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Druck auf die G20: Bringt mehr Stimulus, sonst bestrafen wir euch – alle gegen Schäuble

Redaktion

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FMW-Redaktion

Für den jetzt beginnenden G20-Gipfel haben Banken und auch der IWF eine klare Botschaft für die hier versammelten Politiker. Wir wollen von euch (der Politik) endlich mehr Stimulus. Also legt gefälligst endlich mehr Wirtschaftsförderungsprogramme auf, senkt die Unternehmenssteuern, tut sonst was, aber seht zu dass ihr eure Volkswirtschaften zum Laufen bekommt. Auch IWF-Chefin Lagarde hat gestern ihre „Eröffnungsnote“ in diese Richtung formuliert.

G20 Wolfgang Schäuble
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble steht alleine da?. Foto: Luca Brunini / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Immer mehr Beobachtern dämmert es wohl, dass die Notenbanken mit ihrem ständigen Geldpumpen keine richtige Wirtschaftspolitik ersetzen können. Jahrelang ruhte sich die Politik darauf aus (USA/Europa/Japan), dass die Notenbank „es schon richten wird“.

Mehrere große Banken haben jetzt noch schnell vor Beginn des G20-Treffens durchblicken lassen, dass Investoren es sehr schlecht aufnehmen würden, wenn die G20-Staaten in ihrem Abschluss-Statement keine expliziten und umfangreichen Stimulus-Maßnahmen verkünden würden. Was ist darunter zu verstehen? Ihr gebt uns keinen neuen Impuls für steigende Aktienkurse? Dann müssen wir euch eben bestrafen mit fallenden Aktienkursen…

Und in der Tat, etwas Ähnliches konnte man z.B. nach der letzten EZB-Entscheidung beobachten, wo gegen die Erwartung des Marktes Zinsen und QE nicht weiter gelockert wurden. Der Markt „bestrafte“ die EZB mit fallenden Kursen, und bei ihrer Sitzung in zwei Wochen weiß die EZB diesmal genau, was sie zu tun hat. Klingt ein Stück weit nach Verschwörungstheorie, ist aber teilweise nachvollziehbar. Die Notenbanker sehen die fallenden Börsenkurse und schließen daraus, dass ihre Politik in der Wirtschaft irgendwie nicht fruchtet. Dass die aktuellen Börsenkurse nichts mit der Realwirtschaft im selben Moment zu tun haben, wird dabei ausgeblendet.

Die Notenbanken mit ihrer Geldschwemme reichen den Märkten nicht mehr aus, auch was die Chinesen und Japaner von Regierungsseite da treiben, reicht nicht. Jetzt will der Markt (der Drogensüchtige) auch von den westlichen Industrienationen von Regierungsseite ein kräftiges Signal für Stimulus hören, also im Klartext: Konjunkturprogramme der Regierungen müssen her! Sonst können wir euch keine steigenden Aktienkurse anbieten, sonst müssen wir einbrechen. Z.B. fordert jüngst Citi, dass neben den bisherigen Notenbankmaßnahmen zusätzlich von den Regierungen Stimulusmaßnahmen ergriffen werden sollten. Auch IWF-Chefin Lagarde schwenkt genau auf diesen Kurs ein in ihrem Eröffnungstext für den G20-Gipfeln. Mehr Stimulus bitte, die Weltwirtschaft muss wieder in Schwung kommen. Zitat:

„Strengthening growth. In advanced economies, securing higher and sustainable growth requires a mix of mutually-reinforcing demand and supply policies. On the demand side, accommodative monetary policy remains essential where inflation is still well below central banks’ targets. However, a comprehensive approach is needed to reduce over-reliance on monetary policy. In particular, near-term fiscal policy should be more supportive where appropriate and provided there is fiscal space, especially through investment that boosts both the demand and the supply potential of the economy. In a number of countries, efforts to accelerate the repair of private sector balance sheets would help improve the transmission of monetary policy and support domestic demand. On the supply side, across advanced and emerging economies, credible and well-designed structural reforms remain critical to lift potential output, and can provide some near-term demand support directly and through increased confidence and expectations of higher future income.“

Nur einer, der immer alleine im Wald steht, der stemmt sich dagegen. „Unser“ Wolfgang Schäuble sagt zur G20-Eröffnung wie in den letzte Jahren auch, dass es zur einer Zombie-Wirtschaft führen würde, wenn man durch Schuldenfinanzierung sein Wachstum antreibe. Und dann zu guter letzt ist da noch der US-Finanzminister Jacob Lew. Anders als Schäuble mit seinem nicht vorhandenen Haushaltsdefizit haben die USA sowieso Jahr für Jahr nur Defizite, und die US-Staatsverschuldung hat jüngst die 19 Billionen Dollar-Marke durchbrochen. In Rekordzeit rennt man Richtung 20 Billionen, und jenseits von 3% Maastricht-Kriterium in Europa interessiert sich für so etwas niemand in Washington. Dementsprechend trommelt Lew zusammen mit Lagarde und der globalen Bankenindustrie jetzt für staatliche schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme, zusätzlich zu den Notenbank-Programmen!

Wir fassen zusammen: Irgendwie sind sich alle (außer der Dauernörgler im Rollstuhl) einig, dass zusätzlich (!) zum Notenbank-Pumpen jetzt auch die Regierungen selbst schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme drauflegen sollen. Schäuble will wie in den letzten Jahren nur dann Konjunkturprogramme, wenn diese nicht mit Schulden bezahlt werden. Wir meinen: Wie wäre es mit dem Einstellen der Notenbank-Gelddruckerei? Wirtschaftspolitik ist eine Sache von Regierungen alleine. Denn was EZB, Fed, BoJ und Co da treiben, hat mit reiner Geldpolitik schon lange nichts mehr zu tun, und wirkt auch nicht.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    29. Februar 2016 10:00 at 10:00

    Gebt uns Stimuli ohne Ende,sonst bestrafen wir euch mit fallenden Aktienmärkten!Klar denkende Menschen(es soll noch einige geben!)fragen sich da kopfschüttelnd.Wer bestraft dann wen?Die schmierigen Banker sehen sich also wieder als Master of the Universe&glauben skrupelloserweise wieder Regierungen erpressen zu können!Macht endlich endlich klar,wer hier Hund&Herrchen ist!Sind die Boni wieder bei -0,5&die ersten „Weltfinanzräte“streiten sich mit den alteingesessenen in der Frankfurter Innenstadt um die besten Schnorrerplätze,kann ich endlich wieder in Ihrem Jargon sagen.Euere Armut kotzt mich an! Ein extrem wünschenswerter Zustand,nach allem,was sie uns schon wieder eingebrockt haben!

  2. Avatar

    KK

    29. Februar 2016 10:44 at 10:44

    Nationalökonomie ist ein Studium, das nicht als Denkschulung konzipiert ist, sondern als Anwenden von mehr oder wenig komplizierten mathematischen Formeln. Wirtschaft ist aber ein kompliziertes Rückkopplungssystem, vergleichbar etwa einem tierischen Säftekreislauf inklusive Krampfadern und noch grässlicheren Erscheinungen, wenn die rhythmischen, gekoppelten Antriebsmechanismen nicht mehr ausgeglichen laufen können, weil da
    Vergiftungen (von etwas zu viel oder zu wenig)
    und
    Blockaden überwiegen.
    Wenn in solchen Fällen verständige Ärzte am rechtzeitigen Eingreifen behindert werden, ist
    Gesundheit nicht mehr erreichbar.

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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