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Einfach ohne Kongress: Trump beschließt 400 Dollar pro Woche für Arbeitslose

Redaktion

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Donald Trump

Nach dem Motto „ist mir doch egal“ ignoriert Donald Trump offenbar die Rechte des US-Kongresses, wenn es um finanzielle Entscheidungen geht. Er hat am Wochenende beschlossen, dass Arbeitslose Amerikaner bis Jahresende 400 US-Dollar pro Woche erhalten sollen. Das ist ein extrem wichtiger Punkt. Denn zu Ende Juli war eine Regelung ausgelaufen, wonach 25 Millionen Arbeitslose in den USA während der Coronakrise pro Woche 600 Dollar erhalten hatten. Ein verdammt teurer Spaß für die US-Regierung! Und damit erhielten bis Ende Juli Millionen arbeitslose Amerikaner mehr Geld als vorher als Arbeitende.

Dadurch konnte auch in dieser Krise der Konsum in den USA aufrecht erhalten werden. Und der ist essenziell für die US-Volkswirtschaft! Mit 400 statt 600 Dollar die Woche wird man einen brutalen Crash im Konsum, Massen-Obdachlosigkeit etc wohl verhindern können. Dazu hat Donald Trump auch noch verkündet, dass bestimmte Zwangsräumungen zeitweise verboten werden sollen. Auch Lohnnebenkosten sollen gekürzt werden. Dazu kommt noch, dass die monatlichen Zahlungen für Studentenkredite bislang bis September ausgesetzt waren. Diese Regelung verlängert Donald Trump nun bis Jahresende.

Problematisch ist vor allem die eigenmächtige Verordnung von Donald Trump über diese wöchentliche Zahlung von 400 Dollar an Arbeitslose. Zwar ist das gut für die Arbeitslosen. Aber alle Beschlüsse, die neue Finanzmittel erfordern, bedürfen der Zustimmung des US-Kongresses. Dort wären die Republikaner auf einen Kompromiss mit den Demokraten angewiesen. Die Verhandlungen der beiden Parteien waren aber am Freitag vorerst gescheitert. Das Problem mit der Kongress-Zuständigkeit für Geldmittel scheint Donald Trump aktuell umgehen zu wollen, indem er bestehende Geldmittel umwidmet, auch aus vorigen Konjunkturpaketen. Die Demokraten dürften womöglich dagegen klagen.

Trump schafft Tatsachen im Wahlkampf?

Oder doch nicht? Denn wollen die Demokraten kurz vor der Wahl da stehen als die Partei, die Millionen Amerikaner in Obdachlosigkeit und Hunger stürzte? Denn so könnte das Trump-Lager argumentieren, sollten die Demokraten versuchen Trumps aktuelle Maßnahmen zu stoppen. Und die Börse? Die Begeisterung bleibt aktuell aus, aber noch sind wir ja in der Vorbörse. Der Wall Street ist wichtig, dass der Konsum der Amerikaner nicht abbricht. Und mit 400 Dollar statt drohenden 0 Dollar pro Woche bis Jahresende kann man wohl gut leben?

Gegenüber Freitag Abend notiert der Dow Jones auf CFD-Basis aktuell nur 80 Punkte höher. Kommt die Marktreaktion noch heute Nachmittag? Der Markt könnte nach dem Ausbleiben einer Einigung im Kongress um beim genaueren Studieren von Trumps aktuellen Verkündungen auch eher zurückhaltend reagieren. Denn es könnten letztlich sogar weniger als 400 Dollar pro Woche für die arbeitslosen Amerikaner werden. Denn laut Trumps Dekret soll ein Viertel des Betrags auf freiwilliger Basis von den US-Bundesstaaten zur Verfügung gestellt werden.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    10. August 2020 12:34 at 12:34

    Die Wall-Street-Haie bekommen wöchentlich Milliarden von der Fed geschenkt, warum sollten „gewöhnliche“ Menschen jetzt nicht auch mal von der enormen Geldflut profitieren? Oder dürfen das seit neuestem nur die Millionäre und Milliardäre? Free Lunch nur für Reiche?
    Es ist inzwischen doch sowieso egal wie hoch die Schuldenlast der USA ist… zurück gezahlt wird nichts mehr.
    Oder was unterscheidet einen Arbeitslosen von einem Jim Simmons oder einem Ray Dalio in ihrer Produktivität und Nützlichkeit für die Menschheit? Weder der Arbeitslose noch der Hedgefonds Manager erschaffen wahre Werte oder Produzieren „Dinge“ die man anfassen kann. Der eine bewegt nun Mal viele elektronische Zahlen hin und her und der andere eben nicht.

  2. Avatar

    Zimmermann

    10. August 2020 13:59 at 13:59

    Es war so sicher, wie das Amen in der Kirche das was kommen muss. Gibt es in dieser Pandemie keinen weiteren Stimulus auf welche Weise auch immer, dann erschiessen sich die Deppen noch gegenseitig. Die Waffenschränke der US Haushalte sind gut bestückt.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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