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Dünne Umsätze an der Wall Street – tappen die „Großen“ gerade wieder in eine Shortsqeeze-Falle?

Da haben wir sie schon wieder, die berühmte Schieflage – die Kurse steigen und eine Reihe von großen Spielern ist außen vor..

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Da haben wir sie schon wieder, die berühmte Schieflage – die Kurse steigen und eine Reihe von großen Spielern ist außen vor.

Nach der jüngsten und vorgestern von Markus Fugmann veröffentlichten Studie von BofA/Merril Lynch sind die geringen Umsätze der letzten Woche darauf zurückzuführen, dass die Großanleger sich vom S&P 500 fernhielten, dafür in den High Yield Bond Markt eingestiegen sind und zudem einen historisch hohen Cash-Bestand halten. Ein Fehler?

 

Die Ergebnisse der Umfrage

Laut dieser Umfrage der Bank of America/Merril Lynch ist die Zahl der Großanleger mit Cashquoten über dem Normalniveau so hoch wie zuletzt vor zehn Jahren. Rund ein Drittel der befragten Großinvestoren glaubt, dass der US-Aktienmarkt seinen höchsten Stand bereits erreicht hat. Die Vermutung einer nachhaltigen Wirtschaftsabschwächung scheint sich derzeit zu manifestieren. Neben Cash setzen die Investoren stark auf Pharmawerte oder Immobilienaktien, allesamt defensive Anlagen, während sie bei konjunktursensiblen Sektoren wie Energie oder Industrie eher fallende Kurse erwarten. Und eben auch auf die High Yield Bonds, die eine höhere Rendite bieten, einen Einbruch erwartet man nach dem Fed-Schwenk nicht.

In die gleiche Richtung zeigt eine Umfrage des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock bei 230 Großanlegern. 51% von diesen wollen im laufenden Jahr ihr Aktienengagement reduzieren, 2018 betrug diese Quote noch 35%. Auch hier lautet die Begründung: Angst vor einer starken Konjukturabkühlung mit schrumpfenden Unternehmensgewinnen und fallenden Dividenden.

War da nicht was im Dezember?

 

Denken wir an den Dezember zurück. In diesem wahrlich extremen Monat sprang der Volatilitätsindex am 27. Dezember auf 36,20 Punkte – zum Vergleich, seit einigen Tagen pendelt er halb so hoch zwischen 15 und 16 Punkten.

Der CBOE Volatilität Index – kurz VIX – drückt die Schwankungsbreite des US-Aktienindex S&P 500 aus, er wird benutzt zur Absicherung von Aktienbeständen, damit diese nicht verkauft werden müssen, sonst würden die Großanleger beim Verkauf die Kurse bei großen Volumen ja selbst zertrümmern.

Diese Form der Absicherung gibt es seit 1993, seither wird der VIX auch als Angstbarometer bezeichnet. Und diese Angst war unter den großen Adressen an Weihnachten riesengroß, man musste sich absichern, koste es, was es wolle. Zugleich war die eigentliche Investitionsquote auf sehr niedrige 59% gesunken. Dann kam das Unerwartete, die „dovishe“ 180-Grad-Wende der Fed, man musste sich eindecken, was die Kurse trieb und bei immer höheren Preisen einsteigen – eben das berüchtigte und teure Aufspringen auf einen fahrenden Zug.

 

Das neue Jahr mit geänderten Perspektiven

 

Seit einiger Zeit trauen diese Großanleger „dem Braten“ nicht mehr, schließlich waren die Kurse sehr stark gestiegen, praktisch ein Sprung von einem Extrem ins andere. Nach dem schlechtesten Dezember seit 1931 ein gewaltiger Move im Januar.

Dazu kommen die harten Fakten, neben den schlechteren Ausblicken der Unternehmen in der Berichtssaison Q4 (2018), jetzt ein ständiges Absenken der Wachstumsaussichten für Q1 (2019), mit bereits negativem Wachstumserwartungen von minus 1,7%. Nach einem Rekordjahr mit über 20% Wachstum der Unternehmensgewinne, soll es 2019 insgesamt „noch“ 5% nach oben gehen.

 

Wer hat recht Großinstitutionelle – oder der Markt?

Eigentlich gibt es in Bälde nur zwei Möglichkeiten.

Die eine, die Großanleger bekommen recht, die Kurse tauchen ab und man kommt billiger in den Markt, eine willkommene Gelegenheit um die Verluste des Vorjahres auszugleichen.

Die zweite hängt unmittelbar mit der technischen Verfassung des Marktes zusammen. Die Aktienkurse beim größten Index der Welt, dem S&P 500, haben gerade die berühmt-berüchtigte 200-Tagelinie überschritten, für Anleger die wahrscheinlich bedeutendste Marke. Sehr vereinfacht ausgedrückt, die Entscheidungsmarke für Aufstieg oder Abstieg. Obwohl die Märkte stark überkauft sind, könnte sich eigentlich Unlogisches zutragen.

„Eine verrückte Herde von Börsianern“ nach einer Definition von Sir Isaac Newton, treibt die Kurse substanziell darüber, die Fonds müssen einsteigen, weil der Performancedruck riesig wird. Ausgelöst von passiven und billigen ETFs, die immer investiert sind und den teuren aktiven Fonds eine „lange Nase“ machen. FOMO (Fear of missing out), was es in früheren Zeiten noch nicht so gab. Egal wie unsinnig Kursanstiege in solchen Situationen auch sein mögen, Börse ist kurzfristig sehr von Psychologie geprägt.

Laut Nobelpreisträger Robert Shiller sind nur 20 % der Kursbewegungen fundamental erklärbar. Der Rest ist Psyche.

Ich bin sehr gespannt, welches Szenario sich in nächster Zeit durchsetzen wird!

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    14. Februar 2019 12:11 at 12:11

    Und on Top kommt die Bilanzreduktion der FED sowie sicherlich auch einige Anleger die der Börse vorerst den Rücken gekehrt haben. Ob die Euphorie reicht um fehlende Liquidität zu ersetzen?

  2. Avatar

    franko33

    14. Februar 2019 12:16 at 12:16

    Meine Meinung: Man sollte sehr vorsichtig sein !

    Wo haben die Dickfische normalerweise Ihre Vermögen gemacht ?
    Natürlich nur bei extremen Kursbewegungen.
    Die jetzige Devise: Laßt noch mehr ins Boot nach oben, umso mehr werden
    ausgestoppt !

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    Borout

    14. Februar 2019 13:12 at 13:12

    Und die Leute von Finanzmarktwelt werden wieder alle nicht dabei sein . Herr Fugmann träumt immer noch von 1000 Punkte beim Dax.

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    Prognostiker

    15. Februar 2019 03:33 at 03:33

    Ich glaube, dieses relativ neue Absicherungsinstrument „VIX“ könnte ein Grund sein,dass wir schon länger keine grössere Korrektur von über 20% hatten.Die Anleger kaufen, wenn es kriselt wird abgesichert, u.dann wird wieder gekauft. Dadurch haben wir die längste Hausse mit Kurssteigerungen bis 700% ( Nasdaq)
    erreicht. Das Problem ist jetzt ,dass ein Immenses Aktienvolumen mit noch nie erreichtem Wert ((Buchgewinnen) entstanden ist.Nach 10 Jahren Gratisgeld ist das ganze System so aufgeblasen, dass es keine grössere Korrektur mehr erträgt, darum musste Powell im Dezember seine Politik aufgeben.
    Hatte die Finanzwelt in 2009 einen Rückgang des S&P 500 von 1400 auf unter 700 noch verkraftet, mussten die Notbanker im Dez. beim S&P bei ca. 2300 eingreifen um. die Katastrophe zu verhindern.
    Hatte doch kürzlich FMW einen berühmten Autor zitiert:
    Es gibt keinen Ausweg einen mit Schulden gepushten Boom vor dem Kollaps zu retten ………..

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    Wolfgang M.

    15. Februar 2019 21:59 at 21:59

    Vor eineinhalb Tagen geschrieben, hätte ich nicht gedacht, dass sich die zweite Möglichkeit im letzten Abschnitt so schnell durchsetzt,
    „Dünne Umsätze an der Wall Street – tappen die „Großen“ gerade wieder in die Shortsqueeze-Falle?“
    Scheint so. Kampf um Performance, Aktiv- gegen Passivfonds.

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