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Easyjet-Aktie: „Im Auge des Hurrikan“ namens Brexit

Das ist genau die richtige Bezeichnung für die aktuelle Situation für den Billigflieger Easyjet. Man ist mittendrin im Hurrikan namens Brexit, aber momentan im Auge, wo es windstill…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das ist genau die richtige Bezeichnung für die aktuelle Situation für den Billigflieger Easyjet. Man ist mittendrin im Hurrikan namens Brexit, aber momentan im Auge, wo es windstill ist. Man macht „noch“ Gewinn, sieht die Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der EU aber mit voller Wucht auf sich zukommen. Ganz deutlich und offen verkündet es die Firma heute bei der Präsentation der Jahreszahlen (Geschäftsjahr endete Ende September).

Die Zahlen fallen an sich noch gar nicht so schlimm aus. Die Zahl der Fluggäste stieg um 6,6% auf 73 Millionen. Der Umsatz ging um 0,4% zurück, der Gewinn fiel um 27,9%. Aber es ist immer noch ein Gewinn von knapp einer halben Milliarde Pfund. Was aber belastet: Man sagt selbst, dass Währungseffekte (das schwache Pfund) das Unternehmen 112 Millionen Pfund gekostet haben. Für das nun begonnene Geschäftsjahr 2017 erwartet man negative Effekte von 90 Millionen Pfund.

Der Grund: Easyjet kauft Treibstoff in US-Dollar, Flugzeuge ebenfalls. Viele andere Kosten fallen in Euro an. All diese Kosten müssen also mit dem schwächeren Pfund teurer bezahlt werden als bisher. Auch ist noch etwas anderes sehr wichtig: Durch die immer noch völlig unklaren Auswirkungen des Brexit auf britische Unternehmen, die auf Geschäfte mit Festland-Europa angewiesen sind, herrscht vor allem beim britischen Billigflieger helle Aufregung, so möchten wir es mal bezeichnen. Denn wer ist wohl mehr abhängig vom EU-Festland als eine Fluggesellschaft mit Sitz auf der Insel…

Was wird zum Beispiel aus dem Zugang von easyjet zu Flugrechten auf Flughäfen in der EU? Daher versucht Easysjet nun anscheinend sich um eine neue Fluglizenz in der EU zu bemühen. Doch da man jetzt noch gar nicht weiß, wie der Ausstieg aus der EU genau definiert wird, ist es fast egal, was easyjet jetzt macht. Erst wenn der Brexit-Vertrag zwischen EU und UK endgültig steht (in einem Jahr oder in zwei?), kann man richtig planen.

Wie man aus dem Chart sieht, hat die Aktie seit dem Brexit-Vote schon 25% verloren. Von daher hat die Aktie im Augenblick etwas Luft um sich über dieses heutige Ergebnis auch mal etwas zu freuen (heute +5,3%). Noch ist der Brexit nur ansatzweise eingeschlagen bei easyjet. Das könnte/dürfte/wird sich wohl noch ändern.

easyjet

easyjet-aktie
Die easyjet-Aktie seit 2014.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    gerd

    15. November 2016 14:40 at 14:40

    Schau, schau, das haben die Lufthansas schon vor kurzem geahnt.
    Deshalb ist der Kurs auch wieder um schlappe 40% gestiegen – in nur 5 Wochen (O.k. unsere Milchprodukte haben das an einem einzigen Tag geschafft).
    Oder sind Kursbewegungen schlichtweg irrational,
    bei der einen Gesellschaft 25% runter bei der anderen 40% hoch? Muss ich fast annehmen.

    Wobei früher mal, ja, das waren noch Zeiten. Da haben die Fluggesellschaften regelmäßig gejammert, wenn ihre Landeswährung stark war. Da war ein Flugticket nichts anderes als ein Exportartikel, der fürs Ausland teurer wird, wenn die Landeswährung steigt. Da hat der Amerikaner z.B. billiger bei ner Ami-Airline buchen können.

    Heute ist anscheinend alles andersherum. Da wird gejammert, wenn die eigene Währung schwach wird. Aber immerhin haben die (Flug)unternehmen wenigstens nach außen hin eine gute Ausrede.

  2. Avatar

    gerd

    15. November 2016 14:53 at 14:53

    Früher mal, ja, das waren noch Zeiten. Obwohl das war gar nicht früher – sondern noch in diesem Frühjahr (oder im weiteren Jahresverlauf).

    Ich m e i n e , hier gelesen zu haben, dass die im Artikel genannten Aktien (sowieso) ziemlich überteuert wären. Trump hin oder her.

    Und Apple hatte den Rückkauf eigener Aktien angekündigt (oder nur in Erwägung gezogen?).
    Das hatte FMW als besonders schlimmes Omen angesehen.

    Ich habe nur den Kursverlauf der Apple-Aktie einigermaßen grob im Kopf, die anderen gar nicht. Aber Apple steht heute nicht tiefer als im besagten Zeitraum.

    Vielleicht hat man ja nur auf einen Anlass gewartet, um irrationale Kursbewegungen zu nivellieren.

    • Avatar

      gerd

      15. November 2016 14:59 at 14:59

      Der Kommentar gehört natürlich unter
      „Warum Apple, Amazon und Co gerade besonders unter Trump
      leiden“

      Jetzt ist für mich der Punkt gekommen. Ich sehe ein, ich muss meine Kommentare runterfahren, ich komme ja nicht mehr nach, geschweige den klar.

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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