Folgen Sie uns

Allgemein

E-Autos – Prestigeobjekte für Salon-Ökos mit eigener Garage

Avatar

Veröffentlicht

am

E-Autos Beispielfoto

Volkswagen setzt voll auf den ID.3 als Massenfahrzeug und die Bundesregierung erhöht die Subventionen für E-Autos sowie Plug-In-Hybride um 50 Prozent. Doch woher sollen die Millionen Nachfrager in Deutschland eigentlich kommen?

E-Autos sind als Massenphänomen noch völlig untauglich

Subventionen werden massiv aufgestockt, Ladesäulen sollen wie Pilze aus dem Boden schießen, Tankstellen und Supermärkte sollen per Gesetz dazu gezwungen werden, öffentliche Ladepunkt anzubieten, und die schicken E-Autos stehen bei den Händlern schon zur Bestellung bereit, um Deutschland in die vermeintlich umweltfreundliche Zukunft der E-Mobilität zu führen. Das ist die Art und Weise, wie die Bundesregierung die Mobilität in Deutschland neu denken möchte .

Die mediale Dauerverklärung des Elektroautos als Waffe gegen die Klimakatastrophe hat ebenfalls gewirkt: Zwei Drittel aller Autofahrer können sich mittlerweile vorstellen, sich ein E-Auto anzuschaffen. In der E-Scooter affinen Altersklasse zwischen 18 und 39 Jahren wünschen sich sogar 80 Prozent der Befragten ein mit Strom betriebenes Fahrzeug. Vor allem in den einkommensstarken Haushalten mit einem Nettoeinkommen jenseits der 4.000 Euro ist die Kaufneigung mit 74 Prozent überdurchschnittlich ausgeprägt. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Statista im Auftrag der Infineon Technologies AG von Anfang dieses Jahres.

Auf der anderen Seite gibt es diverse Gründe, warum das Ziel der Bundesregierung aus dem Jahr 2010 im kommenden Jahr eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu bringen, gescheitert ist. Stand heute sind nur ca. 220.000 Stromer in Deutschland zugelassen. Daher hat die Bundesregierung das Millionen-Ziel auf 2022 weiter in die Zukunft verschoben. Und weil der Zehnjahresplan aus 2010 so grandios funktioniert hat, plant die Bundesregierung, bis 2030 zehn Millionen E-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen. Doch auch dieser neue Zeitplan ist trotz der jüngsten Maßnahmen völlig unrealistisch. Es fehlt an fundamentalen Voraussetzungen, um das E-Auto auch in Deutschland zum Massenphänomen werden zu lassen. Das größte Manko der gehypten Stromer ist die nach wie vor mangelnde Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Autos mit Verbrennungsmotoren. Es besteht eben ein Unterschied zwischen E-Scootern, Pedelecs und mehreren Hundert Kilo schweren Kraftfahrzeugen, die lange Distanzen überwinden müssen.

Noch zu teuer

Der durchschnittliche Preisaufschlag für ein Elektrofahrzeug in Relation zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor beläuft sich auf mehr als 40 Prozent, wie Berechnungen der Managementberatung Horváth & Partners im Rahmen des Faktenchecks E-Mobilität zeigen. Das gilt sogar für die Golfklasse. Der Co-Studienleiter Alexander Rittel sieht den Preis als den wesentlichen Treiber für den Durchbruch der neuen alternativen Antriebstechnik. Daran ändern auch die jetzt aufgestockten Subventionen nichts, denn die haben einen großen Haken: die Hälfte der Subventionskosten sollen von der Automobilindustrie getragen werden. Sofern die Damen und Herren Automobil-Manager betriebswirtschaftlich nicht mit dem Klammerbeutel gepudert sind, werden sie diese Kosten selbstverständlich in den Fahrzeugpreis mit einkalkulieren. Der Grundpreis für den als Golf-Nachfolger ins Rennen geschickte ID.3 von Volkswagen beläuft sich auf über 30.000 Euro. Der neue Golf 8 startet in der Preisliste mit 10.000 Euro weniger. Damit ist weder der Bundesregierung noch den potenziellen Käufern in Sachen Umstellung auf E-Mobilität geholfen. Die ins politische Schaufenster gestellten Kaufprämien sind mit der Fifty-Fity-Beteiligung der Industrie an den Subventionen wohl auch nur die Hälfte wert.

Neben dem Anschaffungspreis, bei dem in einigen Fällen noch nicht einmal das Ladekabel für 250 Euro inkludiert ist, schlagen auch die Akkus, die Ladestationen und der kWh-Preis ordentlich ins Kontor. Die Errichtung eines Ladepunktes kostet den Betreiber im Schnitt 8.500 Euro für die Ladesäule und noch mal 21.500 Euro für die Anbindung an das Starkstromnetz, inklusive Erdarbeiten. Kein Wunder also, dass sich der Enthusiasmus der Stromkonzerne in Grenzen hält, bis zum Jahr 2030 eine Million Stück davon zu errichten. Auch hier wird ohne Steuerzahlergeld nichts laufen. Ähnlich wie der Atomausstieg wird auch der Umstieg auf Elektromobilität teuer für die Steuerzahler.

Auch das Strom-Tanken ist nicht so günstig, wie oft suggeriert wird: Bis zu 65 Cent je kWh kostet der Strom an öffentlichen Ladesäulen. Dabei entspricht 1 kWh umgerechnet 0,1 Liter Super-Benzin. E-Autos verbrauchen im Schnitt 15 kWh auf 100 Kilometer, Otto-Motoren ca. 10 Liter. Mit dem Stromer zahlt man also an öffentlichen Ladesäulen 10,75 pro 100 Kilometer, mit einem Benziner 15 Euro und mit dem in Verruf geratenen Dieselmotor gar nur 6,75 Euro über die gleiche Distanz.

Nur wer das Privileg eines eigenen Grundstücks oder sogar einer eigenen Garage genießt, ausgestattet mit einer 550 Euro teuren Wall-Box-Ladestation, kann sein E-Auto schon ab etwa 30 Cent pro kWh zu Hause laden. Doch 46,28 Prozent der Deutschen leben laut Statista in Wohnungen ohne eigenes Grundstück oder separate Garage. Bei den einkommensschwachen Haushalten sind es sogar 78,9 Prozent. Damit bleibt die neue schöne Welt der E-Mobilität bis auf Weiteres ein Prestigethema für Besserverdiener mit eigenem Grundstück.

Darüber hinaus geben die Hersteller auf die im Schnitt 9.000 Euro teuren Akkus nur 5 Jahre respektive 100.000 Kilometer Garantie. Zwar kann man bei den in Reihe geschalteten Batteriezellen auch einzelne Zellen austauschen. Dennoch bleibt die Tatsache, dass die alten Batterien den Fahrzeugwert massiv senken.

E-Autos sind noch zu unpraktisch

Abgesehen von der nicht vorhandenen Leistbarkeit der E-Automobilität für breite Bevölkerungsschichten sind die Stromer im Alltag nur begrenzt einsetzbar. Aufgrund der Reichweitenbeschränkung sind sie ideal für den Stadtverkehr, wo sie in Sachen Emissionsvermeidung auch Sinn machen. Aber genau in den urbanen Ballungszentren machen aus rein praktischen Gründen öffentliche Verkehrsmittel noch mehr Sinn (Thema Stau). Zudem ist gerade in Städten die Verfügbarkeit von Ladesäulen ein Problem, da viele Menschen in Wohnungen leben. Berlin z. B. verfügt aktuell über knapp 1.000 öffentliche Ladesäulen für 3,75 Millionen Einwohner.

Ideal sind unter rein praktischen Erwägungen die E-Autos für Pendler mit eigener Ladestation zu Hause, deren Arbeitsplatz nicht mehr als 250 Kilometer entfernt liegt. Plant man jedoch Reisen jenseits der 500 Kilometermarke, sollte man sich Zeit fürs Zwischenladen nehmen und hoffen, dass das Ladekabel kompatibel ist, eine Säule verfügbar ist und diese dann auch noch funktioniert. Bei so vielen Unwägbarkeiten ist gelegentlicher Stress bei einem so normalen Vorgang wie dem Tanken vorprogrammiert.

Für Geschäftsleute sind E-Autos wegen der mangelnden Reichweite und dem hohen Ladezeitaufwand nur bedingt einsetzbar. Aber nicht nur Manager haben die Lust auf Elektroautos schon wieder verloren, sondern selbst Politiker der SPD sind nicht uneingeschränkt begeistert von E-Autos als Dienstfahrzeug.

Manchmal braucht die Zukunft etwas länger

Zweifellos braucht auch Deutschland Mobilitätskonzepte, die ohne fossile Energieträger auskommen, weil diese endlich und umweltschädlich sind. Gleichwohl müssen dafür die Voraussetzungen geschaffen werden bevor man beginnt, die Bevölkerung zu bevormunden, zu desinformieren, mit Gesetzen zu drangsalieren oder Zwangsabgaben zu erheben. Außerdem können Sie darauf wetten, dass, sobald die E-Autos zum Massenphänomen geworden sind, der dann im Amt befindliche Finanzminister ernsthaft überlegen wird, wie er die wegbrechende Mineralölsteuer durch eine höhere Stromsteuer kompensieren kann. Etwas mehr Umsicht und Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit und soziale Verträglichkeit der Mobilitätsumstellung wären wünschenswert. Ansonsten verspielen die Öko-Fanatiker ihre Akzeptanz nicht nur im Osten, wo Elektromobilität aus guten Gründen gleichgesetzt wird mit purem Luxus.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Quintus

    5. November 2019 16:31 at 16:31

    Mit einem Benziner 15€/100km?
    Audi A2(Karosserie aus Aluminium)18 Jahre alt, aktuell 7,92/100km mit einfachster Technik(die begeistert)
    Außer dem Renault Twizy kann keiner dieser ach so tollen Elektroautos diesem alten Fahrzeug verbrauchstechnisch bisher das Wasser reichen 😁

    • Avatar

      A2

      5. November 2019 19:58 at 19:58

      A2 mit LPG 4,50/100 km !

  2. Avatar

    Mulo

    6. November 2019 16:38 at 16:38

    weil diese endlich und umweltschädlich sind
    Nur nicht so umweltschädlich wie Elektro-Autos!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Die South China Morning Post pulverisiert Trumps 50 Milliarden Dollar Agrar-Import-Traum

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Donald Trump hatte es im Weißen Haus in Anwesenheit der chinesischen Offiziellen laut verkündet. China werde seine Importe von US-Agarprodukten drastisch ausweiten, auf 50 Milliarden Dollar. Ja, das hatte dem Kapitalmarkt signalisiert, dass doch noch alles gut wird im Handelskrieg. Aber Zweifel waren sofort aufgekommen, und sie blieben die letzten Wochen konstant vorhanden. Aktuell äußert sich die „South China Morning Post“ zu dem Thema mit einer bestechenden Analyse. Wer den Text liest, dem wird klar: China kann gar nicht 50 oder 60 Milliarden Dollar für US-Agarimporte ausgeben. Die einzige Möglichkeit wäre wohl, dass man eine rein politische Entscheidung trifft – dann allerdings müsste man wohl gigantische Berge an importierten US-Argarprodukten (vor allem Sojabohnen) in Lagerhallen immer weiter auf Vorrat stapeln.

Die afrikanische Schweinepest hat in China die Hälfte des Schweinebestands dahin gerafft. Und wer frisst das ganze Soja, dass die Chinesen angeblich den Amerikanern nun in Massen abkaufen sollen? Die Schweine! Bei nur noch 50% Schweinebestand soll es drastisch mehr Soja-Importe geben? Völlig unrealistisch. Die South China Morning Post benennt zum Beispiel, dass China im letzten Jahr insgesamt Agrarprodukte im Wert von 137 Milliarden Dollar importiert hat. Aber China habe noch nie ein größeres jährliches Volumen von mehr als 25,9 Milliarden aus den USA bezogen (das war der Spitzenwert im Jahr 2012). Also, China soll diesen Wert quasi verdoppeln? Und das bei völlig weggebrochener Schweinepopulation im Reich der Mitte? Völlig unrealistisch schient dieser Deal auch zu sein, zumal die Chinesen ihn nie offiziell bestätigt haben.

Lesen Sie den ganzen Artikel gerne beim Klick an dieser Stelle.

weiterlesen

Aktien

Tesla Fabrik in Deutschland? Mehr Schein als Sein!

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Tesla ist das Thema der Woche mit der Ankündigung von Elon Musk, dass man die erste Gigafactory in Europa nahe Berlin errichten will. Sissi Hajtmanek und Manuel Koch besprechen diese Nachricht im folgenden Video. Die beiden beleuchten das Thema kritisch, vor allem in Sachen möglicher EU-Subventionen. Lesen Sie bitte unseren Text unter dem Video weiter – wir äußern uns detailliert zu dem Thema!

Auch die hohen Kosten für die E-Autos von Tesla sind für den Massenmarkt ein Problem. Auf der Tesla-Aktie liegen hohe Short-Positionen. Es gibt also einiges zu beachten rund um die Aktie. Die Aktien von Tesla und Daimler werden im obigen Video übrigens auch mit aktuellen Handelsempfehlungen der Trading House Börsenakademie besprochen. Aber nun zu  unserer Analyse.

Tesla Motors ist sich stets der Aufmerksamkeit der Medien sicher. Ganz besonders gilt das in diesen Tagen. Mit der Ankündigung, eine Autofabrik am Stadtrand von Berlin bauen zu wollen, verblüffte Unternehmens-Chef Elon Musk am Dienstag praktisch alle. Zwar kündigte Musk in den vergangenen Jahren bereits mehrfach an, eine Fabrik in Europa bauen zu wollen. Doch dass es bereits jetzt soweit ist und die Wahl ausgerechnet auf das Hochlohnland Deutschland fällt, war nicht erwartet worden.

Tesla hat kein Geld und nicht genügend Nachfrage nach den Autos

Denn Tesla mangelt es nicht nur an Kapital, sondern auch nach einer ausreichend großen Fahrzeugnachfrage, um in naher Zukunft gleich drei Fahrzeugfabriken unterhalten zu können. Es ist erst zwei Jahre her, dass Musk öffentlich verkündete, es solle keinerlei Zweifel, und er meine Null Zweifel, daran bestehen, dass er in seiner ersten Fabrik in Fremont bereits Ende 2018 10.000 Model 3 pro Woche fertigen werde. Nun, Ende 2018 waren es nicht einmal 5.000 pro Woche und auch heute liegt die Produktionsrate eher bei 7.000 als 10.000 pro Woche. Und obwohl er in Fremont seinem für vergangenes Jahr ausgegebenen Produktionsziel 30% hinterher hinkt, beträgt die Lieferzeit für ein neu bestelltes Auto in Europa nur wenige Wochen bis maximal drei Monate. Die Preise mussten seit vergangenem Jahr zudem drastisch gesenkt werden, um auch nur eine Nachfrage auf dem aktuellen Niveau zu generieren.

30% Planuntererfüllung in Fremont und gesenkte Preise zur Nachfragebelebung hielten Tesla jedoch nicht davon ab, in diesem Jahr den Bau einer Fabrik in China zu beginnen. Dort sollen bald 150.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Bis der Maschinenpark gekauft, aufgebaut und kalibriert wurde, sollen vorerst Fahrzeuge mit Bauteilen aus Fremont zusammengeschraubt werden.

Die Investitionen in die 1. Gigafactory wurden bei 20% des Endausbaus gestoppt

Auch in der sogenannten Gigafactory 1 in Nevada ist noch Platz für zusätzliche Produktionskapazitäten. Vollmundig angekündigt wurde die Fabrik vor mehr als fünf Jahren mit einer Produktionskapazität von 35 bis 50GWh Batteriezellen pro Jahr. Wenig später revidierte Tesla diese Zahl auf bis zu 150GWh nach oben. Stand jetzt werden jedoch nur 35GWh Zellen dort produziert, der Hallenbau wurde nach wenig mehr als 50% der ursprünglich angekündigten Größe vorerst eingestellt und der Partner Panasonic, der die Batteriezellen dort für Tesla fertigt, erteilte weiteren Investitionen eine Absage.

Ob sich Tesla überhaupt den Bau und Unterhalt so vieler Fabriken leisten kann, ist zweifelhaft. Laut Bilanz sitzt Tesla zwar auf mehr als 5 Milliarden US-Dollar Barreserven. Denen stehen aber nicht nur ein beständig wachsender Berg offener Rechnungen in Milliardenhöhe entgegen. Die auffällig niedrigen Zinseinnahmen pro Quartal deuten auch noch darauf hin, dass Tesla bei der Bilanz ordentlich Window dressing betreibt und der Cashbestand nur am letzten Tag des Quartals so hoch ist. Unter Berücksichtigung der ausgewiesenen Zinseinnahmen erscheint ein weniger als halb so hoher Cashbestand im Durchschnitt eines Quartals wahrscheinlicher. Übrigens: Auch als Tesla nach Aussage von Elon Musk wenige Wochen von der Zahlungsunfähigkeit entfernt war, lag der Cashbestand laut Bilanz bei rund 3 Milliarden US-Dollar.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
weiterlesen

Aktien

Vermögenspreise kennen nur eine Richtung – Haushalte ohne Immobilieneigentum gehen leer aus

Avatar

Veröffentlicht

am

Es ist wie es ist. Die Verbraucherpreise wollen nicht auf die 2% steigen, wo die EZB sie gerne sehen möchte. 2,6 Billion Euros gedruckt, Zinsen abgeschafft, und trotzdem wollen die Preise einfach nicht steigen. Aber seit Jahren steigen dafür die Vermögenspreise! Die EZB hat mit ihren gigantischen Anleihekäufen Anleger aus dem Anleihemarkt vertrieben. Und vor allem die nicht mehr vorhandenen Zinsen zwingen Anleger regelrecht in Aktien zu investieren. Geld will Rendite, und so steigen seit Jahren nicht nur Aktien, sondern auch Immobilien und sonstige Sachwerte immer weiter an. Hier ist die Inflation mehr als deutlich zu finden, während sie bei den Alltagsausgaben für die Verbraucher an der Supermarktkasse nicht zu entdecken ist.

Vermögenspreise steigen weiter an

Das Flossbach von Storch Research Institute (FvS) hat heute früh seinen aktuellsten Vermögenspreisindex für das 3. Quartal 2019 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass zum Ende des dritten Quartals die Vermögenspreise privater deutscher Haushalte im Vergleich zum Vorjahresquartal um +2,9 % angestiegen sind. Unaufhörlich steigende Preise für Immobilien sind für die Entwicklung ursächlich, so FvS. Sowohl die Entwicklung der Vermögenspreise im Vermögensquerschnitt als auch im Altersquerschnitt zeigen, dass Haushalte, die über Immobilieneigentum verfügen, am stärksten von der Vermögenspreisinflation profitieren. Haushalte ohne Immobilieneigentum hätten hingegen das Nachsehen.

Die Inflation der Vermögenspreise liegt damit, so merkt FvS an, angefacht von dauerhaften Null- und Minuszinsen ­– beinahe doppelt so hoch wie die Verbraucherpreisinflation. Immobilien verteuern sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,8 Prozent. Auch zahlreiche andere Datenanbieter können den Anstieg der Immobilienpreise untermauern (siehe hier). Niedrige Zinsen machen diese Anlageklasse laut FvS attraktiv. Bemerkenswert war auch der Goldpreis, der sich in Euro gerechnet um ein Drittel stieg. Immobilien machen einen großen Anteil des Vermögens von Senioren aus. Die Vermögenswerte der Deutschen ab dem 75. Lebensjahr verteuerten sich im dritten Quartal durchschnittlich um 4,1 Prozent. Das ist so viel wie in keiner anderen Alterskohorte.

Vermögenspreise seit 2005
Entwicklung der Vermögenspreise seit 2005.

Immobilien Top bei Sachvermögen

Der folgende Chart zeigt in der schwarzen Linie die Entwicklung der Immobilienpreise seit dem Jahr 2005. FsV im Wortlaut zu Sachvermögen:

Die Entwicklung des Sachvermögens wird maßgeblich von der Entwicklung der Preise für Immobilien getragen. Diese haben sich mit +5,8 % im Vergleich zum Vorjahresquartal erneut erheblich verteuert. Ursächlich hierfür ist weiterhin die Kombination aus historisch günstigen Finanzierungskonditionen und einem knappen Immobilienangebot. Der Preis für das Betriebsvermögen deutscher Haushalte ist um -10,8 % im Vergleich zum Vorjahresquartal gefallen. Der Preis für Betriebsvermögen wird durch den SDAX-Kursindex abgebildet, der die Veränderung des Börsenwerts von 70 gelisteten deutschen Mittelstandsunternehmen wiedergibt. Hierunter spielen klassische Industrieunternehmen und Automobilzulieferer eine wichtige Rolle, die sich zum Ende des dritten Quartals in einer Strukturkrise befinden. Der Preisverfall des Betriebsvermögens liegt schon zum vierten Mal in Folge unterhalb von ‑10 %. Langlebige Verbrauchsgüter stagnieren, da ihre Preissteigerung lediglich +0,5 % beträgt. Der Preis für Sammel- und Spekulationsgüter legte um +1,6 % zu. Insbesondere wird diese Entwicklung von steigenden Preisen für Kunstobjekte getragen.

Immobilienpreise steigen konstant weiter an

Gold treibt Finanzvermögen

Die Entwicklung der Finanzvermögen sah zuletzt nur gut aus, weil der Goldpreis im Jahresvergleich zulegen konnte. Die Preise für das Finanzvermögen deutscher Haushalte folgen laut FvS einem Aufwärtstrend. Innerhalb der Kategorie seien die Preise für das sonstige Finanzvermögen (gemessen an Gold- und Rohstoffpreisen) mit +21,7 % am stärksten angestiegen. Verantwortlich hierfür sei der Goldpreis, der um +33,4% im Vergleich zum Vorjahresquartal angestiegen sei. Preise für Aktien lagen hingegen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres (+0,2 %).

Gold rettet Performance der Finanzvermögen innerhalb der Vermögenspreise

weiterlesen


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen