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Ex-EU-Kommissionspräsident geht zu Goldman Sachs: „Negative Auswirkungen des Brexit verhindern“

Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso geht zu Goldman Sachs. Das ist ein fatales Zeichen für Europa, gerade jetzt in der Stunde des Brexit. Politisch hätte dieser Wechsel…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso geht zu Goldman Sachs. Das ist ein fatales Zeichen für Europa, gerade jetzt in der Stunde des Brexit. Politisch hätte dieser Wechsel zur „Verschwörungstheorie-Bank Nr. 1“ gar nicht schlimmer sein können. Denn Barroso war bis 2014 noch Präsident, und hat viele der jetzt amtierenden Beamten in ihre Posten gehieft – denn immerhin war Barroso 10 Jahre im Amt.

Manuel Barroso
Manuel Barroso, bis 2014 EU-Kommissionspräsident. Foto: European People’s Party/Wikipedia (CC BY 2.0)

Formal hat er sich exakt an die Vorgaben gehalten. Mit 20 Monaten hat er eine 18monatige Übergangsfrist übererfüllt, und kann auch bei möglichen Interessenkonflikten jetzt problemlos zu Goldman nach London wechseln. Goldman sagt zu seiner Anstellung als „Non-executive Chairman“ sowie „Berater“ von Goldman Sachs International:

„His perspective, judgment and counsel will add great value to our GSI Board of Directors, Goldman Sachs, our shareholders and our people.“

Barroso selbst sagt zu seinem neuen Job ganz offen und direkt, was Sache ist. Er werde bei Goldman tun was er nur könne um negative Auswirkungen des Brexit zu verringern, so Barroso gegenüber der FT. Was mag das in der Praxis bedeuten? Barroso wird wohl kaum im Londoner Office von Goldman Sachs am Telefon hängen und Kunden betreuen. Nein, er wird wohl als Lobbyisten-Gespenst durch Brüssel umherirren, und bei seinen alten Kumpanen Druck machen. Die vermeintliche Kernaufgabe, die man aus seinem Zitat lesen kann: Verhindern, dass nach dem Brexit Investmentbanken mit Sitz in London keinen EU-Zugang mehr haben (EU-Pass).

Das ist Wasser auf die Mühlen aller Goldman Sachs-Verschwörungstheoretiker. Mit Barroso wächst das Universum der „Verschmelzung von Politik und Goldman“ weiter an. So war auch Mario Draghi früher bei Goldman Sachs, wie auch Ex US-Finanzminister Pauslon uvm. Irgendwie war kaum ein wichtiger Politiker nicht bei Goldman, möchte man fast meinen. Aus reiner Nächstenliebe wird man diese Personen bei Goldman wohl kaum einstellen. Goldman scheint für wichtige Persönlichkeiten so eine Art Business Club zu sein, der dafür sorgt, dass alle Buddies immer gut versorgt sind. Egal ob man von Goldman in die Politik geht oder von der der Politik zu Goldman – Hauptsache gut versorgt. Die Schlussfolgerung, was das für die Demokratie und tatsächliche politische Beschlüsse bedeuten kann, darf jeder selbst ziehen.

Die Kritik ist deftig. Der viel beachtete grüne EU-Abgeordnete Sven Giegold sagte dazu solche elendigen Seitenwechsel von der Politik in die Wirtschaft würden die Zweifel an der Gemeinwohlorientierung der Politik nähren. Der französische Außenhandelsstaatssekretär Matthias Fekl sagte Barroso sei ein unanständiger Vertreter eines alten Europas. Der französische Europastaatssekretär Harlem Désir sagte mit diesem Wechsel bereite Barroso den Anti-Europäern den Weg. Deswegen rufe er Barroso feierlich auf, auf diesen Posten zu verzichten. Was er gaaaaanz sicher tun wird?

Wenn Barroso von seinen Lobbyisten-Orgien in Brüssel mal Pause macht und in seinem Londoner Büro Platz nimmt, kann er in der Mittagspause auch mal kurz rübergehen zur britischen Notenbank „Bank of England“. Dort logiert als Notenbankchef seit 3 Jahren der Kanadier Mark Carney. Er war zuvor 13 Jahre bei Goldman Sachs. Willkommen im Club, darf man da sagen? Wenn man versucht Verschwörungstheoretiker davon abzubringen in Goldman die böse Verschwörungsloge zu sehen, wird es schwierig. Will man ernsthaft glauben, dass Ex-Politiker, die nie etwas anderes gemacht haben als Politik, sich in London ans Telefon klemmen und mit Kreditausfallversicherungen handeln, oder mit Devisen? Oder bei Unternehmsnsfusionen beraten? Oder Zahnärzten Aktien andrehen? Nein, sie werden als Lobbyisten eingestellt, und das bedeutet nichts anderes als Beeinflussung der Politik.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    farhad

    14. Juli 2016 09:58 at 09:58

    Siehe Super Mario mit Griechenland… war er das…ja, weil er bei den goldenen Sachsen war.

  2. Avatar

    joah

    14. Juli 2016 10:10 at 10:10

    Welche Gattung verlässt gleich noch mal zuerst das sinkende Schiff?

  3. Avatar

    juergendickmann

    14. Juli 2016 11:24 at 11:24

    https://www.youtube.com/watch?v=P6k11ag7u80

    wer französich versteht, kann hier auf Zusammenhänge mit Mao, Bush ,Cia und Carlyle stoßen.

    eine (7 minuten video) Verschwörung?

  4. Avatar

    klack

    14. Juli 2016 11:58 at 11:58

    Herr Barroso ist auch in den 90-er Jahren auf den Yachten griechischer Reeder
    durch die Ägäis geschippert,von dem Eu-Beitritt haben dann die Oligarchen Griechenlands durch die Veredelung ihrer Drachme in den Euro satt profitiert.,während die Wirtschaft Griechlands nach einer Scheinblüte im Orkus versenkt wurde..
    Wenn die Halunken Barroso und der Lügner u. Steuerschmarotzer Junker die Werte
    Europa höchstoffiziell vertreten oder vertraten,dann sieht man was für eine Clique von
    Finanzparasiten und Gesellschaftsschmarotzern an den Schalthebeln der Macht sitzt.
    Bei Herrn Barroso ist schon der Name Aussage genug Barroso= pickliger Dreckskerl!

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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