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Eine Woche nach dem Brexit-Vote: Europäische Bankaktien ziemlich labil

Gut eine Woche nach dem Brexit-Vote sehen europäische Bankaktien mehr als labil aus. Eine auf den ersten Blick nette symbolische Geste haben sich die Direktoren der britischen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gut eine Woche nach dem Brexit-Vote sehen europäische Bankaktien mehr als labil aus. Eine auf den ersten Blick nette symbolische Geste haben sich die Direktoren der britischen Lloyds Bank einfallen lassen, die als eine der großen vier UK-Banken auch noch den britischen Steuerzahler als Mitaktionär an Bord hat. Wie aus einer Pflichtmitteilung bekannt wurde, haben gestern 17 Direktoren von Lloyds insg. 829.000 Lloyds-Aktien für 55,8 Pence gekauft als Geste, dass das Management Vertrauen in die Bank hat. Nun, der Preis notiert ja nicht in Pfund, sondern in Pence. Daher hat die Transaktion einen Wert von 462.582 Pfund, also 559.349 Euros. Das macht pro Direktor im Schnitt ein Investment von 32.902 Euro. Wenn man bedenkt, was so in der City of London verdient wird, können die Damen und Herren das gerade noch so stemmen, oder? Der Aktienkurs von Lloyds ist nach dieser Vertrauensbekundung übrigens nicht gestiegen.

Während die großen Aktienindizes von ihren Tiefs letzten Freitag aus gesehen jetzt schon knapp die Hälfe oder wie der Dow deutlich mehr als die Hälfte gut gemacht haben, notieren die Aktien der großen europäischen Banken immer noch um oder unter dem Tiefskurs vom Freitag. Das ist psychologisch kein gutes Signal. Auch Lloyds sieht nicht gut aus im Chart (Kursverlauf seit Mitte letzter Woche). Die Aktie fiel am Freitag sofort bei Eröffnung runter auf 51 Pence. Sieht man den Chartverlauf seitdem, ist ein aktueller Kurs von 54 keine wirkliche Erholung, sondern ein Seitwärts-Dümpeln. Auch heute Nachmittag ist der Kurs nach Bekanntwerden des Aktienkaufs des Managements nicht gestiegen.

Lloyds
Lloyds

Die Aktien der Royal Bank of Scotland sehen seit Freitag kaum besser aus. Nach einem schnellen Absacken auf 165 Pence am letzten Freitag dümpelt die Aktie jetzt bei 170 herum – ebenfalls keine Erholung, sondern ein Seitwärtsverlauf.

RBS
RBS

Diese Woche viel besprochen und arg verprügelt wurde die Deutsche Bank. Nach der Nachricht, dass George Soros heftig short wettet gegen die Aktie, dann heute die Meldung, dass der IWF die Deutsche Bank als Systemrisiko der globalen Finanzmärkte Nr. 1 betrachtet. Und als hätten sich alle verschworen, kam heute Nacht noch die US-Notenbank mit der Meldung die Deutsche hätte den zweiten Teil des Banken-Stresstest in den USA nicht bestanden. All das in so kurzer Zeit nach dem Brexit-Vote, wodurch die Deutsche ihren Lieblings-Standort London evtl. verkleinern muss. Dass der Brexit die Deutsche schlimmer erwischt hat als die UK-Banken, sieht man daran, dass ihr aktueller Kurs deutlich unter der Eröffnung vom letzten Freitag notiert (Freitag 12,75 / jetzt 12,17 Euro). Der Kursverlauf ist gen Süden gerichtet.

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank-Aktie.

Commerzbank
Bei der Commerzbank sieht es kaum besser aus. Man notiert unter dem Freitags-Low und drängt nach unten.

In Italien steht Ministerpräsident Matteo Renzi kurz davor eine „außerordentliche Situation“ festzustellen. Diese Erklärung würde es ihm ermöglichen seine geplanten 40 Milliarden Euro Staatshilfe in seine Banken zu pumpen, ohne vorher Eigentümer und Anleihegläubiger der Banken für deren Gesundung heranzuziehen (z.B. wertloser Verfall von Anleihen). Die Unsicherheit in Italien ist dennoch ziemlich groß. Unicredit als größte italienische Bank notiert auf einem Allzeittief – heute zwar minimal erholt, aber deutlich unter dem Tief vom Freitag.

Unicredit
Unicredit

BNP
Die französische BNP Paribas hält sich seitwärts.

Santander
Das selbe bei der spanischen Santander. Seitwärts, keine Erholung.

ubs
Bei der schweizerischen UBS sieht man sehr gut, wie sie seit dem Freitags-Tief fiel und nicht das geringste Anzeichen der Erholung zeigte. Vom Tief von 13,25 ging es runter auf aktuell 12,56 Franken.

dax
Im Vergleich dazu ist der Dax jetzt schon ein gutes Stück weg von seinem Freitags-Tief und hat genau 500 Punkte zugelegt.

Wenn man diese Charts so sieht, wird einem klar: Die Erolung des Gesamtmarktes bleibt bei den Bankaktien aus. Bei einem möglichen Folge-Absturz am Gesamtmarkt ist es wenig wahrscheinlich, dass diese schwachen Bankaktien diese Niveaus halten können!

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Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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am

Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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