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Dubai, Japan, Eurozone: Die Deflation ist da

Claudio Kummerfeld

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am

Hinter der Glitzerfassade von Dubai läuft die Deflation

In Dubai ist alles super, alles rosa rotes Märchenland? Nein, das Gegenteil ist der Fall. Wie desaströs die Zustände derzeit sind, und das vor allem für das gigantische Heer der ausländischen Gastarbeiter, zeigte vor kurzem eine Arte-Doku (hier anschauen). Die Coronakrise trifft das vermeintliche Märchenland hart. Aber schon vorher war eine Krise erkennbar, die jetzt nur noch verstärkt wird. Jahrelang wurde viel zu viel gebaut in Dubai, und Überkapazitäten fallen jetzt umso mehr auf. Und was passiert, wenn niemand diese Kapazitäten nachfragt? Die Anbieter senken die Preise, in der Hoffnung, dass die Nachfrager dann endlich wieder  nachfragen. So fallen die Verbraucherpreise in Dubai im Oktober im Jahresvergleich nach offiziellen Angaben aus dieser Woche um 3,41 Prozent – eine klare Deflation!

Die Spaßindustrie in Dubai ist kräftig in der Deflation

Interessant dabei ist, dass die Verbraucherpreise in Dubai für das Segment „Entertainment und Kultur“ sogar um 12,22 Prozent gefallen sind. Also all die schönen und lustigen Freizeitangebote für Touristen wie eine gigantische Indoor-Skihalle oder Jeep-Fahrten durch die Wüste uvm. Minus 12 Prozent, das ist eine deftige Deflation! Der Bereich „Housing, Water, Electricity, Gas and Fuel“ zeigt Preisrückgänge von 6,96 Prozent, und Bekleidungspreise sinken um 2,25 Prozent. Lebensmittelpreise steigen aber immerhin um 1,9 Prozent. Die gesamten Vereinigten Arabischen Emirate hängen derzeit übrigens mit -2,36 Prozent in der Deflation.

Japan ist in der Deflation angekommen

In Japan versuchen Notenbank und Regierung seit Jahren gegen die demografische Katastrophe und fehlendes Wirtschaftswachstum anzudrucken, mit immer mehr neuem Geld und immer mehr Schulden. Und dann noch die Coronakrise. Jetzt ist die Inflation ganz futsch, und Japan erlebt mit aktuell -0,4 Prozent (gestrige Veröffentlichung für Oktober) den tiefsten Stand der Verbraucherpreise seit drei Jahren. Schaut man auf die Verbraucherpreise ohne die stark schwankenden Bereiche Lebensmittel und Energie, dann ist die Deflation mit -0,7 Prozent im Jahresvergleich noch deutlicher (der stärkste Rückgang seit neun Jahren).

Im Kernbereich fallen die Verbraucherpreise in Japan so stark wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Im Chart sieht man die prozentuale Veränderung der Verbraucherpreise im Japan im Verlauf der letzten zehn Jahre. Dank der Coronakrise versuchen viele Verkäufer in Japan die Kauflaune der Konsumenten mit Preisnachlässen anzukurbeln. Dazu kommt noch die Nachwirkung der im letzten Jahr angehobenen Mehrwertsteuer in Japan von 8 auf 10 Prozent, was die Kauflaune immer noch trübt.


source: tradingeconomics.com

Eurozone dritten Monat in Folge mit rückläufigen Preisen

Tja, und auch in der Eurozone ist die Deflation schon da. Den dritten Monat in Folge haben die EU-Statistiker jüngst rückläufige Verbraucherpreise vermeldet, mit -0,3 Prozent im Oktober. Dabei sieht es mit Blick auf die gesamte EU positiv aus mit +0,3 Prozent, denn Osteuropa mit Währungen außerhalb des Euro liefert in vielen Fällen kräftig steigende Verbraucherpreise, nämlich zwischen +1,6 Prozent und +3,8 Prozent. Neben der Coronakrise trüben innerhalb der Eurozone auch die sinkenden Verbraucherpreise vor allem in Deutschland das Gesamtbild. Bei uns wirkt seit Juli die Mehrwertsteuersenkung verschärfend negativ auf die Preise.

Nach der Deflation die Inflation?

Frage zum Schluss: Kommt wie von vielen kritischen Kommentatoren wie Dirk Müller und Markus Krall erwähnt die kräftige Inflation, nachdem „planmäßig“ zunächst in so einer Krise eine leichte Deflation um sich greift? Dafür müsse die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen, nachdem sich die wirtschaftliche Lage erholt habe, und die Menschen wieder ihr in der Krise angehäuftes Geld ausgeben. Kommt es so? Das wird sich zeigen.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    20. November 2020 12:19 at 12:19

    „Wird es so kommen? Das wird sich zeigen“

    Sehr beliebter, mich aber besonders nervender Schlußsatz von Analysen, Kommentaren, Artikel und und…
    Nichtssagender kann man eine Analyse oder einen Kommentar kaum beenden.
    Wird es morgen regnen? Das wird sich zeigen. Ja, garantiert, zu 100%.
    Außer…man erlebt den morgigen Tag nicht mehr.

  2. Avatar

    Alles i.o. mit Claudio

    20. November 2020 13:04 at 13:04

    Aha, aber bei Krall und Co. nervt man sich, dass er seit Jahren falsch liegt weil er gewisse Zeiträume des Eintreffens angibt, während man jetzt kritisiert, dass der Kommentator das Eintreffen offen lässt.
    Sehr schwieriger Leser dieser Fast-Alles- Kritiker mit sehr vielen Widersprüchen.Er könnte sich einmal als FMW Kommentator versuchen wie es kürzlich ein Anderer mit grossem Erfolg versucht hat.

  3. Avatar

    leftutti

    20. November 2020 21:14 at 21:14

    @Id.o.t Claudio,
    Ich glaube nicht, dass alles i.O. mit Ihnen ist. Sie haben eine zwanghafte, ja fast pathologische Motivation, unter Dutzenden von Nick-Namen immer wieder dieselben paar Kommentatoren persönlich anzugreifen. Gleichzeitig sind Sie zu feige, diese persönlich anzusprechen. Soll das einen Anschein von Sachlichkeit und Objektivität vermitteln?

    Und gleichzeitig verpassen Sie zu keinen Zeitpunkt, Krall zumindest erwähnend in göttliches Licht zu rücken, ob das Thema von dem Typen handelt oder nicht. Träumen Sie inzwischen schon feucht und glücklich von ihm und seinen wirren Thesen?

    Sie erinnern mich irgendwie an das närrische Gebaren eines scheidenden Präsidenten-Losers oder auch einiger weniger Clowns in den Gängen des Bundestags. Sehr schwieriger Leser, dieser Fast-Alles- Kommentierer mit sehr vielen Widersprüchen…

  4. Avatar

    Peter

    22. November 2020 11:35 at 11:35

    Zu den Vorkommentaren, wir leben eben in extrem unsicheren Zeiten. Für mich sind diese Kommentare sind Ausdruck einer großen Angst. Diese ist m. E. sehr berechtigt. Beziehen wir in dieses Szenario noch die Auswirkungen der neuen asiatischen freihandelszone mit ein, dann sollte es uns Angst und Bange werden, denn der Druck auf unser sehr wohlstandsverwöhntes Verhalten wird u.a. Auch dadurch enorm werden.
    Zur Deflation:ich habe ich gestern meine DSL-Leitung von 50 auf 100 MB aufgestockt. Dabei haben sich die Kosten um 10 € gesenkt (beim gleichen Anbieter).

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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