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Einlagen steigen konstant an – Verbraucher stauen in Coronakrise Geld auf

Kontodaten auf Laptop

Es ist kein Wunder. In der Coronakrise sitzen die Menschen zuhause, und geben kein Geld aus für Kinos, Restaurantbesuche oder Urlaubsreisen. Aktuelle Daten zeigen, dass die Menschen in Deutschland weniger für Dienstleistungen ausgeben, dafür aber mehr für langlebige Gebrauchsgüter – also zum Beispiel Hausrenovierung, Garten-Verschönerung etc. Unterm Strich aber steigen die Einlagen der Menschen bei den Banken seit Anfang 2020 deutlich und kontinuierlich an.

Eine Studie des ifo-Instituts und der N26 Bank zeigt, dass die Verbraucher Ende 2020 rund 40 Prozent mehr Einlagen auf ihren Konten als zu Beginn des Jahres hatten. Wenn man die aggregierten Ersparnisse im Jahr 2019 von den aggregierten Ersparnissen im Jahr 2020 subtrahiert, dann kommt man laut ifo-Institut auf einen Ersparnisüberschuss von 1,7 Prozent im Jahr 2020 im Verhältnis zum aggregierten Jahreseinkommen im Jahr 2019. Da diese Ersparnisse auf Tageskonten liegen, hätten die Verbraucher aufgestaute Kaufkraft. Der Spartrend setze sich auch im ersten Quartal 2021 fort. Es sei wichtig festzuhalten, dass das hier verwendete Maß für Ersparnisse nur eine Näherung darstellt, da man weder verzinsliche Sparguthaben noch Wertpapierkonten bei anderen Banken beobachte. Folglich unterschätze das Maß für Einlagen von N26 vermutlich die Ersparnisse der Verbraucher und damit die zurückgehaltene Kaufkraft.

Bei den Ausgaben zeigt die Studie einen klaren Trend. Das aktuelle Ausgabenniveau liegt demnach im Vergleich zum Januar 2020 im Bereich der Dienstleistungen und Bargeldabhebungen bei etwa 60 Prozent, und bei Gebrauchs- und Verbrauchsgütern bei 120 Prozent. Zusammengenommen würden die Ergebnisse darauf hindeuten, dass das Gesundheitsrisiko und die Lockdowns die Haupttreiber für den Rückgang der Bargeldabhebungen und der Ausgaben für Dienstleistungen seien. Gemessen am Konsum von langlebigen Gebrauchsgütern sei die wirtschaftliche Unsicherheit der Verbraucher eher gering.

Die Ersparnisse von Verbrauchern die in Städten leben, sind laut der Studie in mehreren europäischen Ländern im Corona-Jahr 2020 deutlich gestiegen. Demnach stiegen die Einlagen der Kunden dort verglichen mit Januar 2020 im ersten Lockdown um rund 20 Prozentpunkte und erhöhten sich im zweiten Lockdown um weitere rund 20 Prozentpunkte. Das deute auf einen massiven Rückstau an Kaufkraft in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Spanien hin, heißt es in der Studie. Weiterhin stellten die Autoren fest, dass sich die Einkommen von Stadtbewohnern gegen Ende 2020 von einem initialen Rückgang erholten und in Deutschland und Österreich sogar das Vorkrisenniveau übertrafen. Zudem deuten hohe Ausgaben für langlebige, nicht lebensnotwendige Güter, die in vorherigen Krisen, wie z.B. der Finanz- und der Eurokrise meist deutlich reduziert wurden, auf geringe ökonomische Unsicherheit unter Konsumenten hin.

Verlauf der Einlagen in der Coronakrise



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