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Europa

Einkaufsmanagerindizes: Das zarte Pflänzchen Hoffnung

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wie sehr hatten man heute auf die Einkaufsmanagerindizes der großen Industriestaaten gewartet. Schließlich sind die Aktienkurse seit der letzten Erhebung weiter gestiegen, während dies die aktuellen Wirtschaftsdaten nicht widerspiegeln. Also, wie würden diese Zahlen ausfallen? Es geht tatsächlich insgesamt etwas aufwärts, was aber noch lange nicht bedeutet, dass die Wende bereits geschafft wäre.

Der Zahlenreigen

Begonnen hatte es heute Nacht in Japan um 01:30:Uhr MEZ, mit den Purchasing Manager Indizes – die Ergebnisse:

Verarbeitendes Gewerbe: 48,6 Vormonat 48,4

Dienstleistungssektor: 50,4 Vormonat 49,7

Heute Vormittag ging es Schlag auf Schlag in Europa.

Frankreich

Verarbeitendes Gewerbe: 51,6 Vormonat 50,7

Dienstleistungssektor: 52,9 unverändert

Gesamt: 51,7 Vormonat 50,7

Deutschland

Verarbeitendes Gewerbe: 43,8 Vormonat 42,1

Dienstleistungssektor: 51,3 Vormonat 51,6

Gesamt: 49,2 Vormonat 48,9

Der sehr rezessive Produktionssektor ist damit spürbar angestiegen, wenngleich auf noch niedrigem Niveau. Da bin sicher nicht nur ich gespannt auf den Ifo-Index am kommenden Montag. Sollte dieser auch gestiegen sein, ja dann schätze ich, könnten sich wieder viele in ihrer Beurteilung der Konjunktur geirrt haben.

Europa

Verarbeitendes Gewerbe: 46,6 Vormonat 45,9

Dienstleistungssektor: 51,5 Vormonat 52,3

Gesamt: 50,3 Vormonat 50,6

Großbritannien

Verarbeitendes Gewerbe: 48,3 Vormonat 49,6

Dienstleistungssektor: 48,6 Vormonat 50,0

Die Briten bekommen eindeutig die Unsicherheit infolge des Brexit zu spüren. Werden sie das Spiel bis in die Rezession weiter treiben?

Am Nachmittag kamen die Zahlen aus den USA:

Verarbeitendes Gewerbe: 52,2 Vormonat 51,3

Dienstleistungssektor: 51,6 Vormonat 50,6

Gesamt: 51,9 Vormonat 50,9

Dann kurz darauf der Index der Uni Michigan mit dem US-Verbrauchervertrauen:

96,8 Punkte gegenüber 95,7 im Oktober

Damit ist vonseiten der Frühindikatoren und des Verbrauchervertrauens kein Einbruch derzeit erkennbar, es scheint auf niedrigem Niveau sogar etwas nach oben zu gehen.

Kurzfazit

Der Tag der vielen Einkaufsmanagerindizes brachte mit Ausnahme der Brexit-gebeutelten Briten stabile oder verbesserte Frühindikationen. Was die USA betrifft, könnte dies aber zu einer weiteren Fehlinterpretation ihres Präsidenten führen. Nachdem er immer felsenfest behauptet, dass die Chinesen die Zölle bezahlen – „they pay billlions of billions of Dollars“ – könnte er jetzt von einer starken US-Konjunktur ausgehen, um damit im Bewusstsein der Stärke im Handelsstreit weiter zu pokern. Aber wie gerade festgestellt, desto länger die Auseinabdersetzung dauert, desto gräßer werden die Schäden ausfallen – allerdings eben verzögert.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zimmermann

    22. November 2019 18:41 at 18:41

    Was den Markt betreffend des Kurzfazits aber nicht groß kümmern dürfte, solange die Möhre vor Esels Nase baumelt und die Wirtschaftszahlen nicht massiv einbrechen. Die Notenbanken pumpen auch noch fest in den Markt. Meiner Meinung nach wirds weiter mit den Kursen aufwärts gehen und man sollte seine feuchten Bärenträume mal lieber sein lassen.

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Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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am

Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

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Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

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