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Ein Bericht der Fed gibt Aufschluss: Warum die US-Zinsen niedrig bleiben müssen

Weitere Zinsanstiege hätten zum Zusammenbruch vieler Zombiefirmen geführt und zu einer Abstufung der BBB-Anleihen in den Junk-Bereich

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Das Risiko der US-Unternehmensanleihen wurde hier schon des Öfteren thematisiert, zuletzt „Das BBB-Anleihe-Risiko, es wird immer offensichtlicher – vielleicht die Ursache für Jerome Powells Vollbremsung?“ vom 21.März.

Jetzt offenbart ein Bericht der Fed vom Monat Mai, warum diese Überlegungen gar nicht so verkehrt sein könnten.

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Das Zehn-Billionen-Dollar-Risiko: Der Finanzstabilisierungsbericht der Fed vom Monat Mai brachte es zutage

Der Schuldenstand der US-Unternehmen hatte zum Endes des Jahres 9,76 Billionen Dollar erreicht und dürfte daher bereits die 10-Billionenmarke überschritten haben. Vor der Finanzkrise lagen diese Schulden bei 4,9 Billionen. Der Hinweis auf eine stark gewachsene Wirtschaft führt ins Leere, denn das Bruttoinlandsprodukt lag zu dieser Zeit bei 14,48 Billionen und ist bis 2018 auf 20,49 Billionen gestiegen.

Die Qualität der Schuldner – eine Mahnung der Fed

„Der erhebliche Zuwachs der Unternehmensschulden in den vergangenen sieben Jahren war geprägt von einer starken Zunahme bei riskanten Krediten, die an Firmen mit schlechten Kreditprofilen oder an solche vergeben wurden, die bereits hoch verschuldet waren“, schreibt die Fed. Und als Mahnung: „Die Vergabestandards für neue Kredite scheinen in den vergangenen sechs Monaten weiter gesunken zu sein“.

Der Großteil der Schulden liegt in Unternehmensanleihen, deren Gesamtwert sich auf rund 6,2 Billionen Dollar beläuft. Hier ist eine drastische Verschlechterung der Bonität der Emittenten zu verzeichnen. Rund 1,25 Billionen entfallen allein auf sogenannte Schrottanleihen, die eine Qualitätsstufe besitzen, so dass viele institutionelle Investoren aufgrund rechtlicher Statuten nicht in sie investieren dürfen.

Der Rest besitzt rund zur Hälfte die Note BBB. Dieser Anteil lag vor der Finanzkrise nur bei einem Viertel. Da liegt das Problem. Dreimal B ist die letzte Stufe vor dem Bereich der Schrottanleihen – Junk-Bonds – und nur eine Abwertung durch die Ratingagenturen würde bereits schon bei der Hälfte der betroffenen Papiere zu einer Verschiebung von Anleihen im Wert von 1,3 Billionen Dollar in den Junk-Status führen.

 

Wieso kam es zu dieser Verschlechterung, trotz Wirtschaftsboom?

Wie bereits allgemein bekannt, floss ein großer Teil an Mitteln in den Rückkauf von Aktien. Diese „Buybacks“ machten allein 2018 rund 800 Milliarden Dollar aus und sorgten durch die Verringerung der ausstehenden Aktien zu einem gehörigen Teil für die Aktienhausse. Investitionen – Fehlanzeige.

War dies ein Grund für die „dovishe“ Wende der Fed?

Vermutlich ja, denn weitere Zinsanstiege hätten zum Zusammenbruch vieler Zombiefirmen geführt und zu einer Abstufung der BBB-Anleihen in den Junk-Bereich. Eine Pleitewelle würde die Arbeitslosigkeit sofort ansteigen lassen und da wären wir wieder bei einer der zentralen Aufgaben der US-Notenbank.

Dazu kommt, dass viele dieser Anleihen in Indexfonds gebündelt wurden, die sich in den vergangenen 12 Jahren in der Summe verzehnfacht haben. Verkauft in aller Herren Länder – kennen wir so etwas Ähnliches nicht aus nicht allzu ferner Vergangenheit?

 

Fazit

Immobilienhändler Donald Trump kann die Bedeutung dieser Schuldenhöhe sicherlich einordnen. Hatte er nicht in den 1990-er Jahren eine veritable Pleite mit seinen Casinos erlebt und nur wegen seines Namens den Konkurs abgewendet? Ist dies vielleicht mit ein Grund, warum der Präsident seinen Notenbankchef so drastisch und gegen die Regeln zu heftigen Zinssenkungen auffordert? Klar argumentiert er mit der Dollarstärke und der Währungsmanipulation der anderen Währungsblöcke, aber Donald Trump ist gewiss auch nicht der Präsident, der in die Geschichtsbücher eingehen möchte, als derjenige, in dessen Amtszeit der größte Crash an der Börse stattfand.

Jedenfalls wird der Markt für Unternehmensanleihen von einigen Analysten (z.B. Bondkönig Jeff Gundlach) als Auslöser für die nächste Krise angesehen. Jede Krise ist anders als die Vorherige: Bond-Krise folgt Subprime-Krise?

 

Warum die Fed die Zinsen nicht mehr anheben kann

Das Hauptgebäuder der Fed

 

 

 

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