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Ein Hoch auf die Investoren: Große Nachfrage nach drastisch höherer Negativrendite – Wolfgang Schäuble macht 45,3 Millionen Euro Gewinn

Durch den heutigen Verkaufskurs von 101,86% sinkt die Rendite noch weiter auf -0,36%. Damit weitet sich die Negativrendite binnen vier Wochen um 38% aus – binnen acht Wochen sogar um 157%. Ein Wahnsinn ist das, wenn man…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Deutschland hat heute im Rahmen der Aufstockung einer Emission aus Juli weitere fünf Jahre laufende Bundesobligationen im Volumen von 3 Milliarden Euro zum Verkauf gestellt. Dabei lag die Nachfrage der Investoren sogar bei 3,94 Milliarden Euro. Davon war ein Volumen von 2,36 Milliarden Euro unlimitiert – also waren sie bereit für dieses Volumen jeden Preis zu akzeptieren.

Letztlich verkauft hat die Finanzagentur Deutschland für den deutschen Staat aber nur ein Volumen von 2,436 Milliarden Euro. Die Differenz zum Angebot von 3 Milliarden Euro in Höhe von 564 Millionen Euro wandert in die sogenannte Marktpflegequote. Falls nämlich alle Investoren diese Bundesobligationen bis zum Laufzeitende in fünf Jahren im Depot belassen, gäbe es am freien Markt keine Handelbarkeit für diese Anleihe – dafür sorgt dann der Emittent „Finanzagentur Deutschland GmbH“ mit diesen 564 Millionen Euro Volumen.

Der Zinskupon liegt bei 0,00%. Durch Kaufkurse über 100,00% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten) mussten Käufer bei zwei- und fünfjährigen Emissionen zuletzt immer wieder Negativrenditen schlucken – denn sie erhalten zum Laufzeitende nur diesen Nominalwert zurück. Mangels Zinskupon entsteht so effektiv diese Negativrendite. Bei fünfjährigen Laufzeiten lagen die Renditen im Juli und August bei -0,14% und -0,26%.

Durch den heutigen Verkaufskurs von 101,86% sinkt die Rendite noch weiter auf -0,36%. Damit weitet sich die Negativrendite binnen vier Wochen um 38% aus – binnen acht Wochen sogar um 157%. Ein Wahnsinn ist das, wenn man bedenkt, dass die Nachfrage fast 1 Milliarde Euro höher war als das Angebot für diese heutige Emission!

Bei einem heutigen Verkaufsvolumen von 2,436 Milliarden Euro (der Nominalwert von 100%) liegt der tatsächliche Verkaufserlös dank des Verkaufskurses von 101,86% bei 2,481 Milliarden Euro. Da in fünf Jahren aber nur 2,436 Milliarden Euro zurückgezahlt werden müssen, macht Wolfgang Schäuble heute sofort einen Gewinn von 45,3 Millionen Euro. Der Anleiheinvestor scheint ja gierig genug danach zu sein immer mehr Verlust zu machen mit einer Investition in Anleihen. Es bleibt einfach unglaublich, aber wahr! Die Zeche zahlt wie immer der kleine deutsche Michel, der ohne es zu merken kräftig drauf zahlt, wenn er monatlich in seine private Rentenversicherung oder Betriebsrentenkasse einzahlt. Zinswende? Welche Zinswende…


Wolfgang Schäuble. Foto: EPP / Wikipedia (CC BY 2.0)

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Leftutti

    6. September 2017 20:54 at 20:54

    Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft auf FMW solche Artikel in den letzten Monaten, geschweige denn Jahren veröffentlicht wurden. Fazit ist auf alle Fälle: Mafio Droghis Politik wirkt: Korrupte und unfähige Kartelle, Konzerne und vergleichbar gestrickte politisch-wirtschaftliche Konglomerate (mancher bezeichnet sie auch als Staaten oder Volkswirtschaften) gedeihen zwar nicht, aber sie können weiterhin überleben.
    Der Rasende Rollstuhl und Super-Mutti kassieren Milliarden und Abermilliarden regelmäßig alleine durch Schuldenaufnahme, nehmen die eine oder andere Zig-Milliarde durch „überraschende“ Steuermehreinnahmen ein, schröpfen gleichzeitig weiterhin ungehemmt und skrupellos ihre Bürger und Wähler und schaffen es dennoch nicht, die Schulden zu reduzieren oder Infrastruktur, Bildung, Erziehung, Umwelt etc. zu fördern.
    Was dann erst im Süden Europas abgeht, wage ich gar nicht zu erwägen. Als Bürger muss ich mich auch darum kümmern, wie ich die Mehrbelastung durch das Bürgerentlastungsgesetz für die nächsten 3 Monate bestreiten soll und kann.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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