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Aktien

Dramatisch: KfZ-Zulassungen bei VW -14%, Audi -53%, Porsche -64%

Redaktion

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Die Daten für KfZ-Zulassungen in Europa für den Monat Oktober wurden heute vom europäischen Automobilverband „ACEA“ veröffentlicht. Im Jahresvergleich seien sie um 7,3% zurückgegangen. Wie schon im September seien die neuen Abgasregeln schuld, so ACEA. Noch vor der Umstellung hätten die Konsumenten im Sommer deutlich mehr gekauft, daher gäbe es jetzt die Flaute.

Wenn man davon ausgeht, dass dies eher Konsumenten mit kleinem Geldbeutel sind, die noch vorher zuschlagen wollten, sind natürlich die Massenhersteller eher von so einem Effekt betroffen als die Premium-Hersteller. Aber auch gemäß dieser „Theorie“ sind die Rückgänge bei Audi und Porsche doch mehr als merkwürdig. Also ist vielleicht nicht alles auf die neuen Abgasregeln zurückzuführen? Aber lesen Sie selbst die folgenden Zahlen!

Erstaunlich ist, dass bei den deutschen Herstellern BMW und Daimler im Oktober gut zulegen konnten bei ihren KfZ-Zulassungen mit +14% und +7% im Jahresvergleich. Nur der Volkswagen-Konzern hat offensichtlich herbe Probleme. Die Marke VW hat 14,8% weniger KfZ-Zulassungen zu verzeichnen, bei Audi sind es -53,9%, und bei Porsche sogar -64,1%. Seat hat ein Minus von 13,7% zu verzeichnen, und Skoda nur ein Minus von 0,1%.

Die Konkurrenten aus Frankreich und Italien schneiden auch unterschiedlich ab. Während Renault bei den KfZ-Zulassungen 14,9% abbaut, sind es bei Fiat Chrysler -13,6%, und bei Peugeot sind es nur -0,7%. Die Zulassungen in Deutschland insgesamt lagen bei -7,4%, in Frankreich bei -1,5%, Italien -7,4%, und in Großbritannien waren es -2,9%. Betrachtet man den Vergleichszeitraum Januar-Oktober 2017 mit Januar-Oktober 2018, dann war es immer noch ein europaweites Plus von 1,6%. So wirklich rosig sieht die Lage nicht mehr aus. Auch die Autoindustrie zeigt offenbar, dass ein Konjunkturabschwung ansteht.


Zum Vergrößern bitte die Grafik anklicken.


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VW KfZ-Zulassungen
Ein VW Touareg. Foto: CC BY-SA 4.0

8 Kommentare

8 Comments

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    Rbird

    15. November 2018 13:20 at 13:20

    New Lifestyle
    Na ja ich will ja niemanden zu nahe treten, aber die Zeit das eine überteuertes Pers. Vehikel ca 22 Std auf einem Privat Parkplatz seinen eigenen Anschreibungs Wert innen ca 7 Jahren selbst auffrisst ist vorbei (inkl. Zulassung Wartung Versicherung etc.)

    Die Zukunft will das nicht mehr ! Der Transport muss cleverer sein, damit dieses Geld besser für sinnvolleres ausgeben werden kann und die Städte wieder zum leben benutzt werden können. Wie zb. per App ein Autonomes-Auto bestellen falls nötig. während der Woche vielleicht 2 Per. am Samstag für den IKEA Einkauf den Kombi und am Sonntag für 5 Pers. wenn das Family Weekend ansteht.
    Die Pferdekutschen Firmen wollten auch alles beim alten belassen …aber wie wir alle wissen, gibt es diese heute aus guten Gründen nicht mehr-
    Sorry aber diese Industrie muss dazulernen …schnell, ganz schnell !

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      Koch

      15. November 2018 15:35 at 15:35

      Guten Tag Rbird!Ihren Ausführungen kann ich voll und ganz zustimmen,da sie an Effizienz nichts zu wünschen übriglassen.Ich gehöre momentan zu der Dinosaurierklasse,welcher 4 PKW unterschiedlichster Klassen und Verwendung auf sich selbst und der 4 köpfigen Familie zugelassen hat.Wie Sie schon sagten:Die meiste Zeit stehen die Karossen sinnlos herum.Der Punkt Wertabschreibung ist allerdings nur relevant,wenn man die erworbenen Automobile eher ständig erneuern will.Wertstabile Automobile können durchaus über 30,nicht 7 Jahre abgeschrieben werden.Ich fühle mich mit meiner KFZ-Flotte(Mitsubishi-I-Miev,Audi Q5 Diesel,Audi A5 2.0 TSI Cabrio und last but not least dem Tesla Model S,Bj.Ende 2013,also einer der ersten,gut positioniert.Ich habe die Quintessenz Ihrer Kritik durchaus verstanden,habe aber damit auch gleichzeitig schwere Bedenken hinsichtlich des deutschen Geschäftsmodels,das vor allem auf den Automobilbau abzielt.“Die Gretchenfrage“ Deutschlands.Sind wir willens und fähig unseren Vorsprung vor allen,vielen!ständig zunehmenden Konkurrenznationen zu verteidigen?Können wir Industrie 4.0,künstliche Intelligenz,in Zukunft auch so gut wie Automobilbau&Ingenieurswesen a la Siemens?Die Lösung wird eher nach meiner Zeit(ich werde demnächst 60)liegen.P.s.Ich war jahrzehntelang Formel1-Fan,mit ca.30 Liverennenbesuchen in Europa und konnte mir damals nicht vorstellen,Dass die Rennserie ohne Kippenwerbung existieren kann.Wie wir heute wissen,sie kann!

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        Rbird

        15. November 2018 18:14 at 18:14

        Hallo Herr Koch / Thanks ..ja klar mein Statement war auch ganz allgemein gehalten was die ganze Branche und alt wie neu Autos betrifft :-) Ich sehe aber leider seit ca 2-3 Jahre wie die ganze Branche Weltweit (Ausnahmen gibt es immer) sich völlig überrascht und hilflos darstellt ….Für was bekommen die CEO Geld (Lohn müsste man sich ja verdienen)
        Das Problem ist wie bei jedem Business, wenn der Umsatz ca 15-20 sinkt ist der komplette Gewinn weg aus die Maus….Somit braucht es nur noch wenige Quartale bis es soweit ist…

        Mein Ansatz daher lautet schon seit Jahren. Autonomes fahren etc muss absolute Priorität haben wenn man überleben will in der Automobil Branche und Wirtschaft ( was am Schluss auch nur noch eine Handvoll Anbieter sein werden). Die Politik MUSS auf diesem Gebiet alles unternehmen damit man auf Teststrecken etc Kalifornien und China das Wasser reichen kann.

        Und was das lächerlichste ist am Elektroauto Thema ist, sind deren CEO bla bla; sie müssten so viel neu erfinden Entwicklungsländern Geld etc….Elon Musk hat seine Patente und Techn. Detail jedem offen gelegt, damit die Elektro Auto endlich Fuss fassen …also wenn diese gute Basis schon gratis verfügbar ist, kann sollte es nun also ruck zuck gehen. Und das Tankstellen problem ist gar keins. Wenn jedes Marken KFZ-Haus eine Tankstelle für die eigenen Kunden via App buchbar ist inkl. Abrechnung (was wenige Euro sind) und mit 24hr Warteraum inkl. Kaffee und WLAN ausstattet, ist per sofort ein riesiges Netz da, bis es Standards gibt und die Tankstellen umgebaut werden können in den nächsten Jahren.

        Das Problem ist nicht die Möglichkeiten das anzupacken, es sind die falschen Politiker und Lobbyisten die wie gelähmt zusehen ohne Mut für die Zukunft. denn wer als erstes ein Produkt hat kann es auch Verkaufen und damit auch viel Geld verdienen. Denn die günstigen und späten Nachamer werden kaum mehr absahnen. Und wenn dieses Feld endlich voll Im Entwicklungsstatus ist fallen jede Menge super neue Entwicklungen ab, die die Deutsche Industrie beflügeln wird… Wenn man sich in Brüssel dann ma einig wird ..lach lach…

        so ich habe fertig :-)

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          Petkov

          15. November 2018 22:06 at 22:06

          Also Tesla so überschwänglich zu huldigen und gleichzeitig die Todesanzeige für die Etablierten hier zu schalten, ist schon… sagen wir mal originell. Nicht falsch verstehen, ich finde die Argumente an sich ganz gut, aber eben ein klein wenig einseitig. Was fehlt ist, dass Tesla bisher lediglich in 1-2 Quartale halbwegs schwarze Zahlen geschrieben hat (indem sie alle möglichen Bilanzmanipulationsregister zogen) und sonst einen Berg Geld verbrannt hat. Die Etablierten finanzieren dagegen ihre Projekte für autonomes Fahren und el. Mobilität durch den Verkauf von konventionellen Antrieben und nicht durch die Vernichtung des Geldes der Aktionäre.

          Benzin- und Dieselmotoren sind die Cashcows, was ein sehr nachhaltiges Wirtschaftsprinzip darstellt. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass Tesla kaum Geld mit Werkstattdientleistungen verdient. Daimler & Co. dagegen mächtig. Herr Koch soll bitte sagen, was die Inspektionen vom Q5 und vom Model S jeweils kosten. Warum sollten die etablierten Hersteller auf dieses lukrative Geschäft vorzeitig, viel zu früh verzichten? Sie verhalten sich ökonomisch vernünftig. Tesla ist hier der Geisterfahrer. Aber dieser Geisterfahrer bringt mittlerweile ordentlich PS auf die Straße. Insofern gebe ich Ihnen Recht. Zeit für lange Boxenstopps ist nicht vorhanden.

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          Steven

          16. November 2018 13:39 at 13:39

          @Rbird

          Nice optimistisch. Haha!

          Vergleichen wir mal einen Ladevorgang mit einem Werkstattermin.

          Selbst wenn es doppelt doviele Ladesäulen wie Hebebühnen und dad lade auch nur Halb solange dauert.

          Einen Termin in der Werkstatt gibt es oft nicht unter 2-3 Tagen Wartezeit. Dh tanken nur mit 5-10h Vorlauf + Planungsslots und dann warten vor Ort. Mit käffchen undWlan. Problem gelöst.NICHT!

          NIEMAND will sein Tagesablauf nach der freien Tanksäule ausrichten und dann dort 2h rumsitzen!
          Niemand!

          Im frühling und Winter (reifenwechsel) und in dee Urlaubszeit verschärft sich das dann noch ein bisschen.

          Ich bin immer wieder amüsiert über die Kurzsichtigkeit von eAutofans.

    • Avatar

      Steven

      16. November 2018 10:31 at 10:31

      Da überschätzt jemand den „lifestyle“ gewisser Bevölkerungsschichten

  2. Avatar

    Lausi

    15. November 2018 19:35 at 19:35

    Soll den ganzen Autobauern doch deren Blechkarawane im Halse stecken bleiben! Hat dabei schon mal jemand an den Klimaschutz gedacht? Scheiß auf die Arbeitsplätze – es gibt auch andere umweltfreundlichere Industrien, wo Geld verdient werden kann. Ich bin leidenschaftlicher Autofahrer, aber ständig im Stau stehen, da kann ich nur „Nein Danke“ sagen. Im öffentlichen Nah- und Fernverkehr liegt die Zukunft, und nicht im Individualverkehr, der alles zu ersticken droht!

  3. Avatar

    Steven

    16. November 2018 10:22 at 10:22

    99% aller Autokäufer orientieren sich NICHT an Terminen für neue Abgasregalen.

    Der veröffentlichte Bullshit wird immer schlimmer.
    Härte man es wenigstens auf vorgezogene Tageszulassungen geschoben.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

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am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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