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Ein Vergleich mit den USA: Warum das Chaos um die Regierungsbildung in Deutschland den Dax nicht interessiert

Das war wohl nichts. Es scheint dem Dax und dem institutionellen Anleger egal zu sein, wie groß das Chaos rund um die Regierungsbildung aussieht. Denn letztlich weiß man auch im…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wie man sich doch irren kann. Da hatten wir direkt nach der Bundestagswahl doch glatt von möglichen Turbulenzen am Markt gesprochen, die durch die möglicherweise bevorstehenden Problemen bezüglich der Regierungsbildung entstehen könnten. Das war wohl nichts. Es scheint dem Dax und dem institutionellen Anleger egal zu sein, wie groß das Chaos rund um die Regierungsbildung aussieht.

Denn letztlich weiß man auch im Ausland (Anteil der ausländischen Anleger im Dax sehr hoch): An Mutti kommt niemand vorbei. Egal welche Konstellation, irgendwie wird Angela Merkel auch zukünftig ganz vorne an der Regierungsspitze stehen. Und kommt es doch zu Neuwahlen, und verliert die Union noch mal ein paar Stimmanteile, regiert Angela Merkel eben trotzdem irgendwie weiter. So kann man ihre Aussagen der letzten Wochen eindeutig interpretieren. Man will weiter regieren, egal wie, egal mit wem.

Egal wie wenig Stimmen man hat. Solange an einem niemand vorbei regieren kann, macht man weiter. Gut, Merkel muss wohl hier un da ein paar Zugeständnisse an die SPD machen, aber im Großen und Ganzen geht es weiter. Und die Detailfragen drum herum? Das Chaos, die Ungewissheit? Warum schockiert das niemanden? Warum verunsichert das nicht die Börse? Schließlich bewegt Donald Trump fast schon mit jedem Tweet die Börsenkurse. Warum aber juckt es den Dax überhaupt nicht, dass in Berlin durch die AfD die bisherigen Stimmanteile der Altparteien aus dem Lot geraten sind?

Die deutsche Volkswirtschaft

Vielleicht betrachten Profil-Anleger dieses Chaos deswegen so beruhigt, weil die Volkswirtschaft in Deutschland anders als in den USA in den wichtigen Feldern richtig solide aufgestellt ist. In den USA beispielsweise jagt ein Rekord den nächsten, wenn es um die Höhe der Staatsverschuldung geht. Jetzt ist man bei 20,5 Billionen Dollar angekommen, und wird durch Trumps massive Steuersenkungen in Windeseile Richtung 21, 22, 23 Billionen Dollar ansteigen. In Deutschland hingegen zeigen jüngste offizielle Daten, dass die gesamte Staatsverschuldung um 2,9% gesunken ist, und das nur in den letzten 12 Monaten. Dank sehr hoher Beschäftigung und Nullzinsen für Staatsschulden werden sie in den nächsten Jahren wohl relativ problemlos noch weiter sinken. Auch hat die Ausgabendisziplin eines gewissen Wolfgang S. und die verankerte Schuldenbremse dafür gesorgt, dass die öffentlichen Haushalte in Deutschland erst einmal für einige Zeit gut aufgestellt sind, egal wie die Regierung genau aussehen wird, oder wer neuer Finanzminister wird!

Immobilienkredite und Kreditkarten

In den USA ist es üblich Häuser zu kaufen, wie bei uns Autos. Natürlich komplett auf pump, versteht sich. Erstmal jahrelang einen Eigenkapitalsockel ansparen, ohhh Gott wie spießig für die Amerikaner. In Deutschland sind die Hürden hoch. Wer ein Haus bauen will, muss in der Regel seinen Eigenkapitalanteil vorweisen. Außerden ist in dieser Hinsicht die Mentalität hierzulande auch schwäbischer!

Ähnlich sieht es bei Kreditkarten aus. Jeder Amerikaner hat dutzende Kreditkarten, fürs Tanken, fürs Einkaufen, für alles. So kann man seine Schulden von einer Karte auf die andere Karte immer weiter in die Zukunft schieben, bis es nicht mehr geht (Crash). In Deutschland haben viele Menschen gar keine Kreditkarte. Im großen Stil Schulden machen, ist hier nur ein Randphänomen. Es gibt zwar viele überschuldete Menschen, aber die Relationen zum Einkommen des Schuldners sind sie wohl kaum so hoch wie in den USA.

Außenhandel

Und dann wäre da noch der Außenhandel. Die USA als Volkswirtschaft verlieren jedes Jahr gut 500 Milliarden Dollar, weil sie für diese Summe mehr importieren als exportieren. Dieses Geld müssen Staat, Unternehmen und Konsumenten über Kredite letztlich aus dem Ausland ins Land holen. Dadurch wird das ganze Gebilde immer wackliger, was ja insgesamt gesehen irgendwie und irgendwann zum Kollaps führen musste. 2008 war es so weit, und in Zukunft wird es wieder passieren, wenn auch vielleicht in anderer Form. Deutschland saugt keine Kredite an, sondern produziert fleißig Außenhandelsüberschüsse. Dadurch kommt netto mehr Geld ins Land, als dass Geld abfließt. Dieses Geld kommt Staat und Bürgern zu gute. Dadurch wird die Volkswirtschaft als Ganzes stabilisiert.

Durch die vorher genannten Faktoren ist die deutsche Volkswirtschaft sehr stark unabhängig von den aktuellen Streitereien und Unklarheiten in Berlin. Ob nun diese oder jene Partei, dieser oder jener Minister – etwas halbwegs Vernünftiges wird schon dabei rumkommen (im Sinne der Anleger), und die Basis dahinter (die Volkswirtschaft) läuft ja eh stabil… also, wer braucht da schon noch auf die Details der Regierungsbildung schauen – die Volkswirtschaft läuft auch so… in den USA braucht es einen Präsidenten mit Stimulus-Maßnahmen, um die Konjunktur zu pushen!


Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Wahlparty der CDU zur Bundestagswahl 2017 im Konrad-Adenauer-Haus. Foto: Sandro Halank / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    baeuerin

    22. Dezember 2017 17:14 at 17:14

    Muss das sein,die koenigliche Majestaet,Raute“hier abzubilden?

    Ganz einfach zu erklaeren“
    Der Planet ist verschuldet bis zum Mond…
    Da ist jeder Vergleich mit der USA od.sonst wen,fuer lau….

  2. Avatar

    baeuerin

    22. Dezember 2017 17:25 at 17:25

    America signs tax bill already now…..
    und da DOW,a little bit im Brand…wuerde der Oettinger sagen….

  3. Avatar

    baeuerin

    22. Dezember 2017 17:43 at 17:43

    Trump,das ist eine Person,die nicht lange rumfackelt…wie ich seit geraumer Zeit, sehen kann…
    Ueberzeugend und bestimmend…!

    Merkel und Konsorten,sind dagegen Lachnummern!
    Trump gibt keinen Pfifferling auf DE!
    Das muss DE irgendwann mal in die Birne bekommen!
    Ihr werdet ausgenutzt…jeden Tag… immer wieder….von Raute bis zum Buergermeister!!!
    2018 wird man sehen,wieviele DAX-Firmen unter Trumps Steuerreforn leiden werden!!
    DE ist von der kompl.amerikanischen Neuzeittechnik ABHAENGIG geworden und hat den Chinesen noch jahrzehntelang das eigene KNOW HOW fuer Lau ueberlassen.
    Die Immospekulanten kaufen eure Grundstuecke systematisch auf!!
    Aber es reicht noch nicht…denn jetzt greift man in die dt.Kultur massiv ein und da ist jeder Steuerzahler davon betroffen!!
    Fakt ist;
    Keiner wird den DEUTSCHEN die Hand reichen,wenns ins eingemachte durch alle dt.Staedte geht!!
    ……Remember, 80% is virtual money…..thats is the point..

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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