Anleihen

Deutsche Staatsanleihen mit größtem 2-Tagesverlust in der Geschichte

Von Markus Fugmann

Was passiert, wenn Märkte einseitig positioniert sind, alle in der selben Einbahnstrasse fahren – und plötzlich Gegenverkehr aufkommt? Richtig, es knallt, und zwar heftig. So geschehen in den letzten beiden Handelstagen bei den deutschen Bundesanleihen, also der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe, deren Renditeentwicklung im Bund-Future abgbildet wird. Der Bund-Future erlitt gestern und heute seinen größten 2-Tagesverlust in der Geschichte:

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Das ist umso erstaunlicher, als Bundesanleihen als vermeintlich sicherer Hafen meist profitieren können, wenn es an den Aktienmärkten nach unten geht. Aber diesmal nicht – wir haben nun ähnliche Verhältnisse wie in Japan: auch dort kauft die Notenbank Bank of Japan in großem Maßstab Staatsanleihen und trocknet damit die Liquidität in diesem Markt aus. Es ist wie bei einem Wal in der Badewanne: legt sich ein dicker Fisch in die Wanne, schwappt das Wasser raus.

Am Markt kursiert bereits das Wort vom „Blitz-Crash“ – doch ist der Abverkauf ja nicht ein Blitz-Ereignis, sondern zieht sich schon den zweiten Tag in Folge hin. Jetzt gilt es, eine Crash am Anleihemarkt zu verhindern – der Markt hat ein derart gigantisches Volumen, dass ein crashender Anleihemarkt viel gefährlicher ist als ein Crash am Aktienmarkt..



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