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Aktien

Drei Aktien wo was los ist: Tesla, Juventus Turin, Wirecard

Claudio Kummerfeld

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In der Aktie von Tesla gab es diese Woche einen grandiosen Einbruch. Anfang der Woche hatte Elon Musk voller Stolz verkündet das Produktionsziel von 5000 Autos des neuen Model 3 pro Woche auf den allerletzten Drücker erreicht zu haben (wir berichteten). Aber warum ist die Aktie dann so abgestürzt? Immerhin fiel sie nach einem ganz kurzen Euphorieschub am Montag von 365 Dollar auf bis zu 310 Dollar am Dienstag Abend (gestern war wegen Feiertag kein Handel in den USA).

Einerseits gibt es die Angst vor den verschärften Zoll-Problemen zwischen China und den USA. Aber das ist nur ein nachrangiger Grund. In Wirklichkeit wird den Beobachtern der Aktie klar, dass Elon Musk nur unter brutalsten Anstrengungen sein Produktionsziel erreichen konnte. Die Produktion anderer Modelle wurde offenbar vernachlässigt, und für offensichtliche 12 Stunden-Schichten wird Tesla kräftig Überstundenzuschläge an seine Angestellten gezahlt haben. Das alles sowie die provisorische Produktionserweiterung in einem Zelt (kein Witz) dürften die Verluste von Tesla im 2. Quartal nach oben schießen lassen.

Genau das vermutet auch JP Morgan. Deshalb erhöht die größte Bank der USA ihre Erwartung für Tesla´s Quartalsverlust von 2,45 auf 2,80 Dollar pro Aktie. Als Einstufung bleibt man bei „Untergewichten“ mit einem Kursziel von 180 Dollar. JPM macht in seinen Aussagen deutlich, dass bei der explodierenden Produktionsmenge des Model 3 auch die Kosten explodieren müssten. So ist die Aktie diese Woche der große Verlierer, weswegen der kurzfristige Chart alles andere als schön aussieht. Aber man vergesse nie die blinde Hörigkeit der Musk-Jünger.

Man sollte die Aktie nicht zu früh abschreiben. Schon diverse Male ist sie in den letzten Monaten nach kurzen Einbrüchen wieder kräftig nach oben gedreht, ohne fundamentale Gründe. Heute ging die Aktie in New York mit 308 Dollar leicht geschwächt gegenüber Dienstag Abend in den Handel. Aber inzwischen rutscht sie weiter ab mit -4,4% auf 297 Dollar (im Chart ist der Kursverlauf seit letzter Woche Donnerstag zu sehen).

Tesla-Aktie

Juventus Turin

Diverse Medien berichten heute darüber, dass Christiano Ronaldo unmittelbar davor stehe einen Vertrag bei Juventus Turin zu unterschreiben. Dafür sei seine Ablösesumme sogar von 1 Milliarde auf „nur noch“ 120 Millionen Euro gesenkt worden. Fix ist der Deal noch nicht, aber die Aktie von Juventus Turin zieht deutlich an. Am Dienstag notierte die Aktie noch bei 67 Cents. Nach gestrigen Gerüchten und heute verstärkten Gerüchten stieg sie immer weiter auf aktuell 81 Cents. Wie weit so ein Hype gehen kann, und wie lange er anhält, weiß natürlich niemand genau. Aber wir meinen: So eine Euphorie ist selten nachhaltig. Man könnte (Betonung auf „könnte“) als Spekulant überlegen eine Short-Wette auf die Aktie einzugehen, wenn sie eventuell noch weiter läuft. Nach einem Vertragsabschluss auf „Selling on good news“ spekulieren? Im Chart ist der Aktienkursverlauf von Juventus Turin zu sehen seit Oktober 2017.

Juventus Turin

Wirecard

Wir hatten das Thema gestern bereits angesprochen. Die Commerzbank droht aus dem Dax zu fliegen. Ersetzt werden könnte sie durch den TecDax-Wert „Wirecard“. Die Die Aktie läuft schon seit geraumer Zeit richtig gut, und somit steigen natürlich Börsenwert und Handelsvolumen. Durch den Aufstieg in den Dax (Entscheidung Anfang September) müssten indexorientierte Fonds in die Aktie umschichten. Es ist gut möglich, dass Spekulanten schon versuchen vorher mit an Bord zu sein. Die Fonds dürfen erst nach einer möglichen Dax-Änderung umschichten, weil sie sich eben stur nach den Index-Zusammensetzung richten müssen.

Wirecard ist zwar keine klassische Bank, aber als Anbieter von Zahlungsverkehrsprodukten (Kreditkarten, Online-Bezahlen etc) ist man auch Finanzdienstleister. Es wäre eine Ironie, dass eine so große Bank gegen diesen Anbieter ausgewechselt werden könnte. Ähnlich merkwürdig war es bereits, als vor Kurzem General Electric für eine Apothekenkette aus dem Dow Jones 30 entfernt wurde.

Wirecard
Dei Aktie von Wirecard seit Oktober 2017.

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Aktien

Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – die Wirtschaft entscheidet und nicht die Wahlen

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Trump oder Biden, Rettungspaket JA oder NEIN? Egal was passiert, die Börse läuft weiter?

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart an der Wall Street – Autos, Banken, Energie: Dreht der Wind?

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