. Immerhin sind mit China und der Dollar-Stärke zwei Argumente, die Yellen ins Spiel gebracht hatte, deutlich schwächer geworden zuletzt.

In der Summe bedeutet das: die Fed-Sitzung ist ein Risiko nach dem Geschenk Mario Draghis an die Fed. Dovisher als zuletzt wird Yellen gar nicht sein können, das ist praktisch gar nicht möglich. Wohl aber, dass sie und die Fed etwas hawkisher werden – und das haben die Märkte zu Null Prozent eingepreist!

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    25. April 2016 13:41 at 13:41

    Dieses weltweite Notenbankpetting(Ich würde schon gerne,trau mich aber nicht wegen ungewollter Finanzschwangerschaft),gerät immer mehr zur lächerlichen Posse!Wer zuerst…,verliert?In meiner Generation,Bj.1959,gab es das eher häufig,dass die 1.(Notenbankerrektion)zur „Zinserhöhung“führte.Dann war man halt 3.Im Gegensatz zu den heutigen Zauderern,haben sich meine Mädels&Jungs jedoch den Ergebnissen ihres Handelns gestellt!Und erstaunlich viele sind noch heute „dick&lang“im selben Geschäft&zufrieden!Ich Marioshippe jetzt,will heissen:Meine Minuserrektion verhindert das Schlimmste,wäre uns nie in den Sinn(Hans-Werner for ever!),gekommen!Zitat eines bekannt-berühmten,oder andersrum, Deutschen :Wir brauchen Eier.Wir Alt60iger hatten sie.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

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Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

Claudio Kummerfeld

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Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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