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Ein Kläger erhält 289 Millionen Dollar von Monsanto – Klagewelle steht an, Bayer-Aktie fällt

Man könnte fast an eine „US-Verschwörung“ gegen Bayer glauben. Aber Scherz bei Seite. Kurz nachdem Bayer den US-Konzern Monsanto übernommen hat, hat eine Gerichts-Jury in den USA entschieden, dass ein einzelner Kläger eine Zahlung in Höhe von 289 Millionen Dollar von Monsanto (also jetzt Bayer) erhalten soll. Der Mann war Schulhaumeister, und hatte lange Zeit ein Unkraut-Vernichtungsmittel von Monsanto versprüht, welches das hochumstrittene Mittel „Glyphosat“ enthält.

Deswegen habe der Kläger das „Non-Hodgkin-Lymphom“ bekommen, und habe nun Krebs im Endstadium. Diesen Zusammenhang stellten seine Anwälte her. Laut Gerichtsentscheid habe Monsanto nicht angemessen vor den Risiken des Unkrautvernichtungsmittels gewarnt. Wichtig: Monsanto (Bayer) geht in Berufung. Und bei den unzähligen Studien, die das Gegenteil beweisen, ist es durchaus denkbar, dass ein Revisionsgericht das erste Urteil revidiert.

Aber für heute sitzt der Schreck tief. So eine große Schadenssumme nur für einen Fall. Es stehen zahlreiche weitere Klagen von Menschen in den USA in den Startlöchern, die Ähnliches behaupten. Wenn dieses Urteil als Referenz-Urteil anerkannt wird, wird dies ein echtes Problem für Bayer – vielleicht sogar ein Existenzproblem, wenn man es auf hunderte oder tausende Fälle hochrechnet? Aber so weit ist man jetzt noch nicht.

Dennoch sitzt der Schock erst einmal tief, und die Bayer-Aktie fällt aktuell zum Börsenstart um 9,5% von 93 auf unter 85 Euro. (im Chart sieht man die Bayer-Aktie seit Januar).

Bayer



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1 Kommentar

  1. Da geht es wohl um eins der giftigsten Pflanzenschutzmittel Roundup. Da haben Internationale Studien festgestellt, dass dies bei angemessener wohl dosierter Verwendung nicht das Krebsrisiko erhöht. In Deutschland darf Roundup nur vom geschulten Fachhandel verkauft werden. Da wird es sicherlich ernste Gesundheitsrisiken geben. In Nord- und Südamerika wurde Roundup als Allzweckwaffe in sehr (zu) großen Mengen versprüht und wohl auch ohne Warnungen verkauft. Als Ausländischer Konzern wird Bayer so einen Prozess in den USA nicht gewinnen können. Monsanto hat die Risiken Jahrelang mit aggressiver Lobbyarbeit weg bekämpft und Bayer wird dafür jetzt teuer zahlen müssen.

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