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Drei Gründe, warum der Dax-Crash kommt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Von Michael Leist

Jede Hausse an den Märkten findet, aus welchen Gründen auch immer, einmal Ihr Ende und dieses lässt sich nicht beliebig manipulieren wie Libor- und Leitzins. Anhand des charttechnischen DAX-Bildes lasst sich heute bereits erahnen, dass die Bullen den Ball nicht mehr lange oben halten können. Infolge dessen könnte uns ein Dax-Crash wie zur Zeit der Immobilienkrise in den USA (September 2011) ins Haus stehen. Insgesamt gibt es hierfür drei Kriterien, die wir mithilfe der Charttechnik prüfen wollen:

1. Alle die investieren wollten, sind bereits investiert.
Hierfür habe ich den DAX-Wochenchart seit Anfang 2009 auf wiederkehrende Muster und Divergenzen im MACD, Slow Stochastik und Chaikin Oszillator untersucht (Abbildung 1). Dabei zeigte sich, dass wir in der derzeitigen Hausse zwei Phasen, die dem Crash von 2011 vorausgingen, ebenfalls durchlaufen haben. A) Im blauen Motiv nimmt die Kurssteigerungsintensität stetig ab, Investmentkäufe dominieren. B) Im roten Motiv kaufen spekulative Marktteilnehmer und der DAX erscheint gemessen am Verlauf des blauen Trendkanals als überbewertet. Gewinnmitnahmen bringen den Dax in der zweiten Hälfte unter Druck und es bildet sich eine seitwärts gerichtete Bewegung aus.

2. Was nicht mehr steigen kann, wird irgendwann fallen.
Durch den stetigen Aufwärtstrend seit Mitte 2011 geht mit einem Dax-Investment eine entsprechende Performanceerwartung einher. Um nicht zu enttäuschen, muss der Dax also die vorgegebene Bahn gegen Norden weiterlaufen. Ansonsten drohen die Enttäuschten zu verkaufen, was zu einer Häufung von negativen Candlestick Pattern im Dax-Chart führen kann. Schaut man sich die Abbildung 2 an, so wird schnell klar, dass an dieser Stelle (roter Kreis) ein Out of trend entstanden ist. Die violette untere Trendbegrenzung wurde mit dem Rückfall unter die 9800 Marke gebrochen. Noch gravierender ist jedoch, dass hiermit eine negative Divergenz in der MADC-Linie einhergeht, was als stärkstes technisches Verkaufssignal betrachtet wird.

3. Tritt der Fall des Falles ein, so treten andere noch nach.
Oder anders gesagt, es besteht ein erhebliches Ansteckungsrisiko, dass gewisse Marktteilnehmer auf fallende Kurse setzen, sollte der DAX unter die Marke von 9424 Zählern fallen. Denn die nächsten horizontalen Unterstützungen würden dann erst bei 8987 bzw. 8300 Punkten liegen. Der DAX-Tageschart Abbildung 3 zeigt die Dax-entwicklung durch die 90-Tage-Linie bei 9700 und einen horizontalen Wiederstand bei 9800 Punkten begrenzt. Unterstützend wirkt sich derzeit die 200-Tage-Linie bei 9500 Punkten aus, die zudem noch durch eine violette Unterstützungslinie unterstützt wird. Damit sind die Renditechancen nach oben hin geringer als die nach unten.

Alles im Allem lautet mein Fazit: Marc Faber dürfte wiedermal recht behalten, wenn er einen DAX-Absturz von bis zu 30% aus dem Stand prognostiziert.

DAX-Crash Abbildung 1[1]Zum Vergrößern anklicken

DAX-Crash Abbildung 2[1] Zum Vergrößern anklicken

DAX-Crash Abbildung 3[1] Zum Vergrößern anklicken

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Mr. jones

    30. Juli 2014 18:59 at 18:59

    Im Moment wird der DAX von unsichtbarer Hand gestaemmt, warum auch immer!

    • Avatar

      Michael Leist

      1. August 2014 15:32 at 15:32

      Der Markt wollte die 10.000 Marke sehen. Vielleicht waren da auch besagte Hände mit im Spiel, seitdem ist aber nichts mehr von Stärke zu sehen.

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Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation – deshalb spielen alle Investoren den „Reflations-Trade“ und kaufen vor allem Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie und Materialien. Es sind aber vor allem diese Sektoren, die eine besonders hohe Verschuldung aufweisen – und aufgrund der Politik der Notenbanken dennoch derzeit extrem günstig Schulden machen können. Aber wenn die Inflation wirklich steigt, dann beginnen die Kapitalmarkt-Zinsen zu steigen – und das erschwert die Tragfähigkeit der Schulden jener Unternehmen, die derzeit im Reflations-Trade gekauft werden. Im Grunde ist das ein Paradox: wenn die Inflation wirklich käme, wären diejenigen Aktien die Verlierer, die im Reflations-Trade derzeit immens nach oben gekauft werden..

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

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Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

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