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Aktuelle Meldung Einkaufsmanagerindex für Februar: Industrie überschreitet entscheidende Schwelle

Die Industrie liegt beim Einkaufsmanagerindex wieder über 50 Punkten, eine entscheidende Schwelle. Hier die aktuellen Daten.

Hamburger Hafen
Hamburger Hafen. Foto: Claudio Kummerfeld

Der monatlich gemeldete Einkaufsmanagerindex ist für die deutsche Wirtschaft ein äußerst wichtiger Gradmesser, der auch von Börsianern stark beobachtet wird. Werte über 50 zeigen Wirtschaftswachstum, Werte unter 50 eine Schrumpfung. Vor wenigen Augenblicken wurden die Daten für den Monat Februar veröffentlicht. Man kann vermuten: Für die Industrie kommen die Wirkungen der schuldenfinanzierten Programme (Sondervermögen + Aufrüstung) langsam an, man überspringt die entscheidende Marke von 50 Punkten!

Gesamtindex: 53,1 Erwartung 52,3 / Vormonat 52,1). Ein 4-Monatshoch.

Verarbeitendes Gewerbe 50,7 (Erwartung 49,6/ Vormonat 49,1). Ein 44-Monatshoch.

Dienstleistungen: 53,4 (Erwartung 52,4/ Vormonat 52,4). Ein 4-Monatshoch.

Hier auszugsweise aus der Veröffentlichung von S&P Global und HCOB zum Einkaufsmanagerindex: Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im Februar dank des beschleunigten Aufschwungs im Verarbeitenden Gewerbe und Servicesektor das stärkste Wachstum seit vier Monaten. Zurückzuführen war dies laut aktueller Vorabschätzung auf die weiter anziehende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die das vierte Auftragsplus in den letzten fünf Monaten nach sich zog. Der Stellenabbau blieb derweil stark, wenngleich er sich aufgrund der Stabilisierung der Auftragsbestände und der nur geringfügig gestiegenen Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist leicht verlangsamte.

Der Servicesektor war erneut führend, hier liefen die Geschäfte besser als in den zurückliegenden drei Monaten (Index bei 53,4). Der Aufschwung in der Industrie gewann ebenfalls an Dynamik, hier fiel das zweite Produktionswachstum in Folge so stark aus wie seit Oktober 2025 nicht mehr (Index bei 52,3). Der HCOB Flash Deutschland Industrie PMI, der sich aus den Teilindizes für Auftragseingang, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormateriallager zusammensetzt und die Konjunkturlage in der Industrie in einem Wert widerspiegelt, übersprang mit 50,7 Punkten sogar erstmals seit über dreieinhalb Jahren wieder die neutrale 50-er Marke.

Der Auftragseingang wies erneut ein Plus aus und signalisierte eine steigende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen aus Deutschland. Im Verarbeitenden Gewerbe gingen sogar so viele Neuaufträge ein wie zuletzt vor knapp vier Jahren, was den abgeschwächten Zuwachs im Servicesektor kompensierte und dafür sorgte, dass das Gesamt-Auftragsplus genauso hoch ausfiel wie im Januar. Angezogen hat die Nachfrage laut Umfrageteilnehmern vom In- und Ausland gleichermaßen, wobei auch die Exporte in beiden Sektoren zulegten. Folglich stiegen die Ausfuhren erstmals seit sieben Monaten wieder moderat, wenngleich mit der höchsten Rate seit Februar 2022.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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6 Kommentare

  1. Konjunkturpakete helfen nicht gegen strukturelle Probleme. Das ist der Erkenntnisstand seit etwa 50 Jahren. Eigentlich schon immer, da Keynes eine ganz andere Praxis vorgeschlagen hat.

    Aber was die deutsche Industrie angeht, sind das inzwischen doch eher palliative Maßnahmen. Mit den Gesetzen der Ampel ist ein Überleben unmöglich. Die Industrie wird sich weiter internationalisieren, was besonders bei den energieintensiven Betrieben und für den Mittelstand bedeutet: Schließen oder umsiedeln.

  2. Zweifelsfrei stimuliert der Investitionsbooster die Maschinenbauindustrie. Zu den Exportmärkten der Maschinenbauindustrie, der Elektroindustrie und der Schweißindustrie gehört die Europäische Union.

    1. Der mittelständische Maschinenbau hat ein u.a. ein Problem mit dem Lieferkettengesetz. Das ist durch keine Konjunkturmaßnahme heilbar und eine der Ursachen, warum die ehemalige Spitzenposition sich inzwischen in „Bronze“ verwandelt hat und uns Japan auch noch überholen könnte, wenn dort nun ebenfalls Konjunkturmaßnahmen einsetzen.

  3. An FMW-Nutzer Felix: Bitte beim Thema bleiben.

    1. Ich mag Ihre kauzige Art. Was sagen Sie denn zu den zahlreichen anderen Themen, die hier so besprochen werden?

  4. An FMW-Nutzer Felix: Fragen kann man alles.

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