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Europa

Ein Detailblick auf das rückläufige BIP – was gut und was schlecht läuft

Claudio Kummerfeld

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am

Bereits am 14. August wurden die Vorab-Zahlen für das deutsche BIP (Bruttoinlandsprodukt) für das zweite Quartal veröffentlicht. Im Jahresvergleich ein Null-Wert, im Vergleich von Q1 auf Q2 ein Rückgang von 0,1%. Und so ziemlich alle Aussagen und Prognosen (sogar von der Bundesregierung) zeigen derzeit, dass das BIP wohl auch im aktuell laufenden 3. Quartal leicht rückläufig sein wird. Damit sind wir aktuell wohl schon in einer Rezession. Aber ist das nur ein kurzes negatives Aufflackern, und geht es im Schlussquartal schon wieder bergauf?

Schauen wir doch mal näher in die Details des BIP im 2. Quartal. Die Daten wurden heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Daraus ist ersichtlich, dass vor allem der Export das BIP nach unten zieht. Aber auch die Bauinvestitionen waren bereits rückläufig. Also ist der Bau wohl nicht mehr der felsenfeste Unterstützter des Gesamtschnitts wie bisher? Hier die Statistiker im Wortlaut:

Die außenwirtschaftliche Entwicklung bremste das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal 2019: Die realen Exporte gingen im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 1,3 % zurück und damit deutlich stärker als die Importe (-0,3 %). Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich (real, saison- und kalenderbereinigt) nach vorläufigen Berechnungen aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben waren 0,1 % höher als im 1. Quartal 2019, der Staat steigerte seine Konsumausgaben um 0,5 %. Auch die Investitionen legten zu: In Ausrüstungen wurde 0,6 % und in sonstige Anlagen 1,0 % mehr investiert als im Vorquartal. Lediglich die Bauinvestitionen waren im 2. Quartal rückläufig (-1,0 %). Dabei dürfte allerdings auch die milde Witterung zu Beginn des Jahres eine Rolle gespielt haben, die zu einem starken Anstieg der Bauinvestitionen im 1. Quartal (+2,5 %) geführt hatte.

Das waren die Zahlen für den Quartalsvergleich. Und im Vergleich zum 2. Quartal 2018? Da ist das BIP nicht gefallen, sondern mit 0,0% Veränderung ausgefallen. Aber es sieht deswegen nicht gerade besser aus im Jahresvergleich. Denn die realen Exporte gingen um 0,8% zurück und damit so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Dagegen wurden 1,8% mehr Waren und Dienstleistungen importiert als vor einem Jahr. Das Produzierende Gewerbe (macht 1/5 der Bruttowertschöpfung aus) hat mit einem Rückgang von -4,9% den Schnitt nach unten gezogen (Reale Bruttowertschöpfung insgesamt -0,1%).

BIP Q2

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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