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Dumm gelaufen: Aktienmärkte auf dem falschen Fuß erwischt – giftige Kombination!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Ups, das war etwas unglücklich! Die Märkte hatten sich gedacht: keine Panik, ist doch alles gut, die Inflationsdaten werden nicht über der Erwartung ausfallen. Aber unverhofft kommt oft! Nicht nur die Headline-Zahl,sondern auch die Kernrate höher als erwartet!

So ganz aus dem Nichts kommt das nicht – die Deutsche Bank hatte da so eine Ahnung:

Damit ist der worst case eingetreten: die Inflation, so die Lesart der Märkte, zieht doch stärker an. Manches spricht jedoch dafür, dass das im Februar so nicht weiter gehen wird, aber jetzt ist aber dennoch das große Thema wieder da. Die Logik: der Abverkauf hatten schon eine reale Ursache, eine fundamentale Ursache mit den Inflationssorgen. Die Fed wird nun auf´s Gaspedal drücken müssen, so die verbreitete Ansicht!

Dazu noch die schwachen Einzelhandelsumsätze, die negativ zum Vormonat reingekommen sind, dazu die negativen Realeinkommen. Selten hat man in den letzten Jahren eine so gifttige Mischung erlebt: stärkerer Anstieg der Inflation bei gleichzeitigem Rückgang bei Einkommen und Konsum! Das ist eine Art „Hindenburg-Omen“ für die US-Wirtschaft, könnte man sagen.

Aber psst – nicht Donald Trump erzählen..

Der arme Jerome Powell..

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    leser

    14. Februar 2018 14:57 at 14:57

    Ist ja erst mal eine Momentaufnahme. Sollte sich das verfestigen, würde man bei der Kombi vermutlich von Stagflation sprechen. Das wäre eine Zwickmühle für die Fed.

  2. Avatar

    Rainer Kienzle

    14. Februar 2018 15:00 at 15:00

    Chapeau Herr Fugmann, sie hatten mal wieder ein gutes Gespür.

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    14. Februar 2018 15:37 at 15:37

    Auch Jochen Stanzl hat es heute wieder erwähnt. Das Anliegen der großen Notenbanken ist die finanzielle Repression der Bürger. Also müssen die Zinsen unterhalb der Inflationsrate bleiben und das BIP der Länder kräftig wachsen. So sinkt die relative Schuldenlast. Geklappt hat dies schon in den USA nach dem 2. WK, wo die Kriegs-Verschuldung auf lange Frist bis auf 40% gesenkt werden konnte. Die „kleine“ Nebenwirkung ist jedoch die schleichende und nicht so schnell spürbare Enteignung der Bürger über ihre Geldvermögen. Problematisch ist das Ganze jedoch, wenn, wie in Italien die Verschuldung trotz Niedrigstzinsen nicht fällt und keine Reformen angepackt werden. Weil die EZB ja dafür sorgt, dass die Zinsen tief bleiben. Man braucht sich nur anzusehen, welche Wahlgeschenke nach der Märzwahl in Italien versprochen werden, mit der Tendenz weiterer Verschuldung. In den USA sitzt ein Präsident, der es sogar schafft in einer finalen Hochkonjunktur die Schulden massiv nach oben zu treiben. In der Hoffnung durch ein explodierendes Wachstum mehr Steuereinnahmen zu generieren und dass das Ausland ihm weiter seine Staatsanleihen zu tiefen Zinsen abkauft und zugleich brav Einfuhrzölle in die USA abliefert.
    Die Analyse zum amerikanischen Traum hierzu von Markus Fugmann heute Morgen war klasse.
    Falls das Experiment der finanziellen Repression der NB durch die Politik konterkariert wird, gibt es i.d.R. nur eine zumeist scheußliche Folge, der Schuldenschnitt durch Währungsreform. Was keiner anstrebt und möglichst lange hinausgezögert wird.
    Ich denke auch, dass die Inflation (wenn sie zu galoppieren beginnt) das beherrschende Thema wird. Zinsanstiege werden die NB als verlängerter Arm ihrer Regierung erstmal durch die bekannten Maßnahmen abfedern (es zumindest versuchen).

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    skipper

    14. Februar 2018 16:11 at 16:11

    hindenburg omen – ja – für die bären

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    Andreas

    14. Februar 2018 16:11 at 16:11

    Der Abverkauf wieder euphorisch nach oben gekauft. Die erwartete wichtige Nachricht um 14:30 ist also auch schon ein alter Hut.

  6. Avatar

    Gixxer

    14. Februar 2018 16:41 at 16:41

    Nach einem ersten Absacker geht es jetzt wieder nach oben. Wie bitte ist das zu erklären?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. Februar 2018 16:51 at 16:51

      @Gixxer, meine Vermutung: der VIX eben unter der 20er-Marke, das könnte der Treiber sein – viele sind VIX-long jetzt..also eine Art Suqeeze von VIX-Positionen, umgekejrt zum Flash Crash vor gut einer Woche!

      • Avatar

        berti

        14. Februar 2018 17:07 at 17:07

        Und der Euro steigt auch so?

        • Avatar

          berti

          14. Februar 2018 17:08 at 17:08

          bzw. deshalb?

  7. Avatar

    skipper

    14. Februar 2018 16:45 at 16:45

    was für eine bullenshow heute wieder – aber der Micheles index (dax) übertrifft sogar noch die amis

  8. Avatar

    Beobachter

    14. Februar 2018 17:12 at 17:12

    @M. Fugmann, ist möglich ,d.heisst der Volatilitätsindex bewegt den Aktienindex statt umgekehrt (der Schwanz wedelt mit dem Hund)
    Der Beweis ,dass diese Derivaten viel zu viel gehebelt sind. .Wie wäre es sonst möglich ,dass wie heute erwähnt einige Fonds nach 2 Minustagen von ca. 10% 70bis 90%
    verlieren u.geschlossen werden.
    Die heutige Börsenstärke könnte auch mit dem kleinen Verfall am Freitag zu tun haben.Interessierte Kreise hätten gern ein höheres Niveau?

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    Macwoiferl

    14. Februar 2018 17:39 at 17:39

    Herzlich gelacht dieser Tage!
    Zum einen über die „Manipulationsvorwürfe“ in Sachen VIX.
    Gegenfrage: Ist irgendwas (noch) nicht manipuliert in diesen Hinterhof-Zockerbuden in Frankfurt, New York und anderswo?
    Zum anderen, sorry: Der DAX stieg so, weil ich hier im Büro gerade das Licht eingeschaltet habe.
    Ja, werden sich nun alle geneigten Leser fragen, was hat das mit dem DAX zu tun?
    Mmh, mir war, als liefe wohl eine große, 9000fach gehebelte Wette darauf, dass wir im Büro das Licht erst nach 18.30 Uhr einschalten…
    Rättättä, die zockenden Clownsnasen werfen net mit Kamelle, sondern Dollelle und Eurelle…
    Willkommen im Irrenhaus!

  10. Avatar

    Andreas

    14. Februar 2018 17:54 at 17:54

    Und der Fear & Greed Index bei 13 Punkten, also extreme fear:-):-)! Zum totlachen!
    Ich sehe nirgends Furcht! Ich sehe nur kaufpanik! Überall wilde kaufpanik. Wall street im zombiemodus. Die Dollarzeichen in den Augen leuchten bereits wieder und die Sabber läuft den Hals hinunter.

  11. Avatar

    Chris

    14. Februar 2018 22:11 at 22:11

    Ja, wer zieht absichtlich den EUR hoch, muß eine große Partei sein.

    Charles Nenner erwartet ein höheren EUR in den nächsten Wochen und möchte ihn dann gegen den USD shorten.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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