Folgen Sie uns
Das DAX-Signal börsentäglich, jetzt anmelden

Allgemein

Exklusiv: Dubioser „Broker“ aus der Südsee mit Sitz in Berlin – Vorsicht!

Veröffentlicht

am

Die Republik Marshallinseln ist ein Inselstaat im mittleren Ozeanien. Sie umfasst die gleichnamige Inselgruppe, die zu Mikronesien gehört. Mit 53.000 Einwohnern auf einer Fläche von nur 181 Quadratkilometern gehören die Marshallinseln zu den kleinsten Staaten der Erde. Und genau hier hat das Unternehmen „Setonix Holding LTD“ mit der Webseite www.Obsbit.com seinen Firmensitz! Angeblich soll es ein Broker sein. Am 19.02.2019 hat die BaFin hierzu folgendes veröffentlicht Zitat:

Datum:19.02.2019
Die BaFin hat der Setonix Holding LTD mit Bescheid vom 5. Februar 2019 das Einlagengeschäft untersagt und dessen unverzügliche Abwicklung angeordnet.
Die Setonix Holding LTD ist Betreiber der Handelsplattform www.obsbit.com für finanzielle Differenzkontrakte (Contracts for Difference – CFD), Devisen, binäre Optionen und Kryptowährungen. In diesem Zusammenhang nimmt das Unternehmen fremde Gelder als Einlagen oder andere unbedingt rückzahlbare Gelder des Publikums an. Damit betreibt die Setonix Holding LTD das Einlagengeschäft ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin.
Dieser Bescheid ist von Gesetzes wegen sofort vollziehbar, jedoch noch nicht bestandskräftig.

Anruf beim „Broker“

Am 19.2. habe ich gleich mal bei diesem Unternehmen angerufen und ein Demo-Konto eröffnet. Am Telefon meldete sich eine junge Dame, die ich gleich mit der Veröffentlichung der BaFin konfrontierte, und fragte Sie, ob ich jetzt überhaupt noch ein Konto eröffnen darf. Die Dame am Telefon wusste nichts von der Veröffentlichung und stellte mich durch zu einem Kundenbetreuer. Dieser meldete sich mit einem deutschen Nachnamen (Herr Mohr) und ausländischem Akzent. Leider war er noch ahnungsloser und stelle mich in die „Finanzabteilung“ des Unternehmens durch.

Der Mann aus der Finanzabteilung hieß ebenfalls „Herr Mohr“ mit wieder ausländischem Akzent – und auch er erklärte mir, dass das alles kein Problem sei, und ja heutzutage jeder 7-Jährige im Internet Gerüchte streuen könne. Darauf antwortete ich ihm, dass diese Veröffentlichung direkt auf der BaFin- Seite steht. Ich fragte ihn noch einmal nach seinem Namen. Als er mir seinen Namen sagte, erwiderte ich: Heißt Ihr hier alle gleich? Er: nein, mein Name ist Herr Günther. Mich beschlich das Gefühl, dass
hier mit falschen Mitarbeiternamen gearbeitet wird.

Der Mann von der Obsbit-Finanzabteilung versicherte mir, dass es absolut keine Probleme gebe und ich ein Konto aufmachen könne. Ich: Sagen Sie Herr Günther, hat Obsbit denn eine BaFin-Lizenz um diese Geschäfte zu betreiben? Er: natürlich! Ich: kann ich aber nicht finden in ihrem Impressum. Er: Die bekommen Sie per Foto zugeschickt, wenn Sie ein Konto eröffnen. Ich: Das müssen Sie nicht, ich möchte doch nur sehen ob ihr eine habt. Im Impressum steht davon nichts. Ich bin mir sicher, dass Sie keine haben!

Lizenz JA oder NEIN?

Nach langem Hin und Her fragte er einen weiteren Kollegen und sagte mir: Wir haben in Deutschland keine Lizenz, weil wir ja Kryptowährungen anbieten und diese nur über das Ausland gehen, deshalb haben wir im Ausland eine Lizenz. Ich muss lachen, und übergehe diesen mutig vorgetragenen Unfug. Ich: Wo sitzen Sie denn in Deutschland? Leider kann ich das auch nicht sehen auf Ihrer Webseite. Er: Wir sitzen in Berlin. Ich: Komisch dass das nicht auf Ihrer Seite steht. Er: Sie können gern hier her kommen und sie bekommen dann einen persönlichen Termin mit einem Kollegen, der in der Brokerabteilung sitzt. Das ist der Herr Leon. Das kostet aber eine höhere Gebühr, denn er kann Ihnen Tipps und Tricks geben und sie unterstützen im Handel. Oder Sie nutzten unseren Roboter der in unserer It- Abteilung programmiert wurde. Dieser Handelt dann für Sie.

Ich: Nein, das brauche ich nicht. Ich möchte doch nur wissen wo Ihre Firma in Deutschland ihren Sitz hat.Und einen Roboter der von Ihnen programmiert ist, setzt am Ende noch Täglich 200-300 Transaktionen ab und ich verliere mein Geld. Könnte ich mit einem Ihrer Chefs sprechen? Er: Leider ist keiner von beiden hier. Ich: Oh, nicht dass die schon einsitzen… (lache dabei). Er: Nein nein, ich veranlasse, dass sich einer der beiden bei Ihnen meldet, wenn sie wieder im Haus sind. Ich beende das Gespräch und stelle fest, dass hier weiterhin die Anlageberatung und auch die Vermögensverwaltung in Form eines Computerprogramms betrieben wird. Das alles ohne Erlaubnis der BaFin! Es ist sicher nur eine Frage der Zeit bis die Berliner Polizei der Firma einen Besuch abstattet.

20.02.2019
Gerade habe ich mit der BaFin telefoniert. Leider bekomme ich keine Informationen. Ich habe aber das Gefühl, dass hier weitere Schritte gegen die Firma laufen. Ich rufe wieder bei Obsbit an am 20.02.2019 um 10:15 Uhr. Keiner geht mehr an das Telefon in Deutschland. Auch niemand in England oder Spanien.
+44 330 027 1676
+34 935 227 635
+49 3222 999 0324

Ich werde dran bleiben und weiter versuchen jemanden zu erreichen. Vielleicht haben die auch nur einen kurzen Betriebsurlaub zu den Marshallinseln gemacht!

20.02.2019 11:20 Uhr: Ich erreiche jemanden vom Support, der mich wieder in die Finanzabteilung durchstellt. Jetzt spreche ich wieder mit dem Herrn Mohr. Auf meine Frage wo denn der Firmensitz ist in Berlin, meinte er: Wir sitzen am Potsdamer Platz. Ich: Ja und wo da genau? Welche Straße und Hausnummer? Er: Ich weiß das leider nicht. Ich: Sie müssen doch wissen wohin Sie täglich zur Arbeit gehen. Er: Ich mach das ja aus dem Kopf heraus wenn ich zu Arbeit gehe, und da fällt mir die Hausnummer nicht ein, aber wir sind seriös, denn wir arbeiten ja ganz eng mit der Börse in Frankfurt zusammen. Ich: Jetzt lache ich und erkläre ihm, dass ich das nicht glauben kann. Er: Ich bin ja nur der Support!

Es wird immer besser

Und dann stellt er mich an eine Frau durch, die auch wie der Herr Günther in der „Finanzabteilung“ arbeitet. Die Frau meldet sich sehr freundlich und fragt sofort, ob ich denn jetzt ein Konto eröffnen möchte. Ich: Ja, aber ich möchte schon wissen wo der genaue Firmensitz in Berlin ist. Sie: Wir sind ja nur Online, und da geben wir keine Adresse raus, denn es gibt ja auch Kunden die an der Börse verlieren und damit nicht klar kommen. Stellen sie sich mal vor, dass diese Leute uns dann besuchen wollen. Das geht doch nicht.

Ich: glauben Sie wirklich das, was Sie mir hier erzählen? Ich füge dann noch hinzu, dass sie ja keine Lizenz haben und dass das, was sie da tun, doch Beratung und durch das automatische Handelsprogramm ja auch Vermögensverwaltung ist, und dass diese Dienstleistung einer Genehmigung der BaFin bedarf. Jetzt wird’s richtig lustig! Sie: Wir haben keine Lizenz, weil wir ja Produkte anbieten, die nicht legal in Deutschland sind. Ich: Also dann bieten Sie illegale Produkte an? Das klingt nicht seriös!

Sie: Nein, wir bieten Binäroptionen, CFDs und Kryptos an, das geht nur über das Ausland. Wir haben ja auch noch unseren Sitz in England und Spanien. Deshalb haben wir keine Lizenz in Deutschland. Ich oute mich jetzt und sage ihr, dass ich von der Presse bin, und dass das was sie tun, nicht erlaubt ist! Sie: alles was wir tun ist erlaubt, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, und legt auf. Fazit: Finger weg von diesem Unternehmen, das als Broker auftritt!!!!

Ein angeblicher Broker in der sonnigen Südsee
Die Marshall-Inseln, irgendwo in der Südsee. Foto: Erin Magee/AusAID CC BY 2.0

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Aktuell: Doch kein Deal USA-China? Headlines vom US-Handelsministerium

Veröffentlicht

am

Soeben Headlines vom US-Handelsministerium:

– einige Mitglieder des US-Handelsministeriums: China scheint die Forderungen der USA abzulehnen

– Chinas Haltung habe sich praktisch nicht verändert

– die USA wollen nähere Auskünfte über Vorgehen Chinas in Sachen Datendiebstahl

Die US-Futures deutlich tiefer..

weiterlesen

Allgemein

Artikel 13 aktuell: Jede Menge PRO, jede Menge CONTRA

Veröffentlicht

am

Zum Thema Artikel 13 des neuen EU-Urheberrechts wurden nun schon so viele Argumente ausgetauscht. Aktuell kann man in sozialen Medien ganz klar beobachten, dass von beiden Seiten offene Briefe veröffentlicht werden, oder dass Gruppen von Künstlern oder Lobbyorganisationen verkünden, dass so und so viele Künstler dafür oder dagegen sind. Damit soll natürlich für den Betrachter der jeweiligen Nachricht der Eindruck erweckt werden, dass „die Künstler“ ja eigentlich alle EINE bestimmte Meinung haben. Dass wir von FMW beim Thema Artikel 13 parteiisch sind und ihn ablehnen, sollte inzwischen kein Geheimnis mehr sein! Aber wir denken bei so einem Thema klar Stellung zu beziehen ist nicht so schlimm, denn große Leitmedien haben ja auch ganz klar Stellung bezogen, nämlich pro Artikel 13. Nur erwähnen sie es nicht – sie berichten aber tendenziös in diese Richtung.

Gegen Artikel 13

Aktuell hat ein Unternehmer aus Deutschland einen offenen Brief präsentiert, der auch an alle EU-Parlamentarier verschickt wurde. Unterschrieben haben ihn 130 Unternehmen und Organisationen (hier nachzulesen im Original). Hier die Headline-Aussage:

Nextcloud Founder and CEO Frank Karlitschek addresses an open letter urging members of the EU Parliament to vote against Articles 11 and 13 of the proposed Copyright Directive. The letter, which was signed by more than 130 companies and business alliances from 16 European countries, was sent to each member of the EU Parliament. As founder and CEO of Nextcloud I fear that Articles 11 and 13 of this directive create a serious disadvantage for European startups. The fact that more than 100 companies from different European countries signed our text within a few days shows that I am far from being the only one. I urge every politician to protect European businesses and vote against Article 11 and Article 13.

Auch gibt es aktuell eine sehr beeindruckende Analyse (hier nachzulesen), wer zukünftig unter Artikel 13 die wahren Profiteure sein werden, und wie sich das neue Gesetz real auswirken wird auf Medienschaffende. Die Analyse ist (unsere subjektive Wahrnehmung) bestechend!

Pro Artikel 13

Die Befürworter von Artikel 13 haben ein „Manifest“ veröffentlicht (hier einzusehen). Initiiert wurde es von der grünen EU-Abgeordneten Helga Trüpel, der wir ja vorhin schon einen eigenen Artikel gewidmet haben. Sie postet auf Twitter derzeit gefühlt 1000 Mal pro Tag etwas pro Artikel 13. Und dann nutzt sie das Neuseeland-Attentat um damit unsäglich für ein neues Urheberrecht zu werben. Aktuell (10 Minuten nach unserem Artikel) fühlte sie sich wohl dazu genötigt klarzustellen, dass ihr Tweet natürlich nichts mit Artikel 13 zu tun gehabt habe. Na ja… sie tweetete von neuen „guten Regeln für die kommerziellen Plattformen“, die nötig seien. Aber ständig postet sie sonst nur (!) zu Artikel 13. Also darf man ihren Tweet doch wohl klar in einen Kontext zu diesem Thema setzen!

Ein jüngst veröffentlichtes angebliches Umfrageergebnis der Lobbyorganisation Article 13 zeigt, dass die Bürger in der EU angeblich total pro Artikel 13 eingestellt sind. So wollen sie mehrheitlich, dass die US-Tech-Giganten stärker reguliert werden, und dass Künstler in der EU mehr Geld erhalten sollen usw. Tja, es kommt halt immer darauf an, was man fragt, und wie man fragt. Fragt man zum Beispiel „wollen sie reich werden“, würden wohl fast 100% der Menschen mit JA antworten. Aber würde man fragen „Wissen Sie, wie Sie reich werden können“, dann würden wohl nur ganz wenige Prozentpunkte mit JA antworten.

Extrem aktiv in Sachen Artikel 13 ist derzeit eine der Lobbygruppen für Urheber schlechthin, die GEMA. By the way… kein Gegner von Artikel 13 hat je behauptet, dass er gegen eine verbesserte Vergütung von Künstlern sei. Alternativvorschläge von Gegnern für eine bessere Künstlervergütung (ohne Uploadfilter) wurden bloß von Axel Voss und Co konsequent ignoriert, auch schon vor mehreren Monaten. Ein wahres Feuerwerk an Tweets haut die GEMA derzeit täglich raus, welche Künstler denn alle für Artikel 13 sind. Hier nur einige Beispiele.

Axel Voss

Der „Chef-Lobbyist der Verlage“ (so sagen es „Spötter“ auf Demos) Axel Voss von der CDU zeigt sich trotz diverser Interviews, trotz seines Zurückruderns beim „Verbot von YouTube“ etc weiterhin unbeirrt. Trotz all der Fakten, all der Argumente der Gegenseite, bringt er ganz aktuell ein kurzes Promo-Video seiner Partei zu Ariktel 13, das alle Kritik und alle Probleme wie immer total ignoriert. Alles werde problemlos laufen, Memes seien zukünftig weiterhin erlaubt, Uploadfilter seien nicht zwingend notwendig. Parodien und Zitate seien ebenfalls weiterhin möglich. Ja, und die real anstehenden technischen Probleme? Die werden nicht erwähnt.

Urheberrechtsreform:Ist das freie Internet in Gefahr?NEIN!

Gepostet von Axel Voss am Dienstag, 19. März 2019

Dass Axel Voss von der ganz realen technischen Umsetzung seines „Babys“ und von konkreten Alltagsvorgängen in Social Media-Plattformen nur „begrenzt“ Ahnung hat, kann man ansatzweise erahnen im folgenden Video. Wird es konkret, fallen ihm Antworten sichtlich schwer (oder bilden wir uns das nur ein?).

Diskussion

Wer zwischen den Stühlen steht, und doch gerne mal sehen möchte, wie Pro und Contra zu Artikel 13 ihre Argumente austauschen, ist im folgenden Video gut aufgehoben. Mehrere Befürworter und Gegner haben gestern Abend diskutiert. Im Video geht es los ab Minute 14, daher bitte bis dorthin vorspulen.

Demo gegen Artikel 13 am 2. März in Berlin
Ein Demo-Bild vom 2. März in Berlin. Foto: Gero Nagel – https://zweifeln.org/2019/Copyright-Riotcop/ CC BY 4.0

weiterlesen

Allgemein

Hinweis: Live-Webinar zur Fed-Sitzung morgen 18.55Uhr

Veröffentlicht

am

Morgen um 19.00Uhr wird die Fed ihre Entscheidung zur Geldpolitik verkünden. Klar ist, dass es keine Zinsveränderung geben wird – aber dennoch geht es um viel! Denn die Märkte erwarten von der US-Notenbank morgen einen klaren Fahrplan, wie und in welchen Schritten man aus der Bilanzreduzierung aussteigen will. Zusätzlich gehen die Märkte davon aus, dass die US-Notenbank ihren geplanten Zinspfad (die dot plots) ändern wird.

Die dovishe Wende in der Rhetorik von Jerome Powell und anderen Fed-Mitgliedern war ein zentrales Motiv für die Rally an den Aktienmärkten – nun muß sich die Erwartung der Märkte bestätigen, sonst könnte es ungemütlich werden!

Im Live-Webinar verfolgen wir zunächst das Statement der Fed, das wir auf die inhaltlichen Aussagen abklopfen. Dann folgt um 19.30 die Pressekonferenz von Jerome Powell, auf der der Fed-Chef vermutlich dann Aussagen über das weitere Vorgehen bei der Bilanzreduzierung geben wird – für Spannung ist also gesorgt, es dürfte dazu jede Menge action an den Märkten geben!

Das morgige (Mittwoch, 20.03.2019) Live-Webinar startet um 18.55, also kurz vor Veröffentlichung des FOMC-Statements.

Sie können das Live-Webinar morgen unter folgendem Link verfolgen:

https://www.youtube.com/watch?v=DkIKInaSAjQ

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen