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Devisen

Ein krasser Fall von Manipulation: der Yen

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Wechselkurse am Devisenmarkt sind frei, so heißt es ja bekanntlich. Nur manchmal sind sie weniger frei, müßte man wohl hinzufügen, ganz nach dem legendären Motto des Fußballers Mario Basler: „Ich mache immer das, was der Trainer sagt. Und manchmal mache ich das Gegenteil“.

Heute passiert wieder einmal das Gegenteil, und zwar beim japanischen Yen. Folgendes Zitat von heute früh des Chefs der japanischen Notenbank, Kuroda, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

„Allgemein und theoretisch gesprochen, die Tatsache, dass der reale und effektive Wechselkurs so weit gesunken ist, bedeutet, dass eine weitere Abschwächung des Yen unwahrscheinlich ist“, so Kuroda vor dem japanischen Parlament.

„Allgemein und theoretisch gesprochen“, soso. Speziell und detalliert reagierte der Yen darauf mit starken Aufschlägen, Dollar-Yen verlor fast 200 pips nach den Aussagen Kurodas:

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Der Kurs des Yen sei, so Kuroda, gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner Japans und bereinigt um die Inflationsunterschiede zwischen diesen Ländern „signifikant niedriger“. Das ist eine erstaunliche Aussage – denn Inflation ist eigentlich gar nicht das Thema, schon gar nicht in Japan. Die Abwertung des Yen erfolgte, weil die Bank of Japan ein QE betreibt, das der Fed und derzeit der EZB die Schamesröte ins Gesicht treiben würde: es ist eine Art Turbo-QE, das die Yen-Nullen auf der Festplatte massiv erhöht. Der Yen ist nicht schwach, weil etwa inflationäre Tendenzen in Japan ein Problem wären, ganz im Gegenteil: die Bank of Japan will durch das Yen-Drucken die Inflation anheizen, mit bislang mäßigem Erfolg.

Was aber ist der Auslöser dieser Aussage, die in völligem Gegensatz zu den Handlungen der Japaner steht? Die einzige Erklärung ist der G7-Gipfel zu Beginn der Woche, an dem auch der japanische Ministerpräsident Abe teilgenommen hatte. Es ist stark zu vermuten, dass Obama Abe sehr deutlich gesagt haben wird, dass mit dem Abwertungs-Krieg der Japaner Schluß sein müsse, sonst müsse man wohl oder übel Gegenmaßnahmen ergreifen. Und Japan, das zu den USA in einem klaren Abhängigkeitsverhältnnis steht, gehorcht bereitwillig und läßt den Notenbankchef mittels einer massiven Verbal-Intervention den Yen nach oben prügeln. Ach wie herrlich ist es doch, solch freie Märkte zu beobachten!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    PeterPan

    10. Juni 2015 12:18 at 12:18

    Mahlzeit!
    Erstmal danke an den Depri-Fugi für seine Arbeit. ;)

    Meine Einschätzung der Sache ist das die Notenbank ertsmal nur Verbal aktiv ist.
    Um dann sagen zu können “ Wir haben doch versucht den Yen zu stärken“! Aber es wird wohl
    nach dieser kurzen Pause weiter gehen mit dem Abstieg des Yen bis die USA dann wirklich aktiv werden
    oder den Japanern die Pistole auf die Brust setzen.

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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