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Ein Muster an der Wall Street – Verkäufe zu Beginn, Käufe in der letzten Stunde

Über den Stress im System der Aktienmärkte

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Es fällt schon seit geraumer Zeit auf: Die Kurse an der Wall Street eröffnen schwach und fallen in der ersten Stunde, sie erholen sich jedoch zumeist in der letzten Stunde, auch an schwachen Tagen. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass einige Hedgefonds sowie zahlreiche aktive Aktienfonds die Rally der vergangenen Monate nicht mitgemacht haben und der Benchmark hinterherlaufen – viel Stress im System, denn man wird eigentlich für eine Über-Performance bezahlt. Wer könnten die Anleger sein, die vor Börsenschluss in den Markt wollen?

Die Zwänge der Fondsbranche

Die Situation kennt doch jeder aktive Anleger. Man hat Aktien oder Indizes gekauft, diese sind gestiegen und man beschließt diese mit Gewinn zu verkaufen. Sicher ist sicher und man kriegt sie ja billiger wieder, insbesondere wenn alles so auf Abschwung hindeutet. Dann steigen die Kurse weiter und weiter und man beginnt sich zu ärgern… warum habe ich? Manch einer verliert dann die Nerven und steigt bei höheren Kursen wieder ein – Fear of missing out (FOMO) – ist angesagt, wenngleich ein uralter Börsenspruch lautet: „Man soll einer fahrender Straßenbahn nicht hinterherlaufen.“

Ungleich problematischer ist die Situation für aktive Fondsmanager geworden, schließlich wirbt man damit mit aktivem Stockpicking und allerlei Strategie den Markt schlagen zu können – dafür sind auch bis zu zwei Prozent Gebühren im Jahr fällig. Ein uralter Kampf um Rendite.

Jetzt ist aber ein Gegner aktiv, der den Managern mehr und mehr schlaflose Nächte bereitet, die passiven Fonds (Exchange Traded Funds, oder börsennotierte Fonds oder kurz ETFFs). Diese den Index eins zu eins nachbildenden Assets kosten erheblich weniger (0,1 – 0,5% p.a.), haben bereits ein Volumen von über vier Billionen Dollar erreicht und laufen synchron mit den Märkten mit – in guten wie in schlechten Zeiten. Und die letzen vier Monate waren unter der Kategorie gute Zeiten zu verbuchen.

Diese für das aktive Fondsmanagement so bedrohliche Konkurrenz gab es früher nur in wesentlich abgeschwächterer Form. So äußern sich die sinkenden Einnahmen für die verwöhnte Fondsbranche schon in den vielen angedachten Rationalisierungsmaßnahmen.

Möglicherweise haben die unterinvestierten Fondsmanager jetzt die große Chance bekommen, den Rückstand gegenüber den passiven Fonds in einen Vorsprung umzuwandeln. Das gilt natürlich nicht für diejenigen, die erst in der Nähe der Allzeithochs eingestiegen waren.

 

Fazit

Bereits in den letzten Wochen, als die Umsätze noch sehr dünn waren, konnte man dieses Muster verfolgen. Entweder waren es Spekulanten, oder eben die leidenden Fondsmanager, die dem Performance-Druck nicht standgehalten haben. Wenn da nicht „Dealmaker“ Donald Trump den Leidensdruck der aktiven Fondsbranche durch seine verbalen Purzelbäume nicht noch weiter potenziert.

 

 

Készítette: Meutia Chaerani / Indradi Soemardjan http://www.indrani.net – A feltöltő saját munkája, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2206055

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