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Einer spinnt: die Fed oder die Märkte? Ein Blick auf die Fed Fund Futures – und was sie uns zu sagen haben..

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FMW-Redaktion

Irgendwie scheint der Markt der Fed nicht mehr zu glauben. Vier Zinsanhebungen in 2016? No, no chance heißt es nun in den Finanzzentren der USA, also in New York und Chicago. Und während die Märkte ansonsten doch ein erstaunliches Gottvertrauen in die Fed haben, und das obwohl die Fed in der Vergangenheit so ziemlich nichts richtig vorhergesehen hat – schon gar nicht die Finanzkrise – liegt man jetzt ziemlich verquer zur Fed in der Erwartungshaltung, wie es mit der US-Zinspolitik weiter geht.

Das zeigt ein Blick auf die Fed Fund Futures, die die Wahrscheinlichkeiten für Zinsanhebungen (oder, lange ist´s her: Zinssenkungen) bepreisen. Es geht um die Frage, in welchem Zeitraum der nächste Zinsschritt erfolgt, genauer gesagt, erfolgt sein wird. Und hier läßt sich ein regelrechter Absturz beobachten in den Erwartungen.

Gestern, unmittelbar vor der Veröffentlichung des FOMC-Statements, preisten die Fed Fund Futures die Wahrscheinlichkeit, dass mit der nächsten Fed-Sitzung am 16.03 eine 0,25%-Anhebung kommt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 21,1% ein. Nun aber, also nicht mal 24 Stunden später, sind es nur noch 14,0%.

Für die nächstfolgende Sitzung der Fed am 27.04. fällt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit von 28,7% (gestern unmittelbar vor Veröffentlichung des FOMC-Statements) auf nun 20,9%. Sprich: die Wahrscheinlichkeit, das von Zeitpunkt jetzt bis zum 27.04 die Fed die Zinsen noch einmal anheben wird, hat nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 1:5.

Je weiter nun der Zeitpunkt der Fed-Sitzungen entfernt liegt (Fed-Sitzungen am 15.06, 27.07 und 21.09), umso geringer fällt der Sturz der Wahrscheinlichkeiten aus zwischen gestern und heute (was ja logisch ist, oder?).

Und dennoch kommen die US-Märkte weiter unter Druck. Was sagt uns das? Nun, die Botschaft lautet wohl: selbst wenn die Fed weiter zögert, die Zinsen anzuheben und die Sache weiter in die Zukunft verschiebt, hilft das den Märkten derzeit nicht weiter. Das bedeutet, dass selbst eine ansonsten – gewissermaßen zu normalen Zeiten – positive Sache nicht mehr positiv ist (unterstellt man, dass Zinsanhebungen nicht positiv sind für die Aktienmärkte, weil sie die Liquidität teurer machen und damit verknappen).

Und das wiederum bedeutet: wenn Märkte fallen, obwohl es gute Nachrichten gibt, sind wir in einem Bärenmarkt..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    V

    28. Januar 2016 16:39 at 16:39

    An „Vier Zinsanhebungen in 2015“ glaube ich auch nicht mehr… vielleicht in 2016? ;-)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      28. Januar 2016 16:42 at 16:42

      ups, danke @V – ist inzwischen korrigiert. Ich lebe offenkundig noch in 2015..

      Viele Grüsse!

  2. Avatar

    Boncas

    28. Januar 2016 16:57 at 16:57

    „… Und das wiederum bedeutet: wenn Märkte fallen, obwohl es gute Nachrichten gibt, sind wir in einem Bärenmarkt.“

    Es gibt aber nicht nur gute Nachrichten [aber bloß noch von den Zentralbanken], sondern eben auch ein paar schlechte Faktoren: Globale Überschuldung, Einbruch der Rohstoffpreise, Wachstumseinbruch in China, Rezession in einigen Schwellenländern, Kapitalflucht aus Schwellenländern, Währungsturbulenzen, steigende Ausfallrisiken bei Banken und Anleiheinvestoren, geopolitische Auseinandersetzungen und nicht zuletzt die Schwäche der politischen Eliten, mit den aktuellen Herausforderungen und strukturellen Problemen fertig zu werden … Aber vielleicht ist ja Donald Trump der neue Hoffnungsträger, der für neuen Optimismus sorgen könnte – oder ?

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