Europa

Ein Detailblick auf das rückläufige BIP – was gut und was schlecht läuft

Bereits am 14. August wurden die Vorab-Zahlen für das deutsche BIP (Bruttoinlandsprodukt) für das zweite Quartal veröffentlicht. Im Jahresvergleich ein Null-Wert, im Vergleich von Q1 auf Q2 ein Rückgang von 0,1%. Und so ziemlich alle Aussagen und Prognosen (sogar von der Bundesregierung) zeigen derzeit, dass das BIP wohl auch im aktuell laufenden 3. Quartal leicht rückläufig sein wird. Damit sind wir aktuell wohl schon in einer Rezession. Aber ist das nur ein kurzes negatives Aufflackern, und geht es im Schlussquartal schon wieder bergauf?

Schauen wir doch mal näher in die Details des BIP im 2. Quartal. Die Daten wurden heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Daraus ist ersichtlich, dass vor allem der Export das BIP nach unten zieht. Aber auch die Bauinvestitionen waren bereits rückläufig. Also ist der Bau wohl nicht mehr der felsenfeste Unterstützter des Gesamtschnitts wie bisher? Hier die Statistiker im Wortlaut:

Die außenwirtschaftliche Entwicklung bremste das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal 2019: Die realen Exporte gingen im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 1,3 % zurück und damit deutlich stärker als die Importe (-0,3 %). Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich (real, saison- und kalenderbereinigt) nach vorläufigen Berechnungen aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben waren 0,1 % höher als im 1. Quartal 2019, der Staat steigerte seine Konsumausgaben um 0,5 %. Auch die Investitionen legten zu: In Ausrüstungen wurde 0,6 % und in sonstige Anlagen 1,0 % mehr investiert als im Vorquartal. Lediglich die Bauinvestitionen waren im 2. Quartal rückläufig (-1,0 %). Dabei dürfte allerdings auch die milde Witterung zu Beginn des Jahres eine Rolle gespielt haben, die zu einem starken Anstieg der Bauinvestitionen im 1. Quartal (+2,5 %) geführt hatte.

Das waren die Zahlen für den Quartalsvergleich. Und im Vergleich zum 2. Quartal 2018? Da ist das BIP nicht gefallen, sondern mit 0,0% Veränderung ausgefallen. Aber es sieht deswegen nicht gerade besser aus im Jahresvergleich. Denn die realen Exporte gingen um 0,8% zurück und damit so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Dagegen wurden 1,8% mehr Waren und Dienstleistungen importiert als vor einem Jahr. Das Produzierende Gewerbe (macht 1/5 der Bruttowertschöpfung aus) hat mit einem Rückgang von -4,9% den Schnitt nach unten gezogen (Reale Bruttowertschöpfung insgesamt -0,1%).

BIP Q2



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