Europa

Einkaufsmanagerindex für Dezember: Dienstleistungen im Plus

Der aktuell gemeldete Einkaufsmanagerindex zeigt: Dienstleistungen liegen im Plus und sind eine gewisse Stütze für die Konjunktur.

Deutschland-Flagge
Foto: GaiaLove-Freepik.com

Der monatlich gemeldete Einkaufsmanagerindex ist für die deutsche Wirtschaft ein äußerst wichtiger Gradmesser, der auch von Börsianern stark beobachtet wird. Werte über 50 zeigen Wirtschaftswachstum, Werte unter 50 eine Schrumpfung. Vor wenigen Augenblicken wurden die Daten für den Monat Dezember veröffentlicht. Der Geschäftsausblick so wenig positiv wie zuletzt im April 2025. Man sieht: Dienstleistungen sorgen dafür, dass die Industrie-Rezession in Deutschland optisch abgemildert wird, weil der Gesamtschnitt dadurch weniger schlimm aussieht.

Gesamtindex: 51,3 (Erwartung 51,5 / Vormonat 52,4). Ein 4-Monatstief.

Dienstleistungen: 52,7 (Erwartung 52,6 / Vormonat 53,1). Ein 3-Monatstief.

Hier auszugsweise aus der Veröffentlichung von S&P Global und HCOB zum Einkaufsmanagerindex: Die Geschäftstätigkeit im deutschen Servicesektor legte auch zum Jahresende kräftig zu, wenngleich sich die Dynamik gegenüber dem Oktober-Hoch erneut abgeschwächt hat. Grund dafür war insbesondere das kleinere Neuauftragsplus. Die Beschäftigung stieg derweil moderat und den dritten Monat hintereinander an, während die Zuversicht hinsichtlich der
Geschäftslage binnen Jahresfrist so gedämpft ausfiel wie seit April letzten Jahres nicht mehr. Wie die jüngsten Auswertungen weiter zeigen, haben sich die Inflationsraten sowohl auf der Kostenseite als auch bei den Angebotspreisen beschleunigt – Erstere sogar auf ein Zehn-Monatshoch.

Der finale und saisonbereinigte HCOB Index Geschäftstätigkeit gab im Dezember zum wiederholten Mal nach und sackte nach 53,1 Punkten im November auf 52,7 und ein Drei-Monatstief ab. Nichtsdestotrotz wies er solides Wachstum aus, das in etwa dem Langzeitdurchschnitt entsprach. Befragte, bei denen es aufwärts ging, führten dies im Allgemeinen auf die zunehmende Nachfrage zurück.

Tatsächlich legten die Neuaufträge im Berichtsmonat abermals und damit das komplette vierte Quartal zu. Die Rate hat sich allerdings seit dem letzten Hoch von Oktober sukzessive auf ein mäßiges Tempo verlangsamt, und das trotz des ersten Anstiegs beim Auslandsgeschäft seit anderthalb Jahren. Das Mini-Plus bei den Exportbestellungen war dabei teilweise dem Nachfrageschub aus Asien zu verdanken, so die Umfrageteilnehmer.

Analog zum Auftragseingang wuchs auch die Beschäftigung den dritten Monat in Folge. Der Stellenaufbau beschleunigte sich gegenüber November, war jedoch alles in allem nur verhalten. Die zusätzlichen Kapazitäten halfen den Branchenakteuren dabei, ihre unerledigten Projekte zum zweiten Mal hintereinander abzuarbeiten, und zwar so rasant wie zuletzt im September. Tatsächlich waren es auch wieder die steigenden Löhne und Gehälter, die die Kosteninflation zum Jahresausklang hauptsächlich ankurbelten. Die entsprechende Teuerungsrate zog so deutlich an wie seit Februar 2025 nicht mehr und rangierte über ihrem langjährigen Mittel.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Gesamtschnitt, o.k.. Aber der Industriestandort Deutschland an sich hinkt ja nun einmal weiterhin. Nun gilt es, die von der Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition im Koalitionsausschuss am 13.11.25 vereinbarte Senkung der Luftverkehrssteuer zum 01.06.26 auch tatsächlich zu beschließen. Ja zu einem Energiemix bestehend aus fossilem Erdöl, fossilem Erdgas, Wasserstoff, Wasserkraft, Sonnenenergie, Atomenergie, Kohleindustrie und Windenergie. Die Laserindustrie zum Cluster erklären. Ja zur Kultur der zweiten Chance für KI-Start-ups. Forschung und Weiterentwicklung diverser Satelliten aus den Bereichen Navigation, Nachrichtendienste und Internet auf der Internationale Raumstation ISS. Der Maschinenbauindustrie den iranischen Markt zur Verfügung stellen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hält ein Vorziehen der geplanten Senkung der Körperschaftssteuer für finanzierbar.

  2. Die Agenda von Bayerischer Ministerpräsident Dr. Markus Söder im Rahmen der diesjährigen Klausur der CSU-Landesgruppe „Bayern muß es alleine können“ hingegen, ist hierbei nicht unbedingt konstruktiv/zielführend.

  3. Ich fand die zurückliegende Kritik der Linkspartei an Milliardären durchaus diskussionswürdig. Mittlerweile denunziert die Partei jedoch Dax-Lenker.

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