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Ein klares Indiz für eine Überhitzung der US-Aktienmärkte?

Es ist die Frage aller Fragen: Wann ist der Punkt erreicht während dieser Rekordstände bei US-Indizes auszusteigen und Gewinne mitzunehmen? Wie immer versucht doch jeder den absoluten Höchstpunkt zu…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist die Frage aller Fragen: Wann ist der Punkt erreicht während dieser Rekordstände bei US-Indizes auszusteigen und Gewinne mitzunehmen? Wie immer versucht doch jeder den absoluten Höchstpunkt zu erwischen. Das gelingt zwar praktisch nie, aber man versucht es. Viele Hedgefonds in den USA sind, wie man aus Finanzkreisen hört, letztes Jahr verdammt schlecht gelaufen. Gut, das Mitleid wird sich in Grenzen halten, aber interessant ist oft der Grund. Denn Hedgefonds nutzen oft das Instrument der Leerverkäufe. Man spekuliert also auf fallende Kurse. Liegt man falsch und will unbedingt im Recht sein, hängt man oft monatelang short gegen den Markt. Bis es irgendwann nicht mehr geht.

Und die großen US-Indizes sind zuletzt von Rekord zu Rekord geklettert. Im Umkehrschluss heißt das, dass alle Shorties mehr und mehr Probleme bekommen. Verstärkt wird das Problem durch gehebelte Trades, also auf Kredit. Das verstärkt die Verluste und zwingt irgendwann die Bankpartner der Zocker eine Glattstellung der Shortposition zu erzwingen. Aktuell notiert beispielsweise der Leitindex S&P 500 nur minimal unter seinem neuesten Rekordhoch vom 6. Januar – beim Dow ergibt sich genau das selbe Bild. Dementsprechend passiert das, was zu erwarten ist in so einer Lage.

Das Short Interest, also das Volumen der im Markt offen gehaltenen Short-Positionen (Leeverkäufe), geht dramatisch zurück. Seit Mitte letzten Jahres läuft dieser Trend, der sich gegen Ende 2016 extrem beschleunigt hat. Unter dem Druck der starken Index-Anstiege müssen die Shorties oft gezwungenermaßen glattstellen, und sorgen mit ihren Kauforders folglich für noch stärker steigende Kurse. Die hier dargestellten Charts zeigen diese Entwicklung sehr eindrucksvoll. Seit Anfang 2013 stieg das Shortvolumen zusammen mit den steigenden Aktienkursen immer weiter an – wohl in der Hoffnung, dass der Markt irgendwann seinen Höchstpunkt erreicht hat.

Im Chart ist die eindeutige Entkoppelung von Aktienkursen und Shortvolumen in 2016 gut erkennbar. Aktuell ist man auf ein Niveau von Anfang 2014 zurückgefallen. Das ist doch auf den ersten Blick etwas Gutes für die Bullen, mag man meinen. Warum aber ist das ein Indiz für eine Überhitzung der US-Aktienmärkte? Es gibt den Spruch „wenn alle gekauft haben, gibt es niemanden mehr, der noch kaufen will“. Dann ist der Kaufdruck weg, und langsam kommen die ersten Investoren auf die Idee mal Gewinne mitzunehmen. Alle sind investiert, erste Anleger wollen Cash machen, und dazu fehlt auf der Käuferseite einfach die Nachfrage.

Das ist genau der Punkt, wo die Kurse gerne mal spontan einbrechen, oder sogar eine große Wende einlegen. Auch wir wissen nicht, ob dieser Punkt jetzt erreicht ist, oder wann genau die Wende bei US-Aktien beginnt. Aber es heißt an der Börse gerne „wartet ab, wenn erst mal die Shorties glattstellen müssen. Dann kommt zusätzlicher Kaufdruck in den Markt“. Aber dieser Kaufdruck scheint nun schon hinter uns zu liegen, und scheint nun nachzulassen, wenn man den Chart betrachtet, denn gekauft mit Shorteindeckungen haben viele in den letzten Wochen. Weiterer Kaufdruck von der Seite kommt in großem Umfang wohl nicht mehr.

Von 2003 bis Ende 2007 stieg der Dow von 8.000 auf über 14.000 Punkte – eine starke Hausse! Auch hier konnten die Shorties, die vermeintlich eine gute Idee hatten, ihre Shorts nicht ewig lange offen halten. Kurz vor Erreichen des Höhepunkts im Dow brach damals die Shortquote ein, wie die Charts ebenfalls gut zeigen. Die Vermutung legt auch hier nahe, dass offenbar der Anschluss-Kaufdruck fehlte. Die Immobilienkrise konnte nicht mehr ignoriert werden, und erst nach dem Absturz der Kurse stieg das Shortvolumen wieder sprunghaft an. Fangen Sie gerne mit diesen Infos an was Sie wollen. Es ist ein Indiz, welches aber nicht zwingend auf die aktuelle Situation zutreffen muss. Aber es ist ein interessanter Anhaltspunkt!


Der Dow seit Ende der 90er.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Oliver

    17. Januar 2017 11:59 at 11:59

    Kann man irgendwo das shortinterest für den dax sehen?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

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Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

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Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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