Folgen Sie uns
  • Club der Trader
  • Börsenseminar
  • marketsx

Allgemein

Duell um die Mauer – in Prime Time

Donald Trump und die oppositionellen Demokraten verlagerten ihr Tauziehen um Budgetmittel für eine Mauer an der Südgrenze in die Hauptsendezeit..

Veröffentlicht

am

Eine Kolumne aus New York von Herbert Bauernebel

Donald Trump und die oppositionellen Demokraten verlagerten ihr Tauziehen um Budgetmittel für eine Mauer an der Südgrenze in die Hauptsendezeit.

Der US-Präsident hielt um 21 Uhr eine Rede an die Nation aus dem Oval Office. Es war die erste solche Ansprache seiner Amtszeit. Trump wollte Amerika über eine Krise mit humanitären und sicherheitspolitischen Aspekten wachrütteln. „Alle Amerikaner leiden unter unkontrollierter illegaler Migration“, sagte Trump. Er nannte das Problem eine „Krise des Herzens und der Seele“.

Er kämpfte mit düsteren Tönen über Morde, Kriminalität und Drogen wegen der löchrigen Grenze für den Bau der Mexiko-Mauer. Und er schob den Demokraten die Schuld für den seit fast drei Wochen anhaltenden, durch die Mauer-Debatte ausgelösten Regierungsstillstand in die Schuhe.

Anschließend an die Präsidentenrede – und das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr – gab es eine Replik der Top-Demokraten, „Speaker“ Nancy Pelosi und Senatsminderheitsführer Chuck Schumer. Ihr Argument: Trump wolle mit Unwahrheiten und Aufbauschungen eine nicht existierende Krise nur herbeireden – bloß zur Verwirklichung eines Wahlversprechens. Und er würde dabei die Regierung und das Land als Geisel halten.

Die „Dems“ lehnen das Bauwerk als „unmoralisch“ ab und verweigern deshalb Budgetgelder. Wegen des Showdowns ist die US-Regierung seit nunmehr 18 Tagen partiell stillgelegt.

Für die humanitäre Krise an der Grenze machen die Demokraten die Trump-Regierung wegen ihrer Hardliner-Politik gegen Migranten verantwortlich: Zwei Kinder sind im Vormonat im Gewahrsam der US-Grenzbehörden gestorben.

 

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street. 

 

(FMW-Redaktion: Die Rede von Donald Trump können Sie sehen, indem sie auf das Bild klicken)

(Und hier die Rede von Schumer/Pelosi von den US-Demokraten):

The Democratic rebuttal to President Trump’s speech on the wall from CNBC.

10 Kommentare

10 Comments

  1. Zinsangst

    9. Januar 2019 10:28 at 10:28

    Unabhängig davon, was man von Trump hält klingt „unmoralisch“ aus dem Munde amerikanischer „Dems“ in Erinnerung an die unmoralischen Aktivitäten der letzten „Dems“-Regierung unter Obama heuchlerisch. Wie sagte der Papst jüngst so treffend: „Heuchler sind schlimmer als Atheisten“.

    • tm

      9. Januar 2019 10:36 at 10:36

      An welche unmoralischen Aktivitäten denken Sie da?

      • Zinsangst

        9. Januar 2019 11:51 at 11:51

        Das fragen Sie ernsthaft? Wie wäre es mit dem illegalen Drohnenkrieg auf den Hoheitsgebietendes anderer Staaten, befohlen vom Friedensnobelpreisträger Obama inkl. zahlreicher Kollateralschäden unter der Zivilbevölkerung (Kinder, Kranke, Verwundete, Frauen etc.) und was ist mit der Tötung von Osama Bin Laden nebst Ehefrau (seit wann ist Sippenhaft nach US Moralstandards okay – vor allem bei der Todesstrafe ohne Gerichtsprozess?), etc.. Ich nehme an, Ihre Frage war ironisch gemeint.

        • tm

          9. Januar 2019 12:02 at 12:02

          Also mal abgesehen davon, dass Trump bereits jetzt mehr Drohnentote zu verantworten hat: Sonst wird es doch allgemein begrüßt, Terroristen umzubringen. Und wollen Sie nun ernsthaft die Tötung von bin Laden als moralisch verwerflich bezeichnen? Oder anders gefragt: Glauben Sie, dass Terroristen einer Vorladung vor Gericht folgen würden?

          Unfassbar diese heuchlerische Doppelmoral der Trumpisten.

        • leftutti

          9. Januar 2019 13:07 at 13:07

          Heuchler sind schlimmer als Atheisten…
          Heuchler ziehen beim Thema Trump sogar noch den Papst heran, wenn es ihnen gerade in den argumentativen Kram passt. Und parallel dazu fast im gleichen Atemzug bin Laden! Oh weh!!! Und die gleichen Heuchler haben sicherlich in ihrer Erschütterung, Trauer oder Wut nicht lauthals nach Krieg gegen den Terror gebrüllt, als bin Ladens Terrortruppe den Massenmord von fast 3.000 Menschen zu verantworten hatte?
          Außer die Heuchler waren gar nicht erschüttert, traurig oder wütend, was dann aber ihrerseits auf fehlende oder doppelte Moral schließen ließe.

          • Hannes Zipfel

            10. Januar 2019 10:49 at 10:49

            Ich bin weder „Trumpist“ noch Heuchler. Ich hatte lediglich darauf hingewiesen, dass die „ Dems“ im Glashaus sitzen bez. des sprichwörtlichen Steins und es ging mir auch nicht um Bin Laden sondern um seine mitexikutierte Frau ( Sippenhaft). Krass, wie ich darauf hin hier gleich fertig gemacht werde. War mein letzter Kommentar hier. Ist die Zeit und Energie nicht wert.

          • leftutti

            10. Januar 2019 11:42 at 11:42

            @Hannes Zipfel alias Zinsangst: …und es ging mir auch nicht um Bin Laden sondern um seine mitexikutierte Frau. Wenn das so ist, haben Sie sich einfach sehr ungeschickt und unglücklich ausgedrückt: …und was ist mit der Tötung von Osama Bin Laden nebst Ehefrau. Macht der Begriff „nebst“ die Ehefrau nicht eher zum Kollateralschaden?!
            Und seien Sie doch nicht so dünnhäutig, keiner will Sie fertig machen. Es muss Ihnen jedoch bewusst sein, dass ein Meinungsaustausch bei politischen Themen (speziell wenn es um das Enfant terrible im Weißen Haus geht) nicht den Manieren und Regeln eines Debattierclubs in Oxford ensprechen kann. Vor allem dann nicht, wenn Sie selbst Begriffe wie „Heuchler“ in die Runde schmeißen…

          • tm

            10. Januar 2019 12:25 at 12:25

            Ob Frau bin Laden nun auch als Terroristen eingestuft wurde oder als ziviles Opfer, weiß ich tatsächlich nicht – aber wollen Sie ernsthaft auf der Basis von Uechlern sprechen?

            Schauen wir uns doch da mal wirkliche Heuchler an: Die gleichen Leute, die Obama jahrelang vorgeworfen haben, Guantanamo nicht geschlossen zu haben, jubeln nun, dass Trump Guantanamo weiter nutzen möchte. Die gleichen Leute, die Obama Drohnentote zum Vorwurf machen, haben keinerlei Ptobleme mehr mit den viel willkürlicheren, wahllosren Drohneneinsätzen von Trump. Die gleichen Leute, die Clinton zum Vorwurf machen, dass sie sich über den Tod von bin Laden und von Ghadaffi gefreut hat, jubeln nun über den eines Top-Terroristen und finden Gewalt doch allgemein meist ganz gut als Mittel der Problemlösung.

            Wir können gerne über Drohneneinsätze diskutieren, aber der Vorwurf der Doppelmoral sollte dann von Ihrer Seite mal ganz vorsichtig gehandhabt werden. Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn man die Drohneneinsätze ablehnt, allerdings sollte man dann erst Recht jeden anderen Militäreinsatz ablehnen und zum anderen sollte man dann vielleicht auch sagen, wie die bessere Alternative im Umgang mit Terroristen aussieht.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

EZB – bis zum bitteren Ende

Veröffentlicht

am

Es gibt dieses schöne Zitat: „Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet.“ Exakt dies scheint seit der Finanzkrise 2008 das Motto der EZB zu sein. Anders kann man sich die immer gleiche und doch nicht wirkende Medikation der Notenbank nicht erklären. Denn die letzte Krise entstand auf Grund zu niedriger Zinsen und zu viel billigen Geldes. Nichtsdestotrotz lautet die Devise der Europäischen Zentralbank (EZB): noch niedrigere Zinsen und noch mehr billiges Geld. Diese irrsinnige Politik wird gnadenlos scheitern. Man kann Probleme mit der Druckpresse in die Zukunft verschieben, jedoch keinesfalls lösen.

Friedrich und Weik über die Politik der EZB
Marc Friedrich und Matthias Weik.

Im Gegensatz zu den US-Kollegen der FED hat die EZB die Zinsen nach der Krise nicht wieder erhöht. Ganz im Gegenteil. Draghi wird in die Geschichtsbücher eingehen als der erste EZB Chef, der die Zinsen nie erhöht, sondern immer nur gesenkt hat. Somit haben wir seit 2016 den Nullzins, und die Banken zahlen sogar Strafzinsen für ihre Einlagen bei der EZB. Die Auswirkungen sind seit Jahren zu spüren. Viele Banken haben Kontoführungsgebühren eingeführt, Filialen werden geschlossen, Bankautomaten abgebaut, der Service eingedampft und Fusionen finden statt. Zuletzt sogar zwischen einer Sparkasse und einer Volksbank! Und jetzt hat der Italiener Mario Draghi, wie von uns prognostiziert, uns ein bitteres Abschiedsgeschenk bzw. seiner Nachfolgerin Christine Lagarde ein Willkommensgeschenk gemacht. Er hat den Einlagenzins abermals gesenkt auf -0,5 Prozent, und ab November beginnt das neue Aufkaufprogramm im Volumen von 20 Milliarden pro Monat. Das letzte Aufkaufprogramm hatte ein Volumen von 2,59 Billionen Euro und wurde erst Ende 2018 beendet. Keine neun Monate später sieht man sich schon wieder gezwungen, ein neues Programm zu starten. Wie viele Beweise benötigen unsere Politiker noch für die Einsicht, dass der Euro sterbenskrank ist? Ab dem 1. November wird die Europäische Zentralbank dann, unter ihrer neuen Herrscherin Christine Lagarde, mit per Computer selbst erschaffenem Geld noch mehr Anleihen von faktisch bankrotten Staaten wie beispielsweise Italien oder Griechenland sowie Anleihen von sogenannten Zombieunternehmen, welche längst pleite sein müssten, kaufen. Kurzum, die EZB wird alles unternehmen, um die Insolvenzverschleppung weiter voranzutreiben und das zum Scheitern verurteilte Währungsexperiment Euro am Leben zu erhalten.

Der Euro zerstört Europa, unseren Wohlstand und unsere Banken

Fakt ist: Der Euro trennt Europa, anstatt es zu einen. Der Euro ist viel zu schwach für Deutschland und viel zu stark für die Länder Südeuropas. Während Deutschland einen Zinssatz im positiven Bereich benötigt (3-4 Prozent), benötigen die Länder Südeuropas einen Zinssatz von minus 5 Prozent und mehr. Damit die Länder Südeuropas wieder Wettbewerbsfähigkeit erlangen können, müssten sie ihre eigenen Währungen kräftig abwerten können. Dies ist im Zins- und Währungskorsett der Eurozone jedoch unmöglich. Folglich werden die Länder Südeuropas unter dem Euro volkswirtschaftlich niemals auf die Beine kommen. Es ist also vollkommen egal, wie viel Geld noch von Nord- in Richtung Südeuropa transferiert wird.

Der Euro ist alles andere als eine stabile Währung. Seit seiner Einführung hat er bereits 30 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Auf Grund der Niedrigzinsphase bluten nicht nur Sparbuchbesitzer, Lebensversicherer, sondern auch Kranken-, Renten- und Pensionskassen.

Die EZB erkauft sich lediglich teuer Zeit auf Kosten der Bürger und der Banken. Die Mehrbelastung durch die 0,1% Zinssenkung wird die deutschen Banken 600 Millionen Euro im Jahr kosten. Aktuell liegen bei der EZB ca. 600 Milliarden Euro, und die Kosten der Banken belaufen sich somit auf 2,4 Milliarden Euro im Jahr. Zukünftig müssen die Banken der EZB 3 Milliarden überweisen. Wie lange das noch stemmbar ist, steht in den Sternen. Wir gehen von weiteren Gebühren, Fusionen und einem breiten Bankensterben aus. Unsere Hauptkandidaten sind immer noch die Commerzbank und Deutsche Bank.

Der Sparer ist dank der EZB der Dumme – Altersarmut vorprogrammiert

Die Folgen der EZB-Politik sind schwerwiegend. Wer spart wird bestraft. Wer Schulden macht wird belohnt. Sollten die Menschen in Deutschland tatsächlich anfangen, nicht nur ihr Erspartes zu verkonsumieren, sondern auch noch Schulden zu machen und folglich nichts mehr für das Alter zurückzulegen, dann wird eine Altersarmutswelle auf uns zukommen, die jegliche Vorstellungskraft übersteigt. Wer das in Kauf nimmt, um den zum Scheitern verurteilten Euro am Leben zu erhalten, der handelt nicht nur unvorstellbar unverantwortlich, sondern hochgradig unsozial.

Aktien- und Immobilienpreise werden weiter nach oben getrieben

Mehr denn je werden die Banken gezwungen sein, noch großzügiger bei der Kreditvergabe zu sein. Folglich werden sich noch mehr Bürger vollkommen überteuerte Immobilien kaufen, die sie sich überhaupt nicht leisten können, mit Geld, das sie eigentlich gar nicht haben und auch niemals bekommen dürften. Die Preise für Eigentumswohnungen haben sich bereits in den sieben größten Städten seit 2009 beinahe verdoppelt. Dieser Trend wird weiterhin anhalten, bis die Blase platzt. Die gravierenden Folgen einer geplatzten Immobilienblase mussten viele Menschen insbesondere in den USA, Irland, Spanien… am eigenen Leibe erfahren. Parteien die sich einerseits über steigende Mieten beschweren und den Mietpreisdeckel fordern und andererseits den Euro unterstützen, haben jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Böse Zungen würden diese sogar als Heuchler bezeichnen. Auch an den Aktienmärkten wird das viele billige Geld für eine noch größere Blase sorgen. Die ETF-Fonds haben sich seit der Finanzkrise sogar verfünfeinhalbfacht (von 716 Milliarden auf über 4,68 Billionen Dollar). Das Platzen der Blase an den Aktienmärkten wird 2009 bei weitem in den Schatten stellen.

Drastische Negativzinsen, Aufkauf von Aktien und Bankenunion werden kommen

Anstatt das Währungsexperiment Euro zu beenden, müssen wir uns auf weitere drakonische Maßnahmen gefasst machen. Die EZB und die EU werden alles unternehmen, um den Euro um jeden Preis, so lange wie möglich am Leben zu erhalten und ihr eigenes Scheitern soweit wie möglich in die Zukunft hinauszuschieben. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Zinsen kontinuierlich weiter gesenkt werden und die Aufkaufprogramme weiter nach oben gefahren werden. Wir gehen von einem Negativzinssatz von bis zu minus 5 Prozent aus. Dies ist jedoch ausschließlich möglich, wenn Bargeld massiv begrenzt wird. Bargeldabhebungsbeschränkungen werden die Folge sein. Mit Sicherheit wird das Aufkaufprogramm weiter nach oben gefahren. Die EZB wird zukünftig nicht nur Anleihen, sondern so wie die Schweizer Nationalbank (SNB) auch noch Aktien kaufen.

Die SNB besitzt mittlerweile Aktien von 6600 Unternehmen. Allein der Wert des Bestands an US-Aktien beläuft sich auf knapp 90 Milliarden Dollar. Spätestens dann sind dem Wahnsinn Tor und Tür geöffnet und wir leben endgültig im Zeitalter der Planwirtschaft der Notenbanken. Ferner wird die deutsche Politik die Bankenunion in Zukunft nicht mehr aufhalten. Dies bedeutet, dass wir Sparer in Zukunft auch für die maroden Banken Südeuropas haften werden. Spätestens dann ist es unabdingbar, sein Erspartes von der Bank zu nehmen. Vorausgesetzt, dass dies zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch möglich sein sollte.

Unsere Prognosen:

Sobald die Rezession in der Eurozone voll einschlägt, werden die Zinsen weiter erheblich gesenkt

die Aufkaufprogramme werden drastisch nach oben gefahren

die Target2 Verbindlichkeiten Deutschlands werden die 1 Billionenmarke reißen

Immer mehr Banken werden in Europa von der Bildfläche verschwinden und die Großbanken Europas werden vollkommen den Anschluss an die Weltspitze verlieren

Die Finanzmarktblasen werden weiter aufgepumpt – Aktien, Anleihen, ETF´s und Immobilien

Der Euro wird scheitern bis spätestens 2023

Dexit langfristig weniger teuer

Offenkundig wird bis zum bitteren Ende am Euro festgehalten. Wie lange wird es noch dauern, bis die Politiker erkennen, dass das Währungsexperiment Euro zum Scheitern verurteilt ist? Wir gehen nur noch von wenigen Jahren aus. Bis spätestens 2023 ist das Spiel ausgereizt. Allerdings wird es weitaus schneller gehen, wenn die Politik so weiter macht wie bisher. Eine zweite Rezession wird der Euro nicht überleben und die EZB nicht auffangen können. Wann werden die Politiker endlich erkennen, dass der Euro Europa trennt, anstatt es zu einen? Wie lange wird die volkswirtschaftliche Schadensmaximierung noch vorangetrieben? Wann wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass der Dexit aus der Eurozone die langfristig definitiv weniger teure Lösung sein wird. Es ist jetzt an der Zeit, den Euro kontrolliert abzuwickeln, denn kollabiert der Euro unkontrolliert, werden die Kosten – gesellschaftlich wie monetär – um ein Vielfaches höher. Zweifellos wird uns ein Dexit viele eisenharte und verlorene Jahre bescheren. Ein unkontrollierter Zusammenbruch der Eurozone jedoch Chaos und weit mehr als eine verlorene Dekade. Es ist an der Zeit, der Realität ins Auge zu blicken und noch größeren Schaden von Deutschland und Europa abzuwenden. Wie lange werden die Bürger dieses Landes das Experiment Euro noch mittragen, oder besser gesagt: Wie lange sind sie noch gewillt, für den Irrsinn zu bezahlen?

Anlegertipps

Jetzt heißt die Devise: Absichern, Gegengewichte aufbauen und Diversifikation! Raus aus festverzinslichen Wertpapieren und rein in Sachwerte. Solange es noch möglich ist Geldmetalle (Gold und Silber) kaufen, denn die EZB kann unendlich viele Euros aber kein Gramm Gold oder Silber drucken. Solange Geld gedruckt wird, werden die Aktienmärkte weiter steigen. Dennoch kann das Platzen der Blase nicht auf Ewigkeit in die Zukunft gedruckt werden. Dasselbe gilt für Immobilien. Wer jetzt noch kauft, der muss sich überlegen, ob er in Zukunft noch einen dummen Käufer findet, der noch mehr dafür bezahlt.

Marc Friedrich & Matthias Weik
Unser neues Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ ist vorbestellbar.

friedrich-weik.de
https://www.youtube.com/friedrichweik
twitter.com/FRIEDRICH_WEIK
https://twitter.com/marcfriedrich7
https://www.youtube.com/friedrichweik
https://www.instagram.com/friedrich_weik/
facebook.com/friedrichundweik

weiterlesen

Allgemein

Deutscher Michel, bitte privat vorsorgen? Die unfassbaren Aktien-Steuerideen des Olaf Scholz

Veröffentlicht

am

Von

Wie oft hat man es gehört in den letzten Jahren aus der hohen deutschen Politik? Der deutsche Rentenanspruchsberechtigte solle doch bitte aufgrund zu erwartender geringer Renten privat vorsorgen. Also, alles rein in Aktien und Aktienfonds? Grundsätzlich spräche doch nichts dagegen? Unser Bundesfinanzminister Olaf Scholz schießt derzeit aber den Vogel ab. Seit Wochen mehren sich die Anzeichen für immer absurdere Steuerpläne, die gerade den Kleinsparer massiv treffen werden, der wie von der Politik gefordert seine Altersvorsorge selbst in die Hand nimmt, und zum Beispiel Aktien oder Aktienfonds kauft.

Derzeit ist es ganz normal bei Aktienanlagen. Verluste können steuerlich geltend gemacht werden. Was als Gewinn übrig bleibt, wird letztlich versteuert. Aber die Beamten des lieben Olaf haben sich da was Geniales ausgedacht. Wenn Aktiengesellschaften ganz pleite gehen, und der Anleger also einen 100% Totalverlust erleidet, soll er diese Verluste nicht mehr von Gewinnen aus anderen Aktienanlagen abziehen können (Referentenentwurf zum sogenannten Jahressteuergesetz 2019). Das Gleiche soll auch für Anleihen gelten, wo die Gläubiger die Rückzahlung der Anleihe bei Fälligkeit nicht mehr leisten können. Wie absurd! Unfassbar! Wer also noch kurz vor der Insolvenz eines Unternehmens davon Wind bekommt, schnell verkauft und mit seiner Geldanlage „nur“ 99% Verlust macht, kann diesen Verlust steuerlich geltend machen. Aber derjenige, der es zu spät merkt und 100% Verlust macht, kann diesen Verlust nicht mehr geltend machen? Einfach unfassbar!

Finanztransaktionssteuer

Aber das ist nur eine Kleinigkeit im Vergleich zur geplanten Finanztransaktionssteuer. Wie es das Wort schon sagt, sollen Aktientransaktionen besteuert werden. Also eine Umsatzsteuer. Aber Derivate sollen nicht besteuert werden. Der „brave“ deutsche Michel, der langfristig Geld anlegen will fürs Alter, zahlt also eine Steuer. Der Zocker, der Optionen, Futures und Sonstiges handelt, bleibt von der Steuer unberührt. Noch absurder geht es nicht Olaf Scholz! Und das wäre ja noch was. Die Fondsgesellschaften, die für den Kleinsparer Aktien kaufen, müssen diese Steuer dann ja folglich auch zahlen. Somit würden sich die Renditen sehr langfristig orientierter Sparer spürbar vermindern. Wer also fürs Alter anlegen will, indem er in Fonds geht, ist der Dumme. Tja, die EZB hat die Zinsen auf dem guten alten Sparbuch abgeschafft. Also rein in Aktien? Nein, da wartet schon Olaf Scholz.

Die Folge könnte sein, dass der Deutsche, der ohnehin eher ein Aktienmuffel ist, sich noch mehr aus Geldanlagen in Aktien oder Aktienfonds verabschiedet. Die Folge: Der Anteil ausländischer Investoren in deutschen Aktiengesellschaften steigt noch weiter, und somit können Entscheidungen über deutsche Unternehmen noch stärker von zum Beispiel Hedgefonds an weit entlegenen Orten getroffen werden, welche wohl kaum das Gemeinwohl hier vor Ort im Sinn haben. Schauen Sie hier zu dem Thema ab Minute 1:00 auch das folgende interessante Video von Mission Money an.

Finden Sie auch hier gerne weitere Infos zu dem Thema.

weiterlesen

Allgemein

Handelskrieg – darum darf er niemals enden

Veröffentlicht

am

Die Hoffnung, mit einer Befriedung im Handelskrieg würden die konjunkturellen Sorgen verschwinden und die Märkte weiter haussieren, ist ein Irrglaube. Schaut man sich die jüngste Entwicklung an den Rentenmärkten an, versteht man warum.

Handelskrieg und naive Vorstellungen

Mit den zunehmenden Entspannungssignalen aus Beijing und Washington, D.C schießen neben den Aktienmärkten auch die Zinsen wieder nach oben und im Gegenzug fallen die Kurse der Anleihen. Am 3. September dieses Jahres markierten die Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen ein neues Rekordtief bei 1,43 Prozent. Seitdem stieg der Zins im Zuge der Hoffnungen auf einen Handelsdeal (die Konjunkturdaten waren dagegen eher gemischt) wieder auf 1,9 Prozent an:

Handelskrieg Grafik

Die Kurse der Rentenpapiere fielen im Gegenzug dynamisch ab:

Die im Chart dargestellten prozentualen Verluste der langlaufenden US-Staatsanleihen sehen zwar auf den ersten Blick unspektakulär aus, man muss sich aber die Dimension dieses Marktes vergegenwärtigen: Die weltweit ausstehenden Schulden erreichten im 1. Quartal 2019 ein Volumen von 246,5 Billionen USD (Total Debt Outstanding). Der weltweite Markt für börsengehandelte Schuldpapiere ist dreimal größer als der für Aktien. Die Staatsschulden der USA belaufen sich auf aktuell 22,56 Billionen US-Dollar, das entspricht 106 Prozent des BIP. Die Gesamtverschuldung Amerikas liegt aktuell bei schwindelerregenden 74,2 Billionen US-Dollar oder 325 Prozent des US-BIP. Diese Schuldenlast kostet jährlich 3,5 Billionen US-Dollar an Zinsen, mit weiter steigender Tendenz. Da tut jeder minimale Zinsanstieg weh, nicht nur in Amerika. Bekommt der Anleihemarkt also einen Schnupfen, kriegt die Wirtschaft eine Grippe.

It´s the debts, stupid

In der nächsten Zeitreihe sieht man, dass sobald die Zinsen leicht rückläufig sind, der Trend zum Schuldenaufbau wieder anspringt. Dies ist auch notwendig, da ohne neue Schulden kein Wachstum mehr möglich ist. Das bedeutet aber auch, dass die Zinssensitivität der Weltwirtschaft sukzessive ansteigt.

Globale Schulden und Handelskrieg

Das wiederum ruft böse Erinnerungen an das zweite Halbjahr 2018 wach, wo nicht etwa der Handelskrieg zu dem enormen Stress an den Märkten und bei US-Verbrauchern führte, sondern steigende Leitzinsen der Fed und steigendende Anleihezinsen an den Kapitalmärkten.
Fakt ist, dass der Handelskrieg erst ab Mai dieses Jahres zum Problem wurde, vorher waren nur marginale Zölle in Kraft und ein Deal zwischen den beiden Handelsmächten war realistisch (dachte man). Außerdem träumten die Märkte, speziell in den USA, damals noch von zweistelligen Gewinnsteigerungen bei den S&P 500 Konzernen.

Der hauptsächlich durch den Zinsanstieg bedingte Einbruch an den Aktienmärkten zwang die Fed kurz vor Weihnachten schlussendlich dazu, ihren Versuch der Zinsnormalisierung abzubrechen und die Bilanzreduzierung auf den Prüfstand zu stellen. Vom 19. Juni bis zum 7. November 2018 stiegen die Zinsen zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,8 Prozent auf in der Spitze 3,25 Prozent an – zu viel für die Märkte. Erst danach, im Zuge wieder deutlich sinkender Anleihezinsen, konnte sich der Aktienmarkt erholen.

Im übergeordneten Bild bleibt es dabei: über das Wohl und Wehe der Weltwirtschaft entscheiden die Zinsen – wegen der historisch einmaligen Rekordverschuldung im Verhältnis zum Welt-BIP. Schießen die Zinsen durch das Ende des Handelskriegs nach oben, so wie man es aktuell schon ansatzweise beobachten kann, wäre die anschließende Erholung der Konjunktur von sehr kurzer Dauer.
Steigen nämlich die Zinsen relativ zu ihren Tiefstständen im Zuge eines Handelsfriedens zwischen China und den USA wieder an, wird das weitere Schuldenwachstum gebremst und damit das Wirtschaftswachstum erneut stark belastet. Damit wären die Kosten durch ansteigende Zinsen und Verluste durch sinkende Anleihekurse größer als der Nutzen eines wieder freieren Welthandels.

Fazit

Setzt sich der jüngst gesehene Trend fort, bei dem das übervolle Boot der Anleihemärkte sich zügig leert und die Zinsen am Kapitalmarkt in der Folge eines Handelsfriedens wieder ansteigen, wäre das für das Wachstum der überschuldeten Weltwirtschaft der Sargnagel. Daher wäre es unter diesem Aspekt besser, man ließe die Luft aus dem Rentenmarkt nicht heraus und der reale Handelskrieg jenseits versöhnlicher Gesten würde andauern.

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen